Geforce RTX 5000: Nvidia mit "peinlichen Statements" zur Lage
Nvidia hat im Interview mit GameStar erstmals Stellung zur aktuellen Situation der Geforce RTX 50 Series ("Blackwell") bezogen und dabei laut dem deutschen OC-Profi Roman "der8auer" Hartung gleich mehrere "peinliche Statements" abgegeben.
Nvidia hat in Person von Lars Weinand, Senior Technical Product Manager, im Interview mit GameStar jetzt erstmals ausführlich Stellung zur aktuellen Situation der Geforce RTX 50 Series ("Blackwell") rund um die Geforce RTX 5090 & Co. bezogen und dabei laut dem deutschen Overclocking-Experten und Hardware-Enthusiasten Roman "der8auer" Hartung gleich mehrere "peinliche Statements" abgegeben.
Vier bislang eher enttäuschende Releases, eine kaum gegebene Verfügbarkeit, defekte GPUs mit nicht funktionierenden ROP-Einheiten, Stabilitätsprobleme und schmelzende Stromstecker. Nvidia hat sich über diese und andere viel diskutierte Themen im GameStar Talk mit Vera Bauer und Alexander Köpf unterhalten und in diesem Rahmen einige wirklich fragwürdige Aussagen getroffen. Das wiederum konnte Roman "der8auer" Hartung so nicht stehen lassen und ordnete diese dementsprechend in seinem Video "Nvidias peinliches Statement" ein.
Also der Launch, da hat eigentlich alles sehr gut funktioniert.
- Lars Weinand, Senior Technical Product Manager, Nvidia -
Dass eine kaum gegebene Verfügbarkeit im Handel und damit verbundene Aufpreise von bis zu 100 Prozent, (teil)defekte Grafikprozessoren mit nicht funktionierenden ROP-Einheiten und unerklärliche Stabilitätsprobleme die Aussage von Nvidia umgehend ad absurdum führen, sieht auch Roman Hartung so.
Wenn wir jetzt mal die letzten 10, 20 Jahre Revue passieren lassen an Launches, dann weiß ich gar nicht, ob das nicht vielleicht sogar der schlechteste Nvidia-Lauch war, den ich jemals gesehen habe.
Verfügbarkeit, Preise, PCIe-Probleme, Blackscreens, fehlende ROPs, deaktiviertes PhysX, schmelzende Stecker, nicht erreichbare MSRPs ... habe ich irgendwas vergessen?
- Roman "der8auer" Hartung -
Auch griff Lars Weinand noch einmal die bereits widerlegten respektive "enttarnte" Aussage Nvidias, man habe innerhalb der ersten 5 Wochen mehr Geforce RTX 5000 an den Markt abgesetzt als noch bei der Geforce RTX 4000, einmal mehr auf, sparte dabei aber einmal mehr wissentlich aus, dass es sich hierbei um den Vergleich der Geforce RTX 5090, 5080, 5070 Ti und 5070 mit der Geforce RTX 4090 handelt.
Den kleinen aber feinen Umstand, dass zum Marktstart der Geforce RTX 40 Series, welcher am 12. Oktober 2022 erfolgte, innerhalb der ersten fünf Wochen alleinig das Spitzenmodell, die Geforce RTX 4090, erhältlich war, da die Geforce RTX 4080 erst am 16. November 2022 in den Handel gestartet war, lässt der Manager von Nvidia bei diesem Vergleich aus. Nvidia vergleicht hier die Verkaufszahlen maximal zweier Produkte mit denen von vier Produkten. Es wird aber noch deutlich wilder.
Viele [Geforce RTX 5000] kommen gar nicht in die Shops, weil sie vorbestellt sind. Das heißt die Shipments kommen rein und die Grafikkarten gehen sofort raus.
- Lars Weinand, Senior Technical Product Manager, Nvidia -
Diese Aussage, dass die Geforce RTX 5000 gar nicht erst in die Shops kommen, da sie vorbestellt sind und sofort hinausgehen, lies auch Roman Hartung fragend zurück.
Wie jetzt? Also die Grafikkarten sind alle vorbestellt und kommen deswegen nicht in die Shop? Wo landen die Grafikkarten dann und wie kann ich vorbestellen?
- Roman "der8auer" Hartung -
Auf die Frage von der Moderatorin von GameStar, ob man nur in den USA oder auch in Deutschland vorbestellen könnte, antwortete Lars Weinand folgendermaßen.
Das geht auch in Deutschland. Wie genau, das weiß ich jetzt nicht. Ich muss sagen, ich habe mir schon lange keine Grafikkarte mehr selbst bestellt, da bin ich im Vorteil.
