HTC Vive im GDC-Test: Vier Minispiele ausprobiert - Von Tower Defense bis Weltraum-Shooter
Käufer des HTV-Vive-Headsets dürfen sich freuen: Valve legt zwölf Minispiele und Demos dazu, mit denen man die ersten Schritte in der schönen neue virtuellen Welt machen und seinen Freunden die Vorzüge von VR näherbringen kann. Wir durften vier davon ausprobieren.
Wer ab kommendem Monat stolzer Besitzer einer HTC Vive ist, der möchte sein neues VR-Headset selbstverständlich augenblicklich ausprobieren. HTCs Partner Valve drückt deshalb jedem Käufer ein Dutzend höchst unterschiedlicher Demos und Minispiele in die Hand, die auf den Titel "The Lab" hören. Vier davon durften wir auf der Game Developers Conference 2016 in San Francisco ausprobieren: Indem wir uns bunte Kristallkugeln mit dem Controller schnappen und an den Kopf halten, versinken wir in der entsprechenden Anwendung.
Vesper Peak
Beschaulich geht es mit Vesper Peak los. Diese Demo trägt den Namen eines Berges im US-Bundesstaat Washington, auf den ein Valve-Mitarbeiter mit seiner Spiegelreflexkamera wanderte und anschließend in eine Art interaktive Postkarte verwandelte. Wir dürfen uns mit dem Controller an zahlreiche Punkte des Gipfels beamen und von dort in wirklich frappierend echt wirkender Optik auf die Kaskadenkette blicken.
Mit dabei: ein putziger Roboterhund, der nach geworfenen Stöckchen jagt und sich wohlig knurrend auf den Rücken wälzt, wenn wir ihm den Bauch kraulen. Nach einer Weile haben wir uns an der Aussicht satt gesehen und da es augenscheinlich auch nicht mehr zu tun gibt, wechseln wir zur zweiten Demo.
Slingshot
Ins "Portal"-Universum führt uns "Slingshot": Mit einer gleichnamigen High-Tech-Zwille, ausgeführt als eine Art mechanisches, fest installiertes Katapult, müssen wir die Persönlichkeitskerne etlicher Roboter "kalibrieren". Das bedeutet schlicht und ergreifend, dass wir sie mit dem Katapult in eine kavernenartige Halle abfeuern, wo sie entweder meterhohe Kistenstapel zum Einstürzen bringen oder Explosionen auslösen, wenn sie auf einige in der Halle verteilten Sprengstoffbehälter treffen.
Das VR-"Angry Birds" ist deswegen so unterhaltsam, weil jeder Persönlichkeitskern eine eigene Persönlichkeit besitzt und mal keck, mal depressiv und mal mit Herrschersyndrom vor sich hinbrabbelt. Wie sich das in einer deutschen Übersetzung anhört, sei einmal dahingestellt - wir haben die englische Sprachausgabe allerdings prächtig verstanden. Als die Halle so gut wie Kleinholz war und wir kaum noch Kerne zum Abschießen hatten, ging es nächste Spiel.
Longbow
"Longbow" hat nichts mit einer Hubschraubersimulation zu tun, sondern ist eine Art dreidimensionales Tower-Defense-Spiel, in dem wir mit Pfeil und Bogen bewaffnet angreifende Schergen abwehren müssen, die das Tor unserer Burg stürmen wollen. Das klappt mit Hilfe der beiden Vive-Controller ganz prächtig: Die eine Hand hält den Bogen, die andere hakt einen Pfeil ein, spannt ihn bis zum Anschlag und lässt ihn dann von der Burgzinne auf die Invasoren herabschnellen. Dabei vibrieren die Controller ganz leicht, um Einhaken und Spannen immensen Realismus zu verleihen.
Die Eindringlinge sind dabei zweidimensional-flach und erinnern an die Illustrationen, mit denen Valve vor einem Jahr erstmals die Funktionsweise der Vive erklärt hatte. Einige von ihnen tragen einen Helm, anderen einen Schild, die wir beide zerdeppern können. Was einem Kollegen auffiel: Man kann den Pfeil sogar an einer Burgfackel entfachen, um damit noch mehr Schaden anzurichten. Wer im echten Leben mit Pfeil und Bogen umgehen kann, ist im Vorteil: Bei uns hatten die Angreifer trotz heldenhafter Abwehr nach einigen Minuten das Burgtor in Kleinholz verwandelt. Ab in den Weltraum!
Xortex
Quelle: SFT
HTC Vive: Einer der Handcontroller
"Xortex" ist vielleicht das coolste der vier Minispiele. Dabei handelt es sich um einen dreidimensionalen Weltraum-Shooter, bei dem wir unser Raumschiff mit einem Vive-Controller verkörpern und steuern - wahlweise mit der rechten oder der linken Hand. Wie in klassischen Arcade-Shootern wollen uns dann Welle um Welle von Gegnern ans Leder. Teilweise sind es Schiffe, die so groß wie unsere sind, teilweise kleine, zielsuchende Bomben, dann gibt es eine Art Funkboje, die aus beiden Seiten lange Laserstrahlen schießt. Allen gemein ist, dass sie uns mit einer Heerschar von Projektilen überziehen, denen wir durch das Heben, Senken, und Drehen unserer Hand, pardon, unseres Raumschiffs ausweichen. Und zurückschießen dürfen wir natürlich auch. Nach einer Reihe von knappen Kollisionen musste unser Raumer schließlich ins Gras beißen, nachdem sich deutlich aggressivere Gegner immer gezielter auf uns eingeschossen hatten. Von den vier Demos war "Xortex" das klassischste Spiel, das wir gerne noch eine weitere Runde gespielt hätten - und das man so garantiert nicht auf einem PC oder einer Konsole finden kann.
Steam VR: Der Desktop-Theater-Modus
Gut, eine Demo hatte Valve dann doch noch: Mit dem Desktop-Theater-Modus verwandelt sich das Vive-Headset in einen Flachbildschirm mit einer Bilddiagonalen von rund fünf Metern. Darauf lassen sich dann nahezu alle Titel der Steam-Bibliothek spielen. Wir probierten es mit dem actiongeladenen Jump 'n' Run "Broforce" aus, in dem wir uns durch einen Dschungel-Level ballerten. Die Darstellung funktioniert einwandfrei, wobei wir uns fragen, ob und wie der Desktop-Theater-Modus bei Strategie- und Rollenspielen funktioniert, bei dem man mit Maus und Tastatur doch schneller zurande kommt als mit dem Gamepad. Immerhin funktioniert die Darstellung generell mit der Vive - Oculus-Kunden haben da das Nachsehen. Denn auf einer Veranstaltung vor der letztjährigen E3 verkündete uns Oculus-Erfinder Palmer Luckey, dass seine Firma auf das Streamen von Spielen von Microsofts Xbox One setze.

Aber 60€ VERSAND... sechzig Euro! Geht's noch?!? Bei so nem Preis ist der Versand in 90% aller Onlineshops kostenlos / maximal 15€!
Wie groß muss das Paket sein, das man 60€ zahlt? Ich bestell ja schließlich kein Auto vor die Tür...