Intel: Gelsinger sieht mindestens drei "Zen-Momente"

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Quelle: Intel

Drei konkrete "Zen-Momente" und einiges in der Hinterhand hat Intel-CEO Pat Gelsinger laut eigener Aussage. Spannend sind vor allem die gesteckten Ziele: Bei Grafikkarten traut man sich zu, Nvidia ärgern zu können. Bei Server-Prozessoren erwartet man, AMD ab 2025 wieder technisch im Griff zu haben. Und das heterogene Design könnte Intel bei Erfolg etwas Vorsprung verschaffen.

Intels CEO Pat Gelsinger wurde von Finanzanalysten gefragt, ob man "Zen-Momente" am Horizont sieht - eine Anspielung auf den Erfolg der neu entwickelten CPU-Architektur von AMD. Daraufhin antwortete Gelsinger, dass man ein paar Sachen bei Intel in der Pipeline hat. Bei dreien wurde er konkreter. Der Start von Alder Lake steht kurz bevor und erwartungsgemäß nennt Gelsinger das heterogene Design als einen der potenziellen "Zen-Momente". Sollte das Hybrid-Konzept aufgehen, hätte Intel auch eine Zeit lang freie Fahrt, denn bei AMD kommt Vergleichbares erst mit Zen 5. Gelsinger weist zudem auf die geänderte Kern-Architektur hin, die ein großes Leistungsplus entfalten soll. Ob er damit auf Alder Lake anspielt oder auf die größeren Änderungen für Meteor Lake, bleibt dabei offen.

Ein weiterer großer Punkt ist die Arbeit an Grafikchips, bei denen Gelsinger offenbar Nvidia als Ziel im Visier hat. Laut Gelsinger ist Intel mit seiner Entwicklung in der Lage, Druck auf Nvidia auszuüben. Auch da ist die Deutung aber leicht schwammig - die Aussage könnte sich rein auf Datacenter-Applikationen und nicht auf Endkundenkarten beziehen. Zum Schluss wird auch die IPU-Architektur erwähnt, die Gelsinger als Meilenstein sieht. Neben diesen drei konkreten Entwicklungen habe man auch noch ein paar Dinge köcheln, die noch nicht öffentlich konkretisiert wurden.

Interessant waren vor allem die Aussagen, die nebenbei gefallen sind. Etwa die, dass man Nvidia bei Grafikkarten im Visier hat. Aber auch, dass man durchaus um die technische Schwäche im Datacenter-Bereich weiß, wo AMD bislang immerhin respektabel zurückgekehrt ist, aber auch nicht in Gänze Kapital aus der technischen Stärke schlagen konnte, weil der Markt etwas träger funktioniert. Gelsingers Vorgänger wollte es vermeiden, dass AMD mehr als 15-20 Prozent Marktanteil im Servergeschäft erstreitet - durch eine "schwache Umsetzung der Strategie" erwartet man jetzt aber eher, dass man in drei bis vier Jahren mit neuen Chips vom Sapphire und Diamond Rapids technisch kompetitiv ist. Bis Diamond Rapids startet, dürfte es aber 2025 werden und bis dahin scheint AMD zumindest die Grundlage dafür zu haben, weitere Marktanteile zu erstreiten und Intel kann nur das Beste der Situation machen.

Für Investoren ist natürlich auch interessant, dass Intel die Ware selbst produziert und so die Margen andere sind wie bei einer externen Fertigung - TSMC hatte etwa kürzlich Preiserhöhungen angekündigt. Gelsinger scheint sich auch nicht davor zu scheuen, Fabs selektiv für ein Halo-Produkt zu nutzen und hat das Ingenieursteam dazu angehalten, das beste Produkt der jeweiligen Kategorie abzuliefern. Zwischen den Zeilen mag man hier vielleicht etwas klassische Rivalität erkennen, die Technologieführerschaft wieder an sich zu reißen. Nicht unbedingt, weil man es wirtschaftlich muss, sondern weil man es möchte. Bei dem Thema wird AMD aber ein Wörtchen mitreden wollen.

Quelle: Cloudfront

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    • Kommentare (42)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von gaussmath
        Bist nen Lexikon gerX7a. Positiv gemeint!
      • Von gaussmath
        Bist nen Lexikon gerX7a. Positiv gemeint!
      • Von gerX7a BIOS-Overclocker(in)
        Zitat von gaussmath
        Joar, dauert noch. Mit Meteor Lake soll der Glue in 2023 kommen.
        Hängt von der Plattform ab. Sieht man es sich genau an, war der "Glue" schon Mitte 2020 mit Lakefield längst da (und der ging schon deutlich über das hinaus, was AMD derzeit und auch in 2022 überhaupt diesbezüglich macht/abliefert).
        Darüber hinaus folgt Anfang 2022 Sapphire Rapids SP (im größten Ausbau mit vier CPU-Tiles und zusätzlich vier HBM2E-Stacks auf dem CPU-Package) und als extremstes Beispiel Xe-HPC alias Ponte Vecchio, der zu der Zeit Packaging-technisch so ziemlich alles in der Industrie derart Verfügbares deutlich in den Schatten stellen wird.
        Zu Raptor Lake in 2022 weiß man noch nichts genaues, so bspw. zu seinen schon vorab angekündigten Cache-Erweiterungen. Bereits hierbei könnte es sich, wenn auch vermutlich weiterhin in 10nm, schon um ein EMIB-Design handeln bei einigen Modellen, wird man letzten Endes aber abwarten müssen.
        Meteor Lake in 2023 wird dagegen noch deutlich feingliedriger aufgeteilt werden als bspw. Sapphire Rapids SP. Hier ist EMIB gesichert und mindestens in Teilen war auch von Foveros die Rede. Dessen Compute Tile (vermutlich eine feste Kombination von P- und E-Cores und lokalen Caches) wird in Intel 4 und/oder einem äquivalenten TSMC-Prozess hergestellt werden (bspw. dem N5P oder dem N4).

        Weiterhin kann man vermuten, dass Xe-HPG 2 alias Battlemage in 2023 vermutlich auch im HighEnd als MCM-Design erscheinen wird, denn dessen interner Codename lautete "Elasti" und man weiß schon seit langem, das Xe grundsätzlich auf MCM ausgelegt ist und dass Intel auch bei GPUs daran arbeitet, d. h. man wird erwarten können, dass Intel auch in 2023 die dann neue GPU-NextGen von AMD und nVidia mit konkurrenzfähigen Produkten angreifen wird.
      • Von DARPA Volt-Modder(in)
        Korrekt, wobei wir es genau genommen auf Mainstream Desktop beschränken müssen. Sapphire Rapids wird ja schon aus Tiles bestehen und evtl. kommt da auch ne HEDT Plattform.

        Aber auf die Umsetzung von big.little bin ich gespannt. Wie gut die Verwaltung wird und was man alles manuell einstellen kann.
      • Von gaussmath
        Zitat von DARPA
        Die CPUs bleiben doch vorerst monolithisch.
        Joar, dauert noch. Mit Meteor Lake soll der Glue in 2023 kommen.
      • Von DARPA Volt-Modder(in)
        Die CPUs bleiben doch vorerst monolithisch.

        big.little und Chiplets sind 2 paar Schuhe
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