Aber das geht über die Distribution, über den Channel, da habe ich jetzt direkt keinen Einblick rein.
- Lars Weinand, Senior Technical Product Manager, Nvidia -
Nachdem der Nvidia-Manager zuvor gesagt hatte, dass er im Vorteil sei und schon lange keine Grafikkarte mehr selber kaufen musste, widerspricht er sich in der unmittelbar folgenden Aussage, wie Roman Hartung angemerkt hat.
Wenn ich mir selbst eine Grafikkarte kaufe, muss ich mir die auch ganz normal im Handel kaufen.
- Lars Weinand, Senior Technical Product Manager, Nvidia -
Das deckt sich mit der Aussage eines mutmaßlichen Mitarbeiters von Nvidia, welche auf Reddit bekannt gegeben hatte, dass in den Stores für Mitarbeiter keine Geforce RTX 5000 angeboten werden, da die Verfügbarkeit so schlecht sei. Wie es um die Verfügbarkeit der Custom-Designs und vor allem Founders Edition bestellt ist, demonstriert ein Blick in den PCGH-Preisvergleich von Geizhals.
- Geforce RTX 5090 Founders Edition ab 4.988 Euro
- Geforce RTX 5090 Custom Designs ab 2.999 Euro
- Geforce RTX 5080 Founders Edition ab 2.119 Euro
- Geforce RTX 5080 Custom Designs ab 1.399 Euro
- Geforce RTX 5070 Ti Custom Designs ab 969 Euro
- Geforce RTX 5070 Founders Edition - verschoben** -
- Geforce RTX 5070 Custom Designs ab 649 Euro
Dass Nvidia hier mit Ausnahme der Founders Edition, welche aber ohnehin praktisch nie verfügbar sind, keinerlei Einfluss nehmen kann, weiß das Unternehmen offensichtlich selbst.
Wir leben halt in einer freien Marktwirtschaft und wir können dem Handel nicht vorschreiben, für wie viel er die Grafikkarten zu verkaufen hat.
- Lars Weinand, Senior Technical Product Manager, Nvidia -
Aber auch auf die Frage, wie Nvidia zur Kritik stehen würde, dass die native Rechenleistung der Geforce RTX 5000 gegenüber der Geforce RTX 4000 kaum gestiegen sei und die Leistungssprünge lediglich durch KI-Features wie DLSS 4 mit Multi Frame Generation erzielt werden könnten, hat Nvidia eine interessante Antwort respektive Gegenfrage parat.
Die erste Frage ist, was ist nativ? Was ist native Leistung und wo will ich damit hin?
- Lars Weinand, Senior Technical Product Manager, Nvidia -
Entsprechend deutlich reagierte Roman "der8auer" Hartung folgendermaße auf diese Aussage.
Also die Antwort tut echt schon ein bisschen weh. Was ist native Leistung? Die folgenden Minuten mit DLSS-Propaganda, die erspar ich euch jetzt einfach mal.
- Roman "der8auer" Hartung -
Lars Weinand wiederum begründet, dass Nvidia offiziell sagt "Moore's Law ist tot" und man fertigungstechnisch an Grenzen stoße, sodass die Grafikchips mittlerweile kaum mehr größer und im klassischen Sinne schneller werden könnten.
Diese Grafikkarte [die Geforce RTX 4090] war einer der größten Sprünge in der nativen Leistung, in den letzten 10, 20 Jahren gesehen haben.
- Roman "der8auer" Hartung -
Weshalb aber eine Geforce RTX 4090 eine Geforce RTX 3090 Ti nur eine Generation zuvor um 60 bis 70 Prozent übertreffen konnte, eine Geforce RTX 5090 aber nur 20 bis 25 Prozent vor einer Geforce RTX 4090 liegt, wurde hierbei selbstverständlich nicht thematisiert. Nvidia weiß natürlich selbst, dass der Leistungssprung von "Ada" zu "Blackwell" einer der kleinsten der gesamten Geforce-Historie gewesen ist.
Neben einem völlig falsch zitierten und entsprechend auch missinterpretierten Moore's Law waren es aber insbesondere die Aussagen Nvidias zur Thematik der schmelzenden 12VHPWR-Stecker der 2. Generation ("12V-2×6") welche den Overclocking-Profi und Hardware-Enthusiasten deutlich werden ließen.
Generell ist es so, alle Grafikkarten, die wir bisher zurückbekommen haben, waren eigentlich darauf zurückzuführen, dass irgendwas am Kabel ist, oder am Netzteil nicht gestimmt hat.
- Lars Weinand, Senior Technical Product Manager, Nvidia -
Nvidia weiß nach wie vor jede Schuld von sich, während Roman Hartung dem Hersteller vorwirft, fälschliche Aussagen zu den Kabeln und deren Herstellern zu machen.
Jetzt wird es einfach nur noch dumm. Ich muss es ganz einfach sagen und ich muss mich da auch echt zusammenreißen.
Also Nvidia gibt hier nur noch den Netzteilhersteller beziehungsweise den Kabelherstellern die Schuld, versucht sich komplett daraus zu ziehen, während wir ja wissen, dass die eigentliche Ursache das schlechte elektrische Design von den Grafikkarten ist.
Schon bei der 40er-Serie, auch bei der 50er-Serie kein Load Ballancing, alle Kontakte sind auf der Grafikkarte einfach nur durchverbunden und nur das verursache oder ermöglicht dieses Problem.
- Roman "der8auer" Hartung -
Hinsichtlich Nvidias Aussagen zu den mehr als 150 Grad heißen Kabeln, dem fehlenden Load Balancing und den schmelzenden Steckern, bei denen es laut dem US-Hersteller eine viel zu kleine Sample Size und damit zu dünne Datenlage gäbe, wird Roman dann noch einmal deutlich.
Ganz schwache Aussage und das widerspricht allem, was ich als Ingenieur gelernt habe. Man testet nicht so lange bis einem das Ergebnis gefällt.
- Roman "der8auer" Hartung -
Im Verlauf des rund 25-minütigen Videos geht Roman Hartung auf alle relevanten Aussagen von Lars Weinand im Interview mit GameStar ein und kommentiert diese entsprechend deutlich.
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Quelle: Roman Hartung, GameStar Talk

Das was Nvidia da konstruiert hat ist für die verwendeten Stecker nicht sicher, die verwendeten Stecker haben zusätzlich noch eigene Designschwächen. Alles andere ist , genau wie die Aussagen im Nvidia Interview, nur BlaBla und soll von den eigentlichen Themen und Nvidias Verantwortung ablenken.
Allerdings steht der Aufwand für die technische Absicherung auch im Verhältnis zur Leistungsaufnahme, mit der das Gerät laufen darf. Das Steckerdesign ist für die aufgerufene Leistung halt eine Fehlentwicklung bzw. braucht dann offenbar weitere Schutzmechanismen, die Nvidia nicht implementiert bzw. vorgegeben hat.
Mein Punkt lässt sich aber auch nicht beiseite schieben. Wenn erst gar keine gefährliche Leistung gefahren wird, bräuchte es auch nicht diesen Aufwand. Auch dürfte wohl ein hypothetischer Wasserkocher mit 300 Watt andere Sicherheitsniveaus zu lassen.
Es ist schon eine Frage des Designs der Karte, welche Leistungsaufnahme sie haben soll/darf. Und diesbezüglich gibt es eine meines Erachtens nach negative Entwicklung, die bislang nur den Weg weiter nach oben kennt. Jedenfalls muss die Leistungsaufnahme ja auch erstmal mittels Netzteil bereit gestellt werden (zieht NT-Kauf nach sich?) und erzeugt und verteilt werden.
Nun sind High-End-Gaming-Karten nicht in der Gesamtbilanz ausschlaggebend. Allerdings müsste schon die Gesamtentwicklung beachtet werden. Und da gibt es aufgrund der Notwendigkeit ökologischer Transformation (bspw. Heizung mit Wärmepumpe/Klimaanlage, "grüner" Stahl, Mobilität) einen wachsenden Strombedarf, aber eben auch einen größeren aufgrund gepushten Technologiefortschritt, Produktion und Konsum (bspw. Digitalisierung, KI). Gaming und Unterhaltungskonsum/Industrie ist da auch ein wenn auch kleines Puzzleteil einer verschwenderischen, zerstörerischen Lebensweise. Viele Leute hierzulande, die es sich noch leisten können, wollen ja nicht nur einen Desktop-Gaming PC mit einem Monitor. Sondern da gibt es häufig noch einen zweiten Monitor, zweiten PC, neues Smartphone, Spielekonsole, Handheld, Musikanlage, fetter TV/Heimkino, Auto ... Wo gibt es da mal ein Innehalten?
Das was Nvidia da konstruiert hat ist für die verwendeten Stecker nicht sicher, die verwendeten Stecker haben zusätzlich noch eigene Designschwächen. Alles andere ist , genau wie die Aussagen im Nvidia Interview, nur BlaBla und soll von den eigentlichen Themen und Nvidias Verantwortung ablenken.
Wer 'ne 5000 Serie GPU kauft, lässt sich vorm Akt auch nicht zum Essen einladen, sondern wird lieber gleich xxxxxxx