Ayaneo Air 1S im ersten Technik-Test: Wie schlägt sich das Leichtgewicht mit High-End-Handheld-Hardware?

Das chinesische Unternehmen Ayaneo hat mit dem gleichnamigen Ayaneo Air 1S ein echtes Gaming-Handheld-Leichtgewicht mit AMD Ryzen 7 7840U ("Phoenix") und Radeon 780M für einen Test zur Verfügung gestellt, welches mit einem Kampfgewicht von unter 400 Gramm in den stark umkämpften Ring der Handheld-PCs steigt. Die kompakten Abmessungen bringen auch Einschränkungen mit sich, die sich in mancher Hinsicht sogar als Vorteil erweisen.

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Ayaneo Air 1S im ersten Technik-Test: Wie schlägt sich das Leichtgewicht mit High-End-Handheld-Hardware?
Quelle: Ayaneo

Der Asus ROG Ally und insbesondere das Steam Deck sind derzeitig die bekanntesten Handheld-PCs unter den mittlerweile immer populärer werdenden "Gaming-Handhelds", aber auch der GPD Win Max sowie ein Aokzoe A1 Pro mischen oben mit.

High-End-APU im Leichtgewicht

Der neue Herausforderer heißt Ayaneo Air 1S und ist ein 398 Gramm "schweres" Handheld-Leichtgewicht mit der High-End-Handheld-Hardware von AMD: Zen 4 und RDNA 3.

Ayaneo Air 1S im Technik-Test Quelle: PC Games Hardware Ayaneo Air 1S im Technik-Test Quelle: PC Games Hardware

Scharfes FHD-Display mit AMOLED-Technologie

Neben einem AMD Ryzen 7 7840U, einer Phoenix-APU mit 8 Zen-4-Kernen und 16 Threads sowie einer Radeon 780M mit 12 Compute Units und 768 RDNA-3-Shadereinheiten, bietet der Ayaneo Air 1S insgesamt 16 GiByte LPDDR5X-Arbeitsspeicher mit schnellen 6.400 MT/s, und bis zu 4 TiByte erweiterbaren Festspeicher. Auch das 5,5 Zoll messende FHD-Display steht im Mittelpunkt, welches die AMOLED-Technik nutzt und eine hohe Pixeldichte bietet.

Highlights und Spezifikationen des Ayaneo Air 1S Quelle: Ayaneo Highlights und Spezifikationen des Ayaneo Air 1S

Leichtbau bedeutet Einschränkungen

Die kompakten Abmessungen von lediglich 224 × 89 × 21,6 mm gehen selbstverständlich nicht ohne Einschränkungen einher, die sich in mancher Hinsicht aber als überaus vorteilhaft für den Handheld-PC erweisen. Im Akkubetrieb erlaubt die offizielle Firmware dem Ayaneo Air S1 respektive dem Ryzen 7 7840U beispielsweise nicht mehr als eine TDP von 15 Watt, was aber selbst am Netzteil hängend den für Spieler favorisierte "Sweet Spot" darstellen sollte.

Bereits "out of the box" besonders effizient

Das PCGH-Testgerät, ein brandneues Presse-Sample des Ayaneo Air 1S in einer Konfiguration mit 16 GiByte LPDDR5X-6400 und einer über PCIe 4.0 angebundenen M.2-SSD mit 1 TiByte, welches direkt vom Hersteller zur Verfügung gestellt wurde, lief "out of the box" deutlich effizienter abgestimmt als beispielsweise der Asus ROG Ally. Dem Ayaneo Air 1S ist anzumerken, dass er auf eine cTDP von 15 bis 18 Watt optimiert worden ist.

