Hitman 1 vs. Hitman 2 - DX12 vs. DX11: Darum wäre eine Rückkehr von DirectX 12 wünschenswert
Das "Killerspiel" Hitman 2 aus dem Hause IO Interactive verzichtet im Gegensatz zu seinem Vorgänger auf die Low-Level-API DirectX 12. Das hat verheerende Auswirkungen auf die Bildrate, wie neuerliche PCGH-Benchmarks beweisen. In diesem Artikel werfen wir einen Blick auf die Auswirkungen von DX12 - mit Hilfe von Hitman (2016).
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Hitman 2 ist seit einigen Tagen erhältlich und fährt Bestwertungen ein. Auch PC Games Hardware ist angetan, wobei wir vor allem die handwerkliche Umsetzung am PC bewerten. Hier liefert Hitman 2 (Techniktest) nicht nur Anlass für Lob, sondern auch für Tadel, denn technisch macht das Spiel einen Schritt vor und einen zurück: Der Hitman-Reboot aus dem Jahr 2016 verfügt noch über Unterstützung der DirectX-12-Schnittstelle, Hitman 2 verzichtet darauf. Eine offizielle Begründung dieses Rückschritts fehlt bislang, allerdings ist davon auszugehen, dass der damit verbundene Aufwand für die Qualitätssicherung ursächlich ist. Hitman 1 hatte zum Start große Probleme mit DX12, diese wurden jedoch im Laufe der Zeit behoben und der alternative Renderpfad half so manchem System auf die Sprünge.
Hitman 1 vs. Hitman 2 - DX11 vs. DX12
Besser einmal richtig als zweimal halbgar - diese Herangehensweise klingt plausibel. Doch ist sie die Richtige im Hinblick auf die Performance? Mit den Low-Level-Schnittstellen DirectX 12 und Vulkan erhalten Entwickler mächtige Optionen, um näher an die Hardware heranzurücken und diese optimal auszureizen. Das erfordert jedoch einen wesentlich größeren Aufwand, das komplette Ressourcen-Management obliegt hier den Herren der Game-Engine. Unter DirectX 11 sieht das anders aus, hier übernehmen API und Grafiktreiber viele Verwaltungsaufgaben. Das ist komfortabel, aber ineffizient - die vielen Übersetzungsschritte kosten Zeit und ordentliches Multithreading erfordert viel Handarbeit. Daher liegt es nahe, die Arbeit ohne Umwege unter DirectX 12 zu erledigen.
Zwar verfügen Entwickler unter DX12 auch über einige Möglichkeiten, die GPU-Leistung besser zu nutzen, der entscheidende Trumpf von DX12 ist jedoch die Zusammenfassung respektive Einsparung von Renderbefehlen, sogenannten Drawcalls. Jedes Objekt auf dem Bildschirm muss gezeichnet werden und dieser Vorgang startet mit einem Befehl des Zentralprozessors an den Grafikchip. Unter DirectX 11 stellt das Prozedere den Hauptlimitfaktor komplexer Spielwelten dar - die CPU limitiert das Geschehen.
Hitman (2016) macht hierbei keine Ausnahme, das Spiel wird unter DX11 oft durch den kommandierenden Prozessor ausgebremst. Das haben auch die Entwickler von Io Interactive erkannt und ihre hauseigene Glacier-Engine "closer to the metal" gebracht. Unsere damaligen Benchmarks bescheinigten dem DX12-Pfad um bis zu 60 Prozent bessere Bildraten als dem DX11-Pendant. Damals wie heute war das von Nebenwirkungen begleitet, unter anderem etwas holprigeren Frametimes und größerem Grafikspeicherbedarf. Wer einen älteren oder kernarmen Prozessor verfügt, der profitiert in Hitman (2016) jedoch fühlbar von DX12.
