Xardas-Sprecher gegen KI-Imitation seiner Stimme: Nun wendet er sich an die Community
Bodo Henkel, die deutsche Stimme von Xardas, hatte angekündigt, gegen das Nachahmen seiner Stimme per KI vorgehen zu wollen. Nun lädt er die Gothic-Community bzw. Content Creator ein, doch einfach auf ihn zuzukommen. Wo Xardas draufsteht, solle er auch drinstecken.
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Im Netz findet man etliche Videos, die Szenen aus Serien, Filmen und Videospielen neu arrangieren. Früher wurden einzelne Wörter und Halbsätze so zusammengebaut, dass sie einen anderen Zusammenhang ergeben. Vieles wurde auch mit der eigenen Stimme neu eingesprochen. Beides war mit Arbeit verbunden und wirkte zuweilen bemüht. Mittlerweile lassen sich per KI-Tools Szenen fast nach Belieben mit einer an das Original erinnernden Stimme erstellen. Beliebt sind sie daher auch in der Modding-Community.
Wer per KI echte Menschen imitiert, missachtet deren Persönlichkeitsrecht. Vieles mag unter dem Radar passieren, aber längst nicht alles. So hatte der deutsche Synchronsprecher von Bruce Willis, Manfred Lehmann, erfolgreich gegen das Imitieren seiner Stimme geklagt. Man hatte sie für zwei politische Video nachgemacht und den Eindruck erweckt, der Schauspieler hätte sich dafür hergegeben. Das Gericht untersagte die Verbreitung der Videos nicht nur; es sprach dem Schauspieler Schadensersatz zu. Dazu berechnete es eine fiktive Lizenzgebühr in Höhe von 4.000 Euro.
Henkel gegen KI-Nutzung seiner Stimme
Bodo Henkel, Gothic-Fans bestens bekannt als Magier Xardas, hatte dieses Urteil vor einigen Wochen auf seinem Youtube-Kanal aufgegriffen und erklärt, gegen die Nutzung seiner Stimme per KI vorgehen zu wollen. Der Xardas-Sprecher erneuerte diesen Aufruf vor einigen Tagen und äußerte sich dazu offenbar auch einschlägig in den Kommentaren. Die Reaktionen fielen gemischt aus. Obwohl er viel Zustimmung erfuhr, gab es Nutzer, die wenig Verständnis für die Wahrung seines Persönlichkeitsrechts zeigten. Einzelne beschimpften ihn bösartig.
Um Missverständnisse auszuräumen, hat Bodo Henkel nun Stellung in einem Video des bekannten Gothic-Youtubers Jorgenson bezogen. Henkel geht darin in Gestalt von Xardas auf die Community zu und bedankt sich für die seit dem ersten Gothic-Teil andauernde Unterstützung. Zugleich bittet er Content Creator und Modder darum, sein Persönlichkeitsrecht zu achten. Es sei, anders als von manchen dargestellt, für ihn auch keine Werbung. Vielmehr würde seine Stimme entwertet, wenn man sie überall und das in schlechter KI-Qualität hört.
Henkel räumt in dem Video auch eigene Fehler ein. Dass er schon immer für den Dialog zur Verfügung stand, hätte er klarer kommunizieren müssen. Er traf demnach auch ein paar Unschuldige, als er auf bösartige, teils mit Nazivergleichen gespickte Nutzerkommentare gereizt reagierte, was ihm leid tut.
Wenn Xardas draufsteht, soll er auch drinstecken
Vielen Gamern seien der Name Xardas und seine Stimme bekannt. "Und zwar aufgrund seiner Echtheit, der Empathie und der Stimmung, was ja auch immer wieder betont wird. Danke dafür. Viele, den Göttern sei Dank, haben sich für ihre Erweiterungen an mich und uns persönlich gewandt. Wir haben uns schnell geeinigt. Und zwar immer so, dass keiner zusätzliche Nachtschichten bei McDonald's oder zwei Putzstellen in meinem Turm annehmen musste, um das zu bezahlen." Auch mit Jorgenson fand er demnach eine schnelle und unkomplizierte Lösung. Videos mit KI-Stimme dürfen sogar online bleiben. "Mit einer Einschränkung: Es wird keine neuen geben. Wenn hier in Zukunft Xardas draufsteht, dann ist auch Xardas drin."
