Festplatten und das verflixte zweite Jahr: Je älter, desto besser?

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Festplatten und das verflixte zweite Jahr: Je älter, desto besser?
Quelle: MEV

Festplatten neigen dazu, irgendwann den Dienst zu quittieren. Laut Daten von Secure Data Recovery ist es das verflixte zweite Jahr, in dem die meisten Laufwerke den Betrieb einstellen.

Als Daumenregel sagte man früher, dass Festplatten entweder relativ bald nach Inbetriebnahme verenden oder dann meist durchhalten. Wissenschaftlich fundiert war die Daumenregel nicht und beruhte darauf, dass Fabrikationsfehler an mechanischen Teilen im Betrieb eher schnell wirken. Stimmt wohl nicht ganz, wenn man den Daten eines Datenrettungsdienstes glauben möchte. Da hat man 2.007 Fälle zusammengetragen und die Rahmenbedingungen ausgewertet.

Die Laufwerke, die zur Datenrettung abgegeben wurden, sind eine bunte Mischung aus 40 Gigabyte bis 10 Terabyte und die erreichten im Schnitt das Alter von 2 Jahren und 10 Monaten. Im Schnitt wurden 1.584 Sektoren ermittelt. "Auch wenn 1.548 fehlerhafte Sektoren bei Hunderten von Millionen oder sogar Milliarden von Festplattenunterteilungen winzig erscheinen mögen, steigt die Entwicklungsrate oft an, und das Risiko einer Datenbeschädigung vervielfacht sich", so Secure Data Recovery aus Los Angeles.

Hersteller Festplatten Stunden eingeschaltet Anzahl aktueller ausstehender Sektoren
Western Digital 936 25.676 628
Seagate 559 23.298 2.671
Hitachi 211 18.632 3.348
Toshiba 151 34.799 1.884
Samsung 123 19.224 529
Maxtor 27 29.771 228

Je älter, desto besser?

Die Aussage ist zweideutig. Einmal sind ältere Laufwerke ohne Anzeichen von Schäden weniger gefährdet, auszufallen. Zum anderen legt die Statistik von Secure Data Recovery nahe, dass modernere Laufwerke eher zu Ausfällen neigen:

"Wir haben festgestellt, dass die fünf langlebigsten und widerstandsfähigsten Festplatten jedes Herstellers vor 2015 hergestellt wurden. Andererseits wurden die meisten der am wenigsten haltbaren und widerstandsfähigen Festplatten der einzelnen Hersteller nach 2015 hergestellt."

Über die Gründe kann man nur spekulieren. Während die mechanischen Teile über die Jahre sicher besser geworden sind, wird bei Festplatten aber immer mehr an der Grenze des Machbaren operiert und Kostenreduktionen bei Mechanik und Elektronik führen zur Verwendung von minderwertigeren Bauteilen. Klar ist aber auch, dass moderne Laufwerke mit 20 Terabyte trotz vorangeschrittener Entwicklung fragiler sind. Sie sind teils mit Helium gefüllt und haben minimale Fertigungstoleranzen, was Risiken erhöht. Einen solchen Trend glaubt auch Backblaze erkannt zu haben.

Die obigen Statistiken verdeutlichen die Diskrepanzen zwischen namhaften Herstellern. Quelle: securedatarecovery.com Die obigen Statistiken verdeutlichen die Diskrepanzen zwischen namhaften Herstellern.

SMR ein Grund?

Laut Secure Data Recovery ist auch SMR ein Problem - Shingled Magnetic Recording. Das dürfte den meisten Nutzern wenig sagen und allenfalls aus der Klage gegen Festplattenhersteller bekannt sein, die CMR und SMR nicht ausreichend kennzeichnen wollten. Bei SMR werden die Daten zugunsten der Kapazität überlappend gespeichert. Quasi wie Ziegel. Das aber hat auch so seine Nachteile und die Datenretter gehen davon aus, dass SMR generell mehr Stress für die Bauteile der Festplatte bedeutet.

"So ist beispielsweise die Plattenoberfläche einer Festplatte mit SMR aufgrund der sich überlappenden Spuren komplexer. Dieses komplizierte Design macht die Platten anfälliger für Beschädigungen.

Neben der Plattenoberfläche muss auch die Datenverwaltung von Geräten mit SMR berücksichtigt werden. Shingled-Festplatten werden entweder vom Gerät oder vom Host verwaltet. Ungeeignete Protokolle können die Leistung beeinträchtigen. Häufige Lese- und Schreibvorgänge können zu logischen Fehlern führen. Übermäßiger, unsachgemäßer Gebrauch kann zu einer Abnutzung des Antriebsarms und der Köpfe führen.

Festplatten mit CMR erscheinen daher langlebiger und widerstandsfähiger als solche mit SMR."

Doch nicht alles ist schlecht bei neuen Festplatten. Die Performance etwa, aber auch die generelle Haltbarkeit im Vergleich den alten Zeiten. Mittlerweile geben die meisten Hersteller auch relativ großzügige Garantien auf ihre Produkte. Doch die helfen wenig, wenn man das Laufwerk zwar ersetzt bekommt, die Daten aber weg sind. Backups sind weiter unerlässlich und im Idealfall kauft man eine Laufwerkskapazität, die sich als zuverlässig erweist.

Quelle: Security Data Recovery

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    • Kommentare (16)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Infi1337 Freizeitschrauber(in)
        Immer WD seit der 74GB Velociraptor im Einsatz gehabt, nie irgendwelche Ausfälle. Eine 6TB hatte bei mir mal kritische Sektoren auch nach einer Formatierung, ansonsten sehr zufrieden.

