Asus Proart PA602 im Test: Gehäuse für 200 Euro mit Staubsensor. Lohnt sich das?
Asus' Proart-Produkt-Palette vereint im Kern ein schickes, schwarzes Design ohne RGB, dafür aber mit verzierenden Elementen. PCGH schickt das Creator-Gehäuse in den Testparcours.
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Ein Blick in den Proart-Kosmos vermittelt schnell die Grundidee. Asus verfolgt mit dieser Hardware-Serie eine auf edel gemachte, künstlerische Optik mit schwarzem Design und teils goldenen Akzenten - ohne stilistisch disruptive ARGB-Beleuchtung. Das PA602 ist das erste Gehäuse dieser Sparte und schlägt mit stolzen ca. 200 Euro zu Buche.
Wichtige Eckdaten zum PA602
Zwar unterstützt das Proart PA602 E-ATX-Mainboards bis zu einer Breite von 27,7 cm, ausgelegt ist der größere Tower mit einem Gesamtvolumen von ca. 81,4 Liter dennoch eher auf üblichere ATX-Platinen. Mainboards mit versteckten Anschlüssen (hinten, BTF-Serie etwa) werden nicht unterstützt. Ohne System kommt das künstlerisch angehauchte Case auf wuchtige knapp 16 kg. Bei den Komponentenmaßen gibt es minimal abweichende Angaben. Offiziell unterstützt das Proart PA602 CPU-Kühlerhöhen bis zu 19,0 cm und GPU-Längen bis 45,0 cm. Im durchaus ausführlichen und guten Handbuch ist dagegen die Rede von reservierteren 18,5 cm beim CPU-Kühler sowie 44,0 cm bei der Grafikkarte. Lassen Sie sich nicht groß irritieren, in unserer Messung kommen die offiziellen Werte abseits der Anleitung eher hin - in beiden Fällen passen aber übliche Consumer-Goliaths wie eine Geforce RTX 4090/Radeon RX 7900 XTX sowie etwa ein Noctua NH-D15 mit verschobenen Lüftern in das Proart PA602. Netzteile werden mit bis zu 19,0 cm angegeben, sofern die Laufwerkskäfige unterhalb montiert bleiben.
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Bei Wasserkühlungen muss konzeptionell so auch angelegt ein 420-mm-Radiatorplatz an der Decke genügen. Der Deckel ist mit einem Ruck schnell abnehmbar. Die darunterliegende Schiene muss herausgeschraubt werden, um sie zwischen Lüfter und Radiator anzubringen, andernfalls lässt sich der Deckel nicht schließen. Über der Schiene sind Radiatordicken bis ca. 40 mm (wie etwa bei einem Arctic Liquid Freezer III mit 38 mm) möglich, 45 mm passen dagegen nicht mehr. An der Front sind 2× 200-mm-Proart-Lüfter mit der sinnvoll skalierten Dicke von 38 mm angebracht. Die Bauweise, gerade an den Flügelseiten mit Rillen hin zur Nabe, erinnert an Fractals Lüfter, eine ähnliche Produktionsgeschichte liegt damit zumindest nahe. Nur 2× 180-mm-Propeller könnten als kleinere Alternativen montiert werden. Für 120/140-mm-Konstruktionen bräuchte es eigene Bastelschienen, die so nicht für das PA602 vorgesehen sind.
Frontanschlüsse
Bei den Front-Anschlüssen entschied Asus sich insgesamt für 4× USB-Typ-A-Slots mit je 2× USB 2.0 und 2× USB 3.2 Gen 1 (bis zu 5 GBit/s) sowie einen USB-Typ-C-Anschluss mit USB 3.2 Gen 2×2 (bis zu 20 GBit/s). Durch die Teilung zwischen USB 2.0 und 3.2 Gen 1 der Typ-A-Plätze bräuchte es keinen zweiten USB-3-Header am Mainboard wie etwa beim Corsair 6500X. Gerade Wireless-Dongles oder Geräte wie Gamepads können problemlos an langsamere USB-2-Slots angeschlossen werden. Für schnellere Übertragungsgeschwindigkeiten von Filmmaterialien und Co. stünde wiederum der flotte USB-C-Anschluss mit bis zu 20 GBit/s zur Verfügung. Die einzelne Audio-Klinke ist auf Headsets ausgelegt (Mikrofon und Kopfhörer). Die Power- und Reset-Buttons münden in einem Frontbündel ohne einzelne Pins, was den Anschluss am Mainboard sehr erleichtert. Der Startknopf lässt sich zudem mit einem Hebel verriegeln, um versehentliches Drücken zu verhindern.
