Kino funktioniert nur dank Motion Blur

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Hartgesottene Dauerzocker haben für Frameraten im 30-fps-Bereich nur ein müdes Lächeln übrig. Ist diese Haltung technisch fundiert oder nur Gehabe? Erfahren Sie, wie viele Bilder pro Sekunde Sie für ein realistisches 3D-Erlebnis wirklich brauchen!

Kino funktioniert nur dank Motion Blur
Doch auch wenn ein System in einem Computerspiel konstante 24 fps leisten könnte, wir hätten immer noch nicht den Bewegungsrealismus des Kinos erreicht. Ein wichtiger Effekt, der den PC-Spielen besonders in turbulenten Szenen fehlt, ist "Motion Blur" (Bewegungsunschärfe). Bei Filmaufnahmen wird durch die chemische Reaktionszeit des Filmmaterials (Celluloid) und der Verschlusszeit der Kamera künstliche Unschärfe bei jenen Objekten hinzugefügt, die sich bewegen. Der Effekt interpoliert zwischen den einzelnen Bildern und "verschmiert" die bewegten Bildteile gegen die Bewegungsrichtung, so dass in jedem Einzelbild zusätzliche visuelle Information steckt.

Unser Auge fällt auf den Trick herein, der in der natürlichen Umgebung durch die unendlich vielen Bilder pro Sekunde ebenfalls auftritt. Greifen die Special-Effects-Schmieden im Hollywood-Blockbuster zur computergestützten Trickkiste, so müssen Sie diesen Motion-Blur-Effekt künstlich hinzufügen. Ohne Nachbesserung würde selbst ungeschultes Kinopublikum den Kunstgriff ad hoc entlarven. Ein computergenerierter Film ohne künstliches Motion Blur wäre eine Abfolge völlig exakt gezeichneter Bilder, die nur mit enorm hohen Bildwiederholraten durch den "Motion Blur"-Automatismus unseres Sehsystems interpoliert werden könnten.

PCGH-Retro: 30 Fps vs. 60 Fps

3dfx zeigt den Unterschied zwischen 60 und 30 fps
Neben dem Realismus-Aspekt kommt bei Computerspielen eine zusätzliche Komponente hinzu, welche gegen Frameraten im 30-fps-Bereich spricht. Bei derart hochinteraktiven Anwendungen sind Sie als Spieler in vielen Situationen auf sofortiges Feedback auf dem Bildschirm angewiesen. Im Gegensatz zum passiven Filmkonsum müssen Sie reagieren, ansonsten steht Ihnen das frühzeitige "Game Over" unausweichlich bevor. Ist die Zeit, welche zwischen Steuerkommando und Resultat auf dem Bildschirm vergeht (Latenz) zu lang, haben wir keine Chance, den Gegner richtig anzuvisieren oder dem Strassenverlauf zu folgen.

Während wir noch auf die neuen Informationen (neues Bild) warten, hat sich der Gegner bereits wieder mehrere Schritte weiter weg bewegt oder unser virtueller Porsche schrammt bereits an der Leitplanke entlang. Spätestens dann wird Ihnen klar, dass Ihr System einen Jungbrunnen in Form einer neuen Grafikkarte oder einer schnelleren CPU nötig hat.

3dfx Demo: Im direkten Vergleich wird der Unteschied zwischen 30 und 60 Frames per Second besonders deutlich. 3dfx Demo: Im direkten Vergleich wird der Unteschied zwischen 30 und 60 Frames per Second besonders deutlich.

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  1. Seite 1 30 vs. 60 Fps
  2. Seite 2 Kino funktioniert nur dank Motion Blur
  3. Seite 3 Latenz im Detail
    • Kommentare (10)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von lord_mogul Komplett-PC-Aufrüster(in)
        Und der Satz davor wurde bei der Angabe zu der Latenz bei 60 FPs hinzugerechnet:
        "... Grundsätzlich besitzt jedes Computersystem eine Grundlatenz, die sich aus den Signallauf- und Verarbeitungszeiten der Ein- und Ausgabegeräte ergibt (ca. 20 - 50 ms). Die zusätzliche Latenz wird durch die Zeit bestimmt, welche die Grafikkarte zum Rendern eines Bildes benötigt. Bei 60 fps beträgt diese lediglich 17 ms (1s/60), bei 30 fps bereits 34 ms. ..."

