Aufwändiger Scam: Hinter Geforce RTX 4090 verbirgt sich eigentlich eine RTX 3080 Ti
Der US-Reparaturservice Northwestrepair stellt in einem neuen Video einen ungewöhnlichen und aufwändigen Scam vor. Hinter einer zur Reparatur eingeschickten Geforce RTX 4090 verbarg sich eine gut getarnte RTX 3090 Ti.
Meist wird beim Bestellen von Hardware zwar tatsächlich das richtige Produkt geliefert, doch leider kommt es auch immer wieder zu Betrugsversuchen. Beispielsweise gab es schon Berichte über schwächere oder sogar gar nicht kompatible Prozessoren, die sich in der vermeintlichen Originalverpackung befanden. Und auch bei Grafikkarten wurde schon von üblen Machenschaften berichtet, bei denen beispielsweise das UEFI so angepasst wurde, dass sich eine alte, langsame Grafikkarte als deutlich schnelleres Modell ausgibt.
Die Beschriftungen passen
Ein jüngst vom US-Reparaturservice Northwestrepair entdeckter Scam geht darüber aber noch deutlich hinaus. Dort wurde eine "Geforce RTX 4090" zur Reparatur eingeschickt, die nicht starten wollte. Dabei wurden gleich mehrere Probleme entdeckt: Unter der GPU - erwartungsgemäß ein AD102-Chip von Nvidia - befand sich kein Lötzinn. An den Kontakten waren zudem Kratzspuren zu sehen, und eine Schiene der Spannungsversorgung hatte einen Kurzschluss.
Bei der weiteren Fehlersuche wurden die Speichermodule abgenommen und weitere Auffälligkeiten entdeckt: Die Chips wurden mit unterschiedlichen Zinnarten befestigt. Obendrein verfügten zwei der Module nicht über die zu erwartenden 2 GiB Kapazität, sondern nur über 256 MiB. Gleichzeitig sahen die Oberseiten der Speicherchips erstaunlich flach und nicht nach typischen GDDR6X-Modulen aus.
Auch an der GPU wurde schließlich eine Auffälligkeit entdeckt: Das Erdungspad links unten am Chip befindet sich an einer minimal anderen Position, die eigentlich vom Vorgängerchip GA102 bekannt ist. Offenbar handelte sich bei der gesamten Grafikkarten ursprünglich um eine Geforce RTX 3080 Ti. Bei dieser wurden die GPU und die Speicherchips entfernt, die Beschriftungen abgeschliffen und - passend verändert - neu aufgebracht. Anschließend wurden die Chips auf dem PCB einer Geforce RTX 4090 platziert, deren GPU pinkompatibel ist. So konnte das Modell zu einem deutlich höheren Preis verkauft werden.
Ebenso spannend: Nvidia RTX 5000: Neues Gerücht zu Desktop-Blackwell - kommen bald Details?
Hätte es bei der Umsetzung dieses aufwändigen Scams keine Probleme gegeben, durch die die Grafikkarte zur Reparatur eingeschickt wurde, wäre er womöglich unentdeckt geblieben. Ein Performance-Test hätte zwar schnell gezeigt, dass die "RTX 4090" deutlich zu langsam ist, doch hätte man dahinter nach dem Sichten der "echten" GPU einen Teildefekt vermuten können. Nortwestrepair empfiehlt deshalb, beim Kauf von (gebrauchter) Hardware vorsichtig zu sein - und chinesische Anbieter zu meiden.
Kommen gebrauchte Grafikkarten für Sie infrage? Nutzen Sie die Kommentarfunktion und teilen Sie uns Ihre Meinung mit. Zum Kommentieren müssten Sie auf PCGH.de oder im Extreme-Forum eingeloggt sein. Sollten Sie noch keinen Account haben, könnten Sie über eine Registrierung nachdenken, die viele Vorteile mit sich bringt. Beachten Sie beim Kommentieren aber bitte die gültigen Forenregeln.
Quelle: via Videocardz

Wenn du dich beschweren möchtest, kannst du dich an Nortwestrepair wenden.
Gruß
Nortwestrepair empfiehlt deshalb, beim Kauf von (gebrauchter) Hardware vorsichtig zu sein - und chinesische Anbieter zu meiden.
Bei Karten wird generell zu viel Schindluder getrieben, sieht man immer gut an den Beschreibungen, entweder sind sie ganz toll oder es wird so wenig wie nur irgend möglich geschrieben, beides ist für mich verdächtig.