Ayaneo Air 1S Quelle: Ayaneo Ayaneo Air 1S Quelle: Ayaneo

Handheld-PC liegt gut und leicht in der Hand

Das Sample ist in der Standard-Edition in der Farbe "Polar Black" ausgeführt und verzichtet auf das noch einmal dünnere optionale "Ultra Thin and Light"-Gehäuse, welches nur 18 mm misst. Das Testgerät misst nur 22 mm und wiegt 450 Gramm. Eine ansonsten baugleiche "Ultra Thin and Light"-Edition bringt es auf exakt 398 Gramm. Der Handheld-PC liegt gut austariert in der Hand und muss sich im Hinblick auf Optik und Haptik nicht hinter den Mitbewerbern verstecken. Das Design wirkt weniger verspielt als beim Asus ROG Ally.

Der Fokus liegt auf der Leichtigkeit

Insbesondere in längeren Sessions macht sich das geringe Gewicht bemerkbar, auch Spielzeiten von rund zwei Stunden konnte ermüdungsfrei vom Autor bestritten werden, während sich das Steam Deck sowie der Asus ROG Ally mit 669 respektive 609 Gramm vergleichsweise schnell bemerkbar machen. Spieler mit sehr großen Händen sollten vorsichtshalber noch einmal darüber nachdenken, ob der "Leichtbau" für sie taugt.

Ayaspace 2 optimiert Windows 11 für Handheld-PCs

Als gelungen bezeichnet werden kann die hauseigene App Ayaspace 2, welche als weitreichendes Konfigurationswerkzeug des Handheld-PCs sowie als Launcher für die persönliche Spielebibliothek dient. Die Einstellmöglichkeiten sind sehr umfangreich und reichen von der Begrenzung der cTDP in einem Bereich von 5 bis 25 Watt über einen Fps-Limiter bis zur Lüftersteuerung. Ein schönes Extra sind die Profile für AAA-Spiele, Gaming, Retro-Gaming und den Desktop-Betrieb, welche sind individuell konfigurieren lassen.

Ayaspace 2 fungiert als Overlay für Spiele und Windows 11 Quelle: PC Games Hardware Ayaspace 2 fungiert als Overlay für Spiele und Windows 11 Ayaspace 2 fungiert als Overlay unter Windows 11 und in allen Spielen. Die App, oder besser das Overlay, lässt sich jederzeit mit nur einem Tastendruck in den Vordergrund holen. Die für den Test zur Verfügung stehende Version lang noch auf Englisch vor, weitere Sprachen, darunter auch Deutsch sollen aber mit einem der kommenden Updates folgen.

Der Ayaneo Air 1S kann ab 799 US-Dollar vorbestellt werden

Der Ayaneo Air 1S konnte seit dem 11. Juli zu einem Einstiegspreis von 799 US-Dollar über die Crowdfunding-Plattform Indiegogo vorbestellt werden und ist mittlerweile im Ayaneo-Shop offiziell erhältlich, während der reguläre Retail-Preis über den Shop des Herstellers später 899 US-Dollar betragen wird. Neben dem Ryzen 7 7840U bilden 16 GiByte Systemspeicher sowie 512 GiByte SSD-Speicher das Fundament des Handheld-PCs. Los geht es aktuell ab umgerechnet 737 Euro.

Bis zu 1.259 US-Dollar können investiert werden

In verschiedenen Konfigurationen werden später bis zu 1.259 US-Dollar für das Leichtgewicht aufgerufen, dafür gibt es dann aber auch 32 GiByte LPDDR5X-6400 sowie eine 4 TiByte große und über PCIe-4.0 x4 angebundene M.2-SSD.

Ein kurzer Hinweis zum Thema "Emulation"

Auf das Thema "Emulation" und wie Spieler im Einzelnen damit verfahren sollten, werden wir in diesem rein technischen Review nicht eingehen. Jedem Spieler sollte bewusst sein, dass Emulation in vielen Fällen eine (dunkle) Grauzone darstellt und nicht selten auch illegal sein kann. Dass der Ayaneo Air 1S mit seinem gut auf leichte und mittelschwere Arbeitslasten sowie auf niedrige TDP-Stufen optimierten AMD Ryzen 7 7840U alle relevanten Systeme emulieren kann, sollte klar sein und mehr gibt es zu dem Thema auch nicht zu sagen. Die Benchmarks im zweiten Teil dieses Reviews wurden allesamt mit gekauften Vollversionen von PC-Spielen für Windows durchgeführt.

