Europa Universalis 5 im Hands-on: Performance und Fazit
Wir haben Grafikkartenbenchmarks zu Europa Universalis 5 angefertigt und ziehen am Ende ein Fazit zum Strategiespiel.
In diesem Artikel
Wir haben uns entschlossen, für diesen Artikel nur einige wenige Grafikkarten und diese in passenden Auflösungen zu testen, diese jedoch in zwei verschiedenen Szenen. Für das erste Szenario wählen wir einen frühen Spielstand in Kiew. Die Spielgeschwindigkeit steht auf Stufe drei beziehungsweise "normal". Wir zentrieren die Sicht auf die Stadt Kiew und zoomen mit dem Mausrad vier Stufen hinein, um Wald, Stadt, Gebäude, Vieh und weitere Grafikelemente im Bild zu haben. Dies erhöht tendenziell außerdem den Speicherbedarf, da Assets in höherer Qualität geladen werden. Von der Stadt Kiew aus starten wir eine 20-sekündige Messung. Daraufhin scrollen wir mit den Pfeiltasten nach Westen, bis wir an der Stadt Köln vorbeiziehen. Nach einer Messung laden wir den Spielstand erneut und wiederholen den Prozess. Der Durchschnitt von drei Messungen ergibt einen Benchmark-Wert.
Für die zweite Messung haben wir Litauen gewählt, das zum Spielstart vom Deutschritterorden angegriffen wird und sich mit weiteren Parteien im Krieg befindet. Wir zoomen drei Stufen heraus, so bleiben die Einheiten sichtbar. Je weiter Sie bei EU5 herauszoomen, desto stärker verlagert sich die Last auf den Prozessor. Wir setzen überdies die Spielgeschwindigkeit auf die höchste Stufe fünf. Wir geben unseren Armeen den Befehl zum Angriff, daraufhin heben wir die Pause auf und starten abermals eine 20-sekündige Messung. Innerhalb dieser 20 Sekunden vergeht etwas mehr als ein Jahr Spielzeit. Dieses Szenario ist sehr anspruchsvoll und zeigt obendrein regelmäßiges Ruckeln, das auf die CPU zurückgeht. Vergleichen Sie diese Frametime-Spikes mit jenen, die mit den 8-GiByte-GPUs aufgrund von Speicherknappheit entstehen (siehe Bild oben). Sie unterscheiden sich deutlich.
Komplett ruckelfrei läuft EU5 mit keiner der getesteten Hardware-Konstellationen und in keiner Auflösung. Beim Scrollen und Zoomen ruckelt es, wenn neue Daten nachgeschaufelt werden - falls obendrein der Grafikspeicher eng ist, kommt es gar zu kräftigen, teils sekundenlangen Verlangsamungen. Und bei hohen Spielgeschwindigkeiten verschluckt sich das Spiel in regelmäßigen Abständen aufgrund der hohen Prozessorlast. Auffällig: Die Geforce-Modelle neigen zu stärkerem und häufigerem Ruckeln, die AMD-GPUs bleiben dagegen bei den durchschnittlichen Bildraten etwas zurück. Das Spielgefühl beim Scrollen und Zoomen ist mit den Radeon-GPUs etwas konsistenter, wird seltener durch Unterbrechungen gestört.
Ausnahme: Die RX 7600 und RTX 4060 werden beide durch ihren knappen 8-GiByte fassenden Grafikspeicher sowie die beschnittenen PCIe-x8-Anbindungen ausgebremst. In diesem speicherlimitierten Szenario ist die RX 7600 ein wenig flinker als die RTX 4060. Zum Spielen reicht es bei beiden, wir würden allerdings dazu raten, die Texturdetails von Ultra eine Stufe herabzusetzen und eventuell auf die Multisampling-Kantenglättung zu verzichten. Sie können auch eines der angebotenen Upsampling-Verfahren nutzen, um die Grafiklast zu senken - denn wie Sie anhand unserer Benchmarks erkennen können, stellt Europa Universalis 5 durchaus gehobene Ansprüche an die Grafikkarte.
Fazit zum Kurztest
EU5 läuft nicht supergeschmeidig. Auf nahezu jeder Hardware-Konstellation kann es zu Rucklern kommen, selbst High-End-Systeme sind nicht gefeit. Allerdings treten Streaming-Ruckler - solange der Grafikspeicher reicht - lediglich zu Beginn eines Spiels und beim Zoomen/Scrollen auf. Sind die Assets einmal geladen, verschwinden diese Einbrüche weitestgehend. Zumindest bis Sie die Kamera in ein neues Gebiet manövrieren. Die CPU-Spikes treten vor allem bei den höheren Geschwindigkeitstufen auf, dies ist allerdings bei nahezu allen anderen Paradox-Grand-Strategy-Titeln mit Clausewitz-Engine der Fall. Selbst EU4 läuft auf heutigen Systemen nicht ohne sporadische Ruckler oder Hänger, tatsächlich ist die CPU-Performance dort noch etwas verhaltener.
Die Ruckler können störend ausfallen, allerdings hilft es gegen die CPU-Spikes ungemein, ein Framelimit von beispielsweise 60 Fps einzurichten. Die Grafiklast bekommen Sie durch Detailverzicht oder Reduzieren bzw. Deaktivieren der Multisampling-Kantenglättung in den Griff - die Detailstufe "Hoch" sieht kaum schlechter aus als "Ultra", spart Performance und obendrein Speicher. Ein Verzicht auf das relativ kostspielige MSAA räumt obendrein eine größere Menge Grafikspeicher frei. Mit einigen Handgriffen läuft EU5 auch auf schwächeren Systemen ordentlich, wenn auch nicht durchgehend geschmeidig. Wirklich ärgerlich ist, dass wir EU5 nicht auf Intels Arc A770 zum Laufen bringen konnten. Dies sollte nach Möglichkeit schnellstens behoben werden.
Abseits dessen ist EU5 vollgepackt mit Spielspaß. Sicher, EU5 ist ein Komplexitätsmonster. Das bislang größte Paradox-Grand-Strategy-Spiel wird in diesem Sinne seinen Vorgängern gerecht. Trotzdem kann der Titel auch Einsteiger ansprechen und begeistern, wie Sie anhand des Tests der PC Games nachvollziehen können. Allen Einsteigern können wir raten: Nur Mut! Es ist normal, dass man sich bei Clausewitz-Titeln zuerst einmal überfordert, von der Optionsvielfalt und unzähligen Menüs erschlagen fühlt. Spielen Sie einfach drauflos, folgen Sie Schritt für Schritt den Hinweisen, die Ihnen das Spiel vorschlägt, und scheuen Sie sich nicht, den neuen Assistenten zu nutzen, um sich mit einer oder wenigen spezifischen Mechaniken vertraut zu machen. Wenn Sie am Ball bleiben: Nach einigen Dutzend Stunden geht alles deutlich einfacher von der Hand. Bald darauf werden Sie merken, dass Sie ausgeklügelte Strategien entwickeln, fies intrigieren, clever taktieren und geschickt wirtschaften.
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