Asus Proart PA602: Leistung und Fazit
In diesem Artikel
Seit der PCGH-Ausgabe 07/2023 findet sich für Midi- bis Big-Tower ein System mit moderner Gewichtung und praxisnaher Messumgebung ein. Durch die pro Gehäuse aufwendigen Tests wird die Datenbank an getesteten Mustern peu à peu aufgefüllt, ein Leistungsvergleich mit älteren Testsystemen ist dabei nicht möglich. Gehäuse ohne Lüfter werden mit Referenzlüftern (stets 4× Arctic P12 PWM zwecks Kompatibilität) in den Leistungstest geschickt. In einer kommenden Heft-Ausgabe möchten wir neuere Punkte wie etwa die Kompatibilität zu Platinen mit Anschlüssen auf der Rückseite mit in die Wertung aufnehmen sowie das Notenfeld unter allen Kandidaten breiter fächern lassen.
Quelle: PCGH
Auszug aus der PCGH-Ausgabe 07/2023 zum aktuellen Testsystem. Den vollständigen Artikel "8 bezahlbare Midi-Gehäuse im Vergleichstest" finden Sie hier.
Quelle: PCGH
Orientierungshilfe für unsere Sone-Angaben.
Leistung in unserem Testlabor
In unseren Leistungsmessungen mit Luftkühlersystem präsentiert sich das Asus Proart PA602 mit guten Temperaturen, hat aber stellenweise mit Lautstärkeproblemen zu kämpfen, wenn es um zu hohe Umdrehungsprofile der verbauten Proart-Lüfter geht. Ergo sind die Temperaturen im zweiten Szenario mit fixiertem Lüfterpunkt bei 60 Prozent sehr gut, dafür fällt die Lautheitsmessung mit dem Durchschnittswert von 2,75 auch lauter aus. Wenig überraschend, Lautstärke der Kühlung und Temperaturen hängen direkt miteinander zusammen. Im wichtigeren ersten Szenario werden die Gehäuse-Lüfter dagegen auf 1,2 Sone im frontalen Abstand von 50 cm lautheitsnormiert und die Temperaturmessungen im Spiel und für die CPU auch bei synthetischer Last gemessen.
Mit einer Kühlungsnote von 1,35 im Szenario 1 ist das Asus Proart PA602 durchaus für High-End-Hardware geeignet. Durch den relativ luftigen Mesh-Aufbau an der Front und dem seitlichen Luftschlitz im Glasseitenteil kann sich das PA602 nur eine befriedigende Note bei der Messung mit fixierter Geräuschquelle ("Dämmwert") abholen. Gerade frontal werden viele Nebengeräusche wie Spulenfiepen oder mögliche Luftverwirbelungen der verbauten Komponenten kaum aufgehalten. Für den Alltag empfehlen wir ähnlich wie bei im Grunde allen Gehäusen, hier aber nochmal betont, eine individuelle Anpassung der Lüfterkurven im UEFI oder unter Windows. Ansonsten drehen die Lüfter lauter als sie müssten.
Zum Vergleich: Bei maximalem PWM-Profil kommen nur die Gehäuse-Lüfter auf unangenehm laute 4,6 Sone, beim PWM-Wert von 60 Prozent sind es dagegen deutlich humanere 1,9 Sone, bei 50 Prozent 1,2 Sone, bei 30 Prozent 0,2 Sone und letztlich bei 15 Prozent kaum wahrnehmbare 0,1 Sone. Im Idle- und Office-Betrieb braucht es keine aggressive Kühlung, bei härteren Lasten kann dagegen auf höher skaliert werden, sofern denn die Temperaturen es erforderlich machen. Prüfen Sie daher Ihre Temperaturen mit Programmen wie Hwinfo und justieren Sie Ihr Gehäuse dem Bedarf entsprechend. Der von Asus mit dem Umschalter suggerierte "Maximum-Modus" der am PWM-Hub angeschlossenen Lüfter ist nämlich in nur sehr, sehr wenigen Fällen eine sinnvolle Lösung.
