Ex-Intel-CEO Pat Gelsinger: Der GPU-Hype überlebt das Jahrzehnt nicht

55
News Valentin Sattler Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Ex-Intel-CEO Pat Gelsinger: Der GPU-Hype überlebt das Jahrzehnt nicht
Quelle: Intel

Laut dem ehemaligen Intel-CEO Pat Gelsinger wird die KI-Blase bald platzen - bis zum Ende des Jahrzehnts soll der massive Einsatz von GPU zu Ende sein. Ab dann sollen Quantencomputer übernehmen.

Intels ehemaliger CEO Pat Gelsinger, der von Februar 2021 bis Dezember 2024 für das Unternehmen verantwortlich war, gab in der Financial Times jüngst einige Einschätzungen zum aktuellen Stand der Industrie ab. Im Gespräch mit dem Korrespondenten Michael Acton sprach Gelsinger unter anderem auch über den anhaltenden KI-Hype. Hier erwartet der ehemalige Intel-CEO offenbar drastische Veränderungen - angeblich stehen zumindest der Hardware-Seite gewaltige Umwälzungen bevor.

Quantencomputer statt GPUs

Momentan wird die weltweite Nachfrage nach Rechenhardware - insbesondere GPUs und GPU-Beschleunigern - vor allem durch den KI-Hype und den daraus entstehenden Bedarf an Rechenleistung getrieben. Doch durch das Aufkommen von Quantencomputern soll das aber ein jähes Ende finden. Laut Gelsinger könnte die Technik bereits in zwei Jahren massentauglich sein und dann zu einer Bedrohung für den anhaltenden Hype werden. Bis zum Ende des Jahrzehnts sollen GPUs demnach verdrängt werden - zumindest in Rechenzentren.

Ob der ehemalige Intel-CEO mit dieser Prognose recht behalten wird, ist natürlich vollkommen offen. Gelsinger ist seit März Partner der Risikokapitalgesellschaft Playground Global, die unter anderem auch in Start-ups aus dem Quantencomputer-Segment investiert. Seine Aussagen könnten also entweder auf handfesten Einblicken basieren, oder aber schlicht auf Hoffnung. In jedem Fall haben die großen Halbleiterkonzerne Quantencomputer aber längst auf dem Schirm. Intel investiert hier schon seit vielen Jahren, AMD hat dieses Jahr eine Partnerschaft mit IBM verkündet und auch Nvidia pumpt Geld in das Segment.

Ebenso spannend: GPUs mit bis zu 5.000 Watt: Intel und TSMC möchten das möglich machen

Ein nahender Durchbruch von Quantencomputern ist dadurch aber keineswegs sicher, zumal dieser schon seit vielen Jahren in der Gerüchteküche umherkreist. Stattdessen wollen sich die Unternehmen wohl schlicht für dieses Szenario absichern, um im Falle eines Technologiewechsels wieder vorne mitzuspielen. Zunächst dürfte es dann tatsächlich um die margenträchtigen Rechenzentren gehen. Bis Gaming-GPUs hingegen irgendwann durch eine neue Technik ersetzt werden, dürfte es noch lange dauern.

Wie lange wird der KI-Hype anhalten? Nutzen Sie die Kommentarfunktion und teilen Sie uns Ihre Meinung mit. Zum Kommentieren müssten Sie auf PCGH.de oder im Extreme-Forum eingeloggt sein. Sollten Sie noch keinen Account haben, könnten Sie über eine Registrierung nachdenken, die viele Vorteile mit sich bringt. Beachten Sie beim Kommentieren aber bitte die gültigen Forenregeln.

Quelle: Financial Times (Paywall) via Wccftech

55
    • Kommentare (55)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Supie12 Freizeitschrauber(in)
        Zitat von MechUnit
        Dass jetzt zusätzlich die Speicherkrise herrscht, vereinfacht die Lage generell nicht unbedingt und da wird Nvidia dann sicher (wie auch AMD) vor allem im Consumer-Bereich weiter Umsatzeinbußen hinnehmen müssen, bis sich die Lage bessert.
        AMD hat ja schon mit einer Preiserhöhung reagiert. Mutmasslicher Hintergrund? Wenn weniger CPUs verkauft werden muss man halt an den wenigen mehr verdienen...

        NVIDIA hat dem vernehmen nach vor, keine Bundles aus Chip und Speicher mehr zu verkaufen, und umgeht so das Problem das sie eventuell erst auf den Speicher warten müssen, und die Preissteigerungen sind denen dann auch egal....

