PCGH Exklusiv: Multi-GPU - wenn Mikroruckler zu Makrorucklern verkommen
Die berühmt-berüchtigten Mikroruckler haben wir Ihnen bereits näher gebracht. Jetzt legen wir mit SLI und einem echten Ernstfall nach. Gleichzeitig zeigt PC Games Hardware auch eine Lösungsmöglichkeit für das Problem auf.
Quelle: PCGH
Radeon HD 3870 X2 und Geforce 7950 GX2: Probleme mit Mikrorucklern sind nicht zu leugnen.
Die Problematik des sogenannten Mikroruckelns gibt sich (wie erwähnt) ab etwa 30 Fps zu erkennen. Noch niedrigere Fps-Raten verkommen dadurch schnell zu einer Zumutung. Zur Verdeutlichung der Ausmaße dient eine Geforce 7950 GX2 im 3D Mark 06. Beim Extremfall in unserem Video geben beide GPUs ihre Frames oft beinahe zugleich aus; nach einer langen Wartezeit folgt sozusagen ein Fps-Pärchen, dann klafft wieder eine Lücke, gefolgt von einem weiteren Pärchen - und so weiter. Die Folge: Bei Fps-Raten um 10 bis 15 gleicht das Stocken 5-Fps-Intervallen.
Quelle: PCGH
3D Mark 06 mit ohne ohne Framelimiter: Sogar im Solo-Betrieb hakt der Test.
Ursachen
Die Wurzeln des Problems finden sich beim heutzutage eingesetzten Verfahren zur Aufteilung der Rechenarbeit auf mehrere GPUs. Beim Alternate Frame Rendering (AFR) berechnet jeder Grafikprozessor im Wechsel mit dem oder den anderen ein Frame. Es spielt für die Ausmaße der Schwankungen keine Rolle, ob zwei separate Grafikkarten oder eine einzelne mit zwei GPUs an Bord rechnen. Es kommt dasselbe Verfahren zum Einsatz. Das PCI-Express-Interface, über welches ebenfalls Daten ausgetauscht werden, ist auch nicht der Flaschenhals. Unsere Tests mit der Radeon HD 3870 X2 (onboard Crossfire) und einer Geforce 7950 GX2 (Onboard-SLI) bestätigen das. Kommt es doch zur Limitierung durch den PCI-Express, etwa bei "Software"-Crossfire oder Multichrome, zeigen sich die typischen "Makroruckler" - regelmäßiges Stocken.
Quelle: PCGH
S3 Chrome S27: Auch Multichrome zeigt Mikroruckeln
Übrigens: 3dfx‘ Voodoo-5-Grafikkarten hatten im Jahr 2000 noch nicht mit derartigen Problemen zu kämpfen. Das trifft auch auf die Voodoo 5 6000 mit 4-Wege-SLI zu. Beim damals angewendeten "Ur"-SLI berechnen die GPUs abwechselnd alle Bildschirmzeilen anstatt Einzelbilder. So entsteht erst gar nicht das Problem unregelmäßig ausgegebener Frames. Das Verfahren harmoniert aber nicht mit einigen aktuellen Effekten.
Quelle: PCGH
3dfx Voodoo 5 6000: 4-Wege-SLI ohne Mikroruckler.
Workaround: Fps-Limiter
Ein aktueller Lösungsansatz besteht darin, die Framerate künstlich zu drosseln. In diversen Foren findet sich ein Tool, das die Fps auf einen beliebigen Wert fixieren kann (Download). Es bestimmt, nach welcher Zeit ein Frame dem nächsten folgen darf. Sofern das Grafikkartenduo in der Lage ist, konstant 30 Fps zu liefern, ist die Wirkung unübersehbar: Die Mikroruckler sind verschwunden und Fraps misst kaum noch Abweichungen
.
Wenn Sie das Tool nutzen möchten, dann sollten Sie ein paar Dinge beachten. Erstens unterstützt es in der (von uns getesteten) Version 0.2 noch kein Direct3D 10, lediglich 8, 9 und OpenGL. Um eine Anwendung mit dem Programm zu starten, erstellen Sie zuerst eine Verknüpfung zum Limiter. Unter "Ziel" fügen Sie nun den Pfad der gewünschten Ausführungsdatei ein. Beim 3DMark 06 sieht das folgendermaßen aus:
"C:\fpslimiter\FPS_Limiter.exe" "D:\3DMark06\3DMark06.exe"
Vorgegeben ist eine 30-Fps-Barriere. Möchten Sie den Wert ändern, etwa auf 40 Fps, müssen Sie "/f:x" (ohne Anführungszeichen) zwischen die beiden Pfade schreiben. X steht dabei für die gewünschte Fps-Grenze (etwa 40). Mit den Tasten F10 und F11 lässt sich der Wert im Spiel aber ändern. Alles weitere steht in der beigelegten Readme-Datei.