GTX 1080 Ti: 11 GiB VRAM, GPU-Boost und Fazit
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GTX 1080 Ti: 11 GiB VRAM, GPU-Boost und Fazit

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Geforce GTX 1080 Ti im Test: Wir schauen uns die "krumme" VRAM-Menge an, überprüfen den GPU-Boost und ziehen ein Fazit

Aktuelle Änderungen hervorheben

GTX 1080 Ti im Test: 11 GiByte als Nachteil?

Wer PC Games Hardware kennt, weiß, dass wir unsere Grafikkarten-Empfehlungen mit Blick nach vorn aussprechen. Das beinhaltet immer ein Auge auf moderne Spiele bei maximalen Details und das, was noch auf uns zukommt. Die Speicherkapazität einer Spieler-Grafikkarte, die heutzutage von uns das Prädikat "allem gewachsen" erhält, sollte mindestens 8 GiByte betragen. In der PCGH 12/2016 führen wir breit aus, wie wir zu dieser Aussage kommen. Die 11 GiByte der Geforce GTX 1080 Ti mögen etwas krude wirken, dennoch verfügt diese Grafikkarte über 3 GiByte mehr als das, was wir als sorgenfrei bezeichnen würden - selbst dann, wenn man davon ausgeht, dass eine GTX 1080 Ti in höheren Auflösungen und Qualitätseinstellungen verwendet wird als beispielsweise eine Radeon RX 480 oder Geforce GTX 1070.

Die Speicherkapazität einer Spieler-Grafikkarte, die das Prädikat allem gewachsen erhält, sollte mindestens 8 GiByte betragen - die GTX 1080 Ti bietet 3 GiByte mehr als das.Es existieren nur zwei Endkunden-Grafikkarten mit größerer Speicherkapazität: Die Titan X (Pascal) und die Geforce GTX Titan X (Maxwell) aus dem Jahr 2015. Beide verfügen über vollwertig angebundene 12.288 MiByte, ergo einen um 1 GiByte respektive neun Prozent größeren Puffer. Das ist auf dem Papier ein Vorteil, der einen etwas längeren Atem nahelegt. Wir haben daher mithilfe von Extremtests die Standhaftigkeit der GTX 1080 Ti überprüft und können eine Entwarnung aussprechen. Nennenswert ist unser Ausflug ins virtuelle San Francisco innerhalb von Watch Dogs 2. Mithilfe extremer, maßgeschneiderter Grafikeinstellungen - unter anderem 6K-Auflösung und TXAA - haben wir solange an den Optionen getüftelt, bis uns sowohl die Titan X als auch die GTX 1080 Ti eine Speicherbelegung von 11 GiByte attestierten. Große Teile der Daten lassen sich dabei nicht streamen, die Bildpuffer der hohen Auflösung und wegen des Multisamplings müssen - im Gegensatz zu den entbehrlichen Texturen - stets im Grafikspeicher vorgehalten werden. Das Ergebnis ist eindeutig: Beide Grafikkarten sind mit Bildraten im 10-Fps-Bereich völlig ungeeignet für Späße wie diesen, Vorteile für die Titan X stellen sich in unserer Messreihe keine ein. In 8K sind letztlich beide Grafikkarten am Bersten, müssen Gigabytes an Daten in den Hauptspeicher auslagern und produzieren nur noch verschwommene Standbilder.

Spätestens nach dem Erscheinen der Xbox Scorpio (Ende 2017), welche Spielen - und somit Cross-Platform-Entwicklungen - deutlich größere Speicher-Pools anbietet, könnte sich eine Grafikkarte mit mehr als 8 GiByte lohnen. Derzeit trifft das nur auf extreme Einstellungen jenseits von Ultra HD zu. Gesetzt diesen Fall, könnte es auch Corner Cases geben, bei denen sich 12 anstelle von 11 GiByte auszahlen. Die Relevanz dieser Fälle, welche im Laufe des Jahres 2018 langsam zunehmen dürften, ist jedoch fraglich. Im Zweifel werden sowohl die GTX 1080 Ti als auch die Titan X mit Leistungsproblemen zu kämpfen haben. Und geht der Ti tatsächlich einmal der Speicher aus und der Titan X nicht, erledigt sich das Problem durch die Wahl der nächstschwächeren Textur-, Schatten- oder Anti-Aliasing-Stufe.

