Intel: Neue Chip-Fabrik soll in Deutschland gebaut werden

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Intel: Neue Chip-Fabrik soll in Deutschland gebaut werden (1)
Quelle: Intel

Intel wird in den kommenden Jahren eine neue Chip-Fabrik in Europa errichten und damit die Halbleiterproduktion in der EU auf 20 Prozent des globalen Marktes erhöhen. Die neue Fabrik soll in Deutschland entstehen - die Wahl wird wohl zwischen zwei Standorten fallen.

Intel kommt nach Deutschland: Nachdem das Unternehmen im November 2021 verkündete, in Europa eine neue Fabrik für Halbleiter errichten zu wollen, steht jetzt fest, dass dieses Werk zur Chipproduktion in Deutschland gebaut wird. Auch Details zu einem möglichen Standort sind bereits bekannt.

Produktion soll im Jahr 2024 beginnen

Wann genau die Entscheidung fällt, ist unklar. Intel-CEO Gelsinger stellte eine Entscheidung bis Jahresende in Aussicht. Wie die Redaktion der französischen Zeitung Le Figaro auf ihrer Webseite berichtet, hat sich Intel jetzt dazu entschieden, eben diese Produktionsstätte in Deutschland errichten zu wollen. Die Begründung für diese Entscheidung liefert ein anonymer Insider, der erklärte, das deutsche Ökosystem erfülle Intels Ansprüche für die Fabrik am besten.

Wo genau das neue Werk gebaut wird, steht wohl noch nicht endgültig fest. Die Wahl wird aber wohl zwischen Dresden und München fallen, wo Möglichkeiten für einen lokalen Absatzmarkt vorhanden sind. Intel will eigenen Angaben zufolge zunächst 10 Milliarden US-Dollar in eine erste Produktionslinie investieren. Weitere 100 Milliarden Dollar sollen dann über die nächsten zehn Jahre die dann vorhandenen Produktionskapazitäten erweitern.

Je nachdem, wann und wo Intel mit dem Bau der Fabrik beginnen wird, soll die Produktion von Halbleitern im Jahr 2024 beginnen. Damit spielt Intel den Plänen der EU in die Hände, die im Rahmen des European Chips Acts die Chip-Herstellung innerhalb Europas bis ins Jahr 2030 auf 20 Prozent des globalen Marktes erweitern will.

Quelle: Bloomberg, Le Figaro

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    • Kommentare (41)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von PCGH_Torsten Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von gangville
        Hoffentlich hat die EU nicht die Zuschüsse an Intel bezahlt. Die haben genug Geld.
        Intel hat während der Suchphase schon durchblicken lassen, dass sie reichlich Subventionen verlangen und das im Halbleiterbusiness leider auch üblich. Egal ob Samsung, TSMC, TI oder halt Intel – wenn es sogar um einen komplett neuen Standort geht, müssen Staat/Land/Stadt schnell über 50 Prozent der Baukosten oder mehr auf den Tisch packen (sei es in bar oder in späteren Steuererleichterungen), sonst baut man halt woanders. Das ganze ist ein globaler Überbietungswettkampf: Die Hersteller gehen in die Gemeinde, die ihnen den größten Teil der Fab schenkt.

        Immerhin haben wir dann mal wieder ein aktuelles Halbleiterwerk in Reichweite. Eigentlich wollte Intel diese Woche nach Tel Aviv Kiryat Gat einladen, aber dann hat Omikron eine PCGH-Reportage aus der Alder-Lake-Schmiede in Beinahe wortwörtlich letzter Minute verhindert.
      • Von PCGH_Torsten Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von gangville
        Hoffentlich hat die EU nicht die Zuschüsse an Intel bezahlt. Die haben genug Geld.
        Intel hat während der Suchphase schon durchblicken lassen, dass sie reichlich Subventionen verlangen und das im Halbleiterbusiness leider auch üblich. Egal ob Samsung, TSMC, TI oder halt Intel – wenn es sogar um einen komplett neuen Standort geht, müssen Staat/Land/Stadt schnell über 50 Prozent der Baukosten oder mehr auf den Tisch packen (sei es in bar oder in späteren Steuererleichterungen), sonst baut man halt woanders. Das ganze ist ein globaler Überbietungswettkampf: Die Hersteller gehen in die Gemeinde, die ihnen den größten Teil der Fab schenkt.

        Immerhin haben wir dann mal wieder ein aktuelles Halbleiterwerk in Reichweite. Eigentlich wollte Intel diese Woche nach Tel Aviv Kiryat Gat einladen, aber dann hat Omikron eine PCGH-Reportage aus der Alder-Lake-Schmiede in Beinahe wortwörtlich letzter Minute verhindert.
      • Von Elistaer BIOS-Overclocker(in)
        Zitat von raPid-81
        AMD? Du meinst wohl Globalfoundries, mit denen kündigt AMD ihre Verträge gerade sukzessive auf. Kleiner als 14nm können die aktuell nichts.

        Soweit ich mich erinnere gab es in einer Fachzeitschrift zu den Anfängen von EUV und 7nm auch einen guten Artikel mit Zitaten von TSMC und GF. Das beispiel war damals die Fabrik in Deutschland und ich meine es war Dresden.

        Kurz gesagt ging es um eine Komplette Umstellung auf EUV was ja für 7nm einer der wichtigsten schritte ist um Ausschuss sehr gering zu halten. Die Kern aussage waren die Folge kosten durch einen erhöhten Stromverbrauch im MW bereich. Ein Produktions Leiter meinte nur da können wir uns gleich noch ein AKW neben die Fabrik setzen.

