Für Audiophile: Neuer Netzwerk-Switch kostet 3.600 Euro - mit 100 Mbit/s gegen Störgeräusche

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Für Audiophile: Neuer Netzwerk-Switch kostet über 4.000 Dollar - mit 100 Mbps für "geringeres Betriebsgeräusch"
Quelle: Innuos

Der PhoenixNET benannte Netzwerk-Switch von Hersteller Innuos soll für einen stolzen Preis ein bestmögliches Audio-Erlebnis für gestreamte Musik ermöglichen. Die beworbenen Features sind in der Form jedoch als dubios anzusehen.

Speziell ausgelegte Netzwerk-Switches zu exorbitanten Preisen sind auf dem Markt für User mit besonders empfindlichen Ohren nichts Neues, genauso wenig wie unfassbar teure Kabel oder sogar entsprechend ausgerichtete SSDs. Mit dem Innuos PhoenixNET gibt es nun eine weitere Gerätschaft aus der Kategorie, wobei der neue Netzwerk-Switch mit drei RJ-45-Ausgängen für 3.600 Euro mit einer Vielzahl von Behauptungen über die Audioqualität "die Augenbrauen hochziehen" lässt, wie Tomshardware berichtet.

Unter anderem wird das Modell mit besonderer "Signalreinheit", "geringem Rauschen", "besserer Instrumententrennung" und "verbessertem Realismus" beworben, was neben hochwertigen Komponenten nebst qualitativer Lötung und besonderer Abschirmung auch durch eine Begrenzung der Übertragungsleistung auf 100 Mbit/s erreicht werden soll. Im Vergleich zum heute geläufigen Gigabit-Standard soll die langsamere Technologie demnach "zu einem geringeren Betriebsrauschen" führen.

Für Audiophile: Neuer Netzwerk-Switch kostet 3.600 Euro - mit 100 Mbit/s gegen Störgeräusche Quelle: Innuos Für Audiophile: Neuer Netzwerk-Switch kostet 3.600 Euro - mit 100 Mbit/s gegen Störgeräusche

Dubiose Erläuterungen

Auf der Produktseite heißt es von dem aus Portugal stammenden Hersteller, dass der Switch "von Grund auf für Netzwerk-Audio entwickelt wurde". Im Gegensatz zu einem typischen Switch könne jener "die Klangqualität bei der Verwendung mit nahezu jeder Audiokomponente verbessern", besonders mit Hinblick auf DACs und Vorverstärker.

Dies soll durch die Konzentration auf vier Bereiche möglich sein: Minimierung des "Netzwerk-Switch-Rauschens", Erhöhung der "Taktpräzision und -stabilität", Versorgung der Komponenten mit "makellosem" Strom und Minimierung von Komponentenvibrationen. Letzteres soll durch "Antivibrationsfüße, die auf die Resonanzfrequenz des Gehäuses abgestimmt sind" erreicht werden.

Was ist dran an der Sache?

Wie Tomshardware anmerkt, handelt es sich bei der Technik jedoch natürlich nicht um analoge Audiosignale, sondern um digitale Einsen und Nullen, die per Ethernet übertragen werden. Digitale Signale werden gemeinhin nicht besser, höchstens schlechter, wenn durch Fehler die Bits nicht korrekt übertragen werden, wobei aber Fehlerkorrekturen mit Neuübertragung greifen. Wie auch bei anderen Geräten dieser Art gilt als einziger "Verlustkandidat" die Digital-Analog-Wandlung, für die der Switch aber nicht zuständig ist.