        Schön allerdings das den Herstellern auf den Zahn gefühlt wird, gerade bei HDDs viel zu wenig seriöse Ausfallinformationen zu finden.
      • Von Infi1337 Freizeitschrauber(in)
        Immer WD seit der 74GB Velociraptor im Einsatz gehabt, nie irgendwelche Ausfälle. Eine 6TB hatte bei mir mal kritische Sektoren auch nach einer Formatierung, ansonsten sehr zufrieden.

        Schön allerdings das den Herstellern auf den Zahn gefühlt wird, gerade bei HDDs viel zu wenig seriöse Ausfallinformationen zu finden.
      • Von Rollora Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von PCGH_Torsten
        "Der am Anfang"-Zeitraum beträgt bei Hardware aber normalerweise nur wenige Tage bis Wochen, selten Monate. Nie über ein Jahr. Dieser Anfangs-Spike wird bei allen Produkten durch Fertigungsfehler hervorgerufen – Exemplare mit Defekt fallen halt früh aus. Solche ohne haben danach eine normale Lebensdauer vor sich. Wenn es sich um Produkte mit Verschleißprozessen handelt, also insbesondere bei mechanischen Lauferken, endet diese ihrerseits mit einem Zeitraum stark erhöhter und letztlich 100 Prozent Ausfallrate, wenn die Nutzungszeit die Haltbarkeit von Lagern und Antrieb erreicht. (Elektronik, einschließlich SSDs wenn sie nicht totgeschrieben wird, fällt dagegen eher wegen Zufallsereignissen aus. Die Ausfallrate ist also nach dem initialen Peak konstant und Fehler sammeln sich an. Manchmal schneller als einem lieb sein kann.)
        ja, wir haben beobachtet, dass manche User suf ihre Fehler erst nach Monaten draufkommen: Abstürze, Datenfehler bei fehlerhaften Sektoren.
        Daher kommt es, dass die Laufwerke erst nach Wochen/Monaten retourniert werden.
        Meine Frau fährt mit dem Auto auch ständig noch weiter, obwohl am Motor schon was quietscht und knattert. Die hört das einfach nicht. Sagt sie
      • Von latiose88 BIOS-Overclocker(in)
        ich habe mehrere HDD die sind Jahre alt,bestimmt auch schon so um die 5-6 Jahre alt.Und auch wenn ich manchmal merkte das es langsam was reagierte,hat sich doch sehr schnell wieder beruhigt gehabt.Wird beim Nas wohl ein seid Monaten offener Update beim Nas gebremst haben.Ich sehe auch zu jederzeit im seite ob es ausfälle gibt,schaue jedoch nicht jedentag ja nach.Habe ein Raid genommen wo eine Platte ausfallen darf.Also für den ernstfall bin ich gerüstet.Und weil ich dem nicht zu 100% traue,noch mal auf externe Platte um ja nie mehr wieder Datenverluste zu haben.ALso die laufen echt ewig die WD Red. Und sogar eine einzelne 22 TB Platte,aber da die zu teuer waren,keine weiteren mehr dazu gesteckt wobei ein 10 Bay Nas mit 10 Bays ja eh schon voll belegt sind.Da muss ich mir in Zukunft was einfallen lassen mit einem 2 Nas wo ich von früher noch herumstehen habe.
        Aber ich bin vorbereitet,damit ja nix sein kann.Also so sehr es eigentlich sicher sein sollte,ist sicher einfach sicherer.
      • Von 6Pac PC-Selbstbauer(in)
        Zitat

        Die Laufwerke, die zur Datenrettung abgegeben wurden, sind eine bunte Mischung aus 40 Gigabyte bis 10 Terabyte und die erreichten im Schnitt das Alter von 2 Jahren und 10 Monaten.
        Und dann lese ich in der Grafik die Namen Maxtor und Samsung.
        Wie sieht denn der Schnitt aus, wenn diese Hersteller nicht in die Rechnung einfließen?

        Zitat

        Wir haben festgestellt, dass die fünf langlebigsten und widerstandsfähigsten Festplatten jedes Herstellers vor 2015 hergestellt wurden. Andererseits wurden die meisten der am wenigsten haltbaren und widerstandsfähigen Festplatten der einzelnen Hersteller nach 2015 hergestellt.
        Das kann doch nur die Schuld von Seagate sein. ?
        Die haben schließlich Maxtor (2006) und die HDD-Sparte von Samsung (2011) übernommen. ?

        Nebenbei:
        Bei der News kommen bei mir schlagartig nostalgische Gefühle auf.
        Maxtor Diamond, Samsung Spinpoint F1 oder die geliebt und gehasste WD-Raptor 150GB.
        Geliebt von mir, gehasst von meinem Umfeld. Ja sie war verdammt laut.
        Für mich die schönste Festplatte überhaupt.
        Heute haben wir RGB, ich hatte ein Sichtfenster um der Platte beim Arbeiten zuzuschauen.
        Beides kann faszinieren.
      • Von Pu244 Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von antigavur
        juckt mich nicht mehr. 4 ssd's + 2 micro sd karten erfüllen bei mir flüsterleise ihren zweck. kein vibrieren, kein rotieren und kein rattern mehr. nicht mal kostenlos würde ich je wieder eine hdd ins gehäuse montieren.
        Seit sich die HDDs abschalten, wenn sie nicht benutzt werden, habe ich damit eigentlich keine Probleme, zumindest als Datenplatten. Zumal sie auch wirklich sehr leise geworden sind. Aber gegen die Stille eines passiven PCs kommen die nicht an.

        Zitat von Stroiner
        Früher wurde immer davon abgeraten eine SSD als Datengrab zu nutzen. Ist das heute anders?
        Im Prinzip war das schon immer unproblematisch, man sollte eben Back Ups erstellen. Von der Haltbarkeit sind SSDs den HDDs sogar massiv überlegen.
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