Intellivision: Amico-Fundraising-Kampagne gestoppt - Wie geht es weiter?

3
News Claus Ludewig Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Familienfreundliche Konsole Intellivision Amico mit Spielen ohne Gewalt.
Quelle: Intellivision Entertainment

Die familienfreundliche Konsole Intellivision Amico sollte eigentlich schon auf dem Markt sein. Inzwischen ist die Fundraising-Kampagne gestoppt worden. Wie geht es beim Projekt weiter?

Neben der Xbox Series X und Playstation 5 gibt es noch weitere Videospielkonsolen, die spezifische Zielgruppen ansprechen. Intellivision Entertainment Europa mit Sitz in Nürnberg will mit der Amico eine familienfreundliche Konsole auf den Markt bringen. Allerdings hat die globale Coronavirus-Pandemie schon mehrfach zur Verschiebung des Release-Termins geführt. Nun hat Intellivision die Fundraising-Kampagne gestoppt und den CEO ausgetauscht.

Unklarer Starttermin der Intellivision Amico

Im Oktober 2018 hatte das amerikanische Unternehmen Intellivision die Amico als Heimkonsole mit Retro-Flair angekündigt und erklärt, dass der Release im Oktober 2020 geplant ist. Bereits 2020 wurde der Starttermin der Intellivision Amico vom Herbst 2020 auf den 15. April 2021 verlegt, da die COVID-19-Pandemie dazwischen kam. In der Zwischenzeit wurde der Vorverkauf der 279 Euro teuren Konsole bei Media Markt und Saturn gestartet. Wie der Geschäftsführer der Europazentrale, Hans Ippisch, im Februar 2021 erklären musste, wurde der Starttermin auf den Herbst 2021 verlegt, weil man die geplante PR-Tour aufgrund der anhaltenden Coronavirus-Pandemie nicht durchführen kann. Immerhin hat man erklärt, dass sich 20 Exklusivtitel, die allesamt ohne dargestellte Gewalt auskommen, für die Amico in Entwicklung befinden. Es wird etwa angepasste Versionen von Earthworm Jim 4 und Moon Patrol geben.

Zudem arbeitet man mit dem Spielzeughersteller Mattel an einer Umsetzung des Arcade-Rennspiels Hot Wheels sowie an Spielen zur Sesamstraße und zu Evel Knievel. Von Mattel stammt auch der Name Intellivision, da es im Jahr 1979 eine entsprechend betitelte Konsole gab, die seinerzeit mit der 16-Bit-Hardware der Konkurrenz aus dem Hause Atari überlegen war. Die Neuauflage bekommt eine 8-Kern-CPU mit einer Taktrate von 1,8 GHz. Dieser treibt ein Linux-Betriebssystem an, wobei die eigene Distribution auch Bestandteile von Android mit sich bringt. Allerdings ist kein Zugriff auf den Google Play Store vorgesehen. Der interne Speicher mit 32 Gigabyte lässt sich via SD-Karte oder mittels USB-Stick aufstocken. Außerdem soll die Amico Inhalte maximal mit Full HD abspielen können. Im Lieferumfang sind zwei Controller enthalten, die neben einem Steuerkreuz auch über Bewegungssensoren sowie einen Touchscreen mit 3,2 Zoll und einer Auflösung von 320 x 240 Pixeln verfügen. Allerdings ist die Intellivision Amico auch im Herbst 2021 nicht auf dem Markt erschienen.

Auch lesenswert: Amazon verpulvert Alexa: Kindle, Echo, Blink, Fire TV Stick stark reduziert

Intellivision sitzt auf Schuldenberg

Seit Februar 2022 ist klar, dass das Unternehmen Geldprobleme hat. Der Gründer und bisherige CEO Tommy Tallarico hat seinen Posten aufgegeben und sitzt nur noch im Aufsichtsrat. Neuer CEO ist Phil Adam, der verkündete, dass die Amico-Spiele nicht 10 US-Dollar, sondern bis zu 20 US-Dollar kosten werden. Das Unternehmen suchte zudem nach neuen Anteilseignern, die mindestens 500 US-Dollar in die Firma investieren konnten. Rund einen Monat nach der Ankündigung hat Intellivision diese Fundraising-Kampagne gestoppt. In 21 Tagen kamen so 58.001 US-Dollar von 54 Investoren zusammen. Mit dieser Summe hat Intellivsion das selbst gesteckte Ziel von 5 Millionen US-Dollar deutlich verfehlt. Wenn es nach der US-Börsenaufsicht SEC geht, wird diese Summe nicht für den weiteren Betrieb des Unternehmens ausreichen, da es bis heute 3,1 Millionen US-Dollar Schulden angehäuft hat. Laut der Behörde wird Intellivision bis Juli 2022 zahlungsunfähig sein, es sei denn, es lässt sich noch irgendwo Geld auftreiben.

Bildergalerie

Sam Machkovech vom Magazin Ars Technica bewertet die abgebrochene Fundraising-Kampagne als Alarmsignal. Schließlich habe Intellivision nicht die geplanten drei Monate lang Unternehmensanteile via der Plattform Start Engine verkauft, sondern sich nach nur 21 Tagen entschlossen, das bis dato gesammelte Geld einzusammeln. Es ist weiterhin völlig unklar, wann die Neuauflage der Intellivision Amico erscheinen soll. Laut den letzten offiziellen Angaben soll der Marktstart in den kommenden Monaten erfolgen. Seit Oktober 2021 kann man aber im Handel die ersten Spieleboxen mit vier Amico-Spielen für rund 80 Euro kaufen.