Ab zu den Benchmarks

Später einmal könnten in einem umfangreichen "Handheld-PC-Roundup" möglicherweise die Gaming-Handhelds mit Windows gegen Gaming-Handhelds mit Linux antreten und sich miteinander messen.

Und jetzt erst einmal viel Spaß beim "Studieren" der ersten Gaming-Benchmarks zum "Leichtgewicht-Handheld" Ayaneo Air 1S. Verglichen wurden die Ergebnisse mit denen des Handheld-Platzhirsches, dem Steam Deck von Valve, und dem Asus ROG Ally, mit der dedizierten Handheld-APU AMD Ryzen Z1 Extreme.

Hier treffen also bereits zwei sehr unterschiedliche Windows-Handhelds auf einen hervorragend supporteten Linux-Handheld sowie neueste CPU- und GPU-Architekturen, wie Zen 4 und RDNA 3, auf eine besonders effiziente Custom-APU mit Zen 2 und RDNA 2. Der AMD Ryzen 7 7840U hatte schon im Technik-Test des Asus ROG Ally neue Bestwerte hinsichtlich der Gamingleistung liefern können, bei der Effizienz aber noch viel an Nachholbedarf zu verzeichnen.

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  1. Seite 1 Technische Daten
  2. Seite 2 Benchmarks
    • Kommentare (6)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von George-Broussard PC-Selbstbauer(in)
        Zitat von Kupferrrohr
        Und hätte man nicht jedes Gerät mit der selben Auflösung (z.B. 1280 x 720p) laufen lassen müssen, damit die Ergebnisse vergleichbar sind ? (Zitat gekürzt)
        Das hätte mich aus der Sicht eines Hardware Freundes auch deutlich mehr interessiert. Die Annahme dass die meisten in der nativen Auflösung des Displays zocken werden ist durchaus richtig

        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]

        Zitat von Kupferrrohr
        Danke für den Test und die Benchmarks!
        Dem schließe ich mich dennoch voll und ganz an.
      • Von George-Broussard PC-Selbstbauer(in)
        Zitat von Kupferrrohr
        Und hätte man nicht jedes Gerät mit der selben Auflösung (z.B. 1280 x 720p) laufen lassen müssen, damit die Ergebnisse vergleichbar sind ? (Zitat gekürzt)
        Das hätte mich aus der Sicht eines Hardware Freundes auch deutlich mehr interessiert. Die Annahme dass die meisten in der nativen Auflösung des Displays zocken werden ist durchaus richtig

        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]

        Zitat von Kupferrrohr
        Danke für den Test und die Benchmarks!
        Dem schließe ich mich dennoch voll und ganz an.
      • Von MircoSfot Software-Overclocker(in)
        Ich warte noch auf Apple. Mit ihrem *Proton* werden bald auch alle Spiele auf M1/M2 oder besser laufen.
      • Von ni-bi BIOS-Overclocker(in)
        danke [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen] ! schöner Test von dir

        Gerät selbst ist spannend, aber das Display wäre mir viel zu klein und ich finde es zu teuer im Vergleich zum Ally oder dem Deck.

        Wegen der Windows Geschichte: ja Windows ist echt nicht toll auf nem Handheld als OS. Hier wird immer mit dem Deck verglichen, aber der Desktop Mode auf dem Deck ist genauso bescheiden wie der von Windows. Daher kann ich dieses Argument immer nicht nachvollziehen.
        Wer Windows auf seinem Handheld nicht mag, der startet einfach Steam im neuen Big Picture Mode, der nahezu identisch ist zum Deck, bis auf die Komfortfunktionen, wie TDP, refresh rate, usw... Aber da bietet das AYA so wie auch das Ally ne eigene Integration an.

