Steam Controller: Strategie-Test, Testtabelle und Fazit
Steam Controller im Test: Strategie ohne Support mit Anno 1800 und Total War: Warhammer 3 sowie Testtabelle und Fazit im Überblick.
Inhaltsverzeichnis
Warhammer 3 ohne Controller-Support
Ein drittes Szenario betrifft Spiele ohne Controller-Unterstützung. Hier mussten leider sämtliche Eingaben manuell auf den Controller übertragen werden. Nach einer kurzen Eingewöhnung ist die Steuerung so grundsätzlich möglich, allerdings bleibt die Orientierung eingeschränkt und natürlich zeigt das Spiel weiterhin die entsprechenden Tastaturbefehle an. Probleme treten vorwiegend dann auf, wenn Spiele Eingabemodi dynamisch wechseln oder bestimmte Aktionen fest an Mausbewegungen gekoppelt sind. In solchen Fällen kann es notwendig sein, komplette Steuerungsschemata umzubauen, was zusätzlichen Aufwand bedeutet.
Darauf aufbauend zeigte sich im weiteren Verlauf, dass insbesondere komplexe Strategiespiele eine besondere Herausforderung darstellen. Sowohl Total War: Warhammer 3 als auch Anno 1800 (PC-Version) setzen auf dichte Benutzeroberflächen mit zahlreichen verschachtelten Menüs, Einheitenbefehlen und Kontextaktionen, die ursprünglich auf Maus und Tastatur ausgelegt sind.
Quelle: PC Games Hardware
Prinzipiell lässt sich auch Total War: Warhammer 3 mit dem Steam Controller spielen, allerdings ist er natürlich nicht "Legendär"-kompatibel.
Im Test wurde die Mausbewegung auf das rechte Trackpad des Steam Controllers gelegt, wodurch sich eine deutlich präzisere Steuerung ergibt als über klassische Analogsticks. Die Navigation durch Menüs, das Platzieren von Gebäuden oder das Auswählen von Einheiten funktioniert damit grundsätzlich zuverlässig. Ergänzend kamen Modifikatoren und Mehrfachbelegungen zum Einsatz, um zusätzliche Funktionen zugänglich zu machen. Auffällig ist dabei, dass sich ein Großteil der benötigten Eingaben tatsächlich auf den Controller übertragen lässt. Durch die Möglichkeit, Makros und kombinierte Befehle über Steam zu hinterlegen, konnten wiederkehrende Aktionen gebündelt und auf einzelne Tasten gelegt werden. Das reduziert die Komplexität im laufenden Spielbetrieb zumindest teilweise, da weniger manuelle Einzelschritte notwendig sind.
Dennoch bleibt die Steuerung spürbar indirekter. Insbesondere bei hoher Spielgeschwindigkeit oder wenn mehrere Einheiten gleichzeitig koordiniert werden müssen, stößt das Konzept an Grenzen. Eingaben benötigen mehr Zeit, und die fehlende visuelle Anpassung der Benutzeroberfläche erschwert die Orientierung zusätzlich. Denkbar wäre allerdings auch die Anpassung der Kamerabewegung durchs Gyroskop, was noch einmal einiges an Steuerung erleichtern dürfte.
Und wer bewusst auf umfangreiche Hotkeys oder intensives Mikromanagement verzichtet, dürfte mit diesem Ansatz deutlich besser zurechtkommen. In solchen Spielweisen verschiebt sich der Fokus stärker auf Planung und Menüführung, wodurch die Vorteile der flexiblen Controller-Konfiguration stärker zum Tragen kommen und die Einschränkungen weniger ins Gewicht fallen.
Summa summarum
Insgesamt zeigt sich ein positives Bild beim neuen Steam Controller. Die größte Stärke liegt klar in der Kombination aus Hardware und Software. Touchpads, Gyroskop, kapazitive Sensorik sowie die umfangreiche Konfiguration über Steam ermöglichen ein Maß an Anpassbarkeit, das klassische Gamepads so nicht bieten. Gerade in Verbindung mit frei belegbaren Tasten, Makros und mehreren Eingabeebenen lässt sich die Steuerung sehr präzise auf unterschiedliche Spiele und Spielstile zuschneiden.
Im praktischen Einsatz zeigt sich jedoch, dass dieses Konzept stark von der Nutzung abhängt. In Spielen mit passender Unterstützung oder klaren Eingabestrukturen funktioniert die Steuerung unmittelbar und kann durch zusätzliche Belegungen sogar effizienter werden. In komplexeren Szenarien oder bei fehlender Anpassung der Benutzeroberfläche bleibt die Bedienung dagegen indirekter und erfordert mehr Eingaben. Besonders bei hoher Eingabedichte oder schnellen Reaktionen stößt das Konzept an Grenzen.
Bildergalerie zum Steam Controller
Für Nutzer, die bereit sind, sich mit den Einstellungsoptionen auseinanderzusetzen, dürfte dagegen ein vielseitiges Steuerungskonzept entstehen, das sehr individuell angepasst werden kann. Für Personen, die bisher aber nur wenig mit Controllern gespielt haben, ist die Steam-Version nur bedingt zu empfehlen.
Auf Hardware-Seite überzeugt der Controller durch präzise TMR-Sticks und eine insgesamt gute Ergonomie, auch wenn nicht jede Handgröße optimal bedient wird. Einschränkungen zeigen sich bei Details wie den Triggern, deren Widerstand und Anpassbarkeit begrenzt sind, sowie bei fehlenden Hardware-Optionen wie austauschbaren Komponenten oder Trigger-Sperren. Hinzu kommt der Preis von rund 100 Euro. In diesem Segment stehen Alternativen zur Verfügung, die stärker auf klassische Hardware-Funktionen setzen. Ob Valves Ansatz den Aufpreis rechtfertigt, hängt damit sehr vom individuellen Nutzungsverhalten ab.

Jetzt kommt der neue und alleine schon, dass der jetzt zwei Sticks hat freut mich schon. 100€ find ich ok. Aber ich befürchte, dass der dann nach den ersten Spielchen wieder rumliegen wird.....
ich hab seit über 1 jahr so n Playstation pro controller mit hinteren tasten aufm schreibtisch.. und ich hab das Ding erst 1 mal angeschlossen..
mag einfach das unpräzise Gefühl von so n Controller in der Hand nicht..
und ich bin auch der Meinung das Controller in Egoshootern verboten sein sollte.. bzw der entsprechende Aimassist.
Und einige Games die keine oder keine volle, Controllerunterstützung bieten, lassen sich damit auch endlich bequemer spielen als mit Maus und ggf. Tastatur. Z.b die Videotheken Sim "Retro Rewind" - auch wenn ich hoffe dass die noch vollen Controller Support reinpatchen.
Den ersten Steam Controller habe ich nicht, jedoch das SD, welches ich aber kaum mobil eingesetzt habe, sondern meist am Dock wie einen Mini-PC (neben dem Bett mit so einem kleinen, mobile OLED-Bildschirm und Maus + Tastatur). Falls man aber wirklich mobil spielen will und die Spiele Mauseingabe benöitgen (für mich waren es z.B. divere alte RPGs unter DOSBox), dann sind die Trackpads des SD schon praktisch, allerdings ist das kleine Touchfeld des GPD Win 4 auch recht gut und es hat zusätzlich noch eine physische Tastatur, womit man nicht Tastaturkommandos zum Controller mappen muss.