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    • Kommentare (39)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von P4TriX206 PC-Selbstbauer(in)
        Ist der Switch von Fntastic ? Hab gehört die sind in dem Scam Game ne große Nummer.
      • Von P4TriX206 PC-Selbstbauer(in)
        Ist der Switch von Fntastic ? Hab gehört die sind in dem Scam Game ne große Nummer.
      • Von empy Lötkolbengott/-göttin
        Zitat von trinle
        Ich hatte Tontechnik, Musiker, auch einen Tonmeister aus Dortmund hier, sie waren alle der Meinung es gibt nichts über den Profi Tontechnik Geräten.
        Da will ich gar nicht widersprechen, Switches gehören aber einfach nicht dazu.
        Zitat von PCGH_Torsten
        Weiß nicht, wie das bei vermögenden Audiophilen ist, aber vielleicht nutzen sie aus Bequemlichkeit oder Unwissen trotz höchster Ansprüche UPnP/UDP. Dann würden Netzwerkstörungen (die man in einem verkabelten Netzwerk auch erst einmal in relevanter Menge haben muss) tatsächlich zu Audiounterbrechungen führen, denn dieses Protokoll ist für möglichst Datensparsame Broadcasts und überschaubare Latenzen ausgelegt.
        Ja, hatte ich ja oben schon so ähnlich geschrieben. Aber ein Switch der dermaßen viele Fehler verursacht, ist in meinen Augen einfach defekt.
      • Von PCGH_Torsten Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von empy
        Wenn der Switch was am Klang ändert, war der Vorgänger einfach defekt. Bei Digitaltechnik ist ein Signal perfekt, solange man eine Null sicher von einer Eins unterscheiden kann. Das Signal läuft ja auch nicht ununterbrochen bis zum DAC durch, sondern wird unterwegs mehrfach gelesen und rekonstuiert.
        Weiß nicht, wie das bei vermögenden Audiophilen ist, aber vielleicht nutzen sie aus Bequemlichkeit oder Unwissen trotz höchster Ansprüche UPnP/UDP. Dann würden Netzwerkstörungen (die man in einem verkabelten Netzwerk auch erst einmal in relevanter Menge haben muss) tatsächlich zu Audiounterbrechungen führen, denn dieses Protokoll ist für möglichst datensparsame Broadcasts und überschaubare Latenzen ausgelegt. Also nichts was man zu Hause bräuchte, wenn man sich Musik anhören möchte, aber unter anderem deswegen wird auf einen Rückkanal und all zu aufwendige Fehlerkorrektur verzichtet – wenn zu oft statt einer 0 eine 1 ankommt, dann fordert der Empfänger das Paket nicht erneut an, sondern überspringt es einfach.

        Man sollte das natürlich ganz einfach umgehen können, in dem man die Audio-Datei vom Abspielgerät aus öffnet, dass die Inhalte über fehlerkorrigiertes TCP anfordert; bei 5 MBit/s Nutzdaten (2 Kanäle 24 Bit 96 kHz) auf 1.000 MBit/s Ethernet kann man sich einige Packet Losses erlauben, ohne dass Buffer Underuns drohen. Aber man kann es auch mit einem 3,5k-Switch versuchen.
      • Von trinle Schraubenverwechsler(in)
        Zitat von empy
        Wenn der Switch was am Klang ändert, war der Vorgänger einfach defekt. Bei Digitaltechnik ist ein Signal perfekt, solange man eine Null sicher von einer Eins unterscheiden kann. Das Signal läuft ja auch nicht ununterbrochen bis zum DAC durch, sondern wird unterwegs mehrfach gelesen und rekonstuiert.
        Ich habe hier nicht geschrieben um zu diskutieren, davon gibt es zuhauf in einschlägigen Foren. Es ist mehr als ein Angebot gedacht an die, die einen Versuch wagen wollen es selbst zu hören. Ich hatte Tontechnik, Musiker, auch einen Tonmeister aus Dortmund hier, sie waren alle der Meinung es gibt nichts über den Profi Tontechnik Geräten. Meine Freundin ist ebenfalls eine Tontechnikerin. Ich habe verschiedene Switches hier im System getestet. Es gibt getunte Cisco Meraki Switches mit besseren clock drin, die für unter 200€ zu bekommen sind und den Klang positiv beeinflussen. Leider war am Ende der Innuos doch deutlich besser als die günstigeren alternativen. Ich hatte aber spaßhalber einen QSA Switch für 6k geliehen bekommen, der war sogar etwas schlechter als Innuos. Vorbei kommen und selbst hören, mehr kann ich nicht anbieten.
      • Von empy Lötkolbengott/-göttin
        Zitat von trinle
        Dieser Switch ist schon ein paar Jahre auf dem Markt und ist preisunabhängig das beste, was man bekommen kann. Ich habe den Switch in meinem System, 2,4k habe ich beim Händler dafür bezahlt. Es ist überteuert und nicht zu knapp, es bringt aber ordentlich was für den Klang.
        Wenn der Switch was am Klang ändert, war der Vorgänger einfach defekt. Bei Digitaltechnik ist ein Signal perfekt, solange man eine Null sicher von einer Eins unterscheiden kann. Das Signal läuft ja auch nicht ununterbrochen bis zum DAC durch, sondern wird unterwegs mehrfach gelesen und rekonstuiert.
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