Nachtest: Hitman GotY vs. Hitman 2
Zwei Jahre später haben sich nicht nur die Grafiktreiber weiterentwickelt, sondern auch das für DirectX 12 notwendige Betriebssystem Windows 10. Hinzu kommt im Falle Hitman, dass die Entwickler eine "Game of the Year"-Variante mit technischen Verbesserungen veröffentlichten, welche allen Käufern des Spiels zur Verfügung steht. DX12 ist weiterhin an Bord, gereift, und fungiert nach wie vor als effektiver CPU-Entlaster.
Ganz anders Hitman 2. Wie wir im Techniktest erläutern, punktet das Spiel zwar mit einem schicken Physically-Based Shading und der Simulation großer Menschenmengen, verzichtet jedoch vollständig auf DirectX 12. Infolgedessen ist das Spiel relativ prozessorhungrig. Das führt auf einigen PCs zu Leistungsproblemen, vor allem Zweikerner oder Pro-MHz-schwache Prozessoren haben in vielen Missionen mit Bildraten im 30er-Bereich zu kämpfen. Aus der Perspektive entsprechender Nutzer ist der Wegfall von DX12 kaum nachvollziehbar. Wie viel Performance dadurch verloren geht, lässt sich mangels direkter Vergleichsmöglichkeiten nur schwer abschätzen. Doch es gibt einen weiteren Weg: Wer die vollausgestattete Version von Hitman 2 gekauft hat, darf innerhalb der überarbeiteten Engine auch die Schauplätze des ersten Teils besuchen - unter DX11, aber dafür mit neuen Features.
Wir nutzen diese Option für einen Dreiervergleich. Dafür dient uns die in den vergangenen Jahren sporadisch von PCGH getestete "Sapienza"-Mission. Diese ist an einigen Stellen sehr prozessorlastig und zeigt somit deutlich die Unterschiede zwischen DX11 und DX12 auf. Wir protokollieren die Bildraten über 20 Sekunden und laufen den gleichen Weg anschließend in Hitman 2 ab. Hier sieht das Spiel etwas anders aus, die Beleuchtung ist weniger knallig, aber dafür präziser, die Mission ist jedoch dieselbe. Die eindeutige Diagnose: Sapienza in Hitman 2 läuft deutlich schlechter als Sapienza in Hitman 1.
DirectX 12 mit 30-prozentigem Fps-Plus
Bereits 2016 überprüften wir die Prozessorlast des Hitman auf einem AMD-FX-Prozessor. Das hat gute Gründe, denn hierbei handelt es sich um einen pro-MHz-schwachen Chip, welcher jede Entlastung respektive effiziente Ausnutzung gut gebrauchen kann. Die Benchmarks führen wir auf demselben Rechner durch, nun jedoch mit einem frisch installierten Windows 10 1809 (Oktober-Update), neuer Radeon Software sowie den aktuellen Versionen von Hitman 1 (GotY) und Hitman 2. Die Einstellungen sind bewusst CPU-lastig; wir testen in der niedrigen 16:9-Auflösung 1.280 × 720 ohne anisotrope Filterung. Die Ergebnisse in Balkenform:
Interessant ist die Performance-Entwicklung zwischen 2016 und heute: Der AMD-PC erreichte vor zweieinhalb Jahren unter DX11 nur rund 32 Fps, nun sind es gute 49 Fps. Die Arbeit an Spiel- und Treiber-Code hat sich offensichtlich gelohnt - und dennoch ist DX12 konsequent schneller. 2016 ermittelten wir eine durchschnittliche Bildrate von ~52 Fps, aktuell sind es ~64 Fps. Die Kluft zwischen DX11 und DX12 ist demnach deutlich geschrumpft, auf dem Testrechner von rund 60 auf "nur" 30 Prozent. Nun handelt es sich bei diesem Drittel um eine klar fühlbare Differenz, die dem Spielgefühl zu Gute kommt und für die so mancher PC-Spieler schon einmal aufgerüstet hat. Was folgt, ist der jeweils beste von drei Durchläufen in Frametime-Form:
Quelle: PC Games Hardware
Hitman vs. Hitman 2 - DirectX 12 vs. DirectX 11 (FX-8350 + R9 Nano)
Die Befürchtung, DirectX 12 könne eine unregelmäßigere Frameverteilung liefern, ist historisch begründet - auf einigen Systemen kam das in der Vergangenheit vor. In der neuerlichen Messreihe sind unter DX12 ebenfalls ein paar Spikes zu sehen, insgesamt wird das Spielgefühl aber nicht negativ beeinträchtigt. Der Fps-Zugewinn unter DX12 überwiegt die leichte Zuckeln. In Hitman gilt ergo damals wie heute: DX12 hilft schwachen Prozessoren auf die Sprünge. Wer einen starken Prozessor verwendet, sollte zumindest eine Probemessung durchführen, denn bei einer derartigen Konstellation hat DirectX 11 gute Chancen auf eine insgesamt bessere Performance.