Ebenfalls lesenswert: Intellivision Amico verspätet: Familien-Konsole kommt im Herbst mit diesen Spielen

Sammlung zur Neuauflage der Intellivision Amico:

  • Das amerikanische Unternehmen Intellivision hat die im Februar 2022 gestartete Fundraising-Kampagne nach nur 21 Tagen gestoppt.
  • Von 54 Investoren kommen 58.001 US-Dollar zusammen. Insgesamt besitzt die Firma laut US-Börsenaufsicht 3,1 Millionen US-Dollar Schulden.
  • Noch ist unklar, wann die familienfreundliche Konsole Amico auf den Markt kommen soll, nachdem der letzte Termin zum Marktstart bereits verstrichen ist.
  • Für rund 280 Euro kann man die Intellivision Amico vorbestellen. Es sollen sich insgesamt 20 gewaltfreie Exklusivtitel in Entwicklung befinden, darunter Earthworm Jim 4 und Hot Wheels.
  • Einige Spiele lassen sich bereits als Box kaufen, wobei es Sammlungen mit vier Titeln für knapp 80 Euro gibt.

Quellen: Eurogamer, SEC, Twitter

3
    • Kommentare (3)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Terracresta BIOS-Overclocker(in)
        Zitat von Schinken
        Das Firmen sich sowas erlauben können ist unfassbar (aber nicht überraschend - schonmal versucht Bearbeitungsgebühren von Firmen zu verlangen die zu lange gebraucht haben? Schonmal versucht Bearbeitungsgebühren bei Firmen nicht zu zahlen?).
        Jede Privatperson säße bereits wegen Betrugs.
        Was erwartest du, wenn sogar der Staat einer der größten Betrüger ist. Das fängt schon bei Kommunen an, die Bauunternehmen jahrenlang nicht bezahlen, sodass diese teilweise sogar brankrott gehen und geht bis ganz oben weiter, wo internationale Verträge einseitig gebrochen werden, da man es sich ja leisten kann (dank korrupter Richter selbst auf internationaler Ebene).
        Dass von der Politik nichts gegen Wucher getan wird, liegt auch mit daran, dass sie an allem mehrfach mitverdienen und Wucherpreise abseits privaten Scalpern sich auch in Mehreinnahmen bei der MwSt. niederschlagen. Bei der momentanen Strompreisexplosion verdient der Staat sogar mehrfach mit, da höhere Grundpreise höhere Abgaben bedeuten und dort ja nicht nur die MwSt. draufgeschlagen wird, bei über 50% Steuern und Abgaben auf Strom...
      • Von Terracresta BIOS-Overclocker(in)
        Zitat von Schinken
        Das Firmen sich sowas erlauben können ist unfassbar (aber nicht überraschend - schonmal versucht Bearbeitungsgebühren von Firmen zu verlangen die zu lange gebraucht haben? Schonmal versucht Bearbeitungsgebühren bei Firmen nicht zu zahlen?).
        Jede Privatperson säße bereits wegen Betrugs.
        Was erwartest du, wenn sogar der Staat einer der größten Betrüger ist. Das fängt schon bei Kommunen an, die Bauunternehmen jahrenlang nicht bezahlen, sodass diese teilweise sogar brankrott gehen und geht bis ganz oben weiter, wo internationale Verträge einseitig gebrochen werden, da man es sich ja leisten kann (dank korrupter Richter selbst auf internationaler Ebene).
        Dass von der Politik nichts gegen Wucher getan wird, liegt auch mit daran, dass sie an allem mehrfach mitverdienen und Wucherpreise abseits privaten Scalpern sich auch in Mehreinnahmen bei der MwSt. niederschlagen. Bei der momentanen Strompreisexplosion verdient der Staat sogar mehrfach mit, da höhere Grundpreise höhere Abgaben bedeuten und dort ja nicht nur die MwSt. draufgeschlagen wird, bei über 50% Steuern und Abgaben auf Strom...
      • Von Schinken BIOS-Overclocker(in)
        Das Firmen sich sowas erlauben können ist unfassbar (aber nicht überraschend - schonmal versucht Bearbeitungsgebühren von Firmen zu verlangen die zu lange gebraucht haben? Schonmal versucht Bearbeitungsgebühren bei Firmen nicht zu zahlen?).
        Jede Privatperson säße bereits wegen Betrugs.
      • Von Gast1668381003
        Das ist ja auch eine never ending Story. Das beste Beispiel wie eine Crowdfunding Campagne laufen kann...

        Tommy Tallarico hat damals übrigens die brilliante Musik zu 16-Bit Spielen wie Cool Spot, Global Galadiators und Earthworm Jim 1 & 2 beigesteuert. Außerdem ist er der Cousin von Steven Tyler (Aerosmith Sänger).
      Direkt zum Diskussionsende
  • Print / Abo
    Apps
    PCGH Magazin 07/2026 PC Games 06/2026 play5 07/2026 N-Zone 06/2026 Linux Magazin 07/2026 LinuxUser 07/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games Hardware PC Games Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk