Festplatten: Backblaze sieht steigende Ausfälle, WD und Seagate mit höheren Kapazitäten

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Festplatten: Backblaze sieht steigende Ausfälle, WD und Seagate mit höheren Kapazitäten
Quelle: Western Digital

Backblaze hat wieder einmal eine Analyse zur Haltbarkeit von Festplatten veröffentlicht und einen ungewöhnlichen Anstieg entdeckt. Gleichzeitig arbeiten Seagate und Western Digital an HDDs mit noch höherer Kapazität, die durch verschiedene Techniken ermöglicht werden soll.

Der Cloud-Speicher Backblaze hat seinen Abschlussbericht für das zweite Quartal 2023 veröffentlicht und steigende Ausfälle vermeldet. In den drei betrachteten Monaten wurden dazu 241.297 Festplatten untersucht, deren durchschnittliche jährliche Ausfallrate im Vergleich zum vorherigen Zeitraum von 1,54 auf 2,28 Prozent sprang. Im Schnitt gab es damit deutlich mehr Ausfälle pro Modell und Zeit als noch zuvor.

Mittlere Kapazitäten schwächeln

Angesichts des alternden Festplatten-Bestands bei Backblaze wäre das eigentlich nicht verwunderlich: Die ältesten HDDs mit 4 oder 6 TB könnten demnach das Ende ihrer Lebenszeit erreichen. Der Anstieg kam aber gar nicht von diesen Modellen, im Vergleich zum Restbestand gab es hier sogar einen geringen Anstieg. Stattdessen gab es insbesondere bei den Festplatten mit 10 TB Speicher einen Sprung nach oben, und auch Modelle mit 8 TB fielen deutlich häufiger aus. Eine Erklärung für dieses Verhalten wird dabei nicht geliefert. Backblaze will die Situation aber weiter im Auge behalten.

Insbesondere unter den 10-TB-Modellen gab es im Q2 verhältnismäßig viele Ausfälle. Quelle: Backblaze Insbesondere unter den 10-TB-Modellen gab es im Q2 verhältnismäßig viele Ausfälle. Mit Blick auf noch höhere Kapazitäten sieht es wiederum etwas besser aus. Bei drei Modellen mit 16 TB und einem mit 12 TB gab es in den drei Monaten sogar keinen einzigen Ausfall, obwohl insgesamt fast 11.000 entsprechende HDDs im Einsatz waren. Gleichzeitig ist hier aber auch eine tendenziell kürzere Gesamtlaufzeit zu bedenken, die die Ausfallrate begünstigen könnte.

Unabhängig von der Analyse der Ausfallraten arbeiten die Festplattenhersteller in jedem Fall an Modellen mit noch höherer Kapazität. Konkret hat Western Digital angekündigt, dass es Samples mit Energy-assisted Perpendicular Magnetic Recording (ePMR) vorbereitet, die eine Kapazität von 24 TB haben sollen. Mit SMR sollen gleichzeitig sogar 28 TB möglich sein, und in Zukunft sind so angeblich bis zu 32 TB pro Festplatte möglich.

Auch interessant: HDD-Festplatten vor dem Ende? 2028 ist angeblich Schluss

Konkurrent Seagate will 32 TB ebenso erreichen und diese - vor Western Digital - mit der neuen HAMR-Technik ausliefern. Schon jetzt sollen sich dabei Modelle mit bis zu 50 TB in den Testlaboren befinden. Bis diese erscheinen, dürften aber noch mehrere Jahre vergehen.

Quelle: Ars Technica, Backblaze via Wccftech

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    • Kommentare (95)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von BxBender Volt-Modder(in)
        Zitat von Stormado
        Warum arbeiten die Hersteller denn noch an HDDs? Wäre es nicht sinnvoller diese so langsam mal zu Grabe zu tragen und sich mehr auf SSDs zu konzentrieren? Klar ist hier der Preis noch recht hoch, aber das wird doch sicherlich über die kommenden Jahre immer mehr in Richtung der SSDs gehen, oder irre ich mich?

        Habe selbst 2x 4TB WD Purple und von letztem Jahr 2x 16 TB Seagate IronWolf Pro und hoffe, das gerade letztere noch ein paar Jahre halten, ehe ich dann auch im NAS auf SSDs umsteige (selbst wenn die Geschwindigkeit bei einem Datengrab egal ist).
        Die setzen doch nur wegen den hohen Kosten diese "normalen" Festplatten ein.
        Die relativ geringe Ausfallrate und der Supportaufwand macht den Preisunterschied für Superpremium wohl mehr als locker weg.
        Ein Umstieg auf SSD's wäre ja sogar noch ein sehr viel größerer Kostenfaktor, vor allem, wenn man richtige Server SSD's nehmen würde, nicht nur BilligRAMsch, der auch nicht lange hält/halten soll.
        Vorteil von HDD's ist zudem, dass die eine lange Lebensdauer im Vergleich zu SSD's haben.
        Entweder fallen die recht früh aus, oder halten gefühlt ewig.
        SSD's sind ja genau andersrum, die lösen sich dann später einfach mal so in ihre Bestandteile auf.
        Da muss man mal einen Blick auf die Kurvenverläufe schauen, wann die ausfallen.
      • Von BxBender Volt-Modder(in)
        Zitat von Stormado
        Warum arbeiten die Hersteller denn noch an HDDs? Wäre es nicht sinnvoller diese so langsam mal zu Grabe zu tragen und sich mehr auf SSDs zu konzentrieren? Klar ist hier der Preis noch recht hoch, aber das wird doch sicherlich über die kommenden Jahre immer mehr in Richtung der SSDs gehen, oder irre ich mich?

        Habe selbst 2x 4TB WD Purple und von letztem Jahr 2x 16 TB Seagate IronWolf Pro und hoffe, das gerade letztere noch ein paar Jahre halten, ehe ich dann auch im NAS auf SSDs umsteige (selbst wenn die Geschwindigkeit bei einem Datengrab egal ist).
        Die setzen doch nur wegen den hohen Kosten diese "normalen" Festplatten ein.
        Die relativ geringe Ausfallrate und der Supportaufwand macht den Preisunterschied für Superpremium wohl mehr als locker weg.
        Ein Umstieg auf SSD's wäre ja sogar noch ein sehr viel größerer Kostenfaktor, vor allem, wenn man richtige Server SSD's nehmen würde, nicht nur BilligRAMsch, der auch nicht lange hält/halten soll.
        Vorteil von HDD's ist zudem, dass die eine lange Lebensdauer im Vergleich zu SSD's haben.
        Entweder fallen die recht früh aus, oder halten gefühlt ewig.
        SSD's sind ja genau andersrum, die lösen sich dann später einfach mal so in ihre Bestandteile auf.
        Da muss man mal einen Blick auf die Kurvenverläufe schauen, wann die ausfallen.
      • Von empy Lötkolbengott/-göttin
        Zitat von PCGH_Torsten
        Ein exklusiver Cache hätte enorme Performance-Strafen, wenn er während eines Schreibvorgangs überläuft, denn der HDD-Teil ist zu langsam um in Echtzeit Daten aufzunehmen.
        Man könnte dem natürlich entgegenwirken, indem man im Flash einen Bereich als Schreibpuffer freihält. Aber am Ende des Tages wäre das Problem der Akustik nicht gelöst, die HDD wäre bei Schreibzugriffen immer noch aktiv, entweder direkt oder halt etwas später. Dann steht die höhere Datenplatzeffizienz gegen die niedrigere Ausfallsicherheit.
        Zitat von PCGH_Torsten
        Ich persönlich fand Seagates ersten Anlauf mit der leider nur als 2,5-Zoll-Laufwerk erschienenen Momentus XT viel sinnvoller. Die hat die Daten direkt gefiltert: Alles, was klein und somit Zugriffszeit-kritisch war, ging in den Flash. Und obwohl der nur 4 GiB groß war, konnte er eine ganze Menge 0,5-KiB-Schnippsel aufnehmen. Größere Dateien, die ohnehin eher an der sequentiellen Datenrate hängen (die bei so einer Single-Chip-Lösung eher mäßig ausfällt), gingen dagegen direkt an den Magnetteil des Laufwerks.
        OK, schon schlau, wenn man nur verhältnismäßig wenig Cache verbauen möchte. Möchte man aber wirklich eher eine Automatik, die einfach nur Daten, die selten genutzt werden von einem großen Flash in ein noch größeres HDD-Datengrab packt, ist es zu speziell.
        Zitat von PCGH_Torsten
        Das alles steht aber nicht in Bezug zu Datenverlust durch Krafteinwirkungen. Da sind die Daten kritisch, die unmittelbar während des Stoßes unter dem Schreibkopf durchwandern. Die also überschrieben wären, noch während irgendwelche Sicherheitssysteme die Ereignisse analysieren/auswerten/etc., um später mal Parkvorgänge oder ähnliches zu starten.
        Ja, leuchtet ein.
        Zitat von PCGH_Torsten
        Um so etwas zu rekonstruieren, bräuchte man einer Art zeitversetzt arbeitenden RAID 1, der das ganze Laufwerk mit allen potenziell bedrohten Inhalten in Kopie vorrätig hält und immer erst dann aktualisiert, wenn das Hauptlaufwerk einen korrekten Schreibvorgang abgeschlossen und bestätigt hat.
        Oder man kopiert alles im Umfeld vom Schreibvorgang vorher in irgendeinen RAM. Kein zweites Laufwerk nötig, aber schnell wird das schon mal nicht.
      • Von PCGH_Torsten Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von empy
        War als Gegenüberstellung zu so was gedacht. Beide Ideen (Metadatenauslagerung und Caching) haben was für sich und man könnte sie sicher auch kombinieren. Eigentlich komisch, dass SSHDs so ersatzlos verschwunden sind, aber vermutlich werden sie im Consumerbereich einfach nicht mehr gebraucht und im Enterprisebereich gibt es entsprechende Softwarelösungen. Letztere dürften gerne auch mal in Desktop-Distros mehr Verbreitung finden. Andererseits mag ich mir das Geratter nicht mehr antun. Vielleicht ein exklusiver Cache, der nur auslagert, wenn der Flash voll ist? Aber irgendwann ist er das ja immer...
        Ein exklusiver Cache hätte enorme Performance-Strafen, wenn er während eines Schreibvorgangs überläuft, denn der HDD-Teil ist zu langsam um in Echtzeit Daten aufzunehmen. Aber der zweiten SSHD-Generation, einschließlich Intel, den ganzen Nvelo-Resellern und meinem Wissen nach auch später AMD, hat man deswegen mit reinen Write-Through-Caching gearbeitet. Ich persönlich fand Seagates ersten Anlauf mit der leider nur als 2,5-Zoll-Laufwerk erschienenen Momentus XT viel sinnvoller. Die hat die Daten direkt gefiltert: Alles, was klein und somit Zugriffszeit-kritisch war, ging in den Flash. Und obwohl der nur 4 GiB groß war, konnte er eine ganze Menge 0,5-KiB-Schnippsel aufnehmen. Größere Dateien, die ohnehin eher an der sequentiellen Datenrate hängen (die bei so einer Single-Chip-Lösung eher mäßig ausfällt), gingen dagegen direkt an den Magnetteil des Laufwerks.