Jorgenson sei richtigerweise auf ihn zugekommen und nicht umgekehrt. Das könne jeder tun, der es fair und ehrlich meint, wenn von Respekt gegenüber Sprecherinnen und Sprechern die Rede ist. Henkel sieht hier eine Bring- und keine Holschuld. "Ich stehe gerne zur Verfügung und verspreche euch: Ich werde keine Zauber über euch legen, noch meine Macht ausspielen oder die Drachen auf euch hetzen. Denn auch mir liegt viel daran, dass diese Community so kreativ bleibt wie bisher und weiterlebt - Verzeihung, aber mich eingeschlossen."
Bei einer Einigung dürfen die Fake-Files laut Henkel sogar stehenbleiben. Ansonsten werden sie gelöscht. "Sollte jemand der Meinung sein, das betrifft ihn alles nicht, und macht trotz des Angebots munter weiter, dann muss er auch mit den Konsequenzen leben." Es bleibe am Ende immer noch die Möglichkeit, die Dialoge selbst zu sprechen oder Freunde einzuspannen. Kontaktdaten findet man ansonsten in der Videobeschreibung von Jorgenson.
In Gothic Remake neben weiteren wieder an Bord
Bodo Henkel ist auch wieder im Gothic Remakean Bord. Seine Verpflichtung wurde im Vorfeld der Gamescom im Zuge eines Xardas-Trailers enthüllt. Bei Christian Wewerka halten sich die Verantwortlichen zwar noch bedeckt, er war aber schon in einer Gamescom-Demo als namenloser Held zu hören und wird vermutlich auch im finalen Produkt zum Zuge kommen. Neben Wewerka und Henkel kehrt offenbar auch Aart Veder als Y'Berion zurück. Er ertönt kurz am Ende des Xardas-Trailers.
Indes wurden die vier Freunde umbesetzt. Peter Heusch, der in der Gothic-Trilogie Lester sprach, ist bereits verstorben. Gegen Dieter Gring, Jahrgang 1970, als junger Magier Milten und gegen Helge Heynold, Jahrgang 1949, als Gorn entschied man sich vermutlich aus Altersgründen. Diegos bisheriger Sprecher Uwe Koschel dürfte sich inzwischen im Ruhestand befinden. Über die Besetzung der Nachfolger hatte man die Community abstimmen lassen.
Quelle: Youtube (Jorgenson)

Ich meine damit, dass es mir egal ist ob die Stimme eines Jeff Bridges, Samuel L. Jackson oder Tom Cruise von einer KI generiert wird, solange es sich echt anhört.
Stell dir vor, jemand hat deine Stimme irgendwo aufgenommen und betreibt damit Schindluder mittels KI. Wir reden hier von Gefahren, die ggf. auch strafrechtliche Relevanz hätten. Das ist keine Schwarzmalerei, sondern Realität. Dann ist die Sache mit deinem Persönlichkeitsrecht noch die geringste Sorge.
[Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen] wenn er so talentiert ist und so ein Ansehen besitzt, dann dürfte es doch für ihn kein Problem sein neue Projekte usw... aber wenn er meint seine Energie und sein Geld lieber in Anwälte usw zu investieren ok - DER ARME!
Und wie ist es, die KI imitiert seine Stimme, aber die KI-Stimme kann sich in bestimmten Frequensbereichen von seiner Stimme unterscheiden, ohne das man es hört bzw wahrnimmt...
Was die rechtliche und die gesellschaftliche Lage betrifft... - da schießen mir noch mehr Gedanken durch den Kopf aber das würde hier definitiv den Rahmen sprengen.