Wie performt der kompakte Gehäuse-Hingucker? NZXT H5 Flow RGB für 130 Euro im Test
NZXT bietet mit dem H5 Flow RGB ein 45-Liter-ATX-Gehäuse, das mit schicker Optik und kompakter Bauweise überzeugen soll. Wir prüfen, ob (und für wen) der Kandidat geeignet ist.
In diesem Artikel
Dass der US-amerikanische Hardware-Hersteller NZXT sich weniger auf maximale Leistung, sondern vor allem auf optisch saubere Designs ohne stilbrechende Elemente konzentriert, ist kein Geheimnis. Ein Blick auf das Produktportfolio offenbart schnell die Richtung, in die die Produkte gehen: Schlichte Abdeckungen sollen einen aufgeräumten Eindruck verschaffen (siehe etwa bei den Mainboards). Für den gewissen Pep stehen zusätzlich mehrere bunte ARGB-LEDs zur Seite. Teils auch dann, wenn die Leistung darunter zwangsläufig leidet (beispielsweise durch verkleinerten Rotordurchmesser bei Lüftern wie dem F120 RGB Duo, in der PCGH-Ausgabe 11/2024 getestet). Die hier von uns geprüfte 2024er-Revision des H5 Flow RGB reiht sich nahtlos in die Markenphilosophie ein und kann sich im Test durchaus behaupten.
Wichtige Eckdaten des H5 Flow RGB
Obwohl das NZXT H5 Flow RGB (2024) zwar E-ATX-Mainboards mit bis zu einer Breite von 27,7 cm fassen könnte, ist es mit seinem kompakten Gesamtvolumen von etwa 45 Litern primär auf herkömmliche ATX-Platinen ausgerichtet. Mit seinen Maßen von 46,5 (Höhe) × 22,5 (Breite) × 43,0 (Tiefe) cm fällt das H5 Flow von NZXT in die kompaktere Midi-Tower-Klasse wie auch unter anderem das Fractal North oder Be Quiet Pure Base 500 FX. Ohne eingebautes System bringt das H5 Flow RGB gerade mal rund 7,3 kg auf die Waage. CPU-Luftkühler dürfen bis zu 17,5 cm hoch ausfallen, Grafikkarten bis zu 42,5 cm lang. Bei üblichen Netzteilen gibt es keine nennenswerten Maßeinschränkungen, gerade nicht bei Längen unter 20 cm. Für Wasserkühlungen gäbe es theoretisch an der Front für bis zu 360er-Modelle Platz. An der Decke gilt es aufzupassen: Dort sind vor allem 240-mm-Kühlungen mit einer Gesamtdicke von bis zu 55 mm realistisch, da Radiatoren mit 280 mm Low-Profile-RAM-Riegel voraussetzen und bei der (dekorativen, aber abnehmbaren) Kabelabdeckung der Innenkammer anstoßen.
Unterschiedliche Ausführungen
Die rund 25 Euro teurere RGB-Version des H5 Flow (2024) bietet in der Ausstattung im Vergleich zum günstigeren Non-RGB für rund 105 Euro an der Front ein gebündeltes ARGB-120-mm-Lüftertrio in Form eines leicht angepassten NZXT F360 RGB Core (mit 3-poligem DC- und ARGB-Anschluss). Der auf der Hand liegende Clou: Es handelt sich nicht um drei einzeln montierte Lüfter, sondern ein Dreiergespann in einem mit zusätzlichen LEDs verzierten einheitlichen Rahmen. Der F360-Single-Frame lässt die Propeller selbst erleuchten, statt sie mit einem Ring nur außen herum anzustrahlen - letzteres geht oftmals mit einer aus Leistungssicht unerwünschten Verkleinerung der eigentlichen Lüftergröße einher. Ein Controller respektive Hub liegt dem Lieferumfang nicht bei, die Drehzahl- und Beleuchtungssteuerung ist über die Mainboard-Anschlüsse angedacht.
Frontanschlüsse
Die Front-I/O ist wie bereits bei den Vorgängermodellen auf das Wesentliche reduziert gehalten und bewegt sich bestenfalls im durchschnittlichen Bereich. Als klassischer USB-Typ-A-Anschluss hält ein USB 3.2 Gen 1 (bis zu 5 GBit/s) her, beim USB-C-Port ein üblicher 3.2 Gen 2 mit bis zu 10 GBit/s. Die Audio-Klinke ist für Headsets konzipiert. Das sonst mühselige Verbinden der Einschalttaste an der Hauptplatine fällt dank einfacher Bündelung leicht aus.
Laufwerksplätze
Für 2,5-Zoll-SATA-SSDs oder 3,5-Zoll-HDD-Festplatten gibt es nur überschaubare Optionen. In den optional entfernbaren Festplattenkäfig der Netzteilkammer passen maximal eine größere HDD und zwei 2,5-Zoll-SSDs. Im Test zeigte sich das H5 Flow RGB jedoch weniger geeignet für mechanische Festplatten. Bei zu starken Umdrehungen sorgen die Vibrationen für hörbares Klappern der Gehäuseteile.
Das Konzept im Check
Mit seinem Formfaktor, dem Preis und der Konzeption spricht das NZXT H5 Flow RGB im Grunde ab der gehobenen Einsteiger- bis zur Oberklasse Liebhaber von aufgeräumten, perforierten Midi-Gehäusen an. Sowohl die Front, Decke als auch die Seiten sind perforiert und luftdurchlässig, der Boden ist komplett geschlossen. Modulare Wasserkreisläufe sind zwar denkbar, doch durch die Limitierungen an der Oberseite weniger naheliegend als ein gutes Luftkühlungssystem. Der in der RGB-Variante beigelegte Single-Frame der Front kann nur an der Vorderseite montiert werden. An der Decke und über der Netzteilkammer sind je maximal zwei Lüfter angedacht. Grundlegend ermöglichen die gebotenen Optionen ohne Probleme stärkere Rechner mit Hardware wie einen Ryzen 9 7900X3D samt Geforce RTX 4080 Super.
Für mehr RGB-Dekoration können zusätzliche Lüfter nachgerüstet werden, jedoch gilt es, zumindest bewusst zu entscheiden. Durch den geschlossenen Boden muss das Netzteil mit dem Lüfter zur Innenkammer verbaut werden, um die Luft von dort über die sich aufwärmenden Topologien nach außen zu führen. Würde man nun erneut zu einem Single-Frame von NZXT greifen, dem F240, entsteht ein suboptimales Szenario. Entweder pustet der Single-Frame in Richtung der Grafikkarte und arbeitet damit völlig konträr zum direkt darunterliegenden PSU-Lüfter oder die untere Kammer wird mehr oder minder unnütz mit stärkerem Luftzug versorgt. Eine Trennung der Lüfterrichtungen ergibt da aus Performance-Perspektive mehr Sinn. So könnte der Lüfter direkt über dem Netzteil die Kühlung der PSU unterstützen, während der danebenliegende 120-mm-Propeller die Temperaturen der Grafikkarte verbessert und in Einklang mit dem Kamineffekt werkelt. Auf der nächsten Seite gehen wir weitere Punkte wie den PC-Zusammenbau, die Verarbeitung und Staubfilter näher durch.

Liebe Grüße
Sven
Ach so, ist ja völlig ausgeblieben: Danke Dir für den ausführlichen Test!
Ansonsten würde er schon irgendwann gelb werden.
Dieses RGB-Gedönse können sie von mir aus dem 10-jährigen "Pro Gamer" Kevin andrehen.