Summa summarum beim Asus Proart PA602
Das Asus Proart PA602 möchte Künstler, Content-Creator und Design-Liebhaber ansprechen. Ähnlich wie auch etwa beim Fractal North wird dafür ein entsprechend stolzer Preis aufgerufen, auch wenn Leistung und Ausstattung nicht im Fokus liegen mag. Beim PA602 resultiert das Gesamtkonzept in einer guten Note von 1,93. Sowohl Ausstattung (20 Prozent, Note: 1,53), Eigenschaften (20 Prozent, Note: 2,17) als auch Leistung (60 Prozent, Note: 1,98) attestieren Asus mit dem Proart PA602 ein gutes, aber nicht kompromissloses Gehäuse.
Marketing-Features wie der IR-Staubsensor oder die eher am Boden schleifenden zwei Transportrollen klingen zwar auf dem Papier interessant, spielen in der Praxis jedoch kaum eine Rolle. Attraktiver wären etwa optional beigelegte, vollwertige Rollen sowie eine mehrstufige Umdrehungsauswahl für die Gehäuse-Lüfter, statt nur der Maximalstufe und der Mainboard-Synchronisation.
Trotz der recht kunststofflastigen Materialwahl, gerade an der Front, und der wuchtigen Größe wirkt das Proart PA602 so dunkel gehalten und ohne RGB-Beleuchtung dennoch edel und schick. Ein exklusives, wirklich praktisches K.O.-Feature sucht man beim Proart im Vergleich zu anderen Gehäuse-Serien dagegen eher vergebens. Ob das Gesamtkonzept die 200 Euro einem wert sind, hängt letztlich (wie praktisch immer bei Gehäusen) vom eigenen Anwendungsfall und Geschmack ab.
Auszug aus der Testtabelle mit Bewertung
| Gehäuse | Proart PA602 |
|---|---|
| Hersteller (Webseite) | Asus (www.asus.com) |
| Link zum PCGH-Preisvergleich | Schwarz mit Glasfront für ca. 200 Euro |
| Aktueller Preis/Preis-Leistungs-Verhältnis | ca. 200 Euro (UVP)/Note: 3- |
| Alternativ-Versionen | Bisher keine |
| Ausstattung (20 %) | 1,53 |
| Plätze für Laufwerke | 5× 2,5 Zoll, 1× 3,5 Zoll, 3× 2,5/3,5-Zoll-Kombi-Slots |
| Lüfterplätze | Front: 2× 180/200 mm, Decke: 3× 120/140 mm, Heck: 1× 120/140 mm |
| Vorhandene Lüfter | Front: 2× 200 mm (mit 38 mm Dicke), 1× 140 mm, alle Proart-Lüfter |
| Plätze für Radiatoren (bis zu) | Decke: 420 mm |
| Erweiterungs-Slots (Blende) | Acht (keine seitlichen Blenden, Riser-Kabel muss separat erworben werden) |
| Frontanschlüsse | 2× USB 2.0 (Typ-A), 2× USB 3.2 Gen 1 (Typ-A), 1× USB 3.2 Gen 2×2 (Typ-C, 20 GBit/s), 1× Audio-Klinke (Headset), Power- und Reset-Taste, Lock-Mechanismus für den Startknopf, Lüfterschalter (maximal U/min oder automatisch über PWM-Signal) |
| Staubschutz (Erreichbarkeit) | Front: feines Netz hinter Kunststofffront (leicht), Decke: feines Mesh auf Metallgitter (leicht), Seite: kleines Mesh samt feineren Filter (akzeptabel), Boden: feines Netz mit Schiebemechanismus (akzeptabel) |
| Handbuch | Ausführlich und gut bebildert |
