Verbotsentwurf: Sharing-E-Scooter sollen Gehwege nicht mehr blockieren

54
News Jacqueline Brosch Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Verbotsentwurf: Sharing-E-Scooter sollen Gehwege nicht mehr blockieren
Quelle: Xiaomi

Ein Entwurf des Bundesverkehrsministeriums könnte gewerblichen E-Scootern und Leihrädern das Abstellen auf Gehwegen und in Fußgängerzonen verbieten. Sharing-Anbieter warnen vor dem Aus des Free-Floating-Modells.

Die im Weg stehenden E-Scooter könnten schon bald der Vergangenheit angehören. Ein Referentenentwurf aus dem Bundesverkehrsministerium vom 26. Juni sieht vor, gewerblich vermietete E-Scooter und Fahrräder nicht mehr ohne ausdrückliche Genehmigung auf Gehwegen und in Fußgängerzonen abzustellen. Eine Regelung, die nach Einschätzung des Tagesspiegels das Geschäftsmodell der Sharing-Anbieter grundlegend verändern könnte.

Sharing-Unternehmen wie Voi, Tier-Dott und Lime reagieren alarmiert. Ein Sprecher der Plattform Shared Mobility (PSM) warnte vor einem faktischen Abstellverbot, das das bisherige Free-Floating-Konzept obsolet machen könnte. Fuss e. V. begrüßt, dass Kommunen künftig den Verleih komplett verbieten oder strenge Auflagen erlassen könnten. Seit sechs Jahren kritisiert die Lobby falsch abgestellte Roller als Stolperfallen, vor allem für ältere und sehbehinderte Personen.

Der Entwurf benötigt noch EU-Kommissionszusage. Frankreichs Metropolen und Madrid haben Miet-Roller bereits verboten, Brüssel reduzierte die Flotte drastisch, und Barcelona erlaubt Parken nur in ausgewiesenen Zonen. Parallel hat das OVG Münster pauschale Sondernutzungsgebühren in Köln für unverhältnismäßig erklärt: Ein Jahrespreis für nur fünf Monate Nutzung verletze das Äquivalenzprinzip.

Kritiker bemängeln, dass der Entwurf keine Lösung für das Abstellchaos bietet und E-Scooter auf "Radfahrer frei"-Zonen Fußgänger eng passieren dürfen. Eine echte Ordnungsstrategie fehle. Experten fordern: konsequente Durchsetzung des Schritttempo-Gebots, verbindlichen Überholabstand von 1,5 m, flexible Parkzonen-Regelungen und stationäre Abstellpunkte.

Welche Lösung halten Sie für praktikabel? Nutzen Sie die Kommentarfunktion und teilen Sie uns Ihre Meinung mit. Beachten Sie beim Kommentieren aber bitte die Forenregeln. Folgen Sie uns außerdem für Neuigkeiten in der Hardware-Welt oder unsere exklusiven Inhalte gern auf Whatsapp und X. Unsere Video-Inhalte (oftmals gewürzt mit einer Prise Humor) finden Sie bei Youtube, Instagram und Tiktok.

Quelle: OVG NRW , Fuss e.V. via Golem

54
    • Kommentare (54)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von ruyven_macaran Trockeneisprofi (m/w)
        Zitat von inhuman_nature
        Der (angenommene!?) Effekt, dass Miet-E-Scooter Autos (zu welchem Anteil) ersetzen würden, wäre zu prüfen. Es gib ja auch die These (gar Studie?), dass E-Scooter bloß kurze Fußwege ersetzen und kaum (so gut wie nicht?) Leute zum Umstieg aus Autos bewegen ...
        Zumindest beoabachte ich, dass Menschen wie Touris und Kinder Jugendliche oftmals E-Scooter nutzen, die eben sonst kein Auto genutzt hätten.
        Wenn E-Roller Autos ersetzen würden, dann könnte man ja die freigewordene Autospur zum Abstellen nutzen.
        Nur seh ich hier keine frei gewordene Spur. Irgendwie sind genauso viele Autos auf der Straße, wie ohne E-Roller, nur der Platz auf den Fußwegen wird knapp. Tippe also auch darauf, dass die Dinger eher Fußwege und kürzere bzw. sonst indirekte Busfahrten ersetzen. Noch häufiger scheint mir aber eher die Funktion "im Weg stehen" zu sein. Auf einen fahrenden seh ich locker 5-10 stehende E-Roller (davon weit über die Hälfte unsachgemäß abgestellt. Zugegeben: Ich fahr auch viel Park, wo die nie stehen sollten. Was den hohen Anteil abgestellter in meiner Wahrnehmung noch auffälliger macht.)

