Geforce RTX 5090 und 5080: Verkaufsstart zwischen Farce und Paper Launch [Kommentar]
Die Nvidia Geforce RTX 5090 und Geforce RTX 5080 sind offiziell erschienen, doch der Marktstart der beiden Blackwell-Grafikkarten entwickelte sich zu einer Mischung aus Farce und der Blaupause eines Paper Launchs. Die Geforce RTX 5090 Founders Edition war in Deutschland faktisch nicht erhältlich. Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenSpieler, welche sich von der überschaubaren Mehrleistung von 15 bis 30 Prozent im Vergleich zu den beiden starken Vorgängermodellen Geforce RTX 4090 und Geforce RTX 4080 Super nicht hatten abschrecken lassen oder von einer Geforce RTX 3000 oder 2000 aufzurüsten gedachten, sollten am 30. Januar die Chance auf den Erwerb einer der beiden initialen Grafikkarten auf Basis der Blackwell-Architektur erhalten. Doch dann verkam dieser Verkaufsstart zu einer Mischung aus Farce und waschechtem Paper Launch.
Wo waren eigentlich die Founders Edition?
Denn wenngleich bereits zuvor Quellen aus Kreisen des Einzelhandels sowie Nvidias Boardpartner selbst auf eine eher schlechte Verfügbarkeit hingewiesen und ihrerseits hohe Preise deutlich über der UVP von Nvidia in Aussicht gestellt hatten, kam es 30. Januar 2025 um 15 Uhr dennoch schlimmer als es von einem Großteil der Spieler erwartet wurde.
"Besonders die Verfügbarkeit der Geforce RTX 5090 Founders Edition und der Geforce RTX 5080 Founders Edition hierzulande wirft so manche Frage auf."
An dieser Stelle erlaube ich mir meine ganz persönliche Betrachtung des "Verkaufsstarts" niederzuschreiben und dessen Chronologie entsprechend zusammenzufassen.
- Zum offiziellen Verkaufsstart um 15 Uhr waren die Geforce RTX 5090 Founders Edition und die Geforce RTX 5080 Founders Edition auf Nvidia.com als "demnächst verfügbar".
- Zwischen 15 Uhr und 15:15 Uhr änderte sich an diesem Status auch nichts und plötzlich um 15:20 Uhr wurde die Geforce RTX 5090 FE als "derzeit nicht verfügbar" gelistet. Dass eine Verfügbarkeit bestand, ist sehr fraglich.
- Die Geforce RTX 5080 Founders Edition wiederum war nur für wenige Minuten überhaupt über Nvidias offiziellen Marktplatz erhältlich und wechselte dann auch umgehend in den Status "derzeit nicht verfügbar". Auch hier war die anfängliche Menge wohl so extrem begrenzt, dass selbst bei einer Umfrage von ComputerBase keiner der Leser den erfolgreichen Kauf einer Geforce RTX 5080 FE per Umfrage bestätigen konnte.*
*) bei den 0,7 Prozent (5090 FE) bzw. 0,1 Prozent (5080 FE) handelt es sich nach aktuellem Stand um Fehleingaben bei der Umfrage.
Davon unabhängig kann man die von Nvidia für den deutschen Markt bereitgestellte Charge an Founders Edition nur als schlechten Scherz bezeichnen. Die Geforce RTX 5090 FE war faktisch nicht verfügbar und die Geforce RTX 5080 FE nur für wenige Minuten.
"Wieso waren die Geforce RTX 5090 FE und die Geforce RTX 5080 FE auf Nvidia.com bereits vor ihrer eigentlichen Verfügbarkeit als Best Seller gekennzeichnet?"
Quelle: PCGH
Bereits vor dem offiziellen Marktstart um 15 Uhr waren beide Founders Edition bereits "Best Seller".
Custom-Designs auch im Handel zu Scalper-Preisen?
Wer bei der Geforce RTX 5090 Founders Edition und der Geforce RTX 5080 Founders Edition leer ausgegangen ist, konnte sich aber natürlich zu diesem Zeitpunkt immer noch Hoffnungen auf eines der wenigen UVP-Modelle, von denen jeder der Boardpartner in der Regel nur eines bereitstellt, sowie die teilweise 300 bis 800 Euro teureren Custom-Designs machen. Hierbei wären exemplarisch die Preisempfehlungen von bis zu 3.129 Euro von Asus zu nennen.