        Das wären dann bei 30 FPS gute 54-84 ms was aber deutlich über den 70 ms (bzw 50 ms) liegt.
      • Von lord_mogul Komplett-PC-Aufrüster(in)
        Und der Satz davor wurde bei der Angabe zu der Latenz bei 60 FPs hinzugerechnet:
        "... Grundsätzlich besitzt jedes Computersystem eine Grundlatenz, die sich aus den Signallauf- und Verarbeitungszeiten der Ein- und Ausgabegeräte ergibt (ca. 20 - 50 ms). Die zusätzliche Latenz wird durch die Zeit bestimmt, welche die Grafikkarte zum Rendern eines Bildes benötigt. Bei 60 fps beträgt diese lediglich 17 ms (1s/60), bei 30 fps bereits 34 ms. ..."

        Das wären dann bei 30 FPS gute 54-84 ms was aber deutlich über den 70 ms (bzw 50 ms) liegt.
      • Von slot108 Software-Overclocker(in)
        "... Bei 60 fps beträgt diese lediglich 17 ms (1s/60), bei 30 fps bereits 34 ms.
        ... Unabhängige militärische Untersuchungen bei der Pilotenausbildung haben gezeigt,
        dass die Zielsicherheit der Testpersonen enorm litt, sobald man die Latenzzeit des Simulators von 40 ms auf 80 ms verdoppelte.

        Für die große Mehrheit aller Menschen sind Latenzzeiten bis maximal 70 ms vertretbar,
        wobei vereinzelte Testkandidaten bereits bei Reaktionszeiten von 50 ms Probleme mit der Genauigkeit bekommen.
        Die Untersuchungen lassen sich praktisch vollständig auf actionreiche Computerspiele ummünzen.
        Mit den insgesamt 37-67 ms Latenz bei 60 fps wird der ermittelte Richtwert unterboten."

        mit 34 ms, beziehungsweise 30 fps, ebenfalls.
      • Von MysticBinary82 Software-Overclocker(in)
        Zitat von Jongar
        Na ja, so viel war das auch nicht. Ich hab ne Zeitung erwartet
        Das mit dem 1fps ist ja schön und gut, und versteht ja auch jeder, und dass 15fps zu wenig sind, weiß ja auch jeder, ich sag ja nur "Webcam-Videos", da weiß man schon worum's geht!
        Das beantwortet aber meine Frage nicht. Ich brauch eine Szene wo 30fps nicht ausreichen für eine flüssige Darstellung!
        Ich schau mir gerne Animes an, 24fps mag da schon ein bisschen ruckelig wirken, aber ich merk's sofort wenn ausnahmsweise mal das Video mit 30fps läuft: ist absolut butterweich!
        60fps von 30fps zu unterscheiden ist dann ne andere Geschichte, da muss ich schon auf die Zahlen schauen. Deswegen frag ich ja bei welchen Szenen man mehr als 30fps braucht.

        Ist schon ne weile her... nen paar Jahre aber da hatte auch PCG nen Artikel zu dem Thema gedruckt und festgestellt, dass es solche und solche menschen gibt. Der eine sieht zwischen 30fps und 60fps keinen unterschied und der andere schon. Ich sehe diesen unterschied schon stark besonders in situationen wo die framerate von ca. 60fps auf 40-30fps abfällt.
      • Von MysticBinary82 Software-Overclocker(in)
        Zitat von redilS
        Bezüglich der Bildfrequend im Kino habt ihr beide unrecht...


        ...und ich könnte jedes mal aufs Neue an die Decke gehen wenn ich Unsinnsphrasen wie "eine Framerate von X reicht, damit es flüssig läuft" lese. Welche Framerate nötig ist um eine Szene flüssig darzustellen hängt von der Szene selbst ab.


        Dafür gibt es ja sogenannte Pan-Tabellen um eben ein stotterndes Bild zu vermeiden.
      • Von Jongar Schraubenverwechsler(in)
        Na ja, so viel war das auch nicht. Ich hab ne Zeitung erwartet
        Das mit dem 1fps ist ja schön und gut, und versteht ja auch jeder, und dass 15fps zu wenig sind, weiß ja auch jeder, ich sag ja nur "Webcam-Videos", da weiß man schon worum's geht!
        Das beantwortet aber meine Frage nicht. Ich brauch eine Szene wo 30fps nicht ausreichen für eine flüssige Darstellung!
        Ich schau mir gerne Animes an, 24fps mag da schon ein bisschen ruckelig wirken, aber ich merk's sofort wenn ausnahmsweise mal das Video mit 30fps läuft: ist absolut butterweich!
        60fps von 30fps zu unterscheiden ist dann ne andere Geschichte, da muss ich schon auf die Zahlen schauen. Deswegen frag ich ja bei welchen Szenen man mehr als 30fps braucht.
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