Radeon RX 7900: Presse wundert sich über AMDs eigenen Preis-Leistungs-Vergleich

21
News Maximilian Hohm Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Radeon RX 7900 XT neue UVP
Quelle: PC Games Hardware

Die News- und Medien-Outlets wundern sich unisono über AMDs Marketing-Strategie bei den Grafikkarten. Der Hersteller testet die Preis-Leistung der RDNA-3-Modelle gegen die hauseigenen RDNA-2-Modelle, die den Test auch noch gewinnen. Lesen Sie daher im Folgenden, warum das der Fall sein könnte und welche der neuen Radeons eventuell doch kaufbar sein könnte.

AMD und Nvidia haben die schnellsten Versionen ihrer neuen Grafikkarten vorgestellt und Nvidia hat plakativ gesagt gewonnen. Mit der Geforce RTX 4090 hat man die mit Abstand schnellste Grafikkarte im Portfolio, sodass AMD anderweitig punkten muss. Da wären der große Speicherausbau auf beiden RX-7900-Modellen, die Unterstützung des neuesten Displayport-Anschlusses und normale Stromanschlüsse anstatt des 12VHPWR-Anschlusses. Dazu sind AMDs MBA-Karten wesentlich kompakter als Nvidias FE-Modelle. Doch anstatt irgendeinen dieser Vorteile zum Marketing zu nehmen, verwendet AMD die Preis-Leistung.

Eigentlich auch keine schlechte Idee, würde man z. B. eine Radeon RX 7900XT, die es im PCGH-Preisvergleich bereits ab 949 Euro gibt, mit einer Geforce RTX 4090, die mindestens 1.829 Euro kostet, in Rasterizing-Benchmarks vergleichen, so käme man wohl zu dem Schluss, dass die AMD-Karte ein wesentlich besseres Preis-Leistungs-Verhältnis hätte. Doch so weit scheint das Marketing-Department von AMD nicht gedacht zu haben, denn verglichen hat man AMDs neue Grafikkarten mit AMDs alten Grafikkarten in Form von RDNA 2.

Diese wiederum sind seit einiger Zeit ein Preis-Leistungs-Sieger, sofern man davon bei den immer noch hohen Preisen sprechen darf. Anders als Nvidias RTX-3000-Reihe sind die RX-6000-Modelle im Preis gefallen und zumeist mehr oder weniger deutlich unterhalb ihrer UVP erhältlich. Das ist - wie quasi alle populären Medien-Outlets feststellen - nicht gut für AMDs Inszenierung der neuen Grafikkarten. Vor allem die Radeon RX 6700 XT und RX 6600, die die bisher in RDNA 3 nicht existente Mittelklasse abdecken, liefern laut den eigenen Benchmarks von AMD wesentlich mehr Fps pro Dollar.

Doch nicht nur diese Karten, sondern auch das vormalige Flaggschiff, die Radeon RX 6950 XT, düpiert die neuen Modelle regelrecht. Insofern macht AMDs Marketing-Aktion, die von den Kollegen von Computerbase zurecht als "kurios" bezeichnet wurde, nur Sinn, wenn AMD dadurch das Inventar von alten RX-6000-Modellen abbauen will. Ein wirklicher Anreiz für den Kauf einer neuen Radeon kommt weder dadurch noch durch die Kühler-Problematik der MBA-RX-7900XTX-Karten zustande.

Immerhin wirkt sich das langsam auch auf die deutsche Preisgestaltung aus. Die Radeon RX 7900XT, die mit ihrem preislichen Abstand zur Radeon RX 7900XTX nicht sehr attraktiv wirkt, war zwischenzeitlich für 899 Euro bei Mindfactory erhältlich und ist damit ca. 250 Euro günstiger als ihre große Schwester, wodurch immerhin die Relation zwischen den beiden Karten in die richtige Richtung geht.