| Auszug der Bestandteile | Glasseitenteil mit schmalem Luftzugang bei der Grafikkarte, IR-Staubsensor (Front) samt LED-Anzeige, Lüfterschalter für PWM-Hub (Max./MB-Sync), PWM-Hub mit 6 Slots (3 vorbesetzt), abmontierbare Netzteilkammer, seitliche Hebe-Metallstreben oberhalb, 2 Transportrollen am Boden am Heck, entnehmbare Deckenschiene für Radiator- und Lüfter, Power-Button-Lock, entnehmbare Festplattenslots, Klippsystem (mit Entriegelungstasten) bei den Seitenteilen und der Front, Ablage für evtl. Wifi-/Bluetooth-Antennen unter dem Deckel, werkzeugloser Einbau der Grafikkarte (für Dual-Slot-Karten, darunter normal verschraubt), Grafikkartenhalterung. |
| Eigenschaften (20 %) | 2,17 |
| Material – Gewicht (nicht gewertet) | Stahl, Kunststoff, Glas – ca. 15,8 kg |
| Abmessungen (H × B × T)/Gesamtvolumen | 56,0 × 24,5 × 59,3 cm/ca. 81,4 Liter |
| Komponenten-Maße (bis zu Länge bzw. Höhe) | GPU: ca. 45,0 cm, CPU: 19,0 cm, Netzteil: ca. 19,0 cm, Mainboard: bis zu E-ATX (bis 27,7 cm) |
| Verarbeitung allgemein/Schnittkanten/Verwindungssteifigkeit | Gut bis sehr gut/sehr gut/sehr gut |
| Auszug der Zusammenbaudetails und Praxisprobleme | Zusammenbau: Note 2+. Die Seitenteile können schnell und unkompliziert per Knopfdruck am Heck (jeweilige Seite) gelöst und rausgehoben werden. Die Front kann mit zwei Knöpfen (oberhalb, beide Seite) genauso abmontiert werden. Dual-Slot-Grafikkarten sind mit der werkzeuglosen Halterung am Heck schnell montiert, Triple- und Quad-Karten profitieren davon kaum (es braucht Schraubenzieher). Für den Einbau muss die gesamte Netzteilkammer ausgebaut werden. Klettverschlüsss an der rechten Seite erleichtern Kabelmanagement. |
| Maximale Radiator-Kombination | Ausreichend (420) |
| Leistung (60%) | 1,98 (Kühlung: 1,29/Lautheit: 3,25) |
| Gewichtete CPU-Messung* S1 | S2 | 67,8 °C, (3,0 Kelvin) | 67,0°C, (2,2 Kelvin) |
| Gewichtete GPU-Messung* S1 | S2 | 64 °C, (1 Kelvin) mit 1.907 MHz bei 2.100 U/min | 64 °C, (1 Kelvin) mit 1.904 MHz bei 2.090 U/min |
| M.2-SSD-Temperatur* S1 | S2 | 40 °C, (2 Kelvin) | 39 °C, (1 Kelvin) |
| Innenraum-Temperatur* S1 | S2 | 44 °C, (4 Kelvin) | 38 °C, (-2 Kelvin) |
| Lautheit unter Spielelast** | Frontal: 3,0 Sone | 45-Grad-Winkel: 2,5 Sone (linke Seite) |
| Dämmmessung*** | Frontal: 4,3 Sone | 45-Grad-Winkel: 3,8 Sone (linke Seite) |

Auch war Staub früher kein großes Ding da der Tower komplett schallisoliert war.
Geht heute nicht mehr bzw. deutlich schwerer; aber soll es heutzutage so schlimm sein das man dafür ein Sensor braucht? Dürfte man das nicht mit dem Fenster eh schon frühzeitig sehen?
Das ist für mich eine dauerhafte Lösung! Dauerhaft irgendwo eine Temperatur sehen ist für mich keine dauerhafte Lösung. Ebenso eben jetzt mit einem Staubsensor. Bei einem Luftreiniger verstehe ich das, bei einem PC finde ich ihn überflüssig.