Doom Eternal Ancient Gods 2 im Technik-Test: Welche Hardware braucht man?
Seit dem 18. März steht das zweite Add-on für Doom Eternal bereit. Ancient Gods Part Two führt die Geschichte des Doom Slayers fort und die Story von Doom Eternal zu einem Ende, auch wenn die Doom-Entwickler bereits neue Abenteuer haben anklingen lassen. Tempo und Schwierigkeitsgrad sind gewohnt hoch, ebenso ist es die beinahe schon wie von Dämonen besessene Performance.
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The Ancient Gods 2 ist das zweite von zwei Kampagnen-Add-ons für Doom Eternal. Wie bereits Ancient Gods Part 1 greift auch das zweite Add-on die Story auf und folgt dem Doom Slayer bei seinem blutigen Kampf gegen die Dämonenhorden. Auch das Gameplay reiht sich nahtlos an Hauptspiel und ersten DLC an, wer Doom Eternal gespielt hat, weiß genau, was sie oder er bekommt. Das zweite Add-on wirkt von Schwierigkeitsgrad nicht ganz so beinhart wie Ancient Gods Part 1, wir empfehlen indes dringend, zuerst das Hautspiel anzugehen, selbst wenn Sie die (gut inszenierte und erheiternd blutig-übertrieben erzählte) Story sowie die dort vermittelte, erstaunlich dichte Doom-Lore nicht weiter interessiert. Denn auch Ancient Gods Part 2 konfrontiert Sie mit einem knackigen Schwierigkeitsgrad, harten, schnellen Kämpfen und einer vielfältigen Dämonenbrut, die geschickt mit den richtigen Werkzeugen in blutige Einzelteile zerlegt werden will - für dieses Unterfangen ist es beinahe unausweichlich, dass Sie die Mechaniken von Doom Eternal verinnerlicht haben, ansonsten wird es - zumindest bei Schwierigkeiten jenseits "zu jung zum Sterben" - wohl ein kurzes und eventuell frustrierendes Unterfangen.
Doom Eternal Ancient Gods 2: Das steckt drin
Ancient Gods Part 2 bietet ähnlich wie das erste DLC drei neue, große Gebiete. Die beiden ersten - "The World Spear" und "Reclaimed Earth" spielen auf der verwüsteten Erde, das dritte Level "Immora" führt den Doom Slayer in eine gefallene Stadt, nun Teil der Hölle, um den Dark Lord höchstpersönlich zum Endkampf herauszufordern. Im zweiten Add-on gibt es neben neuen Schauplätzen auch einige neue Monster sowie eine neue Waffe und einige neue Mechaniken, die das bekannte Gameplay ein wenig auffrischen und zuweilen auch neue Taktiken und Herangehensweisen erfordern. Einen Test und tiefergreifende Abhandlungen zum Gameplay finden Sie bei den Kollegen der PC Games.
Ancient Gods Part 2 ist damit in etwa so umfangreich wie das erste DLC und bietet damit mehrere Stunden Spielspaß. Wie schon Ancient Gods Part 1 ist auch der zweite Teil eigenständig lauffähig und integriert obendrein den Mehrspielermodus. Der Einzelpreis von 19,99 Euro scheint indes ein wenig hoch, zumal das Hauptspiel als Deluxe Edition, die beide Add-ons inkludiert gerade zu 50 Prozent reduziert ist.
Doom Eternal Ancient Gods 2: Eindrücke zur Grafik und Performance
Beim Thema Grafik hat sich nicht allzu viel getan. Die Designer haben einige neue und ansehnliche Assets geschaffen und die Level auf der Erde zeigen für Doom Eternal eine eher untypische Menge an Vegetation. Doch sind Gräser, Büsche und Sträucher sehr statisch und reagieren etwa nicht auf Dämonen oder ihren von Ihnen verkörperten Schlächter, wenn diese mit den Blattwerk kollidieren. Eine Integrierung eines komplexes Physikmodells für die Fauna, welches wiederum die CPU belastet und durch Animationen zusätzliche Drawcalls erfordert, hat sich id Software also gespart, wahrscheinlich auch aus Gründen der Performance.
Quelle: PC Games Hardware
Doom Eternal Ancient Gods 2: Build Info
Trotzdem ist das Verhalten insbesondere in diesen Leveln natürlich interessant, schließlich ist (verhältnismäßig) dichte Vegetation in Doom Eternal eher eine Seltenheit. Im Grunde hat sich indes nicht viel geändert: Die Performance ist weiterhin ausgesprochen gut, sowohl was die Ausnutzung der CPU als auch Grafikkarten angeht, wandelt die id-Tech-Engine weiterhin erstaunlich effizient Watt in Fps. Selbst unter Berücksichtigung der relativ statischen Grafik und nur wenigen dynamischen Objekten beziehungsweise Elementen ist es noch immer erstaunlich, welche Bildraten selbst schwächere Grafikkarten und Prozessoren erzielen können und wie geschmeidig die Frametimes ausfallen.
