Branche trauert: Ubisoft-Mitgründer stirbt bei Cessna-Absturz
Ubisoft-Mitgründer Claude Guillemot ist am Freitagabend bei einem Flugzeugabsturz im westfranzösischen La Baule gestorben. Der 69-Jährige saß in einer Cessna 421; auch ein zweiter Insasse kam bei dem Unglück ums Leben.
Der Tod des Firmengründers trifft die Spielebranche und die Hardware-Welt gleichermaßen. Über die familieneigene Guillemot Corporation steht der Name Guillemot auch für PC-Hardware: Unternehmen wie Thrustmaster und Hercules, deren Lenkräder und Grafikkarten an und in vielen Gaming-PCs steckten. Den mit Abstand bekanntesten Namen trug ohnehin Ubisoft, das die fünf Brüder Guillemot 1986 gründeten und das bis heute zu den weltgrößten Spiele-Publishern zählt.
Ubisoft-Mitgründer Claude Guillemot mit 69 Jahren verstorben
Eine zweimotorige Cessna 421 stürzte am Freitagabend, dem 19. Juni 2026, kurz vor der Landung nahe dem Flughafen von La Baule ab. Neben Claude Guillemot kam auch eine zweite Person bei dem Unglück ums Leben. Die französischen Behörden haben Ermittlungen zur Absturzursache eingeleitet; gesicherte Erkenntnisse über den Hergang liegen zum Zeitpunkt dieser Meldung weiterhin nicht vor.
Vom Software-Vertrieb zum weltgrößten Publisher
Ubisoft wuchs aus einem reinen Software-Vertrieb zu einem der weltweit größten Videospiel-Publisher heran, welchen Claude Guillemot 1986 mit seinen vier Brüdern gründete. Während sein Bruder Yves Guillemot als langjähriger Konzernchef und CEO das öffentliche Gesicht des Unternehmens wurde, wirkte Claude Guillemot vor allem im Hintergrund. Zuletzt amtierte er als Vorsitzender der familieneigenen Guillemot Corporation. Reihen wie Assassin's Creed und Far Cry prägten den Aufstieg des Publishers, der inzwischen mehrere Tausend Mitarbeiter beschäftigt.
Thrustmaster und Hercules als Hardware-Erbe der Guillemots
Über die Corporation reicht der Name Guillemot direkt bis in die PC-Hardware hinein: Die Gruppe hält bis heute die Marken Thrustmaster und Hercules. Thrustmaster steht bei vielen Spielern für Lenkräder, HOTAS-Systeme und Gamepads, die im Sim-Racing und in Flugsimulationen verbreitet sind. Hercules etablierte sich vor allem um die Jahrtausendwende mit Grafikkarten, ehe sich die Marke auf Audio-Hardware verlagerte.
Hercules-Grafikkarten als Stück PC-Historie
Die Hercules-Grafikkarten der "3D Prophet"-Serie brachten um die Jahrtausendwende Nvidias frühe Geforce-Grafikprozessoren und PowerVRs Kyro-GPUs in viele Gaming-PCs. Für etliche PC-Spieler jener Zeit war eine Hercules-Grafikkarte der Einstieg in hardwarebeschleunigte 3D-Grafiken und Spiele.
Die Branche verliert einen ihrer Pioniere
Die beigeordnete Ministerin für künstliche Intelligenz und Digitalisierung in Frankreich, Anne Le Hénanff, schrieb auf der Plattform X: "Die französische Videospielbranche verliert heute einen ihrer Pioniere", wie der Spiegel Netzwelt berichtet.
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Quelle: jus/dpa via Spiegel Netzwelt

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