Radeon HD 6970/6950 im Test: Super- & Downsampling + Overclocking
Test der Radeon HD 6970/Radeon HD 6950: AMDs Grafikabteilung holt zum dritten DirectX-11-Schlag aus. PC Games Hardware testet, was die Cayman-GPU im Vergleich zu ihrer Vorgängerin und Nvidias erstarkter Geforce-Reihe leistet.
Radeon HD 6970/6950 im Test: Supersampling (SGSSAA) und Downsampling
Oberklasse-Grafikkarten vom Schlage der Radeon HD 6900 und Geforce GTX 500 verfügen über ausreichend Rechenkraft, um schnödes Multisampling-AA gegen hochwertige Supersampling-Glättung einzutauschen. Der Vorteil des Sparse Grid Supersamplings (SGSSAA) ist, dass nicht nur Polygonkanten, sondern auch Texturen und Pixelshader bearbeitet werden. Das erhöht nicht nur die Bildruhe, sondern lässt sich auch in eine bessere Texturqualität durch Anpassung des Detaillevels (LOD) ummünzen. Außerdem fallen durch das Oversampling der ganzen Szene "Optimierungen" des Texturfilters optisch weniger ins Gewicht. Kein Wunder, dass das rechenaufwendige SGSSAA von diversen Enthusiasten geschätzt wird. Weitere Informationen zum SGSSAA liefert Ihnen die Ausführung im Test der Radeon HD 5870.
Nachdem auch Nvidia SGSSAA mithilfe eines Tools anbietet, entschlossen wir uns, die Tradition aufleben zu lassen und wieder Supersampling-Benchmarks anzufertigen. Diese beschränken sich auf die Programmierschnittstelle Direct3D9, da AMDs Radeon-Grafikkarten nach wie vor kein SGSSAA unter DX10 und DX11 anbieten (im Gegensatz zu Nvidia). Dafür besitzen Radeon-Karten einen anderen Vorteil: Das Textur-LOD, der Detailgrad der Texturen mit steigender Darstellungstiefe, wird vom Grafiktreiber automatisch dem Supersample-Grad angepasst. Diese Funktion fehlt dem Nvidia-Treiber bislang, allerdings lässt sich das LOD mithilfe des Nvidia Inspectors einstellen. Rechnerisch erlaubt 4x SSAA ein Textur-LOD von -1,0 und 8x SSAA bereits -1,5. Noch tiefere Werte führen zu Unterfilterung (Undersampling), gleichbedeutend mit Flimmern. Wir halten uns in den Benchmarks an die theoretischen Limits.
Daneben besteht in DX10-/11-Titeln via PCGH Downsampling-Tool (auf der Heft-DVD) die Möglichkeit, intern eine höhere Bildauflösung berechnen zu lassen und das Bild vor der Ausgabe auf die Monitorauflösung einzustampfen. Das Ergebnis ist erneut Supersampling-AA, mit dem Vorteil, dass es nicht mit Vollbild-Effekten wie Post-Processing kollidiert und daher sehr kompatibel ist. Da Supersampling-AA enorm viel Rechenleistung erfordert, handelt es sich um den idealen Einsatzzweck für High-End-Grafikkarten wie die Radeon HD 6970.
Quelle: PC Games Hardware
Radeon HD 6970 übertaktet: WoW mit 4x SGSSAA
Radeon HD 6970/6950 im Test: Overclocking
Bei Testschluss lagen uns drei Cayman-Grafikkarten vor: zwei des Typs Radeon HD 6970 und eine Radeon HD 6950. Cayman XT arbeitet standardmäßig mit 880 MHz und einer 3D-Spannung von 1,175 Volt (VGPU), während Cayman Pro mit 800 MHz und 1,10 Volt antritt. Barts, der kleine Bruder mit weniger Rechenwerken, arbeitet mit 900 MHz. Schon bei ihm zeigte sich eine magische Grenze unterhalb von 1,0 GHz GPU-Takt. Nur wenige Karten schaffen diese Marke, selbst mit angehobener Spannung. Da breitere Chips erfahrungsgemäß weniger Takt vertragen als ihre kleinen Geschwister, ist auch Cayman kein Übertaktungswunder.
Im Test zeigen beide HD-6970-Karten ein ähnliches Potenzial: 920/2.950 MHz (+4,5/7,3 Prozent) laufen in Crysis Warhead stabil, wobei die Bildrate infolge der Übertaktung um rund vier Prozent ansteigt. Im nächsten Schritt testeten wir die Übertaktung unter World of Warcraft: Cataclysm (DX9) mit 4x SGSSAA und 16:1 AF. Durch das Supersampling wird die Karte gleichmäßiger (voll) ausgelastet und die Hitze steigt. In diesem Fall ist bei 910/2.900 MHz (+3,4/4,5 Prozent) Schluss; darüber hinaus treten sporadische Freezes auf. Die GPU-Spannung lässt sich derzeit nicht anheben, weshalb die 1,0-GHz-Schallmauer noch in weiter Ferne liegt. Kurz: Im OC-Betrieb ist AMDs Radeon HD 6970 enttäuschend, trotz Powertune auf +20 %!
Die Radeon HD 6950 verfügt dank ihres niedrigeren Standardtakts über ein relativ höheres OC-Potenzial, bleibt absolut aber ebenfalls an der 900-MHz-Marke hängen. Mit 890/2.850 MHz (+11,3/14 Prozent) steigt die Spieleleistung fast auf das Niveau der HD 6970 (Standardtakt). Wir vermuten, dass die HD 6950 mit mehr GPU-Spannung relativ problemlos 950 bis 1.000 MHz erreichen könnte.
In diesem Artikel
- Seite 1 Radeon HD 6970/6950 im Test: Architektur und Spezifikationen
- Seite 2 Radeon HD 6970/6950 im Test: Lautheit, Leistungsaufnahme und AMD Powertune
- Seite 3 Radeon HD 6970/6950 im Test: Testsystem, Benchmarks und Treiber
- Seite 4 Radeon HD 6970/6950 im Test: Bildqualität - EQAA, aber Barts-AF
- Seite 5 Radeon HD 6970/6950 im Test: Benchmark Battlefield Bad Company 2 (DX11)
- Seite 6 Radeon HD 6970/6950 im Test: Benchmark Colin McRae: Dirt 2 (DX11)
- Seite 7 Radeon HD 6970/6950 im Test: Benchmark Crysis Warhead (DX10)
- Seite 8 Radeon HD 6970/6950 im Test: Benchmark Grand Theft Auto 4 (DX9)
- Seite 9 Radeon HD 6970/6950 im Test: Benchmark Metro 2033 (DX10)
- Seite 10 Radeon HD 6870/6850 im Test: Benchmark Starcraft 2 (DX9)
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- Seite 12 Radeon HD 6970/6950 im Test: Tessellation unter der Lupe
- Seite 13 Radeon HD 6970/6950 im Test: Fazit
- Seite 14 Bildergalerie
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