        Ich hatte das Deck 14 Monate und mein Ally ist dem Deck weit überlegen, zumindest für meinen Usecase...die 120hz und VRR möchte ich nicht mehr missen. Muss aber auch gestehen, selbst wenn ich unterwegs bin, zum Beispiel im Hotel auf Dienstreise, dann streame ich alles per Moonlight von zuhause aus. Gerade jetzt im Sommer sitze ich abends viel auf der Terasse und kann gemütlich daddeln. Für 1080p und 120fps reichen 25Mbit dicke aus.

        Grundsätzlich finde ich die Aya Geräte spannend und im Gegensatz zu Asus hat AYA hier die den Sweetspot mit 18W sauber gesetzt.

        Wo halt das Deck ungeschlagen war, ich konnte Kerne abschalten und und alles soweit runtertakten, dass beim Streaming mit Moonlight die APU nur noch 0.9 - 1.2W gefressen hat. Beim Ally und Windows komme ich auf 4.8W beim Streaming. Da wäre die Frage, sind einfach nur die Treiber bescheiden oder ist es der Overhead von Windows? Auf der anderen Seite aber auch egal, ich hab den Akku noch nie leer bekommen.
      • Von Kupferrrohr BIOS-Overclocker(in)
        Zitat von TheGermanEngineer
        Das Deck ist ja schon von der Hardware deutlich schwächer ausgestattet. Dass es bei gleicher Auflösung deutlich langsamer ist, dürfte also niemanden verwundern.
        Nicht von der Hand zu weisen, dennoch wäre es interessant zu sehen, gerade in Relation zu den jeweilgen Preisen, wie groß die Unterschiede ausfallen.

        Zitat von TheGermanEngineer
        Ein Vergleich mit nativer Auflösung ist praxisrelevanter, weil man meistens wohl die native Auflösung verwenden wird. So kann man vergleichen, wie gut die Spiele laufen, und wie viel Luft für neuere Spiele möglicherweise noch bleibt. Idealerweise hat man dazu noch eine Angabe, wie lange der Akku dabei gehalten hat.
        Aber bei einem Vergleich will man ja sehen, wie groß die Unterschiede zwischen den Geräten bei möglichst gleichen Testparametern sind. Ich nehme an, dass bei Grafikkarten (sehe mir aktuell keine Benschmarks dazu an) auch verschiedene Karten mit den selben Software-Settings gebencht werden, um so die Unterschiede bei gleichen Voraussetzungen zu verdeutlichen.

        Wie gut Spiele dann auf dem Gerät laufen, um welches sich der Artikel dreht, sieht man ja im
        Zitat

        Benchmarks in 720p und 1080p
        Abschnitt.
      • Von TheGermanEngineer BIOS-Overclocker(in)
        Schöner Test. Aya konnte sicher auch schon einiges an Erfahrung in das Produkt einfließen lassen.
        Zitat von Kupferrrohr
        Und hätte man den "Ayaneo Air 1S va. Asus ROG Ally vs. Valve Steam Deck" Benchmark nicht für jedes Gerät mit der selben Auflösung (z.B. 1280 x 720p) laufen lassen müssen, damit die Ergebnisse vergleichbar sind - oder verstehe ich da gerade etwas falsch?
        Könnte man, je nach dem was man mit dem Vergleich aussagen will. Das Deck ist ja schon von der Hardware deutlich schwächer ausgestattet. Dass es bei gleicher Auflösung deutlich langsamer ist, dürfte also niemanden verwundern. Ein Vergleich mit nativer Auflösung ist praxisrelevanter, weil man meistens wohl die native Auflösung verwenden wird. So kann man vergleichen, wie gut die Spiele laufen, und wie viel Luft für neuere Spiele möglicherweise noch bleibt. Idealerweise hat man dazu noch eine Angabe, wie lange der Akku dabei gehalten hat.
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