Vorteile HDD, technischer Hintergrund und Kapazitätsgrenzen
In diesem Artikel
Leichte Vorteile bei der Lebensdauer für die Festplatte
Ein weiteres Argument im Vergleich zwischen der HDD-Festplatte und den flotteren, Flash-basierten SSD-Festplatten ist ihre Lebensdauer. Bei der SSD-Technik, speziell im Bereich der Controller und der Speichertypen (NAND Flash) hat sich technisch viel getan. So befindet sich die neueste SSD-Generation bei der Lebensdauer mittlerweile auf Augenhöhe mit der HDD-Festplatte. Trotzdem vertraut ein Großteil aller Nutzer bei der Datensicherung und Archivierung sowie in Szenarien mit kontinuierlichen Schreibvorgängen, eher einer Festplatte als einer SSD. Das liegt hauptsächlich daran, dass der Flash-Speicher der SSDs nach wie vor eine begrenzte Lebensdauer hat. Nach einer bestimmten Anzahl von Schreibvorgängen ist die Speicherung von Daten in einer Speicherzelle nicht mehr möglich.
"Terabytes written"
Daher geben die Hersteller die Nenndauer einer SSD auch nicht wie bei der HDD in Betriebsstunden, sondern in geschriebenen Terabyte (TBW - "Terabytes written") oder in Speichervorgängen pro Tag (DWPD - "Drive writes per day") an. Die meisten SSDs sind allerdings mit der Over-Provisioning-Technologie (SSD OP) ausgestattet. Bei der ist ein Teil der SSD-Kapazität als eine Art Backup reserviert. Wenn sich bestimmte Zellen nicht mehr mit Daten füllen lassen, verschiebt der Controller der SSD-Festplatte die Daten von den abgenutzten Zellen zu den Backup-Zellen. Das verlängert die Lebensdauer von SSDs zwar deutlich auf 5 Jahre oder mehr. So hoch wie die eher von Einflüssen wie der Kühlung, der Belastung, den An- und Abschaltvorgängen sowie einem erschütterungsfreien Einbau abhängige Lebensdauer einer Festplatte fällt sie jedoch in der Regel nicht aus.
Quelle: Seagate
Unser Leistungssieger, die Ironwolf NAS HDD 16TB hat eine Lebensdauer von 5 Jahren oder mehr. Das entspricht 43.800 Betriebsstunden.
Wenn man sich in verschiedenen Foren umsieht, berichten Nutzer von Modellen mit über 60.000 Betriebsstunden (entspricht ca. 7 Jahren); eine Haltbarkeit von 10 Jahren oder rund 90.000 Betriebsstunden gilt momentan als Standard. Mittlerweile gibt Seagate sogar eine Garantie von 5 Jahren auf die Barracuda Pro, das entspricht 43 800 Betriebsstunden. SSDs erzielen mittlerweile eine ähnlich hohe Lebensdauer. Für einen Homeserver, ein NAS-System oder bei einem RAID-Verbund, bei dem Daten in sehr hoher Frequenz und über lange Zeiträume geschrieben werden, ist die Festplatte für viele Nutzer nach wie vor die erste Wahl.
Pluspunkte bei der Datenrettung und Wiederherstellung
Egal, ob HDD-Festplatte oder SSD, beide überwacht die im BIOS aktivierbare SMART-Technologie. SMART (deutsch: System zur Selbstüberwachung, Analyse und Statusmeldung) ist ein Industriestandard zur Überwachung von Festplatten. Der versucht mithilfe verschiedener Sensoren den möglichen Ausfall des Speichermediums vorherzusagen. Diese Technik registriert auch die Betriebsstunden der Festplatte. Die können Sie zum Beispiel mit der Software CrystalDiskInfo auslesen.
Sollte es allerdings doch aufgrund von Schreib- oder Hardware-Fehlern (Controller oder Schreib-Lese-Einheit defekt) zu einem ungewollten Datenverlust kommen, fällt die Rettung und Wiederherstellung der Daten, falls möglich, bei der Festplatte deutlich besser aus als bei der SSD. Wird bei letzterer eine Speicherzelle fehlerhaft überschrieben, ist ihr Inhalt für immer verloren. Dasselbe gilt für abgenutzte, nicht mehr beschreibbare Zellen, die Sie nicht mehr reaktivieren können.
Quelle: CrystalDiskInfo
Die von der SMART-Technologie zur Überwachung der Festplatte erstellten Daten lassen sich mit dem Gratis-Tool CrystalDiskInfo (links: Aoi Edition, rechts reguläre Version) auslesen. Zusätzlich zeigt die Software die Arbeitsstunden, Schnittstellen, die Temperatur und die Firmware der Festplatte an.
Wo liegen die Kapazitätsgrenzen der Festplatte, welche Technik steht dahinter?
