VR-Demos: Mit 2x Titan X auf den Mount Everest, Vive-Fliegengitter wegen niedriger Auflösung
Verglichen mit der letzten Game Developers Conference, auf der Nvidia die Shield-TV-Konsole vorstellte, ging es in diesem Jahr etwas ruhiger zu. PC Games Hardware konnte am Stand aber immerhin zwei Vive-Demos in VR ausprobieren, Everest VR und Star Wars: Trials on Tatooine.
Zwischen der Entwicklermesse GDC und der Nvidia Hausmesse GTC, der GPU Technology Conference, liegen nur wenige Wochen, daher ist es verständlich, dass Nvidia auf der GDC dieses Mal nicht so viele Neuigkeiten zeigte. So ganz ohne Infos wollten uns Brian Burke, Senior PR Manager Gaming Technology & Cloud Gaming, und sein europäischer Kollege Ben Berraondo jedoch nicht ziehen lassen. Sie schickten uns zuerst in zwei Vive-Demos, angetrieben von einem PC mit zwei Titan-X-Grafikkarten - nicht kleckern, sondern klotzen hieß die Devise.
Mit 2x Titan X auf den Mount Everest
Das erste VR-Spektakel: ein neuer Blick auf "Everest VR", ein VR-Abenteuer von den isländischen Sólfar Studios, in dem wir den namensgebenden Berg besteigen. Vor ein paar Monaten feierte "Everest" auf der VRX Conference in San Francisco Premiere. Damals überquerten wir eine Eisspalte mit einer Aluleiter und kletterten dann eine weitere Leiter hinauf, um dann auf unsere Mitbergsteiger hinabzuschauen. Beide Demos gehören bislang zu den eindrucksvollsten VR-Erfahrungen überhaupt - wir mussten uns insbesondere bei der Gletscherspalte überwinden, den ersten Schritt auf die Leiter zu tun.
Die GDC-Expedition zum höchsten Berg der Welt ist nicht weniger furchterregend. Nach einem schwindelerregenden Anflug auf den Gipfel finden wir uns auf einem schmalen Schneepfad wieder. Links von uns gähnt der Abgrund, von dem uns nur wenige Zentimeter trennen. Rechts führt ein rettendes Metallseil den Berg entlang. Wir gehen langsam den Pfad entlang und müssen mit dem Vive-Controller den Karabiner, mit dem wir uns am Seil gesichert haben, in regelmäßigen Abständen umsetzen.
Blackout auf dem Gipfel
Das Mittendringefühl von "Everest VR" ist sensationell. Bei dieser Demo mussten zwei Kollegen aus Deutschland und den USA das VR-Headset noch vor dem Ende abnehmen - und auch wir überwinden unser Unbehagen nur, indem wir teilweise ein Stück in die Bergwand hineintreten, um nicht hinabschauen zu müssen. Die Designer punkten nicht nur mit der Optik, bei der laut Ben Barraondo jede Schneeflocke physikalisch korrekt durch die Luft wirbelt. Sie nutzen auch clever den verfügbaren Raum der Vive-VR-Welt aus.
Zu Beginn der Demo leiten uns zwei Stiefelabdrücke in eine Ecke der VR-Cave - so können die Entwickler, von denen etliche zuvor bei CCP Games arbeiteten, den größtmöglichen Raum mit dem verschneiten Pfad füllen. Bei der Entwicklung von "Everest VR" arbeiten sie übrigens mit der isländischen Spezialeffektfirma RVX zusammen, die im letzten Jahr für den Kinofilm "Everest" den höchsten Berg der Welt aus über 300.000 hochaufgelösten Fotos zusammensetzte.
Im zweiten Teil der Demo ziehen wir uns mit den Händen an zwei Seilwinden einen Abhang hinauf - und dann sehen wir uns um beziehungsweise blicken auf einen Kollegen, der uns in einiger Entfernung hinterherstiefelt. Der Schnee um uns herum wirbelt immer dichter, unser Blick verdunkelt sich, aus den Kopfhörern erklingen dumpfe Stimmen - liegt es an einem Schneesturm? Oder geht uns der Sauerstoff aus? Dann wird das Bild schwarz und wir finden uns mit klopfendem Herzen in der Wirklichkeit wieder
Hochaufgelöster Krieg der Sterne
Bevor wir uns wieder mit Ben Berraondo treffen, bekommen wir erneut "Star Wars: Trials on Tatooine" zu sehen. Allerdings diesmal in verbesserter Optik - vom Vive-Fliegengitter im Intro ist nichts mehr zu sehen, die Umgebung und besonders der Rasende Falke wirken schärfer und detaillierter als noch bei unserem Besuch bei HTC/Valve. "Das liegt daran, dass wir die Demo in der hohen Auflösungsstufe laufen lassen", erklärt Berraondo.
"Am Valve-Stand stecken zwei GTX 980 Ti in den Systemen - die meistern die maximalen Details problemlos, doch aus irgendeinem Grund laufen die Vive-Systeme dort nur in niedriger Auflösung", sagt Ben Berraondo. Für alle, die jetzt eine heimische PC-Kostenexplosion befürchten: Hochaufgelöst sollen die Abenteuer auf Tatooine auch auf einer einzigen GTX 980 Ti funktionieren - wie auch mit zwei GTX-970-Karten im SLI-Modus. Besitzern einer GTX 960 hilft nach den Worten von Ben Berraondo nur der Vive-Betrieb in niedriger Auflösung.

Hab ich ja Glück gehabt, falls ich auch mal auf den Everest will.