E-Scooter - Führerschein, Helmpflicht und Co.: Unfallforscher fordern Einschränkungen
Die Unfallforschung der Björn-Steiger-Stiftung stellte eine Studie zur Sicherheit im Straßenverkehr mit E-Scootern vor. Darauf basierend fordert der Leiter weitere Einschränkungen und Änderungen, etwa zur Führerschein- oder Helmpflicht.
Ab 2027 soll es schärfere Regeln für E-Scooter geben. Das beschloss vor einiger Zeit das Bundeskabinett, indem es einen Verordnungsentwurf des Bundesverkehrsministeriums billigte, wie etwa N-TV berichtet. So sollen E-Scooter mit Blinkern ausgestattet werden und Kommunen sollen Regeln für das Abstellen der Elektrotretroller festlegen dürfen. Die Novelle, mit der sich noch der Bundesrat befassen muss, war auch Thema in einer neuerlichen Studie der Unfallforschung der Björn-Steiger-Stiftung, die sich in der Vergangenheit maßgeblich für die Einführung der Notrufnummern 112 und 110 einsetzte. Der Leiter der Unfallforschung, Siegfried Brockmann, sieht das Vorhaben an manchen Stellen kritisch und ist davon überzeugt, dass es noch nicht weit genug geht.
E-Scooter - größere Reifen, Führerscheinpflicht und weitere Maßnahmen
Die aufsehenerregendsten Forderungen des Leiters der Unfallforschung sind wohl die Vergrößerung des E-Scooter-Raddurchmessers von 8 auf 10 Zoll sowie ein verpflichtender Führerschein zum Führen eines E-Scooters. Siegfried Brockmann kritisiert etwa, dass zum Fahren keine Kenntnisse der Straßenverkehrsordnung vorliegen müssen. Daher sei mindestens ein Führerschein AM vorzusehen und ein Mindestalter entsprechend auf 15 Jahre zu setzen. Die vergrößerten Räder hingegen sollen der Vermeidung von Unfällen bei kleineren Hindernissen wie Bordsteinen dienen. Diese sollten bei Neufahrzeugen verbaut und von Verleihern bei Ersatzbeschaffungen sofort eingesetzt werden.
Was eine Helmpflicht angeht, sieht der Unfallforscher keinen Handlungsbedarf. Von 322 ausgewerteten Verletzungsfällen mit E-Scootern seien nur acht schwere sowie eine lebensbedrohliche Kopfverletzung gewesen. Zwar spielen sich die überwiegenden Verletzungen infolge von E-Scooter-Unfällen im Kopfbereich ab, allerdings handele es sich dabei mehrheitlich um Gesichtsfrakturen oder Verletzungen im Zahn-Kiefer-Bereich. Fahrradhelme böten hier keinen wirksamen Schutz. Was sich allerdings verheerend für den Kopfbereich auswirken würde, wäre eine Zulassung der Höchstgeschwindigkeit auf 25 km/h, welche die EU planen soll. Damit würde das Handling erschwert werden, während Simulationen bei Stürzen deutlich höhere Aufprallkräfte zeigten, erklärt Brockmann und warnt daher vor dem Vorhaben.
Weiterhin sind laut dem Unfallforscher Alkoholeinfluss und der Verlust der Kontrolle über den E-Scooter die häufigsten Ursachen bei Alleinunfällen, die rund 45 Prozent aller Schwerverletzten und Todesopfer ausmachen. Ist ein anderer Verkehrsteilnehmer beteiligt, ist der Abbiegeunfall am auffälligsten. Folgende Maßnahmen sollen laut Brockmann zur Unfallvermeidung beitragen:
- Getrennte Ampelphasen.
- Freihalten der Sichtachsen.
- Bessere Erkennbarkeit der Wegeführung.
- Scooter-Fahrer sollen nicht in falscher Richtung fahren.
- Polizeikontrollen sollen verstärkt werden, v. a. hinsichtlich relativer Fahruntüchtigkeit (0,3 Promille).
- Nutzung falscher Verkehrsflächen sollte unterbunden werden (Angleichung mit Fahrradfahren sei aber unkritisch zu betrachten)
- Einschränkung der Verfügbarkeit von Leih-E-Scootern (bezogen auf das Alkoholproblem).
Die Studie der Unfallforscher basiert laut eigener Angabe auf der Auswertung der polizeilichen Unfallaufnahme, der Codierung sämtlicher im Zusammenhang mit einem Scooter-Unfall in den Jahren 2019 bis 2024 in der Notaufnahme des Unfallkrankenhauses Berlin vorgestellten Personen sowie Simulationen der Technischen Universität Berlin.
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Quelle: Björn-Steiger-Stiftung

Ja ich muss treten, habe aber bis 25km/h die Unterstützung vom Motor. Bei den S-Pedelecs mit Motorunterstützung bis 45km/h brauchts den AM Führerschein. Da lass ich das noch gelten, obwohl jeder Rennradfahrer mitunter deutlich schneller unterwegs sein kann, ohne einen Führerschein zu besitzen.
Man muss nicht für jeden Blödsinn eine Erlaubnis erstellen. Unfälle oder unvorsichtiges Verhalten war schon immer da. Rollschuhe, Skateboards, Inlineskates, die normalen Scooter. Mit allen wurden Unfälle verursacht, weil irgendein Honk sich nen Dreck drum schert. Und wenn Anzeigen nach den Unfällen wirklich verfolgt und dann auch ein Urteil gebracht hätten, würden einige etwas vorsichtiger fahren, egal ob mit oder ohne ein Kennzeichen am Fahrzeug.
Du und ich, wir sind nicht die Norm, deswegen Führerschein und schärfere Regeln für motorisierte Fahrzeuge weil sie mehr Masse haben und nicht so leicht zu händeln sind wie ein leichtes, nicht motorisiertes Fahrzeug. Wenn ich mich nicht irre, weisen sogar Unfallstatistiken darauf hin.
Egal ob ich zu Fuß , mit dem Rad oder auf Inliner unterwegs bin verhalte ich mich stets passiv gegenüber Autofahrern und auch sonst rücksichtsvoll gegenüber anderen Teilnehmern.
Und gegenüber einem Auto gilt sowieso : der ist stärker als ich, uffpasse. Egal ob recht oder nicht
Ich bin auch für ein Höchstalter.
Wenn jetzt jemand mitliest…
Als erwachsener, gar Mann mittleren Alters, sollte man sowas nicht fahren dürfen.
Vor allem mit Plautze.
Mag ja sein, dass man im Kampf gegen den Koitus alle Waffen einsetzen möchte. Aber wir anderen leiden alle mit!