Test Radeon HD 7770 und Radeon HD 7750: AMDs neue Effizienzwunder in der Mittelklasse? Update: Auch 7750 lieferbar

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AMD Radeon HD 7770 und Radeon HD 7750 im Test: DirectX 11.1, 28-nm-Strukturen und PCI Express 3.0 - AMDs "Cape Verde" beherrscht all die schönen Dinge, welche bereits Tahiti (Radeon HD 7900) auszeichneten. Doch wie schlagen sich die Radeon HD 7770 und HD 7750 in der Praxis? Unser Test klärt Sie auf.

Vorweg: Weitere Benchmarks, einen riesigen Vergleich diverser HD-7900-Eigendesigns sowie zusätzliche Informationen zur Radeon HD 7950/7970 finden Sie in der Ausgabe 04/2012 der PC Games Hardware. Diese erscheint am 07. März 2012. Die erste Testcharge an HD-7970-Designs und ein 7 Seiten schweres Tahiti-Praxisspecial bietet schon die PCGH 03 (seit 1. Februar erhältlich).

AMDs "Southern Islands"-Familie bekommt Zuwachs: Nach der Radeon HD 7970 (PCGH-Test) und der Radeon HD 7950 (PCGH-Test) mischt der Hersteller mit "Cape Verde" die Karten in der Mittelklasse neu. Die Radeon HD 7770 und Radeon HD 7750 treten das Erbe der HD 6770/5770 und HD 6750/5750 an. Was die erste Mainstream-GPU in 28-Nanometer-Fertigung leistet und wie ihre Vorgänger sowie Nvidias Konkurrenzmodelle neben ihr aussehen, klärt unser Test.

Bereits im Vorfeld gab es einigen Wind um die neue Karte und AMD zog besonders für die Radeon HD 7770 alle Marketing-Register. Eine GHz-Edition, mit (beabsichtigten?) 1.337 Lüfterumdrehungen im Leerlauf, Verdetrol-Pillen für US-Reviewer und mehr. Doch trotz 1337 ("leet" = elitär) und GHz hat die HD-7700-Reihe ein schweres Erbe anzutreten.

Update 20:33 Uhr: Mittlerweile sind die ersten Karten mit Radeon HD 7770 lagernd bei einigen Händler. Ab ca. 145 Euro sind Karten von Club 3D, Powercolor und Sapphire im PCGH-Preisvergleich zu finden. Von der kleineren Variante HD 7750 gibt es nur einige Einträge in der Datenbank. Mit der Powercolor HD 7750 gibt es nun auch die erste, lieferbare Karte.

Sapphire Radeon HD 7770 OC: Packung Quelle: PC Games Hardware Sapphire Radeon HD 7770 OC: Packung Radeon HD 7770 & HD 7750 im Test: Architektur & Spezifikation
Die Juniper-basierten Radeon-HD-5700-Karten waren so erfolgreich, dass AMD ihnen als HD-6700-Reihe gleich eine zweite Amtszeit verschafft hat und sie erst jetzt zur Ablösung bereitstehen. AMD setzt für alle Karten ab der 7700-Reihe auf die neue GCN-Architektur, über die besonders regelmäßige Leser des Hefts, aber auch der Webseite bereits ausgezeichnet informiert sind. AMD geht damit den überfälligen Schritt in Richtung Compute, kann die zusätzlichen Transistoren, welche der neue Fertigungsprozess ermöglicht, daher aber nicht einsetzen, um ausnahmslos die Spieleleistung zu steigern. Daher fallen die Anzahl der Shadereinheiten mit 640 (HD 7770) beziehungsweise 512 (HD 7750) geringer aus als noch in den Juniper-Chips der HD-5700-Karten (800/720 Shader-Einheiten auf VLIW5-Basis). Trotz gesteigerter Taktraten und des werbewirksamen Durchbrechens der Gigahertz-Schallmauer liegt die pure Rechenleistung wie auch die Bandbreite unterhalb der Vorgänger - an die potenten Barts-Chips der HD-6800-Reihe ist ein Herankommen undenkbar.

Da sich in unseren Spieletests der HD-7900-Karten bereits abzeichnete, dass die neue Architektur eher bei GPU-Computing anschlägt als ein wirklicher Turbo für Spiele-Fps zu sein, dürften es die HD-7700-Karten schwer haben, an ihre auf dem Papier stärkeren Geschwister heranzukommen. So erreichen wir auch im GPU-Compute-Benchmark mit dem Luxmark-2.0-Raytracer die größte Leistungssteigerung gegenüber dem Vorgänger. Bereits im Simpel-Test "Luxball HDR" ist die HD 7770 rund 26 Prozent schneller als die HD 5770. Beim anspruchsvollen Room-Test sind es dagegen starke zwei Drittel Mehrleistung, welche die HD 7770 aufs Render-Parkett bringt.

