30 Jahre alten GPU‑"Fehler" behoben: S3-Karte sieht dank VBIOS-Hack endlich Schwarz

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30 Jahre alten GPU‑"Fehler" behoben: S3-Karte sieht dank VBIOS-Hack endlich Schwarz
Quelle: Bits and Bolts (Youtube)

Um die Lesbarkeit auf alten Monitoren zu verbessern, gaben S3-Grafikkarten einen verfälschten Schwarzwert aus. Dieses Feature ist inzwischen aber längst zu einem Fehler geworden, der jetzt - nach 30 Jahren - endlich behoben wurde.

Moderne Rechenhardware ist das Ergebnis jahrzehntelanger Entwicklung, die zu sehr komplexen Schaltwerken mit Milliarden an Transistoren geführt hat. Damit einher gehen viele Vereinfachungen, die früher undenkbar waren: Damals waren die Ressourcen deutlich knapper, während die Chips trotzdem mit immer mehr Funktionen ausgestattet werden sollten. Dementsprechend groß ist die Faszination von Retro-Hardware, die mit ihren teils kruden Lösungsansätzen immer wieder überrascht.

Schwarz statt Grau

Einem von ebendiesen ging dabei jüngst der Youtube-Kanal Bits and Bolts auf den Grund: dem Pedestral Bit von alten S3-Grafikkarten. Im konkreten Fall einer S3 Virge DX aus dem Jahr 1996. Zur technischen Einordnung: Die genutzte, 30 Jahre alte GPU wurde in einem 500-nm-Prozess gefertigt, läuft mit 72 MHz und wird über ein PCI-Interface angebunden. Dazu gibt es außerdem wahlweise 2 bis 4 MiB VRAM - eine Kapazität, die man sich selbst bei heutigen RAM-Preisen noch gut leisten könnte.

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S3 stand damals aber offenbar vor einem Problem, denn der NTSC-Standard war mit Blick auf die Definition des Schwarzwerts nicht eindeutig. Um die Lesbarkeit zu verbessern, sorgte das Pedestral Bit im VBIOS deshalb dafür, dass schwarze Hintergründe - wie im gesamten DOS-Betriebssystem - grau angezeigt wurden. Mit modernen Bildschirmen sieht das aber alles andere als gut aus. Deshalb hat sich Bits and Bolts an einem Fix versucht, um dieses zum Fehler gewordene Feature auszuhebeln.

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In dem Video wird gezeigt, wie das VBIOS der alten S3-Grafikkarte untersucht, die Position des Bits ausfindig gemacht und überschrieben wird. Ganz so einfach wie heute geht das allerdings nicht: Die Software kann nicht direkt aufgespielt werden. Stattdessen muss der jeweilige Chip aus seinem Sockel genommen und in einen Programmer gesetzt werden. Nach dem Wiederinbau sorgte das dann für das gewünschte Ergebnis: Die S3 Virge DX gibt nun endlich anständige Schwarzwerte aus. Und nachdem sich der Gesamtaufwand in Grenzen hält, dürfte das Projekt wohl für Nachahmer bei anderen S3-Nutzern sorgen. Denn in der Retro-Szene ist es üblich, dass man sich mit derartigen Basteleien gegenseitig inspiriert.

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Quelle: Bits and Bolts (Youtube) via Tom's Hardware

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    • Kommentare (21)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von MajoPCGH PC-Selbstbauer(in)
        Wenn ich jetzt eine Retro-Kiste aus der Zeit hätte / bauen würde, dann wäre ne s3 virge die letzte Karte die ich dafür nehmen würde.
        Ich hatte damals auch eine, weil Papa dachte "boah 4 mb so billig, das ist besser als sohnemanns 2 mb mach64". Ja pustekuchen, GTA lief dann richtig scheiße.
        Also würde mich wundern wenn sich da Nachahmer finden
      • Von MajoPCGH PC-Selbstbauer(in)
        Wenn ich jetzt eine Retro-Kiste aus der Zeit hätte / bauen würde, dann wäre ne s3 virge die letzte Karte die ich dafür nehmen würde.
        Ich hatte damals auch eine, weil Papa dachte "boah 4 mb so billig, das ist besser als sohnemanns 2 mb mach64". Ja pustekuchen, GTA lief dann richtig scheiße.
        Also würde mich wundern wenn sich da Nachahmer finden
      • Von r3jector Komplett-PC-Käufer(in)
        Zitat von PCGH_Torsten
        Du musst aber schon zugeben, dass "Grafikqualität von Mid-90er-Low-End-Grafikkarten auf Mid-2000er-Monitoren optimieren" schon ein ziemlich spezielles Hobby ist. Retro-Freaks sind ja schon nischig. Aber selbst von denen würden 99 Prozent einfach eine Matrox einbauen und außerdem nach Möglichkeit eine VGA-Röhre von damals anzuschließen, anstatt sich Gedanken über NTSC-Ausgabe auf einen moderneren Bildschirm zu machen.
        Exakt das war mein Gedanke dahinter, danke fürs Zusammenfassen
      • Von PCGH_Torsten Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von News
        Dazu gibt es außerdem wahlweise 2 bis 4 MiB VRAM - eine Kapazität, die man sich selbst bei heutigen RAM-Preisen noch gut leisten könnte.
        <3 <3 <3