GTX 1080 Ti im Test: GPU-Boost und die Folgen

Die entstehende Abwärme erlaubt es dem Kühler der Geforce GTX 1080 Ti Founder's Edition nicht ansatzweise, bei höchsten Boost-Stufen auf Dauer das im BIOS hinterlegte Temperaturlimit von 84 °C mittels der Steigung seiner Umdrehungszahl zu halten. Wie bei der Titan X Pascal limitiert auch bei der GTX 1080 Ti die Kühlleistung das Geschehen und nicht etwa das standardmäßige 250-Watt-Powerlimit.

Zur Erklärung des GPU-Boost 3.0: Im BIOS der Karte hinterlegt Nvidia eine Kurve mit Takt/Spannungs-Kombinationen. Dabei gilt: Je höher der Takt, desto mehr Spannung liegt an. Boostet die Karte, steigt also auch die Leistungsaufnahme - und zwar stärker als der Takt, da die Spannungserhöhung quadratisch anstatt linear in die Gleichung einfließt. Als nächstes kommt die sogenannte Hysterese ins Spiel. Damit der Kühler nicht auf einmal von einem 85 °C heißen Chip bei 250 Watt überfahren wird, senkt die Karte ihren maximalen Boost schon recht früh. Die erste Stufe, also der allerhöchste Boosttakt, wird meist nur nach einem direkten Neustart in der Nähe des Polarkeise erreicht und schon bei 40 °C GPU-Temperatur wieder heruntergesetzt. Alle paar Grad folgt eine weitere Taktreduktion in 13-MHz-Schritten mitsamt anhängender Spannungsreduktion, während die Karte sich dadurch gleichzeitig langsamer aufheizt.

So erfolgt die Annäherung an das endgültige Ziel von 84 °C/250 Watt bei maximalem Takt in Abhängigkeit von der Auslastung von zwei Seiten: Die Takt-/Spannungs-Kombi sinkt, während die Temperatur-/Drehzahl-Kombi steigt. Irgendwann wird dann ein Gleichgewicht erreicht, welches von mehreren Faktoren abhängt: Güte der Komponenten (Leckstrom-Rate der GPU, Spannungswandler, Wärmeleitpaste, aber auch Temperatur der angesaugten Luft) und Auslastung. Die verbleibende Variable ist die Taktrate, welche sich nach den obigen Gegebenheiten richtet. Im Spielebetrieb sahen wir bei unserem Testexemplar der GTX 1080 Ti nach erfolgter Aufheizphase typischerweise Werte zwischen 1.550 und 1.709 MHz.

Bessere Kühlung resultiert aus den genannten Gründen automatisch in einer höheren Leistung. Wer seine GTX 1080 Ti beispielsweise mit 80 Prozent Drehkraft (3.840 U/Min -> 8,3 Sone Lautheit) laufen lässt, kann damit die Kerntemperatur selbst bei 120 % = 300 Watt Powerlimit unter 80 °C drücken und erhält dann Boosts zwischen 1.700 und 1.800 MHz, womit die Leistung der GTX 1080 Ti um bestenfalls zehn Prozent ansteigt. 2 GHz und mehr sind nur mit Orkan-Laustärke realistisch - oder durch einen Wechsel des Kühlers auf Wasser oder beispielsweise einen Arctic Accelero Xtreme IV, Raijintek Morpheus 2 & Co.

