Retro-Computer: Transparenter Chip in Diskettenlaufwerk entdeckt

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Quelle: Ken Shiriff/HP

In einem alten Diskettenlaufwerk von HP aus dem Jahr 1977 wurde ein ungewöhnlicher Chip auf Saphirbasis entdeckt. Bei näherer Untersuchung stellte sich heraus, dass es sich um einen Silizium-auf-Saphir-IC für die Bussteuerung handelte.

Der Computerhistoriker und IC-Reverse-Engineer Ken Shiriff dürfte nicht schlecht gestaunt haben, als er in einem alten Diskettenlaufwerk von Hewlett-Packard (HP) einen transparenten Chip entdeckte. Dieser Chip mit der Bezeichnung PHI (Processor-to-HP-IB Interface) wurde von HP in verschiedenen HP-Geräten eingesetzt und dient der Verwaltung des Busprotokolls durch Pufferung der Daten zwischen dem Schnittstellenbus und dem Mikroprozessor.

"Der Chip ist ein kundenspezifischer HP-Chip aus dem Jahr 1977, der eine Schnittstelle zwischen dem HP Interface Bus (HP-IB) und dem Z80-Prozessor im Diskettenlaufwerk-Controller bildet. HP entwickelte diesen Schnittstellenbus als kostengünstigen Bus zur Verbindung von Testgeräten, Computern und Peripheriegeräten", erklärt Ken Shiriff in seinem Blog.

Hintergründe zu Silicium-auf-Saphir

Integrierte Schaltungen (ICs) werden in der Regel auf Siliziumwafern hergestellt, doch bei Silizium-auf-Saphir beginnt man, wie der Name schon sagt, mit einem Substrat aus Saphir. Darauf wird eine dünne Siliziumschicht zur Bildung der Schaltkreise aufgebracht, gefolgt von einer metallischen Verbindungsschicht für die Verdrahtung.

"Das Wichtigste bei Silicon-on-Saphir ist, dass die Siliziumbereiche voneinander getrennt sind. Da das Saphirsubstrat ein Isolator ist, sind die Transistoren im Gegensatz zu einem normalen integrierten Schaltkreis vollständig isoliert. Dadurch wird die Kapazität zwischen den Transistoren verringert und die Leistung verbessert. Die Isolierung verhindert auch Leckströme und schützt vor Latch-up und Strahlung", schreibt der Computerhistoriker Shiriff.

Die ersten integrierten Schaltungen auf Saphirbasis gehen auf Forschungsarbeiten von Autonectics aus dem Jahr 1963 zurück, RCA entwickelte in den 1960er und 1970er Jahren integrierte Schaltungen auf der Basis von Silizium auf Saphir, und HP setzte diese Technologie ab 1977 in mehreren Chips ein. Nach einem Höhepunkt der Popularität der Silizium-auf-Saphir-Technologie in den 1980er Jahren sind Silizium-auf-Saphir-Schaltungen heute zu einem Nischenprodukt geworden.

Quelle: Ken Shiriff

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