Drohnenarten und was es beim Kauf zu beachten gilt
Quelle: Parrot/DJI/Holy Stone
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Drohnenarten und was es beim Kauf zu beachten gilt

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Sie wollen eine Drohne kaufen und wissen, worauf es ankommt? Hier erfahren Sie, welche Technik zählt und welche Drohnenregeln und -arten es hierzulande gibt.

Drohnen kommen in den unterschiedlichsten Bereichen zum Einsatz, darunter im Transportwesen, in der Landwirtschaft oder beim Militär. Dieser Artikel widmet sich jedoch dem Freizeitgebrauch - und in diesem kommen heute vor allem Quadcopter vor. Es existieren zwar zahlreiche alternative Bauweisen mit mehr oder gar weniger Rotoren. Allerdings konnten sich Drohnen mit vier Rotoren aufgrund ihres Kompromisses aus Stabilität, Steuerbarkeit und Energieeffizienz größtenteils durchsetzen.

Einsteiger- und Freizeitmodelle

Wer komplett neu im Thema ist, interessiert sich vielleicht zunächst einmal für kleinere Modelle, die besonders leicht zu bedienen und in sehr seltenen Fällen sogar registrierungsfrei sind. Zum rechtlichen Thema später mehr im Kapitel "Registrierung & Versicherung". Doch grundsätzlich lässt sich sagen, dass Exemplare mit einem Gewicht von unter 250 Gramm (Drohnenklasse C0) als Minidrohnen gelten. Diese eignen sich ideal für den Einstieg und vergleichsweise kurze Flüge über Felder oder - mit der nötigen Vorsicht - in geschlossenen Räumen. Außerdem verfügen sie oft bereits über eine automatische Stabilisierung, eine Return-to-Home-Funktion und einfache Sicherheitsmodi.

Drohnen für Hobbyfilmer

Noch interessanter ist das Fliegen allerdings, wenn man das sieht, was die Drohne sieht. Möglich wird das durch integrierte Kameras, mit denen sich hochwertige Luftaufnahmen machen oder gleich eigene Filme drehen lassen. Dafür braucht es idealerweise eine Auflösung von 4K oder mehr, hohe Bildraten - zum Beispiel für Zeitlupen - und einen stabilisierenden Gimbal für ruhige Aufnahmen.

Abgesehen von Spielzeug- bzw. sehr einfachen Mini- oder Indoor-Drohnen verfügen heute fast alle Modelle über GPS oder ein vergleichbares Satellitennavigationssystem. Damit bestimmen sie ihre Position präzise, halten automatisch die Flugbahn und können festgelegte Routen oder Zielpunkte ansteuern. Gerade in Kombination mit der Kamera eröffnet das von stabilen Luftaufnahmen bis hin zu automatisierten Flügen vielfältige Möglichkeiten.

Profi-Drohnen

Fliegende Drohne auf schwarzem Grund Quelle: Parrot Parrot konzentriert sich heute auf professionelle Anwendungen. Professionelle Modelle, wie sie in den oben genannten Bereichen oder in Filmproduktionen eingesetzt werden, müssen meist besondere Anforderungen erfüllen. Sie verfügen etwa über spezielle Sensoren oder mehrere Rotoren, um Messinstrumente oder schwere Kameras tragen zu können. Ferner bieten sie oft höhere Akkulaufzeiten als ihre kleineren Geschwister. Die genauen Werte hängen dabei von zahlreichen Faktoren wie dem Gewicht ab. Doch grob gesagt erreichen Consumer-Modelle etwa 15 bis 30 Minuten, während sich Profi-Drohnen zwischen 30 und 50 Minuten bewegen. Allein aufgrund des deutlich höheren Preises sind diese jedoch für den Privatgebrauch eher ungeeignet.

Beliebte Marken

Im Consumer-Bereich dominiert eindeutig DJI, deren Mini-, Air- und Mavic-Serien als Maßstab für Kameraqualität, Steuerung und Sicherheitsfunktionen gelten. Außerdem gibt es hier Produkte aus allen Preisklassen. Eine solide Alternative im mittleren Preissegment bietet Autel Robotics mit der Evo-Serie, während Holy Stone vor allem bei Einsteigern beliebt ist. Sie bieten einfache Bedienung, stabile Flugeigenschaften und ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Parrot hingegen hat sich weitgehend aus dem Consumer-Markt zurückgezogen und konzentriert sich heute auf professionelle Anwendungen.