[COLOR=textColor3]GTX 1080 Ti im Test: "Real world" vs. Open Benchtable

Das Testen einer Grafikkarte am offenen Benchtable - also im Freiluftaufbau - stellt sicher, dass alle Probanden mit einer neutralen Umgebung konfrontiert werden. PC Games Hardware testet Grafikkarten daher seit vielen Jahren am offenen Testbench mit gleicher Raumtemperatur, um Faktoren wie die bei jedem Spiele-PC unterschiedliche Gehäusebelüftung und -innenraumbestückung auszuschließen. Diese Tests ergänzen wir mit Real-world-Messungen, sprich, Tests innerhalb von Gehäusen, die einen echten Spiele-PC exemplarisch zeigen. Auf dem Wort "exemplarisch" liegt die Betonung, denn ein Gehäuse mit einem spezifischen Lüftungskonzept und darin installierter Hardware (-> Luftwiderstand und Verwirbelung) erlaubt keine allgemeingültigen Aussagen, diese Tests stellen jedoch eine gute Ergänzung des normalen Testprozederes dar.

Wir haben sowohl die Geforce GTX 1080 Ti Founder's Edition als auch die Titan X Pascal mehrere Stunden in einem NZXT Phantom getestet, um das Boost- und Lüfterverhalten zu überprüfen. Fokus der Messreihe ist die Leistung in Ultra HD, schließlich haben wir es hier mit Enthusiasten-Grafikkarten zu tun, die sich optimal für die hohe Pixelmenge eignen. Die Ergebnisse überraschen nicht: Da die PC-Behausung über mehrere Lüfter verfügt - unter anderem über einen Seitenwandpropeller, der die Grafikkarte direkt mit Frischluft versorgt -, decken sich Lautstärke und Taktraten in etwa mit dem Freiluftbetrieb. Die Quintessenz der Messreihe ist, dass die GTX 1080 Ti FE erwartungsgemäß auch im Gehäuse etwas schneller rendert als die Titan X Pascal. Eine Vorschau liefert Ihnen das unten stehende Bild, die ganze Abhandlung werden wir in einem gesonderten Artikel Anfang kommender Woche veröffentlichen. Geforce GTX 1080 Ti FE im NZXT Phantom: Nach einer halben Stunde unter 4K-Last der schlimmsten Sorte zeigt die GTX 1080 Ti diese Werte. Quelle: PC Games Hardware Geforce GTX 1080 Ti FE im NZXT Phantom: Nach einer halben Stunde unter 4K-Last der schlimmsten Sorte zeigt die GTX 1080 Ti diese Werte.

GTX 1080 Ti im Test: Fazit

Mit der Geforce GTX 1080 Ti bringt Nvidia die Leistung der Titan X Pascal erfolgreich in den dreistelligen Preisbereich. Die 819-Euro-Grafikkarte liefert im PCGH-Leistungsindex 101 Prozent der Titan-X-Leistung zu zwei Dritteln des Preises - das dürfte so manchen PC-Enthusiasten überzeugen. Das Kühldesign der Founder's Edition verrichtet seinen Dienst zuverlässig und leiser als bei dem Titanen, allerdings ist das Lüfterrauschen unter Volllast keineswegs leise und dennoch arbeitet die GTX 1080 Ti stets am Temperaturlimit. Übertakter freuen sich über die aufgemöbelte Spannungsversorgung und montieren einen besseren Kühler, auf der Jagd nach Boosts im 2-GHz-Bereich. Nutzer eines DVI-befeuerten Bildschirms stehen bei der Geforce GTX 1080 Ti hingegen vor einem Problem, denn das Referenzdesign bietet keinen entsprechenden Ausgang. Zwar liefert Nvidia einen Displayport-zu-DVI-Adapter mit, dieser versteht sich jedoch nur auf Single-Link-Signale, sodass sich beispielsweise kein 120-Hertz- oder älteres 1600p-Display mit voller Leistung ansteuern lassen.