Dennoch: Immerhin ist das komplette Feature-Set inklusive Mehrschirmbetrieb mit Eyefinity, Zerocore-Power und PCI-Express 3.0 der großen Geschwister an Bord und sogar Double-Precision beherrschen die kleinen Southern-Island-GPUs - allerdings nur mit 1/16 der Single-Precision Leistung, womit sie sich eher für Entwickler eignen, die vielleicht im Notebook (bei mobilen Ablegern) programmieren oder sich mal etwas Arbeit mit nach Hause nehmen. Für ernsthafte Computing-Ambitionen sind die rund 80 DPFP-GFLOPS (theoretisch; gemessen: 79,3 MAD, 78,5 ADD und 39,6 MUL) eher knapp bemessen. Der Chip selbst bietet 8 bis 10 sogenannte Compute-Units mit jeweils 64 Shadereinheiten und einen 512 kiB großen Level-2-Cache, welcher in GCN-Chips unabhängig von der Anzahl der ROPs skalierbar ist und proportional zu Tahiti doppelt so groß ausfällt, wie man vielleicht hätte erwarten können.

Falls Sie sich für tiefgehendere Details zur Southern-Islands- bzw. Tahiti-Architektur interessieren, sei Ihnen nochmals die PCGH 03/2012 ans Herz gelegt. Die Spezifikation auf einen Blick:

Modell HD 7770 HD 7750 HD 6770/5770 GTX 550 Ti GTS 450 HD 6850 HD 6790
Codename Cape Verde XT Cape Verde Pro Juniper XT GF116 GF106 Barts Pro Barts LE
Fertigungstechnik 28 nm 28 nm 40 nm 40 nm 40 nm 40 nm 40 nm
Transistoren Grafikchip (Mio.) 1.500 1.500 1.040 1.170 1.170 1.700 1.700
SP-Rechenleistung (GFLOPS) 1280,0 819,2 1360,0 691,0 601,0 1488,0 1344,0
DP-Rechenleistung (GFLOPS) 80,0 51,2 - 58,0 50,0 - -
Polygondurchsatz (Mio. Poly/s.) 1.000 800 850 900 783 775 840
Pixeldurchsatz (GPix/s.) 16,0 12,8 13,6 7,2 6,3 24,8 13,4
Texturleistung (GTex/s.) 40,0 25,6 34,0 28,8 25,1 37,5 33,6
Speicherbandbreite (GByte/s.) 72,0 72,0 76,8 98,5 57,6 128,0 134,4
Takt Grafikchip (MHz) 1.000 800 850 900 783 775 840
Takt Shadereinheiten (MHz) 1.000 800 850 1.800 1.566 775 840
Takt Grafikspeicher (MHz) 2.250 2.250 2.400 2.052 1.800 2.000 2.100
Shader-/SIMD-/Textureinheiten 640/10/40 512/8/32 800/10/40 192/4/32 192/4/32 960/12/48 800/10/40
Rasterendstufen 16 16 16 24 16 32 16
Speicheranbindung (Bit) 128 128 128 192 128 256 256
Üblicher Speichertyp GDDR5 GDDR5 GDDR5 GDDR5 GDDR5 GDDR5 GDDR5
Zusätzliche Netzteilanschlüsse 1x 6-polig - 1x 6-polig 1x 6-polig 1x 6-polig 1x 6-polig 2x 6-polig

XFX R7770 Black Edition Suoer Overclocked 1120M: Ein 6-Pol-Stromstecker ist nötig. Quelle: PC Games Hardware XFX R7770 Black Edition Suoer Overclocked 1120M: Ein 6-Pol-Stromstecker ist nötig. Radeon HD 7770 & HD 7750 im Test: Lautheit und Leistungsaufnahme
Wie üblich messen wir die Leistungsaufnahme für die Grafikkarte separat - also ohne Einfluss des Restsystems. Hier kommen wir bei beiden AMD-Referenzmustern auf sehr gute Werte. Dank Zerocore-Power schaltet die Karte sogar den Lüfter ab, sobald der Bildschirm in den Energiesparmodus geht und auch sonst keine GPU-Aktivitiät nötig ist. Beide Karten, die HD 7750 und die HD 7770, verbrauchen dann nur mehr 3 Watt. Im Windows-Leerlauf sind es immer noch sehr gute 8,9 bzw. 9,7 Watt. Schließen Sie einen zweiten Monitor an, erhöht sich die Leistungsaufnahme auf knapp 18 respektive 19 Watt.

