Frostpunk im Benchmark-Test - Atmosphärisch-emotionale Aufbaustrategie mit fortschrittlicher Technik und großem Hardware-Hunger

Frostpunk ist ein ambitioniertes Endzeit-Aufbaustrategie-Spiel mit einer sehr ansehnlichen und atmosphärischen Steampunk-Optik. Sie übernehmen während einer apokalyptischen Eiszeit die Führung über einen kümmerlichen Rest der Menschheit, die sich im Schutz eines feuerspeienden, ressourcenvertilgenden Kohlegenerators zu einer letzten verzweifelten Siedlung zusammenfindet. Wir testen die Performance im späten Spielverlauf.

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Frostpunk im Benchmark-Test - Atmosphärisch-emotionale Aufbaustrategie mit fortschrittlicher Technik und großem Hardware-Hunger
Quelle: PC Games Hardware

Dem polnischen Entwickler 11 Bit Studios ist nach der emotionalen Überlebenssimulation This War of Mine ein neuerlicher Erfolg gelungen. Schon kurz nach dem Release der ebenfalls auf die Gefühle des Spielers abzielenden Aufbaustrategie Frostpunk hatte sich der Titel mehr als 250.000 Mal verkauft, 85 Prozent der Steam-Reviews fallen positiv aus, die Fachpresse, darunter auch unsere Schwesterzeitschrift PC Games, vergibt gute Noten. Neben dem coolen Steampunk-Szenario, dem gelungenen Design und der dichten Atmosphäre lockt außerdem die schicke Grafik, die mit einer ganzen Reihe fortschrittlicher Techniken aufwartet. Als Basis dient die von 11 Bit Studios selbst entwickelte Liquid Engine.

Die Engine besticht in Frostpunk mit einer schicken (optional außerdem und ab mittleren Details aktiven, globalen) Beleuchtung, einer dreidimensionalen, dynamischen Schneedarstellung, sauber gefilterten Schatten, hübschen Partikel- und Raucheffekten und einer Vielzahl feiner, oftmals aufwendig animierter Details sowie einer Reihe qualitativ ansprechender Post-Processing-Effekten.

Detail-Einstellungen im Vergleich
Frostpunk - Details - 00 - Niedrig
Frostpunk - Details - 00 - Niedrig Frostpunk - Details - 01 - Mittel Frostpunk - Details - 02 - Hoch Frostpunk - Details - 03 - Sehr hoch

Mit steigender Spielzeit und wachsender Stadt sowie Bevölkerung schnellen indes auch die Anforderungen beträchtlich in die Höhe. Während Sie anfangs mit einer GTX 1050 Ti noch sehr gut und selbst mit maximalen Details mit rund 45 Fps spielen können, reduzieren sich die Bildraten der flotten Einsteiger-Geforce bei einer ausgebauten Stadt auf kaum mehr als 25 Fps. Selbst Detailverzicht bringt nur einen kleinen Zugewinn: Mit der GTX 1050 Ti erzielten wir mit mittleren Details bei Probemessungen knapp unter 30 Fps in unserem Late-Game-Benchmark. Neben der steigenden Grafiklast ist es jedoch vor allem die CPU, welche die Performance in Frostpunk bestimmt.

Frostpunk: Grafikkarten-Benchmarks

Wir haben uns trotz der hohen Anforderungen für einen Benchmark aus dem späten Spiel entschieden - auch, weil der Entwickler bereits neue Inhalte, darunter auch ein Endlos-Szenario angekündigt hat. Wir weisen hiermit ausdrücklich darauf hin, dass es sich bei unserer Benchmarkszene aktuell um ein Worst-Case-Szenario handelt. Erst relativ spät im Spiel fällt die Performance so gering aus wie unsere Messwerte suggerieren, allerdings verbleiben die Bildraten dann auch längerfristig auf niedrigem Niveau.

Die Benchmarkwerte zeigen eines deutlich: Frostpunk ist kein Zuckerschlecken für die Hardware, das Spiel stellt im Endgame hohe Anforderungen - vor allem an den Prozessor. Das setzt vor allem Systemen zu, welche über eine Radeon-Grafikkarte verfügen: Die AMD-Chips laufen in unserer Testsequenz bei ungefähr 43 Fps ins CPU-Limit, während Geforce-Chips erst bei 55 Fps vom Prozessor ausgebremst werden. Mit steigender Auflösung verlassen die meisten Grafikkarten diesen Bereich, die Bildrate bricht mehr oder minder stark ein. Einzig die Geforce GTX 1080 Ti (und somit alle GP102-basierten Modelle) ist sogar noch in UWQHD weitgehend prozessorlimitiert, sie bricht erst in Ultra HD ein.

Die Radeon-Performance bleibt in jeder Auflösung unterdurchschnittlich, wobei steigender Pixelmengen zumindest etwas bessere Platzierungen im Testfeld erlauben. Wir haben AMD Deutschland über unsere Beobachtungen in Kenntnis gesetzt und warten noch auf detailliertes Feedback. Das Treiberteam untersuche die Performance derzeit und prüfe Optimierungsmöglichkeiten. Wir aktualisieren diesen Artikel, sobald sich etwas tut.

Frostpunk: Prozessorleistung und Kernskalierung

Die CPU ist in Frostpunk häufig limitierender Faktor. Selbst ein Reduzieren der Details verschafft dem Prozessor nur wenig Luft. Problematisch dabei ist vor allem ein einzelner, stark belasteter Thread, weitere Rechenwerke (virtuell wie physisch) werden nur sehr begrenzt genutzt. Dies zieht nach sich, dass die Performance von einem ausgelasteten Kern auf generell recht niedrige Bildraten gedrückt wird, des Weiteren bringen moderne Vielkernarchitekturen quasi keinerlei Leistungsgewinne. Eine hohe Pro-MHz-Leistung sowie möglichst viele davon ist in Frostpunk das Erfolgsrezept - Hertze, nicht Herzen sind gefragt. Auf der Habenseite reicht zum Spielen bereits ein Zweikerner. Tatsächlich gibt sich Frostpunk selbst mit einem reinen Dualcore ohne SMT zufrieden. Mit nur zwei Kernen neigt das Spiel allerdings zu recht kräftigen Performance-Einbrüchen, selbst wenn Simultaneous Multithreading zur Verfügung steht.
Frostpunk CPU-Corescaling Quelle: PC Games Hardware Frostpunk CPU-Corescaling

Die Grafikkarten-Messmethodik der PCGH

Basierend auf Leser-Feedback verwendet PC Games Hardware für Spiele-Benchmarks seit einigen Jahren keine Referenz-Grafikkarten mit Standard-Taktraten mehr. An ihre Stelle treten Herstellerdesigns samt werkseitiger Übertaktung, wie sie von einem Großteil unserer Community verwendet werden. Hierbei handelt es sich um typische Modelle, wenngleich "typisch" gar nicht so einfach zu definieren ist. Die Auswahl richtet sich nicht nur daran, welche Grafikkarten noch im PCGH-Testlabor anwesend sind, sondern auch, ob sie repräsentativ für das jeweilige Modell sind: Wir nutzen nach Möglichkeit weder unübertaktete, sich wegen Überhitzung drosselnde oder enorm schnelle Herstellerdesigns, sondern "Vernunftversionen", wie wir sie auch in den PCGH-Grafikkartentests meistens empfehlen. Beachten Sie bitte, dass wir nicht sämtliche Modelle am Markt testen können, sondern uns auf eine Auswahl beschränken müssen. Auch behalten wir uns vor, einzelne hier herangezogene Herstellerkarten in anderen Tests auszutauschen, beispielsweise dann, wenn sie das Testlabor verlassen müssen.

Jede Grafikkarte wird vor den Benchmark-Durchläufen einer Aufheizperiode unterzogen, während derer sich der Kerntakt (Boost) auf ein bestimmtes, von Modell zu Modell unterschiedliches Niveau absenkt. Auf diese Weise vermeiden wir unrealistisch hohe Werte: Eine gerade aus dem Regal genommene Grafikkarte, noch kalt vom Nichtstun, boostet höher als im normalen Betrieb nach einiger Zeit unter Last. Die durchschnittliche, automatisch gesetzte GPU-Taktfrequenz beim Test der jeweiligen Karten finden Sie in den Benchmarks.