Die nächstschnellere Grafikkarte, Nvidias GTX 1080, hat selbst als stark übertaktetes Custom-Design keine Chance gegen die GTX 1080 Ti. Im Vergleich Referenz gegen Referenz führt die GTX 1080 Ti im Schnitt um 20 Prozent. Rein auf die Ultra-HD-Leistung bezogen, kann sich die Die 819-Euro-Grafikkarte liefert im PCGH-Leistungsindex 101 Prozent der Titan-X-Leistung zu zwei Dritteln des Preises.GTX 1080 Ti sogar um 27 Prozent in Führung setzen. Auch was die Speicherkapazität angeht ist die Geforce GTX 1080 Ti dank ihrer 11 GiByte GDDR5X sehr gut aufgestellt. Zwar bietet die Titan X Pascal mit ihren 12 GiByte einen Vorteil, wir gehen jedoch nicht davon aus, dass die neunprozentige Kapazitätsdifferenz zu Lebzeiten beider Grafikkarten zwischen unspielbar und flüssig ausmachen wird. Bis dahin bietet die GTX 1080 Ti immerhin 3 GiByte mehr Platz als Geforce GTX 1080/1070 und Radeon RX 480 - das genügt selbst für 4K-Spiele mit Texturmods sowie erste 6- und 8K-Ausflüge.

Falls Sie warten können, raten wir dazu. Die Nvidia-Boardpartner befinden sich gerade in der heißen Phase ihre eigenen Designs betreffend. Ab Ende März sollen erste Custom-Designs der Geforce GTX 1080 Ti im Handel sein, welche neben stärkerer (axialbelüfteter) Kühlung auch mit werkseitiger Übertaktung und stabileren Boosts aufwarten werden. PC Games Hardware wird selbstverständlich jedes einzelne davon zum Test zitieren. Falls Sie es hingegen eilig haben, können sie die Founder's Edition mithilfe eines Nachrüst(wasser)kühlers optimieren. Im unten stehenden Video zeigen wir, was sich mithilfe eines Arctic Accelero Hybrid III-140 exemplarisch ausrichten lässt.

Und was macht AMD? Die Radeon RX Vega soll, das ist seit Monaten bekannt, noch in der ersten Jahreshälfte 2017 starten. Wie schnell die AMD-Grafikkarte letztendlich sein wird, steht in den Sternen. Wer schon jetzt die höchste Grafikleistung im PC haben möchte und 820 Euro auf der hohen Kante hat, macht mit der Geforce GTX 1080 Ti nichts falsch.

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  3. Seite 3 GTX 1080 Ti: 11 GiB VRAM, GPU-Boost und Fazit
    • Kommentare (409)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Morgoth-Aut Freizeitschrauber(in)
        AW: Geforce GTX 1080 Ti im Test: Titan-X-Thronfolger von Nvidia für 819 Euro

        Hab mir auch grad eine EVGA bestellt, mal schauen wann die ankommt
      • Von Morgoth-Aut Freizeitschrauber(in)
        AW: Geforce GTX 1080 Ti im Test: Titan-X-Thronfolger von Nvidia für 819 Euro

        Hab mir auch grad eine EVGA bestellt, mal schauen wann die ankommt
      • Von DaHell63 Volt-Modder(in)
        AW: Geforce GTX 1080 Ti im Test: Titan-X-Thronfolger von Nvidia für 819 Euro

        Ich als absoluter Nichtschwimmer kann mit Wasser leider nichts anfangen und muß auf die EVGA Customs warten

        Dann viel Spaß mit deinen beiden
      • Von Anticrist Software-Overclocker(in)
        AW: Geforce GTX 1080 Ti im Test: Titan-X-Thronfolger von Nvidia für 819 Euro

        Konnte nicht widerstehen

        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]

        Bin in mal gespannt wie die Leistung aussieht
      • Von Chris-W201-Fan Lötkolbengott/-göttin
        AW: Geforce GTX 1080 Ti im Test: Titan-X-Thronfolger von Nvidia für 819 Euro

        So lange der VRAM nicht aus geht, jupp
      • Von TheTou Komplett-PC-Käufer(in)
        AW: Geforce GTX 1080 Ti im Test: Titan-X-Thronfolger von Nvidia für 819 Euro

        Die OC Ergebnisse sind echt nicht schlecht... Und meine übertaktete 980 reicht doch eigentlich noch für 2560x1080.... Ich muss stark bleiben...
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