        Das alles steht aber nicht in Bezug zu Datenverlust durch Krafteinwirkungen. Da sind die Daten kritisch, die unmittelbar während des Stoßes unter dem Schreibkopf durchwandern. Die also überschrieben wären, noch während irgendwelche Sicherheitssysteme die Ereignisse analysieren/auswerten/etc., um später mal Parkvorgänge oder ähnliches zu starten. Um so etwas zu rekonstruieren, bräuchte man einer Art zeitversetzt arbeitenden RAID 1, der das ganze Laufwerk mit allen potenziell bedrohten Inhalten in Kopie vorrätig hält und immer erst dann aktualisiert, wenn das Hauptlaufwerk einen korrekten Schreibvorgang abgeschlossen und bestätigt hat.
      • Von empy Lötkolbengott/-göttin
        Zitat von XT1024
        SSD caching? Wenn es 2 TB SSDs für 80 € gibt?
        2TB ought to be enough for anybody?
        Zitat von XT1024
        Willkommen im Jahre 2011.
        Ja toll, eine proprietäre, hardwaregebundene Lösung... Vor allem für einen exklusiven Cache wäre das richtig super. Wenn dir das Board abraucht, musst du noch mal so eins kaufen, damit du deine Daten wieder zusammenbekommst und jedes Firmwareupdate wird zum Topfschlagen im Minenfeld.
        Zitat von XT1024
        Das geringere Übel war und ist es dann doch eher, die 753 seit Jahren ungespielten Spiel auf HDDs zu legen und die 2-50 aktuellen auf der SSD zu lassen.
        Ja, aber
        Zitat von empy
        wer will die ganze Zeit manuell umschichten?
        Es ist doch genau das Ziel der Übung, dass das einfach automatisch passiert. Dass man das auch alles selbst managen kann, ist mir schon auch klar.
      • Von XT1024 Volt-Modder(in)
        Zitat von empy
        Was cool wäre, wäre eine Funktion, um aus einer SSD und einer HDD ein logisches Laufwerk zu machen, welche die SSD nutzt, um die HDD zu cachen.
        SSD caching? Wenn es 2 TB SSDs für 80 € gibt?

        Willkommen im Jahre 2011.
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        Ich kann mich nicht daran erinnern, dass das oder ähnlicher Kram, ob von AMD oder so verkauften caching SSDs, jemand mal genutzt hätte.
        Wozu auch? Selbst damals hatten genug Spiele auf eine kleine, bezahlbare 120 GB SSD gepasst. Warum sollte man sich diese dann von einer gammeligen HDD verlangsamen oder die Ohren bluten lassen?

        Das geringere Übel war und ist es dann doch eher, die 753 seit Jahren ungespielten Spiel auf HDDs zu legen und die 2-50 aktuellen auf der SSD zu lassen.

        Zitat von empy
        nur wer will die ganze Zeit manuell umschichten?
        Wie viele Spiele hast du denn herumliegen, wie viele werden aktuell gespielt, wie viele waren es im letzten Jahr wenn das dauernd nötig wäre?

        Auf eine 2 TB SSD sollten ja genug (10-50 Stück? ) für ein Wochenende passen.
        Zitat von T-MAXX
        HDDs halten länger als man voraussagen kann.
        Sag das mal der IBM IC35* Serie.
        Dann empfehle ich ab jetzt die OCZ Vertex 3 MaxIOPS. Die läuft nachweislich seit fast 11 Jahren problemlos.

        Zitat von Incredible Alk
        Eine SSHD die deutlich teurer als ne HDD war aber trotzdem viel langsamer als ne SSD blieb hatte einfach keine wirkliche Nische um sich durchsetzen zu können.
        Der Hybriedantrieb unter den Speichermedien.
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