Bitter wird es in so manch anderer Mission, [...] in Mumbai und Miami liegt die Bildrate phasenweise nur knapp über 30 Fps.
Derselbe Rechner liefert in Hitman 2 eine ungleich traurigere Vorstellung ab: Lediglich 40 Fps werden in Sapienza durchschnittlich erreicht, minimal gar nur 31 Fps. Das ist weit entfernt von den Hitman-1-Bildraten, wobei die verbesserte Grafik etwas dafür entschädigt. Wer mit einem vergleichbaren System flüssige Bildraten sehen möchte, muss den Prozessor stark übertakten. Im Falle eines FX-Chips sind Zugewinne von 10 bis 20 Prozent realistisch, allerdings zu hohen Stromkosten.
Besonders bitter wird es in so manch anderer Mission, welche wir im Techniktest von Hitman 2 als CPU-Worstcases erwähnen: In Mumbai und Miami liegt die Bildrate phasenweise nur knapp über 30 Fps, durchschnittlich werden circa 35 Fps erreicht. Hier käme ein 30-prozentiges Plus (oder mehr) mithilfe von DirectX 12 gerade recht. Dass die Engine dazu in der Lage ist, beweisen die Entwickler bei ihrem vorhergehenden Spiel. Ob Hitman 2 jemals mit DX12 ausgestattet wird, steht in den Sternen - falls sich das ändert, erfahren Sie das natürlich bei uns.

Hitman 2 hat das längst überfällige DX12 spendiert bekommen: HITMAN 2 – March Update - IO Interactive
Hitman 2 – jaka karta do jakich ustawie? :: PCLab.pl
ähnliche ergebnisse wie hier aber es wurden deutlich mehr karten getestet.
Windows 10 Nutzer sind nicht Admin über ihren eigenen PC. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen. Oder gehörst Du zu den Leuten, die ihren Browserverlauf an MS übermitteln?
Ich weiß weder was ein Holzrechner ist, noch, warum Microsoft daran schuld sein soll, aber Du scheint perfekt in Microsofts Zielgruppe zu passen.
Ich habe weder ein Problem damit ein Windows zu benutzen, noch irgendwelche Paranoia MS gegenüber. Also werde ich wohl in MS Zielgruppe passen. Dafür habe ich aber auch mein DX12 oder wahlweise DX11 und kein Pippi in den Augen, wenn ein Spiel mal nicht auf Mantle/Vulkan rauskommt :'(
Habt ihr hitman 2 mit dem aktuellen nvidia treiber getestet? (416.94)
Hatte mit meiner 970 und nen i7-7700k auch massive performance probleme.
Nach dem nvidia treiber update konstant 60 fps und keine drops mehr.
habe auf meinem fx 8120 mit dx12 eine deutlich bessere spielerfahrung gehabt, und man würde ja meinen dass sich nicht soo viel an der engine geändert hat, dass man den dx12 pfad, der wirklich gelungen war, nicht behalten hätte können