Quelle: PCGH
Die Frontbestückung fällt insgesamt sinnvoll und nachvollziehbar aus. Ein Kartenleser wäre im Proart-Gehäuse ein nettes Extra gewesen, hätte den Preis (und Kompromisse, etwa bei dem Deckenradiator) aber wohl noch weiter in die Höhe getrieben.
Laufwerksplätze
Einen 5,25-Zoll-Slot für DVD-Laufwerke oder Multimediabays dieser Größe findet man wenig überraschend nicht an. Stattdessen werden auf der rechten Seite fünf ausschließlich 2,5-Zoll- (SATA-SSDs), ein 3,5-Zoll- (HDD) und drei 2,5/3,5-Zoll-Kombi-Slots (entweder SSD oder HDD) angeboten.
Quelle: PCGH
Die Laufwerkshalterungen und Rahmen können allesamt abmontiert werden. Eine nennenswerte HDD-Entkopplung gibt es nicht, Vibrationen können demnach bei mechanischen Festplatten ans Gehäuse weitergegeben und demnach auch deutlich hörbar sein.
Das Konzept im Check
Mit dem Premium-Preis, der Optik und kleineren Gimmicks versucht Asus wohl die Zielgruppe anspruchsvollerer Creator (Oberklasse- bis High-End-Hardware) zu überzeugen. Das Proart PA602 erinnert durch die Kunststofffront und die zwei 200-mm-Lüftern ein Stück weit an das Fractal Torrent mit zwei 180-mm-Rotoren, hebt sich aber im Grunde an allen anderen Stellen komplett ab. Für den Zusammenbau muss etwa die zweiteilig aufgebaute Netzteilkammer demontiert werden. Auch können Lüfter an der Unterseite, im Gegensatz zum Torrent, nicht angebracht werden.
Gimmick oder praktisches Feature?
Die kleineren Ausstattungsextras reichen von einem Infrarot-Staubsensor samt LED-Licht an der Front, dem bequemen Einrast-/Knopf-System (zum einfachen Öffnen des Gehäuses), zwei Transportrollen am Heck (optional auch vier eigene, vollwertige Büroräder), dem Einbau von Dual-Slot-Grafikkarten ohne Werkzeug (bei ATX-Platinen) bis hin zu einem ansteuerbaren PWM-Lüfter-Hub. Bestandteile wie der IR-Staubsensor oder die zwei Transportrollen mögen im ersten Moment funktional klingen, in der Praxis bleiben sie dennoch primär schöne Dekoration.
Nett, aber nur bedingt nützlich
Der Nutzen des kleinen Sensors ist angesichts der schnellen und unkomplizierten Reinigung des Staubfilters an der Front überschaubar. Mit den Transportrollen am Heck lässt sich das Gehäuse zwar bewegen, dabei aber sehr unhandlich im Zimmer manövrieren. Sofern Sie tatsächlich ein Gehäuse mit Rollen an der Unterseite suchen, sollten Sie beim PA602 direkt vier eigene als Zusatz einplanen, um diese unterhalb an vier vorgesehenen Plätzen montieren zu können.
Der mit SATA-Stromstecker versorgte PWM-Lüfter-Hub bietet sechs Slots und kann an der Front in ausschließlich zwei Modi geschaltet werden. Entweder mit maximaler Umdrehung der angeschlossenen Lüfter (in unserer Messung mit sehr/zu lauten 4,6 Sone) oder mit dem vom Mainboard ausgegebenen PWM-Wert. Ersterer soll laut Asus für "anspruchsvollere" Lastszenarien wie Renderphasen gedacht sein. Die resultierende Lautstärke lässt jedoch an der Notwendigkeit im Alltag zweifeln. Viel praktischer wäre hier eine mehrstufige Auswahl der Umdrehungen pro Minute ähnlich wie beim Be Quiet Dark Base Pro 901 gewesen. Auf der nächsten Seite gehen wir weitere Punkte wie den PC-Zusammenbau, die Verarbeitung und Staubfilter näher durch.

Auch war Staub früher kein großes Ding da der Tower komplett schallisoliert war.
Geht heute nicht mehr bzw. deutlich schwerer; aber soll es heutzutage so schlimm sein das man dafür ein Sensor braucht? Dürfte man das nicht mit dem Fenster eh schon frühzeitig sehen?
Das ist für mich eine dauerhafte Lösung! Dauerhaft irgendwo eine Temperatur sehen ist für mich keine dauerhafte Lösung. Ebenso eben jetzt mit einem Staubsensor. Bei einem Luftreiniger verstehe ich das, bei einem PC finde ich ihn überflüssig.