        Zitat von czk666
        Man bewegt sich nicht durch eigene Kraft oder eigene Entscheidung, sondern wird von einer Maschine bewegt, eingebettet in ein starres System von Straßen, Verkehrsregeln und Abhängigkeiten.
        Pfff. Aber wenn ich mich mal flexibel jenseits der Verkehrsregeln bewege, dabei vielleicht mal ein Stück flaches Grün oder Bürgersteig mitbenutze, dann wird auch wieder gemeckert, und der Wunsch nach 700 km Unabhängigkeit von Energienachfüllmöglichkeiten führt auch zunehmend zu hoch gezogenen Augenbrauen. Manchen kann mans einfach nicht recht machen!

        Zitat von ParrotHH
        Es muss einfach nur vernünftige und nachvollziehbare Regeln geben, und diese müssen dann vor allem auch durchgesetzt werden.
        Regeln gegen Behinderungen oder gar Gefährdungen (für Sehbehinderte) gibt es schon. Aber sie werden, genau wie sämtlichen anderen Regeln zur Freihaltung von nicht-Straßen schlicht überhaupt nicht durchgesetzt. Ich habe mir schon mal überlegt, ob es vielleicht helfen würde, jeden den Geh- oder Radweg blockierenden Roller einfach mitten auf die Straße zu stellen. Aber ich vermute, nicht einmal dann würde das Ding abtransportiert und dem Halter ein saftiges Ticket ausgestellt, sondern er würde von amtlicher Stelle zurück auf den Fußweg geschoben. Und wenn man bei der Aktion beobachtet würde, würde man vermutlich auch noch ordentlich Ärger kriegen. (Im Gegensatz zu Fußwegblockierern, die Narrenfreiheit genießen. Ausgibieg genießen.)

        Zitat von ParrotHH
        Schlimmer sind jedenfalls die großen Kreuzungen mit Mittelinseln und 2 Ampeln zum Überqueren, bei denen die Fahrrad- und Fußgängerampel nur knapp 3 Sekunden grün ist. Die Ampel wird also grün, man geht/fährt los, und da ist sie auch schon wieder rot. Man braucht IMMER ZWEI VOLLE VERSCHISSENE AMPELPHASEN zum Überqueren dieser Kreuzungen, egal was man macht!
        Ein Grund mehr, mir Rad oder E-Scooter auf der Straße zu fahren.
      • Von ruyven_macaran Trockeneisprofi (m/w)
        Zitat von inhuman_nature
        Der (angenommene!?) Effekt, dass Miet-E-Scooter Autos (zu welchem Anteil) ersetzen würden, wäre zu prüfen. Es gib ja auch die These (gar Studie?), dass E-Scooter bloß kurze Fußwege ersetzen und kaum (so gut wie nicht?) Leute zum Umstieg aus Autos bewegen ...
        Zumindest beoabachte ich, dass Menschen wie Touris und Kinder Jugendliche oftmals E-Scooter nutzen, die eben sonst kein Auto genutzt hätten.
        Wenn E-Roller Autos ersetzen würden, dann könnte man ja die freigewordene Autospur zum Abstellen nutzen.
        Nur seh ich hier keine frei gewordene Spur. Irgendwie sind genauso viele Autos auf der Straße, wie ohne E-Roller, nur der Platz auf den Fußwegen wird knapp. Tippe also auch darauf, dass die Dinger eher Fußwege und kürzere bzw. sonst indirekte Busfahrten ersetzen. Noch häufiger scheint mir aber eher die Funktion "im Weg stehen" zu sein. Auf einen fahrenden seh ich locker 5-10 stehende E-Roller (davon weit über die Hälfte unsachgemäß abgestellt. Zugegeben: Ich fahr auch viel Park, wo die nie stehen sollten. Was den hohen Anteil abgestellter in meiner Wahrnehmung noch auffälliger macht.)

        Zitat von czk666
        Man bewegt sich nicht durch eigene Kraft oder eigene Entscheidung, sondern wird von einer Maschine bewegt, eingebettet in ein starres System von Straßen, Verkehrsregeln und Abhängigkeiten.
        Pfff. Aber wenn ich mich mal flexibel jenseits der Verkehrsregeln bewege, dabei vielleicht mal ein Stück flaches Grün oder Bürgersteig mitbenutze, dann wird auch wieder gemeckert, und der Wunsch nach 700 km Unabhängigkeit von Energienachfüllmöglichkeiten führt auch zunehmend zu hoch gezogenen Augenbrauen. Manchen kann mans einfach nicht recht machen!

