Für Audiophile: Ethernet-Switch für 2.595 US-Dollar soll Ton besser machen
Für einen überaus stolzen Preis sollen Klang-Enthusiasten mit dem Ethernet-Switch UEF eine bessere Audioqualität aus dem Internet erhalten.
Das Unternehmen Synergistic Research hat einen Ethernet-Switch entwickelt, der elektrische Signale glätten soll, um eine bessere Audioqualität von Audio-Streaming-Diensten zu erzielen. Der Ethernet-Switch UEF kostet dabei stolze 2.595 US-Dollar, was das Ganze entsprechend nur für eingefleischte Audiophile interessant macht, da normale Switches bekanntlich für einen Bruchteil dieses Preises zu haben sind.
Das Gerät ist mit "Active EM Cell"-Technologie ausgestattet, die angeblich die Lücke zwischen digitaler Audioqualität und analogen Tonbändern sowie Schallplatten schließen soll. Zur "weiteren Verbesserung der Audioqualität" ist der Switch zudem aus einem massiven Aluminiumblock gefertigt und verwendet Kohlefaser, um zu verhindern, dass Vibrationen des Gehäuses in den Switch eindringen, was nach Herstellerangaben das digitale Signal stören könnte. Ein optionaler "SR Ground Block" dient darüber hinaus als Erdung für den Switch.
Erster Test positiv, aber zweifelhaft
Laut einem Testbericht von Robert S. Youman der Review-Webseite positive-feedback.com hat der Ethernet-Switch dabei angeblich durchaus einen positiven Einfluss auf die Qualität des Online-Audio-Streamings und kann sich bei entsprechend hochwertigem Quellmaterial lohnen. Durch den Switch entspreche der Detailreichtum von hochauflösenden Audiodateien aus dem Netz den besten Dateien, die lokal auf seiner Festplatte gespeichert sind und sei teils sogar Vinyl-Aufnahmen vorzuziehen.
Da die Rezension jedoch auf Youmans "subjektiven Anforderungen, [...] subjektiven Ohren, [...] spezifischen Systemkonfiguration und [...] spezifischen Hörraum" basiert und es keine Messungen zur Klangqualität gibt, sind diese Beobachtungen entsprechend mit Vorsicht zu genießen.
Abwarten oder Schlangenöl trinken?
Die Webseite Tomshardware.com weist derweil in seinem Bericht zum Switch darauf hin, dass es sich hierbei nur um einen ersten Test handelt und noch weitere Meinungen fehlen. Zu berücksichtigen sei auch, dass digitale Signale nicht besser werden, es sei denn, einige "schreckliche" Komponenten sorgen dafür, dass Bits vertauscht werden - was aber alle Daten, die über einen Netzwerk-Switch laufen, gefährden würde. Die Hardware erhält daher entweder die komplette Übertragung oder sie fällt aus und wird wiederholt. Der einzige wirkliche "Verlustkandidat" sei die Digital-Analog-Wandlung, für die der Switch aber nicht zuständig ist.

Bzgl. eines Laserabspielgerätes bezog sich meine Aussage natürlich vollends auf die Preise. Für einen dreistelligen Betrag käme so etwas natürlich auch für private Haushalte in Betracht, bei den Marktpreisen halte ich das aber für unnötig. Lieber eine der lieben Scheiben professionell digitalisieren lassen, da werden sich im Netz bestimmt Menschen mit einem Lasergerät finden, die das für einige Euros anbieten.
Mehr gebe ich dafür nicht aus. Aber habe eh keine richtige Anlage mehr und höre über Onboard-Sound.
Mehr gebe ich dafür nicht aus. Aber habe eh keine richtige Anlage mehr und höre über Onboard-Sound.
Sehe ich ein bischen anders, ich kenne diese Art von Menschen die die Schallplatte über alles stellen, unterstelle ihnen allerdings, das ganze nicht mit dem Blick für die Wahrheit zu betrachten. Eine Schallplatte hat zwar tatsächlich die Möglichkeit auch Bereiche unter 20Hz und über 20kHz wiederzugeben, somit in der Tendenz über einer CD zu liegen, allerdings ist eine CD ja nicht der letzte Schrei und es gibt neben den Super Audio CDs, auch DVD Audio und vor allem HighRes Audioformate. Nehmen wir FLAC liegen dort Bereiche von 1Hz bis 655 kHz im Rahmen des Möglichen und damit eben auch in diesem Bereichen Lichtjahre von einer Schallplatte entfernt.
Alles in allem muss man einfach festhalten, dass Vinyl technisch betrachtet keinerlei Relevanz mehr haben dürften, aber wie bspw. Oldtimer im KFZ Bereich einfach einen gewissen Charme versprühen. Über die Sinnhaftigkeit eines Laserabtastgerätes oder bspw. eines Clear Audio Statement V2 (130k) werde ich nicht streiten, weil es schlicht sinnlos ist sich mit Leuten die soetwas kaufen zu streiten. (wobei ein Laserplattenspieler zumindest noch den Sinn hat, die Platten nicht weiter zu beschädigen und in gewissen Bereichen daher durchaus sinnvoll sein können, allerdings halte ich das im Privathaushalt nicht für gegeben). Jeder soll das für sich nehmen womit er klar kommt, aber Diskussionen die keiner wissenschaftlichen, technischen Grundlage standhalten, sollte man vieleicht besser nicht führen.
FLAC als Lossless-Format nimmt natürlich eine Sonderstellung ein und gibt letztlich die Qualität ab Digital Mastering wieder. Aber: Ein wahrer Platten-Enthusiast spricht bereits diesem Mastering einen Detailverlust zu und da niemand mit 655 kHz @32 Bit mastered (und 32 Bit ihrerseits weit von unendlich entfernt sind) haben sie damit sogar technisch betrachtet recht. Ignoriert wird halt nur, wie bereits erwähnt, dass nahezu alle Plattenneupressungen der letzten 20-30 Jahre digital gemastered wurden und dass die bis in die 70er Jahre übliche voll analoge Produktion derart viele andere Fehler zur Folge hatte, dass sie zu Recht abgelöst wurde. Aber diese Fehler sind eben ein Qualitäts- und kein prinzipieller Mangel und wie diese ganze News beweist, lassen sich Qualitätsprobleme in Augen von Audiophilen ja einfach durch Geld erschlagen.
(Ich würde mir trotzdem einen Laser-Spieler holen, wenn es die für dreistellige Summen gäbe.