AMD FX-9590: Kitguru stellt Test der echten 220-Watt-CPU online
Die britische Seite Kitguru konnte einen FX-9590 aus dem Einzelhandel ergattern und hat diesen direkt durch einen Test-Parcours gejagt. Wenig überraschend stellt er AMDs schnellsten Prozessor dar, gleichzeitig aber auch den stromhungrigsten. Eine Empfehlung kann Kitguru nur für wohlhabende Enthusiasten aussprechen.
Uns war es bisher aufgrund eines mangelnden Testobjekts leider nicht vergönnt, einen AMD FX-9590 zu testen, weshalb wir diesen lediglich mit einem FX-8350 simulieren konnten. Den britischen Kollegen von Kitguru erging es anders, denn diese haben einen FX-9590 direkt aus dem Einzelhandel ergattern können. Chipentwickler AMD wollte keine Test-Samples an Redaktionen schicken, weil er den Prozessor offiziell nur für den OEM-Bereich freigegeben hat.
Bevor die Redakteure von Kitguru mit dem Test gestartet haben, wurden verschiedene Settings ausprobiert, bis die finalen Einstellungen gespeichert wurden. So wollten beispielsweise die 16 GiByte DDR3-RAM partout nicht mit 1.200 MHz (DDR3-2400) auf dem Gigabyte 990FXA-UD5-Mainboard laufen, weshalb dieser auf DRR3-2133 belassen wurde. Des Weiteren wurde die CPU dauerhaft auf 5 GHz übertaktet, da der Turbo-Modus zu sporadisch agierte. Die VCore betrug dabei 1,488 Volt.
Beim Versuch, den FX-9590 noch weiter zu übertakten, wurde bei 1,58 Volt aufgegeben, da die vorhandene Kühlleistung in Form einer Corsair H100i nicht ausreichte, um noch höhere Spannungen zu riskieren. Es wird jedoch betont, dass mit einer potenteren Kühlung durchaus mehr möglich gewesen wäre. Als Betriebssystem kam Windows 7 in der Enterprise-Ausführung zum Einsatz.
Das schlussendliche Testsystem für den AMD FX-9590 schaut wie folgt aus:
Quelle: Kitguru
Testsystem komplett zusammengebaut
- Prozessor: AMD FX9590 @ 5 GHz
- Mainboard: Gigabyte 990FXA-UD5
- CPU-Kühler: Corsair H100i (performance mode) / BeQuiet Dark Rock Pro 2
- Grafikkarte: Sapphire HD7970 6GB Toxic (Synthetic section – Catalyst 13.6 beta) und ASUS GTX780 Direct CUII OC (Games testing – Forceware 320.49)
- Arbeitsspeicher: 16GB Corsair Vengeance Pro Series @ 2,133mhz (10-11-11-28)
- Netzteil: Corsair HX850
- Optisches Laufwerk: Asus Bluray-Laufwerk
- Gehäuse: Lian Li X2000
- Boot-Festplatte: Patriot 240GB Pyro SE
- Daten-Festplatte: Patriot 240GB Wildfire.
Hier wollte man mit dem Corsair H100i beziehungsweise einem Bequiet Dark Rock Pro 2 möglichst realitätsnah bleiben. Jedoch wäre hier zumindest eine richtige Wasserkühlung mit mehr Kühlfläche wünschenswert gewesen. Die beiden vorhandenen Kühler soll sich, laut Kitguru, nicht viel genommen haben. Im Idle-Betrieb lagen rund 36 bis 39 Grad Celsius an, wohingegen die Temperatur bei Last schon auf 60°C gestiegen ist. Die Raumtemperatur lag bei 22°C.
Als direktes Vergleichs-System wurde ein Unterbau mit einem Core i7-3960X verwendet, das wie folgt aufgebaut ist:
- Prozessor: Core i7 3960 X Extreme Edition @ 4.4 GHz
- Grafikkarte: ASUS GTX780 Direct CU II OC (Forceware 320.49)
- CPU-Kühler: Antec 920 H20
- Arbeitsspeicher: 16GB G.Skill 2,400mhz @ 10-11-10-30
- Mainboard: Asus Rampage IV Extreme
- Netzteil: Enermax Platimax 1250W
- Optisches Laufwerk: Asus Bluray-Laufwerk
- Gehäuse: Lian Li PC-A77FR Aluminium Red Full Tower Case
- Boot-Festplatte: Patriot WildFire 120GB
- Daten-Festplatte: 1TB Samsung
Die restlichen Systeme können Sie auf Kitguru einsehen.
Quelle: Kitguru
Grid 2
Den Auftakt des Test-Parcours macht der 3Dmark 11. Im Physik-Modus muss sich der FX-9590 gleich dem i5-4770K @ 3,5 GHz mit über 2.000 Punkten weniger geschlagen geben. Der preislich ähnlich angesiedelte i7-3960X läuft dem AMD-Prozessor mit 15.158 Punkten deutlich davon. Im normalen 3DMark sieht das Ergebnis ähnlich aus.
Im SiSoftware Sandra sieht für den AMD-Prozessor sowohl im Arithmetic-Modus als auch bei der Speicher-Bandbreite noch schlechter aus. Hier muss man sich schon dem Core i7-2600k @ 4,6 GHz und DDR3-1600-RAM geschlagen geben. Ähnlich sieht es beim Cinebench R11.5 64 Bit aus. Beim Video Encoding kann der FX-9590 seine Stärken relativ gut ausspielen und nähert sich den beiden i7-Modellen 3770k und 4770k, beide auf 4,5 GHz übertaktet.
Überraschend gut lief es in den Spiel-Benchmarks, dort lag der Prozessor mit dem i7-3960X im Prinzip gleich auf. Meistens war der Intel-Prozessor 1 bis 3 FPS vorne, jedoch ist dieser Unterschied zu vernachlässigen. Leider wurden bei den Spielen aber nicht die anderen Systeme mit getestet. Vor allem die aktuellen Ivy-Bridge- und Haswell-CPUs dürften hier durch die bessere Effizienz punkten. (Update: Wie im Forum öfters erwähnt wurde, bieten die Spiel-Benchmarks keinen ordentlichen Vergleichswert, da hier in einer viel zu hohen Auflösung getestet wurde, wodurch hier die Grafikkarte limitiert und nicht die CPU.)
Die Leistungsaufnahme kommt dem gleich, was wir unserer Simulation getestet hatten. Das Gesamt-System mit dem FX-9590 verbraucht gut 300 Watt bei voller CPU-Last. Lediglich der i7-3960X verbraucht im Test bei Kitguru mehr. Jedoch ist dieser dort auf 4,8 GHz übertaktet und zudem basiert er noch auf der Sandy-Bridge-EP-Architektur. Die neueren Generationen ziehen deutlich weniger Strom.
Quelle: Kitguru
Leistungsaufnahme
Als Fazit zieht Kitguru, dass der AMD FX-9590 an sich ein interessanter Prozessor ist, da er als erster die 5-GHz-Marke geknackt hat. Leider erkauft er sich dies durch eine exorbitant hohe Leistungsaufnahme, wodurch die Kühlung ziemlich schwer fällt und das Mainboard sehr stark belastet wird. Wenn man von diesen Negativ-Punkten einmal abzieht, kriegt man eine vergleichsweise pasable Leistung, die besonders bei starkem Multithreading ihre Stärken hat.

Der hat eben eine zu schwache Pro-Takt-Leistung und krankt am Cache, kein Wunder, dass HOTS da murrt. Das profitiert ja selbst noch von einem 4770K @ 4,5 GHz enorm. Die achso genügsame Blizzardtechnik schaut in den SCII-Teilen gar nicht gut aus, weder optisch noch von der Performance.