"10-fache Leistung der RTX 5090": GPU-Start-up mit wilden Pathtracing- und FP64-Versprechen

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"10-fache Leistung der RTX 5090": GPU-Start-up mit wilden Pathtracing- und FP64-Versprechen
Quelle: Bolt Graphics

Auf dem GPU-Markt macht sich ein neuer Mitbewerber für einen Angriff auf Nvidia bereit: Das kalifornische Start-up Bolt Graphics stellt mit "Zeus" eine GPU-Plattform vor, die die Nvidia RTX 5090 im Hinblick auf Pathtracing und FP64-Rechenleistung deutlich schlagen soll.

Der GPU-Markt könnte bald einen neuen Mitbewerber bekommen. Das Start-up Bolt Graphics aus Sunnyvale, Kalifornien, hat seine Zeus-GPU-Plattform vorgestellt, die mit beeindruckenden Leistungsversprechen aufwartet. Laut Bolt soll die Zeus-GPU in bestimmten Workloads, insbesondere beim Pathtracing, bis zu zehnmal schneller sein als Nvidias aktuelle Geforce RTX 5090. Allerdings gibt es eine wichtige Einschränkung: Zeus unterstützt keine traditionellen Rendering-Techniken.

Denn im Gegensatz zu den GPUs von AMD, Intel und Nvidia, die auf proprietären Befehlssatzarchitekturen basieren, setzt Zeus auf die Open-Source-Befehlssatzarchitektur RISC-V. Zum Einsatz kommt der quelloffene RVA23-Kern in Kombination mit nicht näher spezifizierten FP64-ALUs sowie der RVV 1.0 (RISC-V Vector Extension Version 1.0), die 8-Bit-, 16-Bit-, 32-Bit- und 64-Bit-Datentypen verarbeiten kann. Zusätzlich dazu hat Bolt eigene proprietäre Erweiterungen für die Beschleunigung wissenschaftlicher Workloads implementiert.

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Auf traditionelle Texture Mapping Units (TMUs) und Render Output Units (ROPs) verzichtet Zeus in seinem Multi-Chiplet-Design indes nicht, wie das Unternehmen gegenüber Tom's Hardware erklärt - genaue Details stehen allerdings noch aus. Zudem verfügt jede Zeus-GPU über einen DisplayPort 2.1a- und einen HDMI 2.1b-Ausgang. Im Gegensatz zu High-End-GPUs konzentriert sich Bolt eher auf größere Speicherkapazitäten, um umfangreichere Datensätze für Rendering oder Simulationen verarbeiten zu können:

  • Das Einstiegsmodell Zeus 1c26-032 verfügt über eine einzelne Verarbeitungseinheit mit 32 GB LPDDR5X-Speicher bei 273 GB/s und kann mit bis zu 128 GB DDR5-Speicher über zwei SO-DIMMs (bei 80 GB/s) erweitert werden.
  • Die höherwertigen Varianten Zeus 2c26-064 und 2c26-128 nutzen zwei Zeus-Verarbeitungseinheiten, einen I/O-Chiplet und unterstützen entweder 64 GB oder 128 GB LPDDR5X-Speicher; maximal sollen bis 320 GB DDR5-Speicher möglich sein.
  • Die leistungsstärkste Implementierung in Form des Zeus 4c26-256 integriert jeweils vier Verarbeitungseinheiten und I/O-Chiplets, 256 GB LPDDR5X und bis zu 2 TB DDR5-Speicher. Diese Quad-Chiplet-Zeus-Implementierung ist in dem Sinne aber keine Grafikkarte mehr, sondern gilt als Server.

Die versprochenen Leistungsdaten lesen sich beeindruckend: Selbst das Einstiegsmodell Zeus 1c26-32 bietet eine deutlich höhere FP64-Rechenleistung als Nvidias GeForce RTX 5090 - bis zu 5 TFLOPS gegenüber 1,6 TFLOPS - und eine erheblich höhere Pathtracing-Leistung, die das Unternehmen auf 77 Gigarays (gegen 32 Gigarays der RTX 5090) beziffert. Zeus verfügt zudem mit 128 MB über einen etwas größeren On-Chip-Cache als Nvidias Flaggschiff mit seinen 120 MB - und einen niedrigeren Stromverbrauch: 120 Watt stehen hier 575 Watt gegenüber, was ihn effizienter für Simulationen, Path Tracing und Offline-Rendering macht.

Die Software-Unterstützung dürfte ein entscheidender Faktor für den Erfolg von Bolts Zeus-GPUs sein: Im Gegensatz zu CUDA für Nvidia und ROCm für AMD fehlt Zeus von Bolt ein ausgereiftes, weitverbreitetes Software-Ökosystem. Da Zeus auf RISC-V basiert, sind zumindest potenziell vorhandene Open-Source-Tools und -Bibliotheken nutzbar. Unklar ist indes, ob Zeus branchenübliche Frameworks wie OpenCL, Vulkan und CUDA unterstützen kann. Spätestens in diesem Jahr erfahren wir mehr: Bis Ende 2025 sollen die ersten Developer-Kits zur Verfügung stehen.

Quelle: Bolt Graphics via Wccftech

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    • Kommentare (45)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von PCGH_Torsten Kokü-Junkie (m/w)
        64 Bit "Breite" hatten wir von Pentium 1 bis zum Ende des Core 2. Die "64 Bit" in Befehlssätzen beziehen sich sehr wohl auf die Berechnungsgenauigkeit, wenn auch eher Integer denn FP. In Spielen muss man derart genaue Berechnungen aber überhaupt erstmal benötigen.
      • Von PCGH_Torsten Kokü-Junkie (m/w)
        64 Bit "Breite" hatten wir von Pentium 1 bis zum Ende des Core 2. Die "64 Bit" in Befehlssätzen beziehen sich sehr wohl auf die Berechnungsgenauigkeit, wenn auch eher Integer denn FP. In Spielen muss man derart genaue Berechnungen aber überhaupt erstmal benötigen.
      • Von herschdorfer Schraubenverwechsler(in)
        Zitat von Todesklinge
        Wir spielen heute doch auch auf 64bit Systeme und die alten 32bit sterben dahin.

        Das würde bei den Grafikkarten gut tun das mal zu ändern!
        Das wäre mal wirklich ein Fortschritt in der Technik, weg vom alten FP32 hin zu FP64!
        Das eine ist die Bitbreite der CPU das andere die Genauigkeit einer floating point Zahl.

        Apfel, Birnen.

        Und 64 bit Genauigkeit bringt beim zocken nix.
      • Von PCGH_Torsten Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von Pu244
        Um die Aussage richtig verstehen zu können, muß man wissen, dass die normalen Gamingkarten massiv beschnitten sind, was die FP 64 Leistung betrifft. Die Profikarten und früher die Titan sind das nicht (was auch der Grund war, warum die Titan eingestellt wurde).

        Zum Vergleich: nimmt man die, für Spiele wichtige FP32 Leistung, dann ist die RTX 4090 18 mal so schnell, wie die erste Titan. Das sind 9 Jahre Fortschritt. Was die erste Titan in Full HD hinbekommt, das stellt die RTX 4090 mühelos in 8K da. Nimmt man hingegen die FP64 Leistung dann ändert sich das ganze und zwar gewaltig. Die RTX 4090 ist nur nur ganz knapp schneller, trotz 9 Jahren Fortschritt und 450W statt 250W. Damit man die volle FP64 Leistung bekommt, muß man bei Nvidia sehr tief in die Tasche greifen und sich die 6000€ teure Profikarte kaufen, die ist dann auch (wenn ich mich recht entsinne) 16 mal so schnell, wie die erste Titan.
        Der vielleicht relevantere Vergleich, ausgehend von Bolts eigener Präsentation: Nimmt man FP32 ist das mit der RTX 5090 verglichene Modell nicht einmal ein Drittel so schnell, wie eine RTX 5080.

        Denn bin ich gespannt auf den Strahlenverfolgungsteil des Chips. Über die Zahl der möglichen Strahlen schweigt Nvidia seit drei Generationen recht konsequent, aber die teils miserable Performance lässt die von Bolt angegebenen 32 GR/s für die 5090 nicht unglaubwürdig erscheinen und die mit Spezialhardware, wie hier zu überbieten und das 150-GR/s-Versprechen einzulösen, erscheint nicht unglaubwürdig. In QHD@120 Hz wäre das immerhin der Unterschied zwischen 60 Strahlen und Pixel oder eben 300 pro Pixel. Wenn man bedenkt, dass schon ein einfache Lichtstreuung für eine korrekte Berechnung einige 100 Sekundärstrahlen erfordern kann, würde das den Einsatz an KI-Bildgerate drastisch reduzieren und damit auch Artefakte, insbesondere temporale.

        Zitat von BxBender
        Ein dominanter Marktführer wie Nvidia würde sich niemals die Butter vom Brot nehmen lassen, wenn es auch nur einen Hauch einer Chance gäbe, dass ein anderes Unternehmen denen ein großes Stück vom Kuchen abschneiden könnte.
        Genau! Deswegen hat Intel auch schon zehnmal AMD aufgekauft und AMD mittlerweile dreimal Intel!!
      • Von Rooney070 Komplett-PC-Käufer(in)
        Wow ,das riecht so richtig nach nem schlimmen Hardware-Scam , ist mit hoher Wahrscheinlicjkeit genau so ein Luftschloss wie diese "192 - Kern" - Tachyum CPU ---
      • Von Todesklinge Software-Overclocker(in)
        Wir spielen heute doch auch auf 64bit Systeme und die alten 32bit sterben dahin.

        Das würde bei den Grafikkarten gut tun das mal zu ändern!
        Das wäre mal wirklich ein Fortschritt in der Technik, weg vom alten FP32 hin zu FP64!
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