Die Blu-ray-Wiedergabe schlägt allerdings heftig ins Kontor, da beide Karten auf vollen 3D-Taktraten und -Spannungen arbeiten: 24 (HD 7750) und 30 Watt (HD 7770) werden verbraucht. Hierfür sind die standardmäßig aktiven Optionen, im Catalyst-Treiber "Kantenanhebung", "Entrauschen", "Mosquito-Rauschunterdrückung", "Deblocking" usw. genannt, verantwortlich, welche das Bild verbessern sollen. Diese erfordern offenbr die Mithilfe der Shader-Einheiten. Schalten wir die Treiber-Optionen ab, arbeiten die Karten mit niedrigeren Taktraten und Spannungen bei der Bluray-Wiedergabe - darunter leider allerdings der von AMD beworbene HQV-Videoqualitäts-Benchmarkwert von 200 Punkten - eine Geforce GTX 550 Ti, von AMD als Gegner auserkoren erreicht laut AMD hier 182 von 210 möglichen Punkten. Nach unseren Messungen braucht eine solche Karte nur rund 21 Watt für die Blu-ray-Wiedergabe.

Sapphire Radeon HD 7770 OC: Ein 6-Pol-Stromstecker ist nötig. Quelle: PC Games Hardware Sapphire Radeon HD 7770 OC: Ein 6-Pol-Stromstecker ist nötig. Unter 3D-Last schlägt allerdings die Stunde der Stromsparwunder. Im Testspiel Battlefield: Bad Company 2 messen wir nur knapp 45 Watt bei der HD 7750 und gerade einmal 64 Watt genehmigt sich AMDs Radeon HD 7770 - trotz eines glatten Gigahertz Chiptakt und dafür nötiger Chip-Spannung von 1,2 Volt (HD 7750: 1,1 Volt). Zum Vergleich: Gegenüber der HD 7750 braucht die HD 6670 fünf Watt mehr, leistet dabei aber 16 Prozent weniger – sehr gut, AMD! Die in den Benchmarks überlegenen HD 6850 und GTX 460 verbraten 50 respektive 100 Prozent mehr Strom in unseren Spiele-Messungen.

Die Lautheitsmessungen und einige Overclocking-Ergebnisse finden Sie in der PCGH 04/2012, ebenso detailliertere Informationen und Messwerte zu den XFX- und Sapphire-Modellen in der Bildergalerie.

Radeon HD 7770 & HD 7750 im Test: Spieleleistung
Alle Details zum Testsystem entnehmen Sie unserem Test der Radeon HD 7950. An dieser Stelle sei erwähnt, dass PC Games Hardware seit dem Start der Radeon-HD-7000-Reihe mit HQ-AF ("Hohe Qualität" im Treiber) testet, damit die Bildqualität bestmöglich vergleichbar ist. Die für den Test der Radeon HD 7770 und HD 7750 genutzten Treiber sind selbstverständlich bei allen Teilnehmern auf dem neuesten Stand: Die aktuelle AMD-Garde greift auf den Pressetreiber Catalyst 8.932 (12.1 Beta) zurück und die älteren AMD-Karten auf den vorhergehenden 8.921.2 RC11 vom 20. Januar, während die Nvidia-Aufstellung den Geforce 295.51 Beta nutzt. Da es sich bei den Probanden um günstige Grafikkarten handelt, veröffentlichen wir an dieser Stelle nur die Testwerte in 1.680 x 1.050 Pixeln. Weitere Tests und eine Vielzahl weiterer Vergleichskarten liefert die kommende PCGH 04/2012.

Radeon HD 7770 & HD 7750 im Test: Fazit
Die Radeon HD 7770 und HD 7750 betreten einen schwer umkämpften Markt. Beide Cape-Verde-Grafikkarten überzeugen zwar mit einer hohen Energieeffizienz und einem reichhaltigen Featureset, viel mehr spricht jedoch nicht für AMDs Neulinge. Der Radeon HD 7770 gelingt es mit nur 640 Shader-Einheiten und dem werbewirksamen Takt von 1.000 MHz, ihre Vorgängerin, die HD 5770/6770, um etwa zehn Prozent zu distanzieren.

