Radeon RX 7900: Presse wundert sich über AMDs eigenen Preis-Leistungs-Vergleich
Die News- und Medien-Outlets wundern sich unisono über AMDs Marketing-Strategie bei den Grafikkarten. Der Hersteller testet die Preis-Leistung der RDNA-3-Modelle gegen die hauseigenen RDNA-2-Modelle, die den Test auch noch gewinnen. Lesen Sie daher im Folgenden, warum das der Fall sein könnte und welche der neuen Radeons eventuell doch kaufbar sein könnte.
AMD und Nvidia haben die schnellsten Versionen ihrer neuen Grafikkarten vorgestellt und Nvidia hat plakativ gesagt gewonnen. Mit der Geforce RTX 4090 hat man die mit Abstand schnellste Grafikkarte im Portfolio, sodass AMD anderweitig punkten muss. Da wären der große Speicherausbau auf beiden RX-7900-Modellen, die Unterstützung des neuesten Displayport-Anschlusses und normale Stromanschlüsse anstatt des 12VHPWR-Anschlusses. Dazu sind AMDs MBA-Karten wesentlich kompakter als Nvidias FE-Modelle. Doch anstatt irgendeinen dieser Vorteile zum Marketing zu nehmen, verwendet AMD die Preis-Leistung.
Eigentlich auch keine schlechte Idee, würde man z. B. eine Radeon RX 7900XT, die es im PCGH-Preisvergleich bereits ab 949 Euro gibt, mit einer Geforce RTX 4090, die mindestens 1.829 Euro kostet, in Rasterizing-Benchmarks vergleichen, so käme man wohl zu dem Schluss, dass die AMD-Karte ein wesentlich besseres Preis-Leistungs-Verhältnis hätte. Doch so weit scheint das Marketing-Department von AMD nicht gedacht zu haben, denn verglichen hat man AMDs neue Grafikkarten mit AMDs alten Grafikkarten in Form von RDNA 2.
Diese wiederum sind seit einiger Zeit ein Preis-Leistungs-Sieger, sofern man davon bei den immer noch hohen Preisen sprechen darf. Anders als Nvidias RTX-3000-Reihe sind die RX-6000-Modelle im Preis gefallen und zumeist mehr oder weniger deutlich unterhalb ihrer UVP erhältlich. Das ist - wie quasi alle populären Medien-Outlets feststellen - nicht gut für AMDs Inszenierung der neuen Grafikkarten. Vor allem die Radeon RX 6700 XT und RX 6600, die die bisher in RDNA 3 nicht existente Mittelklasse abdecken, liefern laut den eigenen Benchmarks von AMD wesentlich mehr Fps pro Dollar.
Doch nicht nur diese Karten, sondern auch das vormalige Flaggschiff, die Radeon RX 6950 XT, düpiert die neuen Modelle regelrecht. Insofern macht AMDs Marketing-Aktion, die von den Kollegen von Computerbase zurecht als "kurios" bezeichnet wurde, nur Sinn, wenn AMD dadurch das Inventar von alten RX-6000-Modellen abbauen will. Ein wirklicher Anreiz für den Kauf einer neuen Radeon kommt weder dadurch noch durch die Kühler-Problematik der MBA-RX-7900XTX-Karten zustande.
Immerhin wirkt sich das langsam auch auf die deutsche Preisgestaltung aus. Die Radeon RX 7900XT, die mit ihrem preislichen Abstand zur Radeon RX 7900XTX nicht sehr attraktiv wirkt, war zwischenzeitlich für 899 Euro bei Mindfactory erhältlich und ist damit ca. 250 Euro günstiger als ihre große Schwester, wodurch immerhin die Relation zwischen den beiden Karten in die richtige Richtung geht.
Quelle: Computerbase, PC-Gamer, Toms Hardware, Videocardz

Die Karten darunter sind NOCH nicht betroffen.
Die entsprechenden Einheiten sind weiterhin pro Compute Unit einmal vorhanden (-> 96 in Navi 31 XTX, 84 in Navi 31 XT) und versierter beim Durchstöbern der Datenstruktur, was speziell komplexe Szenen beschleunigen soll.
Für die dritte Generation Ada Lovelace (RTX 40) nennt Nvidia eine erneut verdoppelte Ray-Triangle Intersection Rate gegenüber Ampere - pro Takt. Die RT-Cores 3.0 melden folglich doppelt so schnell einen Hit oder Miss beim Durchstöbern der Raytracing-Datenstruktur (BVH) und viermal so schnell wie jene in Turing. Während diese Verbesserung automatisch in Kraft tritt, verfügt Ada außerdem über zwei Funktionen, die eine deutlich höhere Leistung erlauben, sofern ein Entwickler diese explizit anspricht. Da wäre die doppelte Alpha-Traversal-Rate, welche mithilfe der sogenannten Opacity Micromap Engine (OMM) möglich wird. Dahinter steckt eine Funktion, um die beim Raytracing grundsätzlich problematischen Objekte mit Transparenzwert (Alpha) - wie Blätter oder Zäune - effizienter abzuarbeiten. Zu guter Letzt bieten Adas RT-Kerne eine sogenannte Displaced Micro-Mesh Engine (DMM), bei der es sich um eine Art spezielle Tessellation für Raytracing-Workloads handelt. Durch die Erzeugung feiner Details innerhalb der RT-Kerne (anstelle der kompletten Pipeline) soll die Erstellung der BVH-Datenstruktur (Bounding Volume Hierarchy) satte zehnmal schneller vonstattengehen und nur noch 1/20 des Speichers benötigen.
Gerade beim Punkt RT hätte AMD imo einen deutlich größeren Schritt machen müssen und auch können. Es wird immer noch viel im Shader Prozessor gemacht was die RT Einheiten von Intel und NV in Hardware können.