Die tatsächliche Frequenz ist wichtig und kann angesichts der großen möglichen Unterschiede nicht einfach unter den Tisch fallen, denn "GTX 1080 Ti" ist nicht "GTX 1080 Ti", um nur ein Beispiel zu nennen - je nach Herstellerdesign können zehn Prozent Differenz dazwischen liegen. Hinterfragen Sie daher Messwerte im Internet, die ohne jegliche Taktangabe veröffentlicht werden. Dem gegenüber stehen wenige Grafikkarten, von denen keine übertakteten Versionen existieren. Die prominenteste ist AMDs Radeon R9 Fury X, welche wir als Referenzdesign testen - gäbe es OC-Versionen, würde eine solche in den Benchmarks mitmischen.

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    • Kommentare (126)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von panthex PC-Selbstbauer(in)
        AW: Frostpunk im Benchmark-Test - Atmosphärisch-emotionale Aufbaustrategie mit fortschrittlicher Technik und großem Hardware-Hunger

        Hab heute mal wieder Frostpunk angeschmissen, immerhin ja mittlerweile in Version 1.1.1

        Hat wieder Spaß gemacht, Performance ist aber immernoch richtig mies.
        CPU Auslastung von 28-29% und die Grafikkarte pendelt zwischen 1-50%, sodass ich im Sturm dann nach wie vor mit geschmeidigen 9-12 FpS glänze.
      • Von panthex PC-Selbstbauer(in)
        AW: Frostpunk im Benchmark-Test - Atmosphärisch-emotionale Aufbaustrategie mit fortschrittlicher Technik und großem Hardware-Hunger

        Hab heute mal wieder Frostpunk angeschmissen, immerhin ja mittlerweile in Version 1.1.1

        Hat wieder Spaß gemacht, Performance ist aber immernoch richtig mies.
        CPU Auslastung von 28-29% und die Grafikkarte pendelt zwischen 1-50%, sodass ich im Sturm dann nach wie vor mit geschmeidigen 9-12 FpS glänze.
      • Von Gurdi Kokü-Junkie (m/w)
        AW: Frostpunk im Benchmark-Test - Atmosphärisch-emotionale Aufbaustrategie mit fortschrittlicher Technik und großem Hardware-Hunger

        Zitat von RtZk
        Wieso kracht die 1080 dann nicht so extrem ein? Sie hat ja auch nur 8 GB.
        Ich hab keine Nvidia mehr im Haus sonst würde ich es mal testen, ich nehme an dass, wie recht häufig, die Vram Belegung auf AMD Karten höher ausfällt.
      • Von RtZk Lötkolbengott/-göttin
        AW: Frostpunk im Benchmark-Test - Atmosphärisch-emotionale Aufbaustrategie mit fortschrittlicher Technik und großem Hardware-Hunger

        Zitat von Gurdi
        Schalte bei Ocat das Onscreen Display aus, dann klappts in der Regel problemlos.
        @RTZK: Das hängt bei den Radeons offenbar an der Speicherbelegung, im PCGH Save werden bei mir rund 9-10GB Vram belegt.
        Auch hatte ich diverse Abstürze aufgrund der erwähnten Speicherlags.
        Wieso kracht die 1080 dann nicht so extrem ein? Sie hat ja auch nur 8 GB.
      • Von Gast201808102
        AW: Frostpunk im Benchmark-Test - Atmosphärisch-emotionale Aufbaustrategie mit fortschrittlicher Technik und großem Hardware-Hunger




        @RtZk... und Du vielleicht endlich einmal damit, nicht zu jedem thema deinen belanglosen schwachsinn abzulassen. hier geht es nicht um x vs. y, hier gehts um messergebnisse zu einem spiel, nicht mehr und nicht weniger...
      • Von Gurdi Kokü-Junkie (m/w)
        AW: Frostpunk im Benchmark-Test - Atmosphärisch-emotionale Aufbaustrategie mit fortschrittlicher Technik und großem Hardware-Hunger

        Zitat von uka
        Ich würde ja gerne das SaveGame auch testen, aber Fraps lässt sich bei mir nicht mehr installieren und diese komische OpenSource Software sorgt dafür, dass bei jedem Spiel nur noch ein schwarzer Bildschirm startet.
        Schalte bei Ocat das Onscreen Display aus, dann klappts in der Regel problemlos.
        @RTZK: Das hängt bei den Radeons offenbar an der Speicherbelegung, im PCGH Save werden bei mir rund 9-10GB Vram belegt.
        Auch hatte ich diverse Abstürze aufgrund der erwähnten Speicherlags.
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