Indiana Jones und der Große Kreis: Erste Benchmarks und Fazit
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Grafikkarten-Benchmarks
Ein neues Spiel mit der für ihre hohen Bildraten bekannten id Tech - was kann da schiefgehen? Das kommt auf Ihre Grafikkarte an, denn Indy hat ein Raytracing-Faible entwickelt. Derzeit verwendet das Spiel noch kein Pathtracing, sondern "nur" Raytracing für die Beleuchtung, es kommt eine Ray-Traced Global Illumination (RTGI) zum Einsatz. Diese ist - wie bei Metro Exodus Enhanced Edition, Avatar Frontiers of Pandora und Star Wars Outlaws - ein elementarer Bestandteil der Grafik und somit nicht abschaltbar. Das bedeutet, dass alte Grafikkarten ohne Raytracing-Fertigkeiten nicht mit Indy auf große Reise gehen können. Wir haben es versucht, Henry Jones jr. schmettert dieses Ansinnen jedoch energisch ab:
Quelle: PCGH
Beim Versuch, das Spiel mit einer Geforce GTX 1080 Ti zu starten, werden wir mit dieser Fehlermeldung begrüßt. Alten Radeon-GPUs ergeht es ähnlich.
Die Einstiegshürde liegt somit bei einer Grafikkarte mit Raytracing-Rechenwerken, beispielsweise Geforce RTX 2060, RTX 3050, Radeon RX 6400 und Intel Arc A310. Für ordentliche Bildraten werden jedoch nicht nur RT-Cores benötigt, sondern auch eine angemessene Shading-Leistung und - besonders wichtig - ordentlich dimensionierter Grafikspeicher. Die id-Engine ist zwar für hohe Bildraten bekannt, allerdings auch für ihren großen VRAM-Hunger berüchtigt. Indy greift dieses Verhalten nahtlos auf. Dadurch, dass Indiana Jones und der Große Kreis standardmäßig Raytracing nutzt, wird eine gewisse Menge an VRAM zwingend benötigt, um die Daten vorzuhalten.
DER Tipp gegen Ruckeln
Die aus Doom Eternal und den Wolfenstein-Titeln bekannte Grafikoption "Texture Streaming Pool" ist der wichtigste Regler, um speicherseitig gehandicapte Grafikkarten teilweise zu entlasten. Wer ein Modell mit 6 oder 8 GiByte nutzt, sollte hier nicht über "Low" (Niedrig) gehen, ansonsten ist Ruckeln im wahrsten Sinne programmiert. Geforce-GPUs mit ≤8 GiByte sind außerdem akut absturzgefährdet. Modelle mit 10 GiByte kommen unterdessen mit einem blauen Auge davon, ab 12 GiByte ist selbst Ultra HD kein Problem - zumindest bis zum Release des Pathtracing-Updates am 9. Dezember. Verfügt die Grafikkarte über genügend VRAM, kostet der Textur-Pool keine Leistung, stellt aber sicher, dass Texturmatsch ausbleibt.
Da die Unterschiede gravierend sind, haben wir uns entschieden, die erste Fuhre an Grafikkarten mit minimaler Texture-Pool-Size zu testen. Die Stichproben reichen von Raytracing-Einsteigerkarten wie der Geforce RTX 2060 und Radeon RX 6600 bis hinauf zu den aktuellen GPU-Boliden:
Eine schlechte Performance kann man Indy wahrlich nicht vorwerfen, trotz des Vollbild-Raytracings erzielen auch günstige Grafikkarten spielbare Bildraten (in Full HD). Zwar lassen Geforce-GPUs wie gewohnt ihre Raytracing-Muskeln spielen, die getesteten Radeon-GPUs rendern jedoch angenehm flink. Ruckelt's doch einmal, können Sie von temporalem Upsampling Gebrauch machen: dem spieleigenen Verfahren sowie DLSS (inklusive RTX-4000-Frame-Generation). FSR und XeSS fehlen vollständig. Achtung: DLSS FG belegt zusätzlichen Grafikspeicher, sodass wir für Ultra HD eine Grafikkarte mit 16 GiByte empfehlen!
Prozessor-Benchmarks
Da bei Indiana Jones and the Great Circle die neueste id Tech zum Einsatz kommt, haben wir nicht weniger als die beste Optimierung für CPU-Threads erwartet - und wurden nicht enttäuscht. Die Tests führen wir im ersten weitläufigen Gebiet durch: der Vatikanstadt.
Ja, es sind für den Moment tatsächlich nur drei CPU-Benchmarks. Das hat einen einfachen Grund: Denuvo. Die Review-Version des Spiels wird durch den Kopierschutz "geschützt" - nämlich vor zu vielen Benchmarks und Informationen über die Performance. Die finale Version soll dagegen kein Denuvo mehr haben. Wie dem auch sei, aktuell lässt sich festhalten, dass die CPU-Auslastung zwar sehr gut, die Anforderungen an den Prozessor aber sehr gering ausfallen. Wenn bereits ein Core i5-10400F über 60 P1-Fps liefert, und das in einer offenen Szene, dann brauchen Sie sich mit jeder CPU der letzten Jahre, egal ob Ryzen 7 3700X, Core i5-12400F oder Ryzen 7 5800X3D keine Gedanken um die CPU-Leistung zu machen. Wir ergänzen diese Zahlen nach dem breiten Release am 9. Dezember.
Indiana Jones und der Große Kreis: Fazit
Indy ist zurück - und macht eine großartige Figur (Hi-Res-Impressionen in der Bildergalerie unten). Wir fühlen uns wohlig an alte Thief- und Dishonored-Teile erinnert, vermengt mit Tomb-Raider-Abenteuer-Feeling sowie der unverkennbaren Machine-Games-Würze. Auch der neue Sprecher für Harrison Fords legendäre Figur macht einen hervorragenden Job und trifft die Tonalität auf den Kopf. Grafisch schwankt die Darbietung: Während die neuerdings via Raytracing umgesetzte Beleuchtung toll aussieht, erinnern die zuweilen groben Shadow Maps unfreiwillig an die Vergangenheit. Grundsätzlich stört die Tatsache, ein technisch unvollständiges Spiel vor sich zu haben, die Glückseligkeit. Wir können Ihnen nicht darlegen, wie gut das "vollständige Raytracing" ist, da dieses erst in einigen Tagen nachgeliefert wird. Dass man in der Testversion zudem Denuvo verwendet und damit vielen Hardware-Wechseln einen Riegel vorschiebt, setzt dem Ganzen die Krone auf. Diese Umstände ziehen einem Technik-Check aus Sicht einer Hardware-Redaktion den Boden unter den Füßen weg. Doch all diese Probleme sind nur temporärer Natur, am 9. Dezember erfolgt der Release von Indiana Jones und der Große Kreis auch für Nicht-Vorbesteller - mit Pathtracing, ohne Denuvo. Wir werden uns diese Version zeitnah zur Brust nehmen.
Indiana Jones and the Great Circle "maxed out" (RTGI)
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Gruss
MfG
Raff
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