Quelle: Computerbase, PC-Gamer, Toms Hardware, Videocardz

21
    • Kommentare (21)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Cleriker Kokü-Junkie (m/w)
        Ich weiß gar nicht was "die Presse" für ein Problem hat. AMD ist hier wenigstens ehrlich. Das kann man von vielen anderen nicht behaupten. Außerdem hat doch AMD gar nicht als Zielsetzung verkündet, dass sie die 7000er gut dastehen lassen wollten. Woher kommt also der Glaube, dass genau das mit diesem Vergleich nicht geklappt haben sollte?
      • Von Cleriker Kokü-Junkie (m/w)
        Ich weiß gar nicht was "die Presse" für ein Problem hat. AMD ist hier wenigstens ehrlich. Das kann man von vielen anderen nicht behaupten. Außerdem hat doch AMD gar nicht als Zielsetzung verkündet, dass sie die 7000er gut dastehen lassen wollten. Woher kommt also der Glaube, dass genau das mit diesem Vergleich nicht geklappt haben sollte?
      • Von BjornE PC-Selbstbauer(in)
        Zitat von Frank-Langweiler
        PCGH jedenfalls zieht hier nicht her, haben es andere getan? Ich glaube nicht, dass Du im Besitz eines adäquaten Urteilsvermögens bist.
        Preiswerte aussage
      • Von theGucky Volt-Modder(in)
        Zitat von Pu244
        Solange die neuen unteren Karten nicht da sind, werden sie sich auch verkaufen. Wenn man den 20% Mehrleistung der RTX 4060, gegenüber der RTX 3060 und 4GB weniger VRAM, bei einem Preis von 400€, glauben darf, werden sich die Karten auch dann noch verkaufen.
        Ab der 3080Ti, eigentlich schon ab der 3080 ist alles uninteressant wegen der 4070Ti...
        Die Karten darunter sind NOCH nicht betroffen.
      • Von Axel12 Software-Overclocker(in)
        Zitat von Pu244
        Was auch immer du damit sagen willst...
        Das Morgen von Heute in wird auch durch einen direkten Vergleich nicht besser!
      • Von Olstyle Trockeneisprofi (m/w)
        Zitat von Pu244
        Doch, da hat sich sehr wohl etwas getan. Die RTX 7900XTX ist (im PCGH Test) normal um 33% schneller und mit Raytracing 51%. Zusätzlich hat PCGH bei Cyberpunk 2077 nur die Ultraeinstellungen genommen, die Psychoeinstellungen wären aber interessanter gewesen.
        Guck dir mal die höheren Auflösungen im Standard Index an, dann siehst du auch die 50%. 1080p ohne RT ist halt partielles CPU-Limit, bzw. sorgt zumindest für Auslastungsprobleme auf den großen Karten, deswegen staucht es den Index etwas zusammen.

        Zitat von bohnengegart
        "Technologisch" durchaus und die Steigerung ist sogar relevant genug.
        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]
        Zitat

        Die entsprechenden Einheiten sind weiterhin pro Compute Unit einmal vorhanden (-> 96 in Navi 31 XTX, 84 in Navi 31 XT) und versierter beim Durchstöbern der Datenstruktur, was speziell komplexe Szenen beschleunigen soll.
        Ergo fast nichts. Eine relevante technologische Steigerung klingt so:
        Zitat

        Für die dritte Generation Ada Lovelace (RTX 40) nennt Nvidia eine erneut verdoppelte Ray-Triangle Intersection Rate gegenüber Ampere - pro Takt. Die RT-Cores 3.0 melden folglich doppelt so schnell einen Hit oder Miss beim Durchstöbern der Raytracing-Datenstruktur (BVH) und viermal so schnell wie jene in Turing. Während diese Verbesserung automatisch in Kraft tritt, verfügt Ada außerdem über zwei Funktionen, die eine deutlich höhere Leistung erlauben, sofern ein Entwickler diese explizit anspricht. Da wäre die doppelte Alpha-Traversal-Rate, welche mithilfe der sogenannten Opacity Micromap Engine (OMM) möglich wird. Dahinter steckt eine Funktion, um die beim Raytracing grundsätzlich problematischen Objekte mit Transparenzwert (Alpha) - wie Blätter oder Zäune - effizienter abzuarbeiten. Zu guter Letzt bieten Adas RT-Kerne eine sogenannte Displaced Micro-Mesh Engine (DMM), bei der es sich um eine Art spezielle Tessellation für Raytracing-Workloads handelt. Durch die Erzeugung feiner Details innerhalb der RT-Kerne (anstelle der kompletten Pipeline) soll die Erstellung der BVH-Datenstruktur (Bounding Volume Hierarchy) satte zehnmal schneller vonstattengehen und nur noch 1/20 des Speichers benötigen.
        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]

        Gerade beim Punkt RT hätte AMD imo einen deutlich größeren Schritt machen müssen und auch können. Es wird immer noch viel im Shader Prozessor gemacht was die RT Einheiten von Intel und NV in Hardware können.
      Direkt zum Diskussionsende
  • Print / Abo
    Apps
    PCGH Magazin 07/2026 PC Games 07/2026 play5 07/2026 N-Zone 07/2026 Linux Magazin 07/2026 LinuxUser 07/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games Hardware PC Games Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk