Geforce RTX 5000: Hotspot-Sensor im Afterburner freischalten
Unwinder hat im Guru3D-Forum erklärt, warum der MSI Afterburner den Hotspot der Geforce RTX 5000 nicht anzeigt. Schuld ist demnach Nvidias geschlossene Schnittstelle; über HWiNFO und ein Plug-in findet der Wert dennoch den Weg ins Overlay.
Wer eine Geforce RTX 5000 besitzt und wissen will, wie heiß der wärmste Punkt seines Grafikchips tatsächlich wird, sucht im MSI Afterburner nach wie vor vergeblich. HWMonitor 1.65 liefert die Hotspot-Temperatur seit dem 14. Juli wieder, HWiNFO ist inzwischen nachgezogen, und Nvidias internes Diagnose-Werkzeug MODS kannte diesen Wert ohnehin die ganze Zeit, ist aber offiziell nicht öffentlich verfügbar.
Ausgerechnet das populärste Tuning-Werkzeug für Geforce-Grafikkarten, der MSI Afterburner, bleibt außen vor. Dessen Entwickler Alexey ("Unwinder") Nicolaychuk hat jetzt im Forum von Guru3D öffentlich erklärt, woran die Einschränkung liegt.
Warum der MSI Afterburner den Hotspot nicht anzeigt
Alexey Nicolaychuk hat die Frage nach dem fehlenden Hotspot-Support ganz ausführlich beantwortet. Der Entwickler, in der Szene unter dem Namen "Unwinder" bekannt, betreut den MSI Afterburner seit dem Jahr 2008 im Auftrag des taiwanischen Herstellers MSI. Genau dieses Auftragsverhältnis ist der Kern des Problems und der Grund, weshalb die Hotspot-Temperatur offiziell weiterhin nicht angezeigt wird.
Nvidia hält die Hotspot-Schnittstelle unter Verschluss
Nvidia gibt die Monitoring-Schnittstellen für Hotspot- und Speichertemperatur ausschließlich für die eigene interne Software frei, nicht einmal Board-Partner erhalten Zugriff. Nicolaychuk beschreibt das im Forum als schwer nachvollziehbar.
Jedes Windows-Programm, welches auf Geforce-Grafikkarten einen Hotspot anzeigt, greife auf zurückentwickelte NVAPI-Features zurück. Bei der Geforce RTX 5000 alias "Blackwell" reicht selbst das nicht mehr: Dort führt der Weg nur noch über direkte Zugriffe auf die Register des Grafikprozessors. Dem US-Unternehmen gefallen entsprechende Praktiken erwartungsgemäß wenig und MSI kooperiert.
Afterburner mit Nvidias Segen und Nvidias Regeln
Der MSI Afterburner ist offiziell lizenzierte Partner-Software und darf deshalb nur Sensoren auslesen, welche Nvidia über die offene NVAPI freigibt. Rechtliche und Marketing-Gründe verhindern die Funktion, technische Hürden gibt es keine.
Solange Nvidia den Sensor nicht offiziell dokumentiert, bleibt der Hotspot im Afterburner also leer. In seinem privaten, von MSI unabhängigen Projekt Rivatuner Statistics Server ("RTSS") hat Alexey Nicolaychuk den Zugriff dagegen bereits demonstriert. Sein Vorschlag an die Community: Jemand möge doch ein entsprechendes Plug-in schreiben, das die Lücke inoffiziell schließt.
So liest man den Hotspot der Geforce RTX 5000 trotzdem aus
Der Umweg führt über HWiNFO: Das Programm liest den Hotspot der Geforce RTX 5000 seit Version 8.51 aus und reicht ihn per Shared Memory an den MSI Afterburner weiter. Das Plugin liegt der Afterburner-Installation seit der Version 4.4.0 bei.
HWiNFO als Sensorquelle einrichten
Anwender müssen HWiNFO in Version 8.51 oder neuer installieren und anschließend die allgemeinen Einstellungen per Rechtsklick auf das Tray-Symbol öffnen. Dort aktiviert man "Shared Memory Support"; ohne diese Option bleibt der Sensor für andere Programme unsichtbar. In der Sensor-Ansicht taucht die Hotspot-Temperatur anschließend unterhalb der GPU-Temperatur auf. HWiNFO muss im Hintergrund auch weiterhin laufen.
Den Wert ins Afterburner-Overlay holen
Im MSI Afterburner wechselt man in den Einstellungen auf den Reiter "Monitoring" und setzt unter "Aktive Plug-ins" den Haken bei HwInfo.dll. Über die Konfiguration wählt man dann den Hotspot-Sensor aus der Liste der exportierten Werte.
Anschließend erscheint er in der Grafikliste, wo man ihn über "In On-Screen-Display anzeigen" aktivieren kann. Die Darstellung im Spiel übernimmt wie gewohnt der Rivatuner Statistics Server.
Alternativen ohne Afterburner
HWMonitor 1.65 zeigt den Hotspot ohne jede Konfiguration an, verzichtet aber auf ein Overlay. CapFrameX hat die Unterstützung für Version 1.9.0 angekündigt. Igor's Lab schätzt den Wert mit dem Werkzeug IBHE aus Rohdaten, Leistungsaufnahme und Lüftersteuerung, was ohne direkten Sensorzugriff auskommt.
Die Hotspot-Anzeige der Geforce RTX 5000 ist derzeit eine unbestätigte Näherung: HWiNFO-Entwickler Martin Malík fand zwei Temperatursensoren und kann bisher nicht sicher sagen, welcher davon den Grafikchip meint.
Die Arbeitsthese lautet, dass der zweite Sensor die Spannungswandler erfasst. Ob es sich um denselben Sensortyp handelt, welchen die Geforce RTX 4000 offenlegt, ist ebenfalls offen.
CPUID hat für HWMonitor bis heute nicht erklärt, wie der Zugriff funktioniert. Als Diagnose-Hinweis taugt der Wert dennoch: Ein Abstand von 10 bis 20 Grad Celsius zur GPU-Temperatur gilt als unauffällig, 30 Grad und mehr deuten auf ausgetrocknete Wärmeleitpaste oder schlechten Kühlerkontakt hin.
Bei der brasilianischen Geforce RTX 5070 Ti aus der vergangenen Woche waren es 39 Grad Celsius, und die Grafikkarte lief bei 107 Grad ins Temperatur-Limit.
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Quelle: Unwinder via Guru3D

Dazu braucht man allerdings den Afterburner nicht unbedingt, geht auch direkt mit dem RTSS (Riva Tuner).
Und der RTSS muss dabei auch nicht die Framerate kappen.