        Zu der Intel Fabrik bin ich auch eher Positiv gegenüber eingestellt weil es eben Arbeitsplätze bringt und dann kommen auch noch andere Firmen die ein Nutznießer sind. Bestes beispiel ist Eisenach mit Opel das Werk hat ca 2.000 Mitarbeiter und noch mal fast 1.500 in Firmen die sich drum herum angesiedelt haben (vom Sitz bis zum Glas). Das wird dann bei den Firmen von Tesla und Intel nicht anders. Logistik und Zulieferung von kleinen teilen vor Ort kann aus einem Werk mit 3000 AN schnell das doppelte machen.
      • Von P1Jay PC-Selbstbauer(in)
        Denjenigen, denen die Umwelt am Herzen liegt sei folgendes gesagt: Euer Widerstand ist sinnlos bzw. verschlimmert er die Auswirkungen für die Umwelt.

        Warum?
        Die Fabrik wird so oder so gebaut, wenn nicht bei uns, dann in einem anderen Land. Die Chancen, dass die Kontrolle und Strafen wegen Umweltverstößen geringer ist als bei uns, ist sehr sehr hoch, vor allem den ehemaligen Ostblock Staaten ist das Thema sch***egal.

        Vergleichsbeispiele?
        Olympia, Fussball-WM oder ähnliche Großereignisse: Wir kommen als Standort nicht in Frage wegen Umweltschutz, Flächenversiegelung usw. Das Länder wie Russland (billige Arbeiter aus dem Ausland die 0,0 Rechte haben, teilweise sterben und/oder nicht bezahlt werden) dann den Zuschlag erhalten wird aber genau so kritisiert. Das ist scheinheilige Doppelmoral! Hauptsache vor unserer Haustüre liegt kein Dreck und wir können schön darüber schimpfen wie dreckig die des Nachbarn ist, dessen Dreck wir sprichwörtlich von unserer vor seine Haustür gelegt haben.

        Arbeitsplätze?
        Brauchen wir nicht, ihr habt Recht. Wir sollten uns lieber auf den Abbau unserer wertvollen Resourcen wie Erdöl, Gold oder seltene Erden konzentrieren auf dem unser Wohlstand beruht ... moment mal, haben wir ja gar nicht!
        Pat Gelsinger vergleicht das Projekt langfristig mi VW und Wolfsburg, also hier gehts wirklich um eine sehr sehr hohe Anzahl an neuen Arbeitsplätzen die geschaffen werden soll. Wir sprechen hier außerdem von einem Kernmarkt der in naher Zukunft einen noch höheren Stellenwert haben wird als jetzt schon. Faltbare Plastik-Chips (siehe ARM) auf Lebensmitteln die die Haltbarkeit oder Genießbarkeit anzeigen können um nur ein konkretes Beispiel zu nennen.
      • Von rouki999 Freizeitschrauber(in)
        Ich finde es gut. Egal wo es in Deutschland gebaut wird.
        Es bedeutet Arbeitsplätze, womit Leute ihr Geld verdienen können. Daraus folgt Konsum und aus Konsum entstehen Steuern, die der Staat braucht.
        Was viele meistens dabei ebenso vergessen. Es ist in der Regel nicht nur das sich eine riesige Fabrik an so einen Standort hinsetzt, sondern das auch viele andere Unternehmen sich um eine solche Fabrik drum herum ansiedeln. Egal was sie machen, ob Logistik, Zulieferung, irgendwelche Wartungssachen usw.
        Das sind dann ebenso Arbeitsplätze und auch da wird Geld umgesetzt und ganz am Ende Steuern produziert.
        Selbst wenn Milliarden in so ein Werk investiert werden, es steht dann an dem Standort und bleibt auch da. Viele denken viel zu sehr von hier bis zur nächsten Hauswand. Solche Investitionen müssen über 20 - 30 Jahre betrachtet werden. Viele tun so, als ob die Fabrik nach 2 Jahren wieder zugemacht wird. Das ist das selbe bei TESLA. Man ist denen doch nicht nur wegen dem Werk in den Arsch gekrochen, sondern wegen dem ganzen drum herum, was damit mit entsteht und auf lange Sicht betrachtet.

        Global Foundries ist doch das beste Beispiel. Von AMD gebaut. Als AMD nicht mehr konnte, dachte alle jetzt ist es vorbei und das Werk steht bis heute und hat seine Existenzberechtigung und liefert damit Arbeitsplätze. Irgendeiner nimmt sich dem Werk am Ende dann schon an und selbst wenn dort nur 20nm oder es dauerhaft 5nm produziert würden, der Absatz ist am Ende da.
      • Von Dr-Wandel PC-Selbstbauer(in)
        Zitat von Elthy
        Ich finde es immer wieder lustig wie der Standort Deutschland von Vielen kaputt geschrieben wird, dabei sieht man immer wieder wie sich Unternehmen trotz der Nachteile für das Land entscheiden. Da sitzen auch keine Idioten, sondern große Teams von Profis die nur dafür bezahlt werden sicherzustellen das die gewaltigen Investitionssummen auch gut verbaut werden. In Deutschland hat man eben auch viele Vorteile, die hier Viele nicht wahrnehmen weil sie für selbstverständlich gehalten werden...
        In der Tat. Bei so einem Projekt kommt es vor allem auf die Mitarbeiter an, und die Lohnkosten sind gebenüber den Baukosten (mit Geräten vielleicht 10-20 Milliarden Euro) und den Betriebskosten (Chemikalien, Wasser, Strom, ...) vergleichsweise unbedeutend.
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