Nacon im Interview: Neue Revo-Controller mit Hall-Effekt-Sticks und 1.000-Hz-PC-Modus
Nacon setzt bei den neuen Revo-Controllern auf Hall-Effekt-Sticks, 1.000-Hz-PC-Modus und mehr Reparierbarkeit. Romain André erklärt, was die Technik bringt, warum 8.000 Hz nicht trivial sind und SteamOS sowie Linux zunächst nur beobachtet werden.
Nacon (Bigben) will seine neuen Controller nicht nur über Zusatztasten, Gehäuseform und Lizenzlogo differenzieren: Auf der Bigben Week 2026 in Paris standen Revo, Revo Pro und Revo Max für PC und Xbox Series X|S deshalb nicht nur zur Ansicht, sondern auch für einen Praxistest bereit. Im Gespräch mit PC Games Hardware erklärte Romain André, Business Development Manager bei Nacon, warum Hall-Effekt-Sticks gegen Drift helfen sollen, was der 1.000-Hz-PC-Modus bringt und warum die 8.000-Hz-Frage bei Controllern komplizierter ist, als es auf dem Datenblatt klingt.
Quelle: PCGH
Romain André ist Business Development Manager bei Nacon und erklärt uns unter anderem im Interview, warum Hall-Effekt-Sticks gegen Drift helfen und warum die 8.000-Hz-Frage kompliziert ist.
Für PCGH-Leser wird es dort interessant, wo Marketingbegriffe auf technische Grenzen treffen: Hall-Effekt soll die Lebensdauer der Stick-Komponenten verlängern, TMR ist nicht automatisch die bessere Wahl, und auf Konsolen setzt das System engere Grenzen als am PC. Gleichzeitig rücken Reparierbarkeit, austauschbare Akkus sowie SteamOS und Linux stärker in den Fokus. Die folgenden Interviewauszüge zeigen, was Nacon technisch verspricht - und wo die entscheidenden Einschränkungen liegen.
Hall-Effekt und Stick-Drift
Für PCGH-Leser ist die Hall-Effekt-Einordnung besonders interessant, weil Stick-Drift bei teuren Controllern einer der größten Frustpunkte bleibt. André bezeichnet den Hall-Effekt aktuell als beste bezahlbare Lösung gegen dieses Problem, schränkt aber ein: Auch elektrische Komponenten verschleißen irgendwann. Gegenüber klassischen Potenziometer-Sticks sieht Nacon dennoch einen deutlichen Vorteil. Als grobe Orientierung nennt André eine Steigerung von etwa 300 bis 400 Stunden auf rund 1.000 Stunden oder mehr. Diese Werte sollte man nicht als allgemeingültige Garantie verstehen, da Lebensdauer und Präzision weiterhin von Hersteller, Bauteil und Nutzung abhängen.
Auf die Frage nach TMR-Technik antwortet André nüchtern: TMR erhöhe nicht die Lebensdauer des Controllers, sondern betreffe eher die Sensitivität. Zudem sei TMR teurer und je nach Projekt, Verfügbarkeit und Stick-Design nicht immer sinnvoll einsetzbar. Das ist ein guter Gegenpunkt zur aktuellen Diskussion, in der TMR oft pauschal als nächste Evolutionsstufe dargestellt wird.
Quelle: PCGH
Nicht nur der Nacon Revo X Max im Bild ist mit Hall-Effekt-Sticks bestückt. Auch das Einstiegsmodell Revo (PC/X) verfügt schon über die Stick-Technik, die laut Interviewpartner Romain André eine der besten bezahlbaren Lösungen gegen Stick-Drift darstellt.
1.000 Hz am PC und Konsolenlimit
Bei den harten Zahlen nennt Nacon für neue Controller im PC-Modus einen Bereich von bis zu 1.000 Hz - kabelgebunden wie kabellos. Spannender als der reine Maximalwert ist hier aber das Ökosystem: Am PC können moderne Controller ihr Potenzial deutlich freier ausspielen, während Konsolen engere Grenzen setzen. Dort gehe man so schnell, wie es das jeweilige System erlaube; global nennt André hier bis zu 250 Hz. Genau daran zeigt sich der Unterschied zwischen Hardware-Potenzial und Plattformlimit.
Quelle: PCGH
Der Nacon Revo X Max schöpft sein Potenzial vor allem am PC aus: Dort sind wie bei allen aktuellen Nacon-Gamepads bis zu 1.000 Hz möglich, während Konsolen in der Praxis deutlich früher limitieren - typischerweise bei rund 125 Hz auf Xbox und bis zu 250 Hz auf PS5.
