AMD legt zu: Gewinnt mehr Grafikkartenmarktanteile als Nvidia
AMD wächst stark im Grafikkartenmarkt, während Nvidia dominiert und Intel um Marktanteile kämpft. Dabei punktet AMD durch attraktive Angebote und Nvidia durch Super-Modelle, Intel hingegen arbeitet an seiner Wettbewerbsfähigkeit.
Für das vierte Quartal 2023 liegen neue Daten zum Grafikkartenmarkt von Jon Peddie Research vor und bei denen kann sich AMD sehen lassen. Die Radeon-Modelle schafften einen Zuwachs von 17 Prozent im Markt, während Nvidia nur 5 Prozent geschafft hat. Und das in einem insgesamt steigenden Marktumfeld von 32 Prozent. Kurzum: Alle haben mehr verkauft und AMD konnte sich näher an Nvidia heran robben.
Letztlich ist der Unterschied aber weiter gewaltig: Nvidia hat nun 80 Prozent Marktanteil bei den dedizierten Grafikkarten, AMD 19 Prozent und der Rest geht an Intel. AMD ist aber 2 Prozent näher und ein Prozent weg vom Fünftel des Marktes und holt sich die auch bei Nvidia. Für Intel ist die Lage trostlos: Ein Prozent trotzt attraktiver Preise. Hier wird sich wohl auch wenig bis zum Release von Battlemage und weiteren Treiberiterationen ändern.
Die gute Nachricht ist, dass der gesamte Markt zulegen konnte und wächst: 6,8 Prozent zum Vorquartal und 32 Prozent zum Vorjahr, das viele am liebsten schnell vergessen machen. Im vierten Quartal wurden damit rund 9,5 Millionen Grafikkarten in Umlauf gebracht. Dabei hat AMD das beste Momentum, denn zum Vorjahr konnte man sich um 117 Prozent bei den verkauften Einheiten steigern, während Nvidia 22,3 Prozent zulegt.
Warum läuft es für AMD so gut?
Spannend ist natürlich die Frage, warum es bei AMD so gut läuft? Laut den Analysten von Jon Peddie Research profitiert AMD durch attraktive Angebote der Radeon-RX-6000-Serie und dem guten Preis-Leistungsruf der Radeon RX 7700 XT und vor allen der RX 7800 XT, die für ca. 530 Euro auch der Tipp von PC Games Hardware ist. Die gerade erst in Deutschland gestartete Radeon RX 7900 GRE (Test) ist zudem in China wohl recht beliebt.
Nvidia profitiert laut John Peddie Research vor allem von den Super-Modellen, die in vielen Fällen das zurechtrücken, was man vom Start der Ada-Generation erwartet hatte. Es dürfte sich aber mittlerweile herumgesprochen haben, dass Nvidia seine Modellreihen wohl portioniert und filetiert auf den Markt bringt, was aus ökonomischer Sicht nur sinnvoll ist. Wer sich informiert und Geduld hat, wird belohnt.
Für Intel ist die Parole: "durchhalten und nur nicht aufgeben". Dass der Einstieg in den Grafikkartenmarkt nicht einfach wird, sollte jedem klar gewesen sein - inklusive der Manager bei Intel. Hier gilt es einfach, die Treiber weiter zu verbessern und nicht nachzulassen sowie das Produkt konkurrenzfähiger zu machen. Die Hausaufgaben lauten da mehr Effizienz der Hardware und mittelfristig schnellere Produkte.
Enthusiasten kaufen anders ...
Wie gewohnt, ergibt sich unter Enthusiasten ein anderes Bild: Im Forum ist die Geforce RTX 4090 trotz ihres hohen Preises die beliebteste Grafikkarte. Selbst die oft schlechtgeredete Geforce RTX 4080 kommt auf Platz 2 und liegt nur minimal vor der Radeon RX 7900 XTX. Das zeigt deutlich, dass jede Statistik auch in ihrem Umfeld zu sehen ist.