Backblaze Analyse: Festplatten werden immer zuverlässiger
Festplatten werden immer zuverlässiger - das ist wohl die Information, die man aus der jüngsten Analyse von Backblaze mitnehmen kann. Dass Desktop-Laufwerke durchaus auch Dauerläufer sind, zeigen die Daten schon länger.
Backblaze hat die vierteljährliche Analyse zu Ausfallraten von Festplatten in Servern veröffentlicht. Wie immer gilt hier: Der Serverbetreiber verwendet keine explizit für den Dauer/-Serverbetrieb vorgesehene Laufwerke, sondern normale Desktop-Ware. Für die ist der Dauerbetrieb quasi ein Zeitraffer in der Nutzung. Zum Stand 31. März 2021 waren 175.443 Laufwerke in vier Datenzentren im Einsatz; davon waren wiederum 3.187 zum Booten der Systeme eingesetzt und 172.256 zum Speichern von Daten. 337 Laufwerke wurden aus der Messung wegen Sondereffekten ausgeschlossen.
Im ersten Quartal des Jahres 2021 sind also 171.919 HDD-Laufwerke in der Messung und grundsätzlich machen die Desktop-Laufwerke alle durchweg keinen schlechten Eindruck. Leicht höhere Ausfallraten gibt es nur vereinzelt und müssen im Desktop-Betrieb nichts heißen. Möglicherweise möchte man aber dann auch zu einem alternativen Modell greifen. Oft reicht schon, eine Kapazitätsgröße der gleichen Baureihe zu meiden.
Die meisten Laufwerke stellt in Summe Seagate und hier ist es eines der 14 Terabyte fassenden Modelle, das mit 2,43 Prozent Fehlerrate nach oben auszureißen scheint. Ebenfalls über 2 Prozent ist eines der 10-Terabyte-Modelle. Dem gegenüber stehen ein 6-Terabyte-Modell von Seagate und ein 4 Terabyte-Modell von Toshiba, die keine Ausfälle zu verzeichnen hatten. Das ist umso beeindruckender, weil diese kleinen Laufwerke schon über sechs Jahre im Einsatz sind. Über den gesamten liegen sie bei unter 1 Prozent Ausfallrate. Ebenfalls beeindruckend sind die 16-Terabyte-Modelle von Western Digital und Toshiba, die ebenfalls unfallfrei über die Runden kommen. Sie sind allerdings auch noch recht jung. Seagates 16-Terabyte-Festplatte ist dicht dran; ebenso wie Toshibas 14-Terabyte-Modell.
Über alle Laufwerke hinweg sind die Ausfallraten mit 0,85 Prozent gering. Wohlgemerkt in einem Umfeld, für das die Laufwerke laut Hersteller nicht gedacht sind. Genau das ist auch die Kalkulation von Backblaze: Man spart sich die höheren Anschaffungskosten und kalkuliert dafür potenziell etwas mehr Ausfall ein, der aber offensichtlich nicht gewichtig ist.
HDD vs. SSD
Bei Backblaze werden auch SSDs (vornehmlich als Boot-Laufwerk) verwendet; hier ist der Vergleich zu HDDs stets interessant: Die 1.518 SSDs hatten 2 Ausfälle im Messzeitraum, was 0,58 Prozent entspricht. Die 1.669 HDDs indes hatten 44 Ausfälle, was 10,56 Prozent entspricht. Das würde man so vermutlich nicht erwarten, muss aber auch gegen das Alter gewertet werden: Die SSDs sind im Schnitt 12,66 Monate alt; die HDDs 49,63 Monate. Vom Quartal auf den gesamten Messzeitraum seit 2013 bezogen werden die Werte zugunsten der HDDs etwas besser; der Trend ist aber ähnlich. Aussagekräftiger wird die Messung erst, wenn man das Laufwerksalter angleicht.
Werte auf Lebenszeit
Was man aus den Werten über die gesamte Lebenszeit mitnehmen kann, ist laut Backblaze, dass Festplatten generell immer zuverlässiger werden. Seit Beginn der Messungen 2013 ist der aktuelle Fehlerstand der niedrigste von allen Erhebungen. Laufwerke, die sich besonders hervorgetan haben, bekommen eine gesonderte Erwähnung in der folgenden Liste.
Daten lassen sich auch nach Größe anstatt nach Modell sortieren - hier erweisen sich 6- und 14-Terabyte-Modelle als am zuverlässigsten.