        Zitat von Incredible Alk
        Manche Leute machen Sachen weil sie Spaß dran haben. Egal obs einen Nutzen hat und egal was es kostet... nennt sich "Hobby". Ich weiß, verrücktes Konzept heutzutage.

        Nur die Überschrift gelesen? Es ist nichts kaputt...
        Du musst aber schon zugeben, dass "Grafikqualität von Mid-90er-Low-End-Grafikkarten auf Mid-2000er-Monitoren optimieren" schon ein ziemlich spezielles Hobby ist. Retro-Freaks sind ja schon nischig. Aber selbst von denen würden 99 Prozent einfach eine Matrox einbauen und außerdem nach Möglichkeit eine VGA-Röhre von damals anzuschließen, anstatt sich Gedanken über NTSC-Ausgabe auf einen moderneren Bildschirm zu machen.
      • Von Capucius Software-Overclocker(in)
        Zitat von r3jector
        Schon interessant, wenn irgendwelche Freaks sicht sowas noch annehmen weil einen direkten Nutzen hat es ja nicht mehr.
        Natürlich hat es einen Nutzen: der Schwarzwert passt jetzt und das Bild sieht deutlich besser aus. Nur weil du keine alte Hardware mehr benutzt, heißt das nicht, dass das keiner tut.

        @Topic:
        Ich habe noch mehrere S3 Karten in meinem Vorrat und liebäugele schon länger mit einem Programmer... das wäre vielleicht ein guter Grund.
      • Von kriscom Komplett-PC-Aufrüster(in)
        Zitat von Thomas2605
        Leider war diese aber eher ein 3D "Entschleuniger" sobald man "3d-acceleration" aktiviert hatte liefen die meisten Games langsamer und mit Grafikfehlern.
        Heute sind wir natürlich sehr verwöhnt was die Grafikchips angeht, mit den 3 die noch da sind, damals waren es ca. 30 verschiede Grafikchips und alle konnten nicht wirklich 3D, dafür war damals der PC auch gar nicht wirklich gedacht und wahr ehr ein reines Arbeitsgerät, erst die Voodoos haben dem PC die Möglichkeit gegeben 3D wirklich zu erleben. Alle anderen scheiterten an der magischen 20FPS Grenze oder hatten Bild Fehler bis zum umfallen, Treiber zu finden die wirklich funktionierten war in einer Zeit ohne Internet, eine Hürde die kaum zu überwinden war und wenn der Treiber funktionierte machte häufig Windows Probleme.

        Zitat von r3jector
        Schon interessant, wenn irgendwelche Freaks sicht sowas noch annehmen weil einen direkten Nutzen hat es ja nicht mehr.
        Für 2D sind die Karten sehr perfekt, der Bug ist hauptsächlich nervig wenn du zusätzlich eine Voodoo nutzt, da das Bild zu hell ist, regelst du es mit dem Monitor runter ist das 3D Bild dann zu dunkel, daher auch die Intension von BuB diesen Bug zu beheben. Dazu muss man aber sagen das nicht alle Hersteller diesen Bug hatten, aber die meisten. Andere Chip Hersteller hatten im Zusammenhang mit den Voodoos viel größere Probleme, oder liefen gar nicht, was die S3 Karten zu einem sehr guten 2D Partner für die Voodoo macht und sie waren günstig zu der Zeit ... heute eigentlich auch noch.

        Zitat von thuering
        Da schwillt meine Halsschlagader an, wenn ich daran denke, dass manche Menschen ihre Lebenszeit mit solch völlig sinnlosem Müll verschwenden. Alte Hardware gehört in den Müll, Punkt.
        Dazu fällt mir eigentlich nur eins ein:

        Ein junger Fisch schwimmt zu einem älteren Fisch und fragt ich will zu dem sogenannten Ocean, Ocean?! sagt der alte Fisch, das hier ist der Ocean, nein sagt der Junge Fisch das hier ist Wasser, ich will aber zum Ocean.

        Meine erste Karte war die SPEA Mirage P64V Turbo mit S3Vision868 Chip und sagenhaften 2MB als PCI Pixelschupser, die Karte hab ich heute auch noch.
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