Homeworld 3: Leistungstest und Fazit
In diesem Artikel
Die offiziellen Systemanforderungen für Homeworld 3 fallen gemäßigt aus, allerdings nur auf den ersten Blick, denn die Angaben bei Steam beziehen sich nur auf 1080p sowie obendrein angepasste Details. Mit vollen Details steigt primär die Grafiklast und das optionale Raytracing setzt eventuell einen gemäßigten Einsatz von Upsampling voraus. Die von Homeworld 3 zur Verfügung gestellten Technologien sind das TAAU der Unreal Engine 4, ein nicht weiter genannter, rein spatialer Ansatz (ähnlich AMDs FSR 1.0 oder Nvidias NIS), sowie die spatio-temporalen Technologien DLSS, FSR sowie XeSS - jeweils ohne Frame Generation.
Homeworld 3: Systemanforderungen
Quelle: Blackbird Interactive
Homeworld 3 - Systemanforderungen
Der Presse, darunter PCGH, wurde vor einigen Tagen ein Review-Build von Homeworld 3 bereitgestellt. Dem Begleitmaterial ist zu entnehmen, dass diese Version nicht dem finalen Zustand entspricht, die Day-1-Version soll diverse Bugfixes und außerdem Performance-Verbesserungen erhalten. Wir verzichten daher auf die übliche Benchmark-Lawine, denn die Daten entsprechen nicht dem, was Sie am 13. Mai bei Steam zu Gesicht bekommen.
Homeworld 3: Benchmarks
Damit Sie zumindest eine Idee von den Hardware-Anforderungen bekommen, haben wir jedoch Benchmark-Stichproben genommen. Dazu verwenden wir die beiden populären Grafikkarten Radeon RX 6800 XT (16 GiB) sowie Geforce RTX 3080 (10 GiB) mit den zum Testzeitpunkt (10. Mai) aktuellen Treibern. Homeworld 3 bietet im Grafikmenü einen integrierten Benchmark, welcher gut 40 Sekunden läuft und ein effektlastiges Gefecht mit hohem Anspruch darstellt. Wir haben die Sequenz nicht nur für Sie im Video festgehalten, sondern die genannten Grafikkarten außerdem mit und ohne Raytracing in vier Auflösungen getestet. Die Ergebnisse:
Keine Min-Fps bei einem Grafikkarten-Benchmark? In diesem Fall handelt es sich um eine bewusste Entscheidung von uns, denn egal bei welcher Auflösung, das P1-Perzentil bewegt sich stets im Bereich von 22 zwischen 25 Fps. Tatsächlich weist der integrierte Benchmark eine markante Prozessorlast auf, welche bei einer Szene besonders durchschlägt und somit die Grafikkarten in ihrer Entfaltung hemmt. So schlecht, wie es die Testsequenz (siehe Video) darstellt, lief das Spiel bei unseren Sessions zu keiner Zeit - wir schließen jedoch nicht aus, dass spätere Missionen derart hohe Anforderungen stellen. Da die Unreal Engine 4 zum Einsatz kommt, welche für ihr schwaches CPU-Multithreading bekannt ist, ist der eine oder andere prozessorbedingte Ruckler wahrscheinlich. Da die Savegames der Testversion aber nicht mit dem finalen Spiel kompatibel sind, haben wir nicht weit gespielt, um diesen Verdacht zu überprüfen. Falls die GPU schwächelt, helfen die Upsampling-Verfahren DLSS (3.5.10.0), FSR 2, XeSS (1.2.0.13) oder die Engine-eigenen Modi - jeweils ohne Frame Generation. Weitere Benchmarks aus und von Homeworld 3 liefern wir nach Veröffentlichtung des Spiels nach.
Homeworld 3 CPU-Benchmarks
Wegen des "Benchmarkschutzes" Denuvo dürfen wir wieder einmal nicht mehr als eine kleine Handvoll Prozessoren am Stück testen. Sei's drum, denn bei dieser CPU-Performance gibt es eh nicht viel zu holen. Üblicherweise bringt bei der Unreal Engine 4 3D-V-Cache ein großes Stück mehr Leistung, so auch in Homeworld 3. Viele Kerne, mehr Takt oder geringere Latenzen dagegen bringen kaum Zuwächse. Zum jetzigen Stand empfehlen wir eine CPU mit 3D-V-Cache, wie Ryzen 7 5700X3D oder 7800X3D.
Homeworld 3: Zwischenfazit
PC-exklusive Echtzeitstrategie ist im Zeitalter der Konsolen- und Controller-Dominanz sicherlich eine gewagte Entwicklung. Noch dazu ist Homeworld 3 kein "typischer" Titel nach üblichem Schema, auf diese Art Schablone war eher das Prequel Deserts of Kharak zugeschnitten, das für Publisher und Markenhalter Gearbox Publishing wohl auch eine Art "Marktstudie" darstellte, um das Interesse an einem neuen Homeworld-Titel abzuschätzen. Nachdem dieser Vorstoß durchaus erfolgreich war, konnte sich Entwickler Blackbird Interactive an das "Eingemachte" wagen, und einen "richtigen", klassischen Homeworld-Nachfolger entwickeln. Homeworld 3 stellt wohl aber dennoch ein gewisses Wagnis dar, der Markt ist verhältnismäßig klein (PC exklusiv, Steam Deck kompatibel, kein Konsolen-Release angekündigt), das Genre ist nischig, die Homeworld-Fanbase bilden vornehmlich bereits etwas betagte Nerds. Das Projekt an sich ist gelungen, dies können Sie auch dem Test unserer Kollegen von der PC Games entnehmen.
Homeworld 3 - Impressionen
An der audiovisuellen Präsentation dürfte es nicht scheitern. Homeworld 3 sieht teils fabelhaft aus, die akustische Untermalung und die (leider nur englische) Synchronisierung hat ebenfalls Respekt verdient. Der Soundtrack fängt mit den melancholischen, beinahe klagenden Tönen sowohl die weite Leere des Raums, die Einsamkeit und Verlorenheit der Menschlichkeit in der endlosen Weite als auch den Sound der Vorgänger ein. Gut umgesetzt wurde auch die tendenziell komplizierte 3D-Steuerung, alte Hasen dürfen sich auch mit der "klassischen" Art, ein Homeworld zu steuern, vergnügen. Doch wird Homeworld 3 auch neue Spieler ansprechen können? Dies dürfte die Zukunft der Weltraum-Strategie-Spielreihe bestimmen. Was meinen Sie, werden die Bemühungen der Entwickler, Homeworld in die heutige Zeit zu transportieren, von Erfolg gekrönt? Nutzen Sie unsere Kommentarfunktion.

Die CPU-Werte stammen (ausnahmsweise) ebenfalls aus dem integrierten Benchmark, ergo gibt’s kein Davegame.
MfG
Raff
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Raff