        Zitat von ParrotHH
        Es muss einfach nur vernünftige und nachvollziehbare Regeln geben, und diese müssen dann vor allem auch durchgesetzt werden.
        Regeln gegen Behinderungen oder gar Gefährdungen (für Sehbehinderte) gibt es schon. Aber sie werden, genau wie sämtlichen anderen Regeln zur Freihaltung von nicht-Straßen schlicht überhaupt nicht durchgesetzt. Ich habe mir schon mal überlegt, ob es vielleicht helfen würde, jeden den Geh- oder Radweg blockierenden Roller einfach mitten auf die Straße zu stellen. Aber ich vermute, nicht einmal dann würde das Ding abtransportiert und dem Halter ein saftiges Ticket ausgestellt, sondern er würde von amtlicher Stelle zurück auf den Fußweg geschoben. Und wenn man bei der Aktion beobachtet würde, würde man vermutlich auch noch ordentlich Ärger kriegen. (Im Gegensatz zu Fußwegblockierern, die Narrenfreiheit genießen. Ausgibieg genießen.)

        Zitat von ParrotHH
        Schlimmer sind jedenfalls die großen Kreuzungen mit Mittelinseln und 2 Ampeln zum Überqueren, bei denen die Fahrrad- und Fußgängerampel nur knapp 3 Sekunden grün ist. Die Ampel wird also grün, man geht/fährt los, und da ist sie auch schon wieder rot. Man braucht IMMER ZWEI VOLLE VERSCHISSENE AMPELPHASEN zum Überqueren dieser Kreuzungen, egal was man macht!
        Ein Grund mehr, mir Rad oder E-Scooter auf der Straße zu fahren.
      • Von chill_eule Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von ParrotHH
        Hauptausfallstraße
        Zitat von ParrotHH
        VOLLE VERSCHISSENE AMPELPHASEN
        Zitat von ParrotHH
        Kreuzungen
        Zitat von empy
        "Radweg"
        Zitat von empy
        Dooring-Bereich
        Zitat von empy
        Schutzstreifen
        Sind hier hier nicht das Thema!!
      • Von empy Lötkolbengott/-göttin
        Zitat von ParrotHH
        Glaub mir, würdest Du nicht!

        Das ist eine Hauptausfallstraße, ganz gleich, wie breit oder schmal der Radweg da ist, er ist immer die bessere Variante!
        Glaub mir, würde ich. Auf diesem "Radweg" sind Dooring-Unfälle quasi vorprogrammiert, das ist gar keine Variante. Leider sind solche "Radwege" genau wie viele "Schutzstreifen" oft sogar kontraproduktiv, weil sie suggerieren, dass da ein geeigneter Weg für Radfahrer ist, den Radfahrer auch zu nutzen und einzuhalten haben. Dementsprechend reagieren viele Autofahrer extrem aggressiv, wenn man nicht auf einem Schutzstreifen fährt, der sich komplett im Dooring-Bereich befindet oder eben so einem Weg wie aus deinem Link und glauben auch in aller Regel, dass der Mindestabstand beim überholen nicht gilt, wenn Radfahrer auf einem Schutzstreifen fahren. Die Regeln sollten zwar allen bekannt sein, die Infrastruktur sollte aber auch nichts Gegenteiliges suggerieren.
        Zitat von ParrotHH
        Das ist m. E. schon recht geräumig, mir persönlich fehlt an der Stelle jedenfalls nix, ganz gleich, ob ich da zu Fuss oder mit dem Rad unterwegs bin.
        Relativ geräumig vielleicht. Leider.
        Zitat von ParrotHH
        Schlimmer sind jedenfalls die großen Kreuzungen mit Mittelinseln und 2 Ampeln zum Überqueren, bei denen die Fahrrad- und Fußgängerampel nur knapp 3 Sekunden grün ist. Die Ampel wird also grün, man geht/fährt los, und da ist sie auch schon wieder rot. Man braucht IMMER ZWEI VOLLE VERSCHISSENE AMPELPHASEN zum Überqueren dieser Kreuzungen, egal was man macht!
        OK, das ist schon extra fies. Aber es reicht schon, dass man als Radfahrer auf einem Radweg eigentlich immer über zwei Straßen muss, um einmal links abzubiegen und die Ampeln sich eigentlich immer nach den Autos richten. Das dauert immer ewig.
        Zitat von ParrotHH
        Bevor man also an die vor kurzem sanierten Radwege ran geht (vorher waren das so verwurzelte Teerwüsten), wäre mein Wunsch, sich Lösungen für diese beschissenen Kreuzungen zu überlegen. Vielleicht Fahrradschnellwege parallel zur Ausfallstraße, die dann auch von E-Scootern mitbenutzt werden können, und die solche Kreuzungen einfach ampelfrei überbrücken. Das würde uns dann beide zufriedenstellen.
        Naja, würde ja reichen, die Ampelphasen zu verlängern, oder nicht? Was den Weg angeht: Das einfachste wäre, die rechte Autofahrspur zum Rad- und somit auch Rollerweg zu machen und ein paar Parkplätze zu Fahrrad- und Rollerstellplätzen zu machen. Das wäre zwar auch nicht ganz ideal, weil ein- und ausparkende Autos dann über die Radspur müssen, aber immerhin könnte man mit dem nötigen Abstand zu den parkenden Autos fahren. Der Weg wird dann einfach ein reiner Bürgersteig. Ich behaupte einfach mal, dass ein Bürgersteig, der keine verwurzelte Teerwüste ist, auch ein Gewinn ist.
      • Von ParrotHH Komplett-PC-Aufrüster(in)
        Zitat von empy
        Ich würde da aber in jedem Fall auf der Straße fahren.
        Glaub mir, würdest Du nicht!

        Das ist eine Hauptausfallstraße, ganz gleich, wie breit oder schmal der Radweg da ist, er ist immer die bessere Variante!

        Zitat von empy
        Auf dem Fußgängerteil können nicht mal zwei Fußgänger bequem aneinander vorbeilaufen, was noch störender ist, wenn man mal nicht alleine unterwegs ist. Aber hauptsache zwei Spuren zum Fahren und noch mal knapp eine zum Parken für Autos, die jeweils ungefähr so breit sind, wie der "große" Weg. Von Fahrradstellplätzen keine Spur, die stehen in den Nebenstraßen irgendwie auf diese "Grünflächen" gequetscht halb im Gebüsch. Klar könnte man da an ein paar Stellen noch ein paar Roller einigermaßen wenig störend unterbringen, gescheite Infrastruktur sieht aber ganz anders aus.
        Das ist m. E. schon recht geräumig, mir persönlich fehlt an der Stelle jedenfalls nix, ganz gleich, ob ich da zu Fuss oder mit dem Rad unterwegs bin. Schlimmer sind jedenfalls die großen Kreuzungen mit Mittelinseln und 2 Ampeln zum Überqueren, bei denen die Fahrrad- und Fußgängerampel nur knapp 3 Sekunden grün ist. Die Ampel wird also grün, man geht/fährt los, und da ist sie auch schon wieder rot. Man braucht IMMER ZWEI VOLLE VERSCHISSENE AMPELPHASEN zum Überqueren dieser Kreuzungen, egal was man macht!

        Ach nein: mit dem Auto rolle ich da meist mit einer grünen Welle einfach durch...

        Bevor man also an die vor kurzem sanierten Radwege ran geht (vorher waren das so verwurzelte Teerwüsten), wäre mein Wunsch, sich Lösungen für diese beschissenen Kreuzungen zu überlegen. Vielleicht Fahrradschnellwege parallel zur Ausfallstraße, die dann auch von E-Scootern mitbenutzt werden können, und die solche Kreuzungen einfach ampelfrei überbrücken. Das würde uns dann beide zufriedenstellen.
      • Von empy Lötkolbengott/-göttin
        Zitat von ParrotHH
        Da sind große geteilte Wege mit Radweg und Fußweg, teils zusätzlich mit einem Grünstreifen.
        Das sollen große Wege sein? Radfahrer können weder mit ausreichend Abstand zu Fußgängern noch zu den parkenden Autos auf dem "Radweg" fahren. Immerhin ist dieser Zustand nicht als benutzungspflichtig beschildert. Ich würde da aber in jedem Fall auf der Straße fahren. Auf dem Fußgängerteil können nicht mal zwei Fußgänger bequem aneinander vorbeilaufen, was noch störender ist, wenn man mal nicht alleine unterwegs ist. Aber hauptsache zwei Spuren zum Fahren und noch mal knapp eine zum Parken für Autos, die jeweils ungefähr so breit sind, wie der "große" Weg. Von Fahrradstellplätzen keine Spur, die stehen in den Nebenstraßen irgendwie auf diese "Grünflächen" gequetscht halb im Gebüsch. Klar könnte man da an ein paar Stellen noch ein paar Roller einigermaßen wenig störend unterbringen, gescheite Infrastruktur sieht aber ganz anders aus.

        Heute wird ja öfters mal empfohlen, sich seine Privilegien klarzumachen, ich empfehle hier mal allen Nichtautofahrern, das Gegenteil zu tun.
      Direkt zum Diskussionsende
  • Print / Abo
    Apps
    PCGH Magazin 07/2026 PC Games 06/2026 play5 07/2026 N-Zone 06/2026 Linux Magazin 06/2026 LinuxUser 06/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games Hardware PC Games Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk