Steam Controller im Test + Video: Bewährt sich Valves Gamepad mit Touchpads und Gyrosensor?
Valves neuer Steam Controller setzt auf TMR-Thumbsticks, Touchpads, Gyrosensor und kapazitive Sensoren im Griff. Der PCGH-Test klärt Technik, Steam-Optionen, Ergonomie, Druckpunkte und Reaktion der Steuerelemente - und prüft ausführlich, was Valves Gamepad in Steam-Spielen bringt.
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Nach vielen Gerüchten und hohen Erwartungen liegt Valves neuer Steam Controller nun im PCGH-Testlabor. Valve verspricht ein Eingabegerät, dessen Technik und Ausstattung besonders eng auf Steam-Spiele abgestimmt sind. Der erste Steam Controller blieb trotz spannender Bedienidee ein Nischenprodukt. Das neue Modell soll Valves Konzept mit TMR-Sticks, Touchpads, Gyrosensor und kapazitiver Sensorik moderner und praxistauglicher umsetzen. Im Test klären wir deshalb nicht nur, wie sich Technik, Steam-Optionen, Ergonomie, Druckpunkte, Sticks und Trigger präsentieren. Die eigentliche Frage lautet: Bringen Touchpads, Gyrosensor und kapazitive Sensorik in Steam-Spielen einen echten Vorteil? Der ausführliche Praxistest macht deutlich, wie sich Valves neues Bedienkonzept in unterschiedlichen Genres bewährt - und wo es klassischen Gamepads überlegen ist oder Eingewöhnung verlangt.
Quelle: PCGH
Die beiden 34,5 × 34,5 mm großen Touchpads sind ein Extra des Steam Controllers, das besonders eng auf Steam-Spiele abgestimmt sein soll.
Ausstattung: Standard trifft auf Spezialtechnik
Die Ausstattung des Steam Controllers mischt klassische Gamepad-Elemente mit Eingabetechnik, die bei dieser Geräteklasse sonst eher unüblich ist. Zur Standardausstattung gehören die vier Aktionsknöpfe, vier Funktionstasten, ein Steuerkreuz sowie Trigger, Schultertasten und Thumbsticks. Bei den Thumbsticks belässt es Valve jedoch nicht bei klassischer Gamepad-Technik, sondern setzt mit TMR auf einen besonders fortschrittlichen Standard.
Quelle: PCGH
Der Steam Controller verbindet klassische Gamepad-Elemente wie Trigger, Bumper, Steuerkreuz, Thumbsticks, Aktionstasten und Menütasten (Steam-Taste, Menü- sowie Ansichtstasten, Schnellzugriffstasten) mit besonderer Eingabetechnik wie den Touchpads.
Klassische Analogsticks nutzen meist Potenziometer, deren Kontakte über Widerstandsbahnen gleiten. Das funktioniert zuverlässig, kann mit der Zeit aber verschleißen und im ungünstigen Fall zu ungenauen Eingaben oder Stick-Drift führen. Hall-Effekt-Sticks messen die Bewegung kontaktlos über Magnetfelder und sind dadurch robuster. TMR-Sticks folgen einem ähnlichen Grundprinzip, erfassen Magnetfeldänderungen aber über spezielle magnetische Schichten besonders fein. Vereinfacht gesagt: Valve setzt bei den Mini-Steuerknüppeln auf eine Technik, die präzise Eingaben ermöglichen und weniger verschleißanfällig sein soll als klassische Analogsticks.
Neben der Sensortechnik der Thumbsticks setzt Valve auch bei der Tastenbestückung auf mehr Flexibilität als ein klassisches Gamepad. Die frei belegbaren Grifftasten (R4/5 und L4/5) auf der Rückseite sollen zusätzliche Aktionen ermöglichen, ohne dass Nutzer die Daumen von Sticks oder Touchpads nehmen müssen. Damit endet die Sonderausstattung aber nicht: Die beiden Touchpads, die Valve als Trackpads bezeichnet, bilden den nächsten Baustein von Valves besonderer Eingabetechnik. Sie sollen nicht nur zusätzliche Eingabeflächen bereitstellen, sondern dort Vorteile bringen, wo klassische Sticks bei Kamera-, Maus- oder Menüeingaben an Grenzen stoßen.
Quelle: Steam
Anstelle von klassischen Analogsticks mit Potenziometer nutzt der Steam Controller noch präzisere und weniger verschleißanfällige TMR-Sticks.
Die frei belegbaren Touchpads zeigen schon auf der Windows-11-Oberfläche, wofür sie gedacht sind: Mauszeigersteuerung, linker Mausklick und Scrollen funktionieren, sodass sich der PC grundsätzlich bedienen lässt. An eine echte Maus reicht die Steuerung aber nicht heran, zumal sie Eingewöhnung verlangt. Ob die Trackpads in Spielen mehr überzeugen, muss der Praxistest zeigen - vorwiegend in Genres, in denen Maussteuerung traditionell Vorteile hat, etwa bei Strategiespielen.
Weitere Eingabe-Extras: Gyroskop und kapazitive Sensorik
Auch das Gyroskop muss seinen Nutzen erst in der Spielepraxis zeigen: Der Steam Controller bietet ein Gyroskop, das Bewegungen über eine 6-Achsen-Inertialmesseinheit ermittelt, und das in der 100-Euro-Klasse nicht jeder Konkurrent zu bieten hat. Funktioniert die Bewegungssteuerung präzise dosierbar, kann sie klassische Stick-Eingaben sinnvoll ergänzen. Der Controller arbeitet per 2,4-GHz-Funk oder Bluetooth; der Puck dient als Funkempfänger und Ladestation (Akkulaufzeit laut Valve: 35 Stunden bei regulärer Nutzung). Nicht-Steam-Spiele müssen über "Spiel hinzufügen" in Steam eingebunden werden. Wie gut sie funktionieren, hängt vom jeweiligen Titel, Steam Input und der passenden Belegung ab.
Quelle: PCGH
Beim Gyroskop misst eine 6-Achsen-IMU (Inertial Measurement Unit, deutsch: Inertialmesseinheit) die Bewegungen und Lagen des Steam Controllers im Raum präzise in sechs Freiheitsgraden.
Zwei weitere Extras wirken interessant, müssen ihre Praxistauglichkeit aber erst beweisen: berührungsempfindliche Thumbstick-Kappen und kapazitive Griffsensoren. Die Stickkappen sollen zusätzliche Eingaben per Berührung ermöglichen, während sich das Gyroskop per Berühren oder Loslassen der Griffflächen aktivieren lässt. Im Funktionstest gelang das nicht immer zuverlässig, weil man die kapazitiven Flächen am Griff finden und die passende Handhaltung einüben muss. Klappt das im Spielbetrieb besser, könnte sich die Technik vor allem beim Zielen in Ego-Shootern als hilfreich erweisen.
Viele Einstellungen statt modularer Hardware
Zur auf Valves Spieleplattform zugeschnittenen Ausstattung kommt umfangreiche Software in Steam. Gerade Neulinge kann die Controller-Konfiguration zunächst überfordern, grundsätzlich bleibt sie anwenderfreundlich. Der wichtigste Pluspunkt: Sie können das Layout, also die Funktion jedes Knopfes und jedes Bedienelements inklusive Gyroskop und Touchpads, für jedes Spiel in Ihrer Steam-Bibliothek festlegen.
Nach der Auswahl von "Layout ändern" stehen folgende Menüs bereit: Tasten für das Mapping, Steuerkreuz für die Belegung der Richtungstasten, Trigger für das getrennte Verhalten beider Abzüge, Stick für beide Analogsticks, Trackpad für beide Touchpads sowie Gyroskop inklusive Kalibrierung. Wer keine Zeit für ausführliche Konfiguration hat, kann ein von Steam vorgeschlagenes Standard-Layout übernehmen oder Community-Layouts nutzen.
Quelle: PCGH
Der sehr umfangreichen Software stehen fehlende Hardware-Modifikationen wie eine Trigger-Sperre gegenüber.
Weitere Einstellungen wie "Verbindung", "Vibration", "Steam-Haptik" sowie "Kalibrieren & erweiterte Einstellungen" finden Sie im Hauptmenü der Controller-Einstellungen. Was wir hier vermissen, ist eine Option, mit der sich Reaktion und Totzonen der Trigger anpassen lassen. Zudem verzichtet Valve auf Ausstattungsmerkmale, die es bei einigen Gamepads der 100-Euro-Klasse gibt, etwa beim Microsoft Xbox Elite Controller Series 2 Core. Dem Steam Controller fehlen eine Trigger-Sperre sowie die Möglichkeit, Sticks oder Steuerkreuz auszutauschen. Wer diese Hardware-Anpassungen benötigt, dafür aber auf Gyroskop, Touchpads und kapazitive Sensoren verzichten kann, ist mit Microsofts Elite-Series-Gamepad besser bedient. Allerdings müssen Sie bei der Core-Version für das Zubehörpaket zusätzlich rund 20 Euro einplanen.

Jetzt kommt der neue und alleine schon, dass der jetzt zwei Sticks hat freut mich schon. 100€ find ich ok. Aber ich befürchte, dass der dann nach den ersten Spielchen wieder rumliegen wird.....
ich hab seit über 1 jahr so n Playstation pro controller mit hinteren tasten aufm schreibtisch.. und ich hab das Ding erst 1 mal angeschlossen..
mag einfach das unpräzise Gefühl von so n Controller in der Hand nicht..
und ich bin auch der Meinung das Controller in Egoshootern verboten sein sollte.. bzw der entsprechende Aimassist.
Und einige Games die keine oder keine volle, Controllerunterstützung bieten, lassen sich damit auch endlich bequemer spielen als mit Maus und ggf. Tastatur. Z.b die Videotheken Sim "Retro Rewind" - auch wenn ich hoffe dass die noch vollen Controller Support reinpatchen.
Den ersten Steam Controller habe ich nicht, jedoch das SD, welches ich aber kaum mobil eingesetzt habe, sondern meist am Dock wie einen Mini-PC (neben dem Bett mit so einem kleinen, mobile OLED-Bildschirm und Maus + Tastatur). Falls man aber wirklich mobil spielen will und die Spiele Mauseingabe benöitgen (für mich waren es z.B. divere alte RPGs unter DOSBox), dann sind die Trackpads des SD schon praktisch, allerdings ist das kleine Touchfeld des GPD Win 4 auch recht gut und es hat zusätzlich noch eine physische Tastatur, womit man nicht Tastaturkommandos zum Controller mappen muss.