Geforce RTX 5080: Hotspot-Temperatur sorgt für RMA-Anfrage
Colorful hat einem Käufer der iGame Geforce RTX 5080 Vulcan White die Einsendung empfohlen, nachdem HWMonitor knapp 100 Grad am wärmsten Punkt der GPU meldete. Ab 95 Grad über zehn Minuten gilt dem Hersteller die Grafikkarte als überhitzt.
Zwei Nutzerberichte aus China stehen wohl am Anfang der ersten dokumentierten Hotspot-Debatte um die Geforce RTX 5000 ("Blackwell"). Seit CPUID mit HWMonitor den Zugriff auf den Messwert wiederhergestellt hat, sehen Besitzer einer aktuellen Blackwell-Grafikkarte erstmals seit dem Marktstart wieder, wie heiß die GPU am wärmsten Messpunkt, dem sogenannten "Hotspot", tatsächlich werden kann.
Nvidia hatte den Zugriff im Januar 2025 gekappt, der Sensor selbst blieb indes stets auf der GPU - PCGH hatte berichtet. Nun kommen die ersten Messwerte beim Hersteller an und könnten potenziell eine Flut an RMA-Anfragen auslösen.
Colorful empfiehlt Einsendung der Geforce RTX 5080
Wer eine Geforce RTX 5000 besitzt und im Monitoring jetzt erstmals einen dreistelligen Hotspot-Temperaturwert zu Gesicht bekommt, findet nachfolgend die Einschätzung des chinesischen Board-Partners, die ersten beiden bislang bekannten Fälle und deren Einordnung. Das Thema hat indes durchaus Eskalationspotenzial.
Colorful schickt einen Käufer zum Kundendienst
Der chinesische Hersteller Colorful stuft die Temperatur einer Geforce-Grafikkarte zwischen 50 und 90 Grad Celsius als normal ein und wertet erst 95 Grad über mehr als zehn Minuten unter Last als Überhitzung. Das geht aus einem Screenshot des Supports hervor, den der Insider UNIKO's Hardware auf X veröffentlicht hat.
Ausgangspunkt ist der Besitzer einer iGame Geforce RTX 5080 Vulcan White, dessen HWMonitor knapp 100 Grad am Hotspot auswies. Der Kundendienst verwies zunächst auf die naheliegenden Ursachen: Gehäuse-Belüftung prüfen, Staub entfernen.
Bleibt der Wert bei guter Kühlung bei 95 Grad oder darüber, solle der Käufer eine Prüfung beantragen, um einen Kühlerdefekt oder einen anderen Hardware-Defekt auszuschließen. Damit liegt der erste bekannte Fall vor, in dem ein Board-Partner wegen des neuen Hotspot-Werts zur Einsendung rät.
Bemerkenswert ist dabei eine Unschärfe in der Auskunft: Der Korridor von 50 bis 90 Grad beschreibt üblicherweise die durchschnittliche GPU-Temperatur. Der Hotspot liegt bauartbedingt darüber, bei Blackwell-GPUs nach den bisherigen Messungen durchschnittlich um etwa 15 bis 35 Grad.
Hotspot der Geforce RTX 5090 D dreht die Lüfter auf 3.000 U/min
Eine Colorful iGame Geforce RTX 5090 D Advanced OC erreicht laut einem Bericht im chinesischen Forum NGA einen Hotspot von 112 Grad Celsius, bei in etwa 35 Grad Abstand zur ausgewiesenen GPU-Temperatur. Die Lüfter drehten dabei mit 3.000 Umdrehungen pro Minute, ohne dass ein Tool ein Problem gemeldet hätte.
Der Wert wirft eine Frage auf, welche der Bericht selbst nicht beantwortet: Nvidia drosselt die Geforce RTX 5000 nach bisherigen Erkenntnissen ab 107 Grad Celsius. Genau diese Grenze hatten brasilianische Reparatur-Spezialisten mit dem internen Diagnose-Werkzeug MODS an einer Geforce RTX 5070 Ti nachgewiesen.
Eine gemeldete Temperaturspitze von 112 Grad passt dazu nicht. Entweder liest das Werkzeug den Sensor falsch aus, oder für die Geforce RTX 5090 D gelten tatsächlich deutlich höhere Schwellen.
Zwei Fälle sind noch kein Serienproblem
Die Hotspot-Anzeige der Geforce RTX 5000 ist derzeit eine unbestätigte Näherung: HWiNFO-Entwickler Martin Malík hat zwei Temperatursensoren gefunden, von denen einer vermutlich den Grafikchip und einer die Spannungsversorgung abbildet. Welcher Wert welchem Bauteil gehört, ist offen.
Nvidia hat den Sensor bis heute nicht dokumentiert und sich zur ursprünglichen Sperre nie geäußert. Sämtliche Programme greifen deshalb auf zurückentwickelte NVAPI-Funktionen oder direkt auf die Register des Grafikprozessors zu, weshalb der MSI Afterburner als lizenzierte Partner-Software außen vor bleibt.
Zwei Einzelfälle belegen kein generelles Kühlungsproblem der Geforce RTX 5000. Sie zeigen hingegen, wofür der Messwert taugt: Die durchschnittliche GPU-Temperatur kann im grünen Bereich liegen, während eine einzelne Zone des Grafikprozessors durchaus deutlich heißer werden kann.
Genau das bleibt ohne Hotspot-Anzeige unsichtbar, und genau deshalb landen solche Grafikkarten bislang erst dann im Kundendienst, wenn die Leistung bereits einbricht.
Wie ist die Lage in Deutschland?
Colorful spielt im deutschen Handel keine nennenswerte Rolle, die iGame-Grafikkarten kommen meist über Importeure ins Land. Für Besitzer einer Nvidia Geforce RTX 5000 anderer Hersteller gilt hierzulande ohnehin ein anderer Weg als in China: Zumeist ist der Verkäufer der erste Ansprechpartner, die gesetzliche Gewährleistung läuft 24 Monate ab Übergabe der Grafikkarte.
Eine hohe Hotspot-Temperatur allein trägt als Nachweis derzeit wenig, solange Nvidia keine offizielle Obergrenze dokumentiert und das Auslesen auf zurückentwickelten Schnittstellen beruht. Belastbarer ist die Symptomatik: dauerhaft hochdrehende Lüfter, sinkende Taktraten und reproduzierbare Leistungseinbrüche unter Last.
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Quelle: NGA via UNIKO's Hardware via VideoCardz

( frei nach Goethe )
Mindermeinung: Die Entwickler der Tools sollten sich mal Gedanken darüber machen, was sie mit ihren unfertigen Betas oder noch schlimmer fertigen Versionen mit nicht gänzlich geklärten Werten hier anrichten. Auffällig, dass HWmonitor damit angefangen hat und schlagartig alle nachziehen mussten.
Danke für nichts liebe Tool-Entwickler.