Äußerlich scheinen sich Festplatten seit mehreren Jahrzehnten kaum verändert zu haben, ihre Technik jedoch hat sich ständig weiterentwickelt. Wie schon erwähnt, verbessern die Hersteller nicht nur die Langlebigkeit und schrauben die Leistung des Cache-Speichers kontinuierlich nach oben. Da der Platz im 3,5-Zoll-Gehäuse begrenzt ist, forschen die noch aktiven Hersteller HGST (Hitachi), Seagate, Toshiba und Western Digital hauptsächlich an innovativen Techniken, mit deren Hilfe man die Dichte auf den Plattern erhöhen kann. Gerade im Bereich der Speicherkapazität haben sich die HDD-Festplatten in den vergangenen zehn Jahren enorm weiterentwickelt.
Edelgas im Festplattengehäuse
Eine der technischen Innovationen für die Steigerung der Speicherkapazität ist das Füllen der Festplatte mit Helium anstatt mit Luft. Das Edelgas besitzt eine geringere Dichte, daher ist es möglich, die Platter enger übereinanderzusetzen. Das führt zur Minimierung von Strömungseffekten. Zusätzlich sollen die Festplatten dadurch beim Dauerbetrieb auch kühler bleiben. Das spart letztlich auch Strom.
2014 präsentierte die Festplattenmarke HGST (Hitachi) erstmals ein mit Helium gefülltes 10-TByte-Modell, das laut Herstellerangaben das Ergebnis von mehreren Jahren Entwicklungszeit war. Dabei war es laut den Informationen von HGST nicht nur eine große Herausforderung, das Gas in das Gehäuse hineinzubekommen. Der Hersteller musste das Gehäuse auch so verschließen und abdichten, dass das Helium nicht wieder aus diesem entweicht. Mittlerweile sind HDD-Festplatten mit hohen Speicherkapazitäten von 10 bis 24 Terabyte (WD Ultrastar DC HC580 WUH722424ALE6L4) mit Helium gefüllt, sodass sich die Technik seit dem Jahr 2019 als Standard etabliert hat.
Quelle: Seagate
Festplatten, die wie die Seagate Ironwolf NAS HDD 10 TB mit Helium gefüllt sind, wirken wie aus einem Guss. Charakteristisch für sie sind die fehlenden Schrauben an der Oberseite des Gehäuses.
Kapazitätssteigerung mit Perpendicular Magnetic Recording (PMR)
HDD-Festplatten, die von 2005 bis 2014 auf den Markt kamen, nutzten zur Speicherung der Daten auf der Magnetscheibe ausschließlich das Perpendicular Magnetic Recording (PMR), auch "senkrechte Aufzeichnung" genannt. Senkrecht bezieht sich bei diesem Schreibverfahren auf die Lage der für die Speicherung der Daten zuständigen Bereiche zur Scheibe (englisch: Platter). Anstatt die Informationen wie bislang mit parallel zur Oberfläche ausgerichteten magnetischen Duopolen (magnetischer Süd- und Nordpol) zu speichern, durchziehen diese nun die Magnetscheibe senkrecht.
Die Bits rücken also so viel näher zusammen, und gegenüber der bis 2005 genutzten Längsspuraufzeichnung (Longitudinal Recording), wo die Bits noch horizontal auf der Magnetscheibe ausgerichtet wurden, ermöglichte das eine extreme Steigerung der Datendichte. Betrug die Speicherkapazität von Festplatten mit Longitudinal Recording bestenfalls ein paar Hundert Gigabyte, waren mit der Senkrechtaufzeichnung erstmalig Speichervolumenrekorde von bis zu 6 Terabyte möglich.

Mir ist aber bisher auch noch keine HDD "natürlich" weggestorben, außer einer WD Elements externe HDD, die sich nur noch mit 100 KB/s beschreiben und lesen lies. So eine Platte habe ich vorher schon mal in die Hände bekommen. Seither kommt mir keine WD Elements Platte mehr ins aus.
Meine aktuellen WD Red HDDs leiden ja auch unter Phantomschmerzen mit ihren vermeintlich defekten Sektoren, die die Firmware einfach nicht als defekt markieren will. 0 Pending und 0 Reallocated Sectors. "Reparierte" SMART Long vollständiges Überschreiben der HDD. Jeder Admin würde diese Platten aus dem Verkehr ziehen, aber sie leben noch und tun wunderbar ihren Dienst.
Ich weiß gar nicht, wo meine erste 128 GB SSD hingekommen ist. Aber die hat auch nach Jahren noch gut funktioniert. Nur ist es halt eine alte SATA SSD. Groß und "langsam". Wenn es nur um Zugriffszeit geht, sind SATA SSDs immer noch eine gute Grundlage.
Ich frage mich ja immer wieder, wie der Ausfall von Hardware sich äußert. SD Karten, die einfach nicht mehr erkannt werden kenne ich. Mir ist auch mal eine einfach zerbrochen. Vermutlich, weil sie zu warm wurde, auskühlte und das Material den Stress nicht ausgehalten hat oder so.
Hardwareschäden durch außere Einflüsse sind ja nicht dem Teil selbst anzulasten. Klar gibt es eventuell mal einen Headcrash bei Erschütterungen. Kann bei SSDs nicht passieren. Selbst das Temperaturmanagement ist ja heute Gang und Gäbe, dass die Hardware throttled, weil sie zu warm wird. Früher ja ein Unding.
Die ausgefallenen SSDs lassen sich an einer Hand abzählen und das sind wirklich alte Modelle gewesen, zum Beispiel eine 120 GB SSD aus einem Phenom 9950 BE System, die damals zusammen gekauft wurden, die wurde ca 12 Jahre lang täglich genutzt und ist mittlerweile in die ewigen Jagdgründe gegangen.
Die HDD aus dem System ist aber auch schon fast tot gewesen, das Geräusch beim Einschalten war schmerzhaft😂
Aber dort war zumindest noch der Zugriff auf die Daten möglich. Wobei ob dies fehlerfrei funktionierte hab ich bei beiden nicht getestet, hatte die Aufgabe die Daten zu vernichten und durfte den PC verwerten...
Formation der SSD klappte aber die Installation schlug fehl extern dann nochmal überprüft um andere Fehler auszuschließen und dann als defekt deklariert.
Daheim will Ich aber das 10GbE Netzwerk nutzen UND vor allem eine leise, schnelle Backup-Option haben, die ansonsten von Vibrationen via Schallwellen komplett unberührt bleibt.
Flash-Probleme bei externen SSD die als off-sie backup rumliegen sind bekannt - wenn die aber alle paar Wochen angesteckt werden und mit frischen Kopien bespielt werden ist das irrelevant.
Die SSD sind extrem langlebig, Ich habe immer noch meine 970 Pro (die letzte SLC SSD von Samsung, sehr schade das die Technologie vergraben wurde). Das Ding ist als Boot-Drive über 6 Jahre gelaufen und sieht immer noch gut aus, ist halt zu klein und zu langsam.
Es geht halt darum, Balance zu haben. Da Ich hier vor kurzem endlich 10Gbit/s symmetrisch Internet habe für einen humanen Preis (64€ rum), lohnt es zumindest PCI-e 4.0 SSD zu nutzen. Es ist auch super angenehm wenn sich alles in Minuten bewegen lässt. Selbst das dicke Call of Duty lässt sich in Minuten runterladen, Ich bin mittlerweile hart CPU-limitiert
Am Ende gibt es wie so oft nicht die Universallösung. Und als weiterer Punkt, wo die Geschwindigkeit zwar nett, aber der Speicherkapazität untergeordnet ist: Tape Storage. 400 MBit/s. Willkommen zurück auf USB 2.0 Geschwindigkeit. Komprimiert und schön gerechnet spricht iBM von 1000 MBit/s.
SSDs sind für die meisten Privatmenschen wohl die beste Wahl. Vollkommen richtig. Die Zugriffszeiten sind ungeschlagen gut und wichtig. Die hohen Lese- und Schreibraten... kommen sehr selten zum Tragen (Bsp: Ganze Spielesammlung kopieren/verschieben, danke an die Entwickler für 100+ GB große Spiele). Für Updates (egal ob Windows und Spiele) wird die Internetleitung eines Privathaushaltes eine HDD noch nicht so häufig an die Grenzen bringen.
Also im Kern: HDDs bieten günstigen Speicher mit moderat guter Zugriffsgeschwindigkeit. Ich sehe für mich so selten den Fall, dass ich die Geschwindigkeit der SSDs wirklich ausspiele, dass ich trotzdem weiterhin HDDs zusammen mit SSDs in meinem Heimserver verwende und dort die Lasten so verteile, wo sie besser aufgehoben sind. Einfach mal rational bleiben. Leute geben unnötig viel Geld für PCIe 5.0 SSDs aus, deren Leistung sie selten abrufen oder schmeißen zum Preis von 120 Euro einen Luftkühler auf die 120W CPU. Oder kürzlich der8auer mit seiner gigantischen Wasserkühlung für 1000 Euro oder so um am Ende 2°C kühlere Temperaturen zu erreichen. Ich bin mal gespannt, ob er mal einen Einsatz findet, wo er so viel Wärme überhaupt in den Radiator bekommt.
Bevor ich jetzt in eine Tirade der Unvernunft ausbreche ein Abschlusssatz: Jeder hat seinen Anwendungsfall. Wer es richtig macht, überprüft was er braucht und kauft eine passende Lösung. Ansonsten kauft man für eventuell viel Geld eine Lösung, die funktioniert, aber irgendwo einige Haken hat (könnte mehr, zu teuer, ...)
HDDS haben weiterhin eine Daseinsbrechtigung