Warum 8.000 Hz nicht nur Marketing, aber auch nicht trivial sind
Noch größer wird die Diskrepanz bei 8.000 Hz. Der Wert klingt zunächst nach klassischem Zahlenspiel fürs Datenblatt, ist technisch aber nicht automatisch bedeutungslos. Entscheidend ist allerdings nicht nur, wie schnell ein Signal an den PC gesendet wird, sondern ob die höhere Abtastrate in der gesamten Signalkette tatsächlich ankommt - vom Controller über Funk oder Kabel bis zum Spiel und dessen Eingabeverarbeitung. Romain André bleibt bei der 8.000-Hz-Diskussion entsprechend vorsichtig: Im Controller selbst laufen weitere Prozesse wie Audioalgorithmen, Joystickverarbeitung, Glättung und unterschiedliche Eingabemodi, etwa kreisförmige oder quadratische Bewegungsbereiche. Das erdet die Debatte um hohe Polling-Raten spürbar.
Quelle: PCGH
Mehr Modularität, aber noch kein Reparaturversprechen: Beim Revolution-X-Line-up setzt Nacon sichtbar auf wechselbare Elemente und Zubehör, echte Reparierbarkeit bleibt laut Interview jedoch ein komplexes Thema.
Nach der Polling-Rate geht es im Gespräch noch um einen Punkt, der bei teuren Pro-Controllern zunehmend wichtiger wird: Reparierbarkeit. Laut André setzt Nacon bereits auf modulare Elemente wie wechselbare Stick-Kappen; außerdem nutzen viele Controller austauschbare Akkus, auch mit Blick auf kommende Regulierungen.
Eine einfache Lösung sei das Thema damit aber nicht, erfahren wir im Interview. Reparierbarkeit bleibe komplex, weil Mechanik, Elektronik, Akku, Gehäuse und Eingabemodule sauber zusammenspielen müssen - gerade bei Controllern, die mit Hall-Sticks, Zusatzbuttons, Funkmodi und hoher Abtastrate deutlich mehr Technik bündeln als klassische Standard-Gamepads. Man arbeite deshalb weiter an kommenden Iterationen, so unser Interviewpartner weiter. Das ist noch keine vollmundige Reparaturzusage, aber ein relevanter Hinweis für Käufer teurer Controller: Wer 150 Euro oder mehr für ein Eingabegerät ausgibt, will nicht nur niedrige Latenzen und starke Features, sondern im Idealfall auch eine längere Nutzungsdauer.Reparierbarkeit ist ein komplexes Thema, an dem wir für die nächsten Iterationen weiter arbeiten.
- Romain André
SteamOS und Linux
SteamOS und Linux sind für Nacon noch kein Schwerpunkt, aber der Trend ist angekommen. André sieht Windows aktuell weiter als wichtigsten PC-Gaming-Unterbau, verweist aber auf Steam Input, SteamOS und kommende Systeme. Seine persönliche Einschätzung bleibt vorsichtig: Nicht unbedingt Linux allgemein, aber SteamOS könne dem Markt etwas Neues bringen.
PCGH-Einordnung
Die Nacon-Aussagen sind gerade deshalb interessant, weil André nicht jedes Schlagwort maximal ausreizt. Hall-Effekt wird klar als Lebensdauer- und Drift-Thema eingeordnet, TMR eher als Frage der Empfindlichkeit und 8.000 Hz sind bei Controllern komplexer als ein reiner Zahlenvergleich. Genau dort wird es für PCGH-Leser spannend: Nicht die größte Zahl entscheidet, sondern was technisch dahintersteht.
Für Käufer bleibt damit die gleiche Frage wie bei vielen Premium-Controllern: Wie viel davon ist am Ende messbar, spürbar und langfristig haltbar? 1.000 Hz am PC sind gut greifbar, aber Latenz, Stick-Qualität, Deadzones und Firmware müssen sich im Test beweisen. Erst dann zeigt sich, ob Nacons Technikpaket mehr ist als ein sauber erklärtes Datenblatt.
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Versuche es jetzt mal mit dem neuen Steam Controller, wenn ich mal dran bin. In der Zwischenzeit warte ich auf den MSI Controller. der dann hoffentlich bald von der RMA zurück ist - Stick Drift
Irgendwie hört man täglich nur noch vom nächsten Hall Effekt $HARDWARE_NAME hier und da, so viel Herz Polling wunderbar, alle Buttons austauschbar, dominier das Schlachtfeld, ist doch klar.
(Also nichts gegen die News an sich, es ist ja PCGH, nicht PCG)