Kamera & Bildstabilisierung

Für Hobbyfoto- und ‑videografen ist die Kamera vermutlich das Herzstück jeder Fotodrohne. Mittelklassemodelle filmen inzwischen standardmäßig in 4K-Auflösung mit 30 bis 60 Bildern pro Sekunde, teurere Geräte sogar in 5K oder 8K. Die Bildrate sorgt wiederum für flüssige Videos, selbst bei hektischen Bewegungen, oder gleich für schicke Zeitlupenaufnahmen. Des Weiteren sind auch Sensorgröße und Stabilisierung entscheidend: Ein größerer Sensor fängt etwa mehr Licht ein, was bei schwierigen Lichtverhältnissen deutlich bessere Ergebnisse liefert. Und damit die Aufnahmen selbst in Zeitlupe noch ruckelfrei bleiben, kommt ein mechanischer Gimbal zum Einsatz. Dieser sorgt mithilfe von Motoren und beweglichen Achsen für hochwertige, ruhige Aufnahmen. Wer darauf dagegen weniger Wert legt, bekommt mit elektronischer Stabilisierung eine günstigere, aber auch weniger präzise Alternative. Für Hobbyvideos reicht das jedoch völlig aus.

Die häufig größte Schwäche: der Akku

Drohne samt Zubehör auf weißem Grund Quelle: DJI Achten Sie beim Kauf auf das im Lieferumfang enthaltene Zubehör wie Ersatzpropeller, Kabel und Co. Ganz egal für welchen Einsatzzweck: Der Akku ist ein absolut zentraler Faktor. Zumal sich, wie zuvor beschrieben, selbst teurere Modelle nicht außerordentlich lange in der Luft halten. Kleinere Modelle erreichen sogar nur Laufzeiten von 10 bis 15 Minuten. Ein oder mehrere Ersatzakkus sind daher in jedem Fall eine Investition wert, ebenso wie eine Ladestation, mit der alle gleichzeitig geladen werden können. Um die Akkus zu schonen und nicht zu beschädigen, sollte man übrigens darauf achten, sie nicht leer zu lagern, da das zur Tiefenentladung führen kann. Dank immer häufiger integrierter Schnellladefunktion sind die Akkus aber innerhalb von plus/minus einer Stunde wieder einsatzbereit.

Weiteres Zubehör

Damit aber nicht nur der Akku, sondern die ganze Drohne lange einsatzbereit bleibt, lohnen sich etwa eine robuste Transporttasche sowie Propellerschutzringe, falls diese nicht bereits enthalten sind. Sollte doch eines der dünnen Rotorblätter brechen, können auch ein paar Ersatzpropeller nicht schaden. Und für stabile 4K-Aufnahmen sind schnelle MicroSD-Karten mit hoher Schreibgeschwindigkeit unverzichtbar - sofern das Modell über einen entsprechenden Slot verfügt.

Flugverhalten & Sicherheit

Doch wenn es ums Fliegen geht, spielen nicht nur Kamera und Akku eine Rolle, sondern die Drohne muss sich auch gut steuern lassen, stabil in der Luft liegen und am Ende wieder sicher landen können. Moderne Modelle verfügen dazu über eine Vielzahl an Sensoren und Stabilisierungsmechanismen. Diese gleichen etwa Windböen aus und halten die Drohne selbst ohne Eingabe möglichst ruhig in der Luft. Gesteuert wird dabei meist mit einem Controller, der zur Anzeige und Steuerung mit dem Smartphone verbunden ist. Bodendruck-, Ultraschall-, Infrarot- oder LIDAR-Sensoren helfen wiederum beim Starten und Landen oder beim Flug durch Innenräume. Und Navigationssysteme wie GPS, GLONASS oder Galileo sorgen für die nötige Orientierung oder bringen das teure Stück bei Signalverlust selbstständig wieder zurück.

Ein Drohnencontroller mit Smartphone Quelle: Holy Stone Viele Drohnen werden durch die Verbindung des Smartphones mit einem Controller gesteuert.

Bei der Reichweite gibt es teils starke Unterschiede. Abhängig vom Modell ist hier von einigen hundert Metern bis zu 10 oder 20 Kilometern alles dabei. Doch da in der EU ohnehin nur Flüge in Sichtweite erlaubt sind, zählt weniger die absolute Reichweite als vielmehr eine stabile Signalübertragung. Hochwertige Modelle wie aus den DJI-Air- oder -Mavic-Serien nutzen dafür digitale Systeme wie Ocusync 4.0 oder DJI O4, die auch über mehrere Kilometer hinweg ein gestochen scharfes 1080p-Livebild übertragen. Das ist vor allem für Kameraflüge von Vorteil, da Bild und Steuerung nahezu verzögerungsfrei synchron bleiben. Neben der Sendeleistung beeinflussen aber auch äußere Faktoren wie Hindernisse, Wetter und elektromagnetische Störungen die Verbindung.