        Das grösste Problem wird halt sein, das KI extrem viel Speicher benötigt. Selbst wenn die Hersteller (die vor nicht all zu langer Zeit wohl fette rote Zahlen mit ihren Produkten geschrieben haben, auch das wird sie vom schnellen erweitern abhalten denke ich mal) sich gern die eine oder andere neue Fabrik hinstellen würden, so würden diese sicher nicht so schnell einsatzbereit, und dann wird da sicher die Kaluklation da sein ob, sie dann wieder in die nächste Überproduktion und unauskömmliche Preise rennen, wenn die anderen Hersteller den selben Weg verfolgen....

        Da wird dann wohl in nächster Zeit eher vermutlich nicht viel passieren und man taktiert, und wartet ab, was die anderen machen.

        Ich sehe also wirklich eine längere Zerit mit steigenden Preisen, und knappen Angeboten auf uns zukommen....
        Bin schon am überlegen, ob ich mir Produkte auf 'Halde" lege und in 1-2 Jahre verkloppe.... Bei Corona wäre das ja kein schlechtes Geschäft gewesen.

        Dies hier scheint mir mindestens die gleiche Tragweite zu haben.
      • Von Supie12 Freizeitschrauber(in)
        Zitat von MechUnit
        Dass jetzt zusätzlich die Speicherkrise herrscht, vereinfacht die Lage generell nicht unbedingt und da wird Nvidia dann sicher (wie auch AMD) vor allem im Consumer-Bereich weiter Umsatzeinbußen hinnehmen müssen, bis sich die Lage bessert.
        AMD hat ja schon mit einer Preiserhöhung reagiert. Mutmasslicher Hintergrund? Wenn weniger CPUs verkauft werden muss man halt an den wenigen mehr verdienen...

        NVIDIA hat dem vernehmen nach vor, keine Bundles aus Chip und Speicher mehr zu verkaufen, und umgeht so das Problem das sie eventuell erst auf den Speicher warten müssen, und die Preissteigerungen sind denen dann auch egal....

        Das grösste Problem wird halt sein, das KI extrem viel Speicher benötigt. Selbst wenn die Hersteller (die vor nicht all zu langer Zeit wohl fette rote Zahlen mit ihren Produkten geschrieben haben, auch das wird sie vom schnellen erweitern abhalten denke ich mal) sich gern die eine oder andere neue Fabrik hinstellen würden, so würden diese sicher nicht so schnell einsatzbereit, und dann wird da sicher die Kaluklation da sein ob, sie dann wieder in die nächste Überproduktion und unauskömmliche Preise rennen, wenn die anderen Hersteller den selben Weg verfolgen....

        Da wird dann wohl in nächster Zeit eher vermutlich nicht viel passieren und man taktiert, und wartet ab, was die anderen machen.

        Ich sehe also wirklich eine längere Zerit mit steigenden Preisen, und knappen Angeboten auf uns zukommen....
        Bin schon am überlegen, ob ich mir Produkte auf 'Halde" lege und in 1-2 Jahre verkloppe.... Bei Corona wäre das ja kein schlechtes Geschäft gewesen.

        Dies hier scheint mir mindestens die gleiche Tragweite zu haben.
      • Von MechUnit Software-Overclocker(in)
        Zitat von CD LABS: Radon Project
        Vor allen Dingen hätten sie ihre Enterprisewerte halt zwischendurch nicht durch die Aufgabe von Gaming pushen können. Im Gegenteil, es gab ja massiv geteiltes R&D und das gibt es bis heute --- wobei es aktuell mit Blackwell aber zum ersten Mal aus der anderen Richtung her wirklich drastisch fließt und bislang im Gaming halt auch nicht zündet. Mal schauen, wie das in Zukunft aussehen wird, ob Blackwell zu FineWine wird. (ich gehe höchstens von AcceptableWine aus, kann mir aber einen größeren Abstand zu Ada mit der Zeit durchaus vorstellen)
        Durchaus. Es deutet ja auch vieles darauf hin. Dass jetzt zusätzlich die Speicherkrise herrscht, vereinfacht die Lage generell nicht unbedingt und da wird Nvidia dann sicher (wie auch AMD) vor allem im Consumer-Bereich weiter Umsatzeinbußen hinnehmen müssen, bis sich die Lage bessert.
      • Von CD LABS: Radon Project Lötkolbengott/-göttin
        Zitat von MechUnit
        Insofern, gemessen an ihrer Größe, stimmt es schon, dass auch Gaming an ihrem Wachstum einen signifikaten Anteil hatte. Ohne Gaming wäre ihr Wachstum auch nicht so rasant gewachsen, aber bereits 2020 stand der Umsatz 9 Mrd. USD Enterprise zu 7,8 Mrd. USD Gaming (immerhin).
        Vor allen Dingen hätten sie ihre Enterprisewerte halt zwischendurch nicht durch die Aufgabe von Gaming pushen können. Im Gegenteil, es gab ja massiv geteiltes R&D und das gibt es bis heute --- wobei es aktuell mit Blackwell aber zum ersten Mal aus der anderen Richtung her wirklich drastisch fließt und bislang im Gaming halt auch nicht zündet. Mal schauen, wie das in Zukunft aussehen wird, ob Blackwell zu FineWine wird. (ich gehe höchstens von AcceptableWine aus, kann mir aber einen größeren Abstand zu Ada mit der Zeit durchaus vorstellen)
      • Von MechUnit Software-Overclocker(in)
        Zitat von CD LABS: Radon Project
        Das war aber eine lange Anfangszeit, nämlich mindestens bis zu CUDA...
        ...also 1993 bis 2007 abhängig, danach begann sich die Unabhängigkeit überhaupt erst einzustellen. Wenn man mal sehr großzügig für Nvidia davon ausgeht, dass sie 2010 unabhängig von Gamern geworden wären, dann wären es unterm Strich immer noch 17 Jahre Abhängigkeit und fünfzehn Jahre Unabhängigkeit!
        Insofern, gemessen an ihrer Größe, stimmt es schon, dass auch Gaming an ihrem Wachstum einen signifikaten Anteil hatte. Ohne Gaming wäre ihr Wachstum auch nicht so rasant gewachsen, aber bereits 2020 stand der Umsatz 9 Mrd. USD Enterprise zu 7,8 Mrd. USD Gaming (immerhin).

        Zitat von CD LABS: Radon Project
        Und wenn man sich die Zahlen von Nvidia anschaut wird man sehen: Das stimmt nicht --- Nvidia wurde erst in den allerletzten Quartalen unabhängig von Gamern! Q1, Q2 oder Q3 FJ24 (reales Jahr 23) taugen als Kandidaten. Vergleiche hiermit:
        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]
        Jetzt, im Q3 (Okt. 2025) FY 2026 sieht es eher so aus: Umsatz ~52,7 Mrd. USD Enterprise (inkl. KI) zu ~4,3 Mrd. USD Gamin. Das ist im Consumer-/Gaming-Markt nicht nichts, aber das brauchen sich die Nvidia-Fans auch nicht schön reden ^^ Die Zahlen kann jeder selbst nachprüfen.

        Wie gesagt: Nvidia ist und wird auch nicht mehr auf Gamer angewiesen sein. Isso.
      • Von DarkWing13 BIOS-Overclocker(in)
        Quantencomputer sind wie Fusionskraftwerke...werden (vielleicht) irgendwann Realität (in der Wissenschaft/großen Rechenzentren) aber sicher nicht in 4 Jahren.

        Aber was will ein (ehemaliger) CPU CEO (mit vielen Intel Aktien ) auch anderes sagen, dessen Herz sicher blutet, wenn er "sein Kind" INTEL derzeit anschaut.

        Es gab vor einigen Monaten einen Durchbruch, bei dem es Forschern gelungen ist, mit einem neuen Herstellungsverfahren, mehr als eine Handvoll QBits zu erzeugen.
        Denn das ist einer der Knackpunkte um einen echten(!) Q-Computer zubauen.
        Aber das waren Laborbedingungen!
        10-20 Jahre (min.) dürften hier sicher noch ins Land gehen, sollte es nicht zu neuen extremen Durchbrüchen auf dem Gebiet kommen.

        Zitat von Christoph1717
        genug ist da wohl ein Fremdword
        mehr oder sehr viel mehr passt besser in den Wortschatz von Jensen Huang

        Im Mai 2023 wurde sein Vermögen auf ca. 35 Milliarden US-Dollar geschätzt. Wikipedia
        156,6 Milliarden USD (2025) Forbes Magazine

        Also in zwei Jahren etwa das vierfache von 2023
        Merke: Ein Unternehmen kann NIEMALS genug Geld verdienen, denn das widerspricht dem Kapitalismus!
        Zitat von Krabonq
        Mal schauen, ob das dann RICHTIGE Quantencomputer sind.
        Die bisherige """""KI""""" ist ja auch nur strunzdumme LLMs.
        Damit immer noch intelligenter als der durchschnittliche Amerikaner!
      Direkt zum Diskussionsende
  • Print / Abo
    Apps
    PCGH Magazin 08/2026 PC Games 07/2026 play5 08/2026 N-Zone 07/2026 Linux Magazin 07/2026 LinuxUser 07/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games Hardware PC Games Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk