Grafikkarten: AMD und Nvidia liefern weniger GPUs aus, Nachfrage sinkt weiter
Die Grafikkarten-Verkäufe waren auch im vierten Quartal 2018 weiter rückläufig. Das berichtet das Marktforschungsunternehmen Jon Peddie Research. Die Überversorgung im Nachgang des Kryptowährungs-Hypes sei ursächlich dafür und werde sich auch im ersten und zweiten Quartal 2019 bemerkbar machen.
Vergangenes Jahr verdienten sich AMD und Nvidia im Angesicht der Kryptwährungs-Hypes eine goldene Nase an ihren GPUs. Doch im Jahresverlauf ging es bei den digitalen Währungen auf Talfahrt. Die Kurse brachen massiv ein, Mining war nur noch wenig lukrativ und die Nachfrage nach Grafikkarten nahm deutlich ab. Nun herrscht Katerstimmung und die soll mindestens noch bis in zur zweiten Jahreshälfte anhalten.
Nvidia verliert am stärksten, Nachfrage nach Desktop-GPUs nimmt um 20 Prozent im Jahresvergleich ab
Das lässt sich zumindest dem neuesten Quartalbericht für das vierte Quartal 2018 des Marktforschungsunternehmens Jon Peddie Research entnehmen. Insgesamt nahmen die Auslieferungen von GPUs um 2,65 Prozent im Vergleich zum Vorquartal ab. Am deutlichsten traf es dabei Nvidia mit 7,6 Prozent. AMD ist mit einem Minus von 6,8 Prozent jedoch nur knapp dahinter. Gewohnt führt JPR auch Intel in der Statistik mit auf und bezieht sich dabei auf iGPUs. Hier ging es nur leicht um 0,7 Prozent nach unten. Das ist wenig verwunderlich, schließlich sind die integrierten Grafikeinheiten der Intel-CPUs ungeeignet zum Schürfen.
Laut dem Bericht von Jon Peddie Research sei der Markt zu Beginn des vergangenen Jahres aus dem Gleichgewicht geraten. Kryptowährungen hatten zum Jahreswechsel den zwischenzeitlichen Höhepunkt erreicht, Miner horteten Unmengen an Grafikkarten und sowohl AMD als auch Nvidia versuchten der enormen Nachfrage durch erhöhte Produktion gerecht zu werden. Doch kaum waren die Lager gefüllt, war der Hype um Bitcoin, Ethereum und Co wieder verflogen. "In Folge wurde der Vertriebskanal mit einem zu hohen Bestand belastet. Das hat die Verkäufe von diskreten GPUs im vierten Quartal belastet und wird sich auch im ersten und zweiten Quartal 2019 bemerkbar machen", heißt es im Bericht.
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Im Jahresvergleich ließen die GPU-Verkäufe um 3,3 Prozent nach. Die Nachfrage nach Desktop-Grafikkarten sank um 20 Prozent. Derweil ist das Geschäft mit Notebooks um 8 Prozent gestiegen, während es dem PC-Gesamtmarkt wieder besser ginge. Dieser sei im Vergleich zum Vorquartal um 1,61 Prozent gewachsen. Verglichen mit dem Vorjahr geht es allerdings um 3,79 Prozent ins Minus.
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Ich finde, die treffen das Problem relativ gut. Ich denke, das Problem liegt aber auch an anderer Stelle.
AMD/ATI hat es zwar so gut wie immer geschafft, preistechnisch sehr ansprechende Grafikkarten herauszubringen, man hat es aber nie (bzw. ganz, ganz selten) geschafft, zwei Positionen zu bedienen, die für das Image beide sehr wichtig sind: die technologische Speerspitze und das Notebook-Segment. Und das bringt ein ziemlich großes Problem mit sich: außerhalb der Leute mit halbwegs Ahnung kennt man AMD schlichtweg nicht. Viele Leute fangen auf Notebooks an zu spielen und wechseln ggf. später auf einen "großen" PC. Welche Grafikkarte ist da wohl drin? Nvidia. Namen bleiben einfach hängen, speziell wenn man nicht viel Ahnung hat. Und wenn man sich Amazon-Rezensionen durchließt, vergeben die meisten Leute schon 5 Sterne, einfach weil es funktioniert. Und so bleiben diese Leute eben auch hängen. Ich hatte schon mal Nvidia, das hat gut funktioniert, also bleib ich dabei. Keine Experimente. Das selbe kann man witzigerweise auch unter informierten Nutzern 1:1 auf Mainboards ummünzen. Es gibt viele Hersteller und so gut wie alle machen ähnlich gute Mainboards und wenn man im richtigen Preisbereich kauft, ist es quasi unmöglich, ein schlechtes Mainboard zu bekommen. So weit sind wir schon, was eigentlich für den Konsumenten eine ziemlich bequeme Lage ist. Dennoch gibt es selbst hier im Forum so viele Leute, die ASUS, Gigabyte oder sonstwas empfehlen, weil sie schon mal ein Mainboard von denen gekauft haben und es funktioniert hat, wie es sollte. Meiner Meinung nach sollte AMD mit Microsoft und Sony Deals abschließen, mit in die Bootanimation der Konsolen den Schriftzug "Graphics and Computation powered by AMD" einarbeiten zu dürfen. Denn das würde dafür sorgen, dass man AMD einfach mal kennt. Ich bin mir sicher, 99% der Konsolen-Nutzer haben keine Ahnung, was da in der Konsole drin steckt.
Der zweite Punkt, das mit der technologischen Speerspitze, ist für die Nutzer relevant, die dem PC-Gamingsektor nicht komplett fremd sind, aber nur oberflächlichen Durchblick haben. Wer auf Google oder in Fachforen fragt, "wer baut die schnellsten Grafikkarten", der hat seit etlichen Jahren nur eine Antwort bekommen: Nvidia. Und das strahlt halt auf das gesamte Unternehmen über. Mir ging es als junger Hüpfer vor über 10 Jahren genau so. Ersten PC gekauft, ein wenig eingelesen, Frage gegoogelt, BOOM Nvidia. Nur weil eine 8800 Ultra mal die schnellste Grafikkarte ihrer Zeit war, hieß das absolut nichts für die 8600 GT oder 8500 GT, aber sie kommen vom selben Hersteller und haben sogar fast den selben Namen, die können gar nicht schlecht sein. Was war ATi noch mal? Ach, die waren mal die schnellsten und die gibt es auch noch. Ok, schade.
Und was zum Marketing gemeint wurde, ist leider absolut richtig. AMD kann einfach kein Marketing betreiben, bzw. sie tun sich sehr, sehr schwer dabei. Sie ändern ständig ihre Nomenklatur, teilweise blickt man selbst als versierter Nutzer nicht mehr richtig durch, welche Karte nun im Vergleich zum eigenen Produktportfolio wo einzuordnen ist und ihre Softwareentwicklungen, auch wenn sie teilweise sehr gut sind, schaffen es nicht, sich gegen die meist proprietären Lösungen von Nvidia durchzusetzen.
Was zweifelsohne stimmt: Nvidia hat gewonnen. Nvidia jubelt uns extrem teure Grafikkarten unter, die kaum schneller als ihre Vorgänger sind und Features besitzen, mit denen zur Zeit so gut wie Niemand richtig etwas anfangen kann. Und obwohl AMD im unteren Mid-Range-Segment zweifelsfrei die einzige sinnvolle Variante darstellt, sind sie da quasi kaum vertreten. Das kann auch wieder an den Notebooks liegen, das Run-Of-The-Mill Gaming-Notebook besitzt halt eine GTX 1050/ GTX 1050 Ti. In diesem Fall wäre seitens Steam eine Trennung zwischen Retailkarte und Notebook sehr interessant, um zu sehen, wie groß das Notebook-Problem für AMD wirklich ist.
Ich glaube, der im Video genannte Vorschlag, dass AMD sich nach Navi aus dem Markt zurückzieht und erstmal Intel und Nvidia machen lässt, wäre genau richtig. Bis Intel im Markt mitmischt, wäre es absolut fatal für alle Konsumenten, aber Monopolisten werden träge. AMD könnte versuchen, die Konsolen zu beliefern und nochmal mit einer neuen Grafikgeneration von Strich 1 beginnen, auch wenn diese 3 Jahre bis zum Release brauchen wird. Und dann endlich mal mit Volldampf voraus, auch im Hinblick auf das Marketing. Wenn es so weiter geht wie bisher, sehe ich da keine positive Entwicklung im Markt.
gRU?; cAPS
Und so wie er über AMD redet muss er auch voll der Fanboy sein.
Um es ganz deutlich zu machen: Die ziehen da in den Videos nicht über NVidia her, sondern kritisieren AMD, machen klar, wo es hakt und wie und warum die Situation ist, wie sie ist.
Klingt für mich alles sehr biased und fanboymäßig. /ironie
Geht eine Argumentation vielleicht auch ohne die Unterstelleung, dass jeder, der nicht der eigenen Meinung ist, ein Fanboy sein muss?
Du kannst schlecht zu etwas Stellung nehmen, was Du nicht kennst.