Assistenzsysteme

Sollte die Verbindung dennoch einmal abbrechen, existieren glücklicherweise zahlreiche Assistenzsysteme. Return-to-Home bringt die Drohne im Notfall etwa automatisch zurück. Hindernissensoren bewahren sie wiederum vor Zusammenstößen, was bei manuellen Flügen, vor allem aber bei automatischen Manövern über Funktionen wie "Follow Me" oder "Point of Interest" eine große Hilfe ist. Ferner schützt Geofencing vor Starts in Sperrzonen, während das Akkumanagement Spannung, Temperatur und Ladezustand überwacht. So können selbst absolute Pilotenneulinge schnell die Grundlagen lernen und sich ohne große Angst ganz dem Flugerlebnis widmen - vorausgesetzt, man hält sich an die geltenden Vorschriften.

Drohnen-Verordnung 2025: Wichtige Regeln für Hobbypiloten

Seit Inkrafttreten der EU-Drohnenverordnung gelten in Deutschland einheitliche Regeln, die sowohl Sicherheit als auch Datenschutz gewährleisten sollen. Diese betreffen Registrierung, Lizenzen, Flugräume und Versicherungspflichten. Von offizieller Stelle gibt es dazu Informationsmaterial, doch die wichtigsten Punkte sind hier einmal zusammengefasst:

Registrierung & Versicherung

Jede Drohne mit Kamera oder einem Gewicht von 250 Gramm oder mehr muss beim Luftfahrt-Bundesamt (LBA) registriert werden. Anschließend erhält man eine elektronische Betreiber-ID (e-ID), die gut sichtbar an allen Drohnen angebracht werden muss. Diese ersetzt die frühere Plakettenpflicht. Änderungen wie Adresswechsel oder ein Geräteverkauf müssen im LBA-Portal nachgetragen werden.

Darüber hinaus ist für alle Typen eine Drohnen-Haftpflichtversicherung gesetzlich vorgeschrieben. Häufig sind Drohnen jedoch bereits in der eigenen Privathaftpflichtversicherung inbegriffen. Bevor man also eine neue abschließt, sollte man sich zunächst bei seinem Anbieter informieren.

Wo darf man überhaupt fliegen?

Wie bereits erwähnt, dürfen Drohnen grundsätzlich nur in Sichtweite (VLOS) und bis zu einer maximalen Flughöhe von 120 Metern betrieben werden. Zudem sind Flüge über Menschenmengen, in der Nähe von Flughäfen (mindestens 1,5 km Abstand) sowie über Krankenhäusern, Industrieanlagen oder anderen sensiblen Bereichen nicht erlaubt. Wer unsicher ist, kann sich mithilfe von Apps wie Droniq, DFS UAS oder herstellereigenen Anwendungen über erlaubte Flugzonen informieren. Und selbstverständlich dürfen auch Privatgrundstücke und Personen aus Datenschutzgründen nicht ohne Zustimmung gefilmt oder fotografiert werden.

Drohnenführerschein

Zu guter Letzt benötigt man als Drohnenpilot in den meisten Fällen einen Kompetenznachweis. Lediglich für Modelle der Klasse C0 (unter 250 g) ist keiner nötig. Für die Klassen C1 bis C4 ist hingegen mindestens der kleine Nachweis (EU-Kompetenznachweis A1/A3) Pflicht. Dieser kostet 25 Euro; man kann sich im LBA-Portal aber kostenlos darauf vorbereiten.

Eine Drohne in der Luft über einer Stadt Quelle: Parrot Achten Sie stets darauf, mit Ihrer Drohne nur in erlaubtem Luftraum unterwegs zu sein. Möchte man allerdings mit einer C2-Drohne näher an Personen fliegen, wird der große Nachweis (EU-Fernpiloten-Zeugnis A2) nötig. Dieser erfordert eine zusätzliche Theorieprüfung und kann sich je nach Vorbereitungskosten auf über 300 Euro belaufen. Beide Nachweise sind fünf Jahre lang europaweit gültig.

Fazit: Drohnen erfordern Zeit, können sich aber lohnen

Wer eine Drohne steuern möchte, muss zunächst einmal einiges beachten. Doch sobald man sich mit den rechtlichen Vorgaben arrangiert hat, bieten sie enormes Potenzial für beeindruckende Luftaufnahmen, kreative Filmprojekte oder einfach den Spaß am Fliegen. Dank zahlloser automatischer Funktionen ist das zudem heute einfacher als je zuvor.

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