Quelle: PCGH
Doch damit nicht genug, denn auch der Handel beteiligte sich und drehte stellenweise kräftig an der Preisschraube. Die ohnehin schon fast absurd hohen Preisempfehlungen von bis zu 3.129 Euro (Asus), 2.929 Euro (MSI), 2.699 Euro (Gigabyte) und 2.559 Euro (Zotac) sind händlerseitig teilweise noch einmal um mehrere Hundert Euro angekurbelt worden.
Quelle: Caseking
Das sehr begrenzte Angebot hin, die hohe Nachfrage her, dass der Handel die ohnehin hohe UVP der Custom-Designs bereits zum Marktstart um gleich mehrere Hundert Euro übertrifft, ist aus Sicht der Spieler einfach bitter. Spieler sollten zu solchen Scalper-Preisen weder von privat bei eBay noch bei einem der namhaften Händler zuschlagen. Ein Custom-Design, welches im Handel mehr als 1.000 Euro oberhalb der Founders Edition liegt?
Die Scalper drehen völlig frei
Nachdem der ganze Spuk weniger als 30 Minuten nach dem offiziellen Marktstart in allen namhaften Online-Shops vorbei und die gesamte erste Charge an Custom-Designs vergriffen war, machten sich auch sogleich die Scalper ans Werk. Preise von mehr als 2.000 Euro für die Geforce RTX 5080 und bis zu absurden 6.800 Euro für die Geforce RTX 5090 wurden bei eBay & Co. aufgerufen. Die entsprechenden Angebote möchte ich hier gar nicht erst verlinken.
Quelle: PCGH
Von meiner Seite aus sei jedem potenziellen Käufer empfohlen, sich die umfangreichen und fundierten Tests der Nvidia Geforce RTX 5090 und Geforce RTX 5080 unseres GPU-Gurus Raffael Vötter in Ruhe durchzulesen und erst dann zuzuschlagen, wenn sich der Markt mittelfristig wieder etwas beruhigt hat.
Mehrere Hundert Euro oberhalb der ohnehin extrem hohen Preisempfehlungen ist meiner Meinung nach keines der Custom-Designs am Markt wert. Ich würde mich aber sehr darüber freuen, eure Meinung zu diesem Thema in den Kommentaren zu erfahren.
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Kommentare (139)
Zur Diskussion im Forum-
Von mibbio Kabelverknoter(in)Das ist aber rechtlich auch eine komplett andere Baustellt. Das betrifft zum Einen nur Händler und zum Anderen auch nur (zeitlich limitierte) Aktionsware und nicht das reguläre Angebot. Da muss der Händler zum Beginn des Aktionsangebotes die Ware auch für eine gewisse Zeit auch vorrätig haben und muss ggf. entsprechende Ware nachbestellen. Für reguläres Sortiment gibt es überhaupt keine Vorgaben.Zitat von Wern1111Gegen so Lockangebot in Supermärken hat man ja auch etwas geschaffen.
Einem Hersteller hingegen wird man aber schwer vorschreiben können, wie viel er zu produzieren hat. Zumal es sich hier ja auch gar nicht um "Lockangebote" handelt, sondern der Herstellen kann/will nur nicht die Nachfrage decken - was sein gutes Recht ist. Denn ein Hersteller kalkuliert seine Produktionsmengen nach Wirtschaftlichkeit und der Verfügbarkeit von Produktionskapazitäten und es ist auch seine freie Entscheidung, wie er die Produktionskapazitäten auf verschiedene Produkte verteilt. Jedes Gesetzt mit irgendwelchen Zwangsvorgaben bei der Produktionsmenge dürfte garantiert spätestens der BGH oder EuGH wieder kassieren.
Einem Hersteller hingegen wird man aber schwer vorschreiben können, wie viel er zu produzieren hat. Zumal es sich hier ja auch gar nicht um "Lockangebote" handelt, sondern der Herstellen kann/will nur nicht die Nachfrage decken - was sein gutes Recht ist. Denn ein Hersteller kalkuliert seine Produktionsmengen nach Wirtschaftlichkeit und der Verfügbarkeit von Produktionskapazitäten und es ist auch seine freie Entscheidung, wie er die Produktionskapazitäten auf verschiedene Produkte verteilt. Jedes Gesetzt mit irgendwelchen Zwangsvorgaben bei der Produktionsmenge dürfte garantiert spätestens der BGH oder EuGH wieder kassieren.