Sie als Kunde erhalten somit die Leistung der Nischenkarte HD 6790 bei deutlich geringerer Leistungsaufnahme. Der kleinen Radeon HD 7750 gelingt mit 512 ALUs bei 800 MHz eine Punktlandung "auf" der HD 5750/6750 (720 ALUs @ 700 MHz) – ein Aufrüsten von den zwei Jahre alten Vorgängern auf die Neulinge ist daher aus Fps-Sicht nicht sinnvoll. Bei einem Neukauf ist die Sache dagegen klar - sofern die Geldbörse mitspielt.

Rein auf die Spieleleistung – Bilder pro Sekunde – reduziert, bieten sowohl die Geforce GTX 460/1G als auch die Radeon HD 6850 mehr fürs Geld. Beide genannten Grafikkarten lassen die HD-7700-Geschwister klar hinter sich und kosten derzeit nur etwa 130 Euro.

AMDs offzielle Preisempfehlung für die Radeon HD 7770 lautet jedoch 159 Euro – dafür locken bereits OC-Modelle der (deutlich schnelleren) Radeon HD 6870 oder Geforce GTX 560. Was bleibt, sind die Funktionen abseits der Fps: In Sachen Bildqualität sind Radeon HD 7000 und Geforce auf demselben, hohen Niveau; die HD-6000-Reihe kann wegen ihres flimmrigen anisotropen Filters (AF) nicht überzeugen. Sie entscheiden, ob Ihnen der Technologiebonus von Cape Verde den Aufpreis gegenüber den 40-Nanometer-Karten wert ist - und wie stark der Preis dafür erst sinken muss.

Vorweg: Weitere Benchmarks, einen riesigen Vergleich diverser HD-7900-Eigendesigns sowie zusätzliche Informationen zur Radeon HD 7950/7970 finden Sie in der Ausgabe 04/2012 der PC Games Hardware. Diese erscheint am 07. März 2012. Die erste Testcharge an HD-7970-Designs und ein 7 Seiten schweres Tahiti-Praxisspecial bietet schon die PCGH 03 (seit 1. Februar erhältlich).

Bildergalerie

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    • Kommentare (180)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Manner1a Software-Overclocker(in)
        So, bin auf den HD 7750-Zug aufgesprungen. Das wird ein Spaß in den nächsten Jahren =^.^=

        @ jabo644: Unter Spielerlast und im Leerlauf hast du einen CPU-Grafikkarten-Kombination, die sehr sparsam zu Werke geht. Anders wäre es bei einem Phenom 2 x6 zusammen mit einer GTX 560 (SE). Entlastet insgesamt das Netzteil und den Geldbeutel.
      • Von Manner1a Software-Overclocker(in)
        So, bin auf den HD 7750-Zug aufgesprungen. Das wird ein Spaß in den nächsten Jahren =^.^=

        @ jabo644: Unter Spielerlast und im Leerlauf hast du einen CPU-Grafikkarten-Kombination, die sehr sparsam zu Werke geht. Anders wäre es bei einem Phenom 2 x6 zusammen mit einer GTX 560 (SE). Entlastet insgesamt das Netzteil und den Geldbeutel.
      • Von PCGH_Marc Lötkolbengott/-göttin
        Richtig, du kannst eine 7770 nicht mit einer 6770/5770 kombinieren und CF ist in dieser Leistungsklasse (so wie generell) nicht zu empfehlen. Zumal WoW und D3 auf einer 7770 völlig problemlos laufen ... WoW ist eh im Zweifel CPU-limitiert, d.h. CF bringt dir hier nichts.
      • Von jabo644 Schraubenverwechsler(in)
        Danke für die Grafik, habe nun auch mal Zeit gehabt in Ruhe die zu durchforsten. Sollte ich davon ausgehen, dass diese Kombi nicht zusammen funktioniert?
        Soll mir das die Grafik vermitteln?
        Sorry, bin in CF totaler Anfänger und hab Null Ahnung.
        Danke für die Hilfe.
      • Von PCGH_Marc Lötkolbengott/-göttin
      • Von jabo644 Schraubenverwechsler(in)
        Hallo zusammen,

        leider weiß ich nicht wo ich so recht meine Frage hinschreiben soll. Hoffe es passt so einigermaßen zusammen.

        Sollte ich eine 7770 Oc alleine oder im Crossfire mit einer 5770 laufen lassen um mehr Leistung zu haben.

        Spiele: WoW, Diablo 3
        CPU: i5-2500k, 16 GB Ram, Win 7 Pro 64-bit

        Bitte keine Diskussion die Karte ist Schrott oder oder. Nur ob es ein Leistungszuwachs wäre und ja welche Nebenwirkungen das hat. Leider konnte ich im Netz eine solche Kombination als Test nicht finden.

        Wäre Klasse, wenn es produktive und informative Antworten gäbe.

        Gruß
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