Es gibt indes einige kleinere Auffälligkeiten bei der Performance, so gibt es gleich zu Beginn des ersten Levels einen stark begrenzten Punkt, bei dem der Blick in die Ferne für eine für Doom Eternal hohe CPU-Auslastung sorgt und teilweise Grafikkarten ins Prozessorlimit treiben kann. Dieser Umstand ist allerdings wie schon angeschnitten stark begrenzt, nur einige Meter weiter, auf der anderen Seite der Schlucht und in der Nähe der von uns gewählten Benchmarkszene, ist dieses Phänomen nicht zu beobachten. Eventuell ist das Culling an dieser Stelle nicht ganz optimal oder/und es wird tatsächlich ein Großteil der Levelarchitektur gerendert. Eine Ausführung zur Funktionsweise des Cullings und Level-of-Details bietet Ihnen das etwas weiter unten verlinkte Interview mit id Softwares Billy Khan.
Eine weitere, leichte Besonderheit sind einige kleine Ruckler nach dem Laden des Levels oder Spielstands. Diese treten mit allen getesteten Grafikkarten auf, sind indes nach einigen Sekunden Geschichte. Ansonsten ist die Performance auch im zweiten Add-on wie von Doom Eternal gewohnt extrem hoch, die Frametimes sind in praktisch allen Fällen alglatt.
Wenn Sie weitere Details zur Engine von Doom Eternal, der Programmierung und der Technik erfahren wollen, möchten wir Ihnen an dieser Stelle unser umfangreiches Interview mit id Softwares Lead Engine Programmer Billy Khan ans Herz legen. Im Interview geht Billy sehr ausführlich auf Details zur Entwicklung ein, erörtert die diversen Vorzüge der Vulkan-API und verrät obendrein, wie LoD-System, das Streaming von Daten und der Grafikspeicher in enger Abhängigkeit voneinander arbeiten. Das Interview mit id Softwares Lead Engine Programmer Billy Khan finden Sie unter diesem Link.
Doom Eternal Ancient Gods 2: Testmethodik und GPU-Benchmarks
Für die CPU- und GPU-Messungen wählen wir die gleiche Szene im ersten Level. Für beide Messungen entsorgen wir die ersten Dämonen-Horden und spielen bis zum Burg-Innenhof. Nun können wir uns in diesem Gebiet frei bewegen, ohne von Monstern belästigt zu werden. Für alle Benchmarks kommen die zum Testzeitpunkt aktuellen Grafiktreiber von AMD und Nvidia zum Einsatz, in diesem Fall der Geforce 462.07 Hotfix und die Radeon Software 21.3.1. Alle Messungen werden mittels CapFrameX durchgeführt; die Messdauer pro Durchlauf beträgt ausnahmslos 20 Sekunden. Wie immer bieten wir Ihnen die Ergebnisse in den vier verbreiteten Auflösungen Full HD, WQHD, UWQHD und Ultra HD, welche Sie im folgenden Benchmark auswählen können.
*Texture Pool Size nur auf "Ultra" (zwei Stufen unter "Ultra Albtraum") wegen Speichermangels.
Insgesamt ist die Performance trotz unserer Wahl einer überdurchschnittlich anspruchsvollen Szene im ersten Level von The Ancient Gods 2 unauffällig - und auf Seiten der Grafikkarten außerdem etwas höher als bei "Thunderstorm". Mit dieser Szene aus dem ersten Level von The Ancient Gods 1 testen wir Grafikkarten standardmäßig, sodass Sie einige Vergleichswerte in aktuellen Grafikkarten-Tests finden, etwa in dem der Radeon RX 6700 XT.
Einfluss des Grafikspeichers
Auch beim Thema Grafikspeicher tut sich im zweiten Add-on wenig. Noch immer dürfen Sie erst ab 8 GiByte Videospeicher volle Details plus die maximale Größe des Texture-Pools zuschalten, dessen Nutzen die Performance auf Karten mit ausreichender Speichermenge optimiert. Dazu nutzt id Software die Fähigkeit der Vulkan-Schnittstelle, um den Grafikspeicher direkt anzusprechen. Doom Eternal nutzt also via der Vulkan-API einen grob(!) mit AMDs SAM vergleichbaren Ansatz, um Zugriffszeiten und damit die Performance zu optimieren. Zusätzliche Zugewinne durch den Nutzen von SAM auf unterstützenden Radeon-Grafikkarten tendieren wohl aus diesem Grund gegen Null - die Zugriffszeiten wurden bereits durch die Entwickler von id Software optimiert.
In hohen Auflösungen wie Ultra HD samt Ultra-Albtraum-Details empfiehlt sich eine größere Menge als 8 GiByte, denn auch wenn Doom Eternal diese Konfiguration noch zulässt, anhand der Benchmarks kann man erahnen, dass diese Menge in Ultra HD knapp wird - vergleichen Sie etwa einmal die RTX 3060 Ti/8G und die RX 6700 XT/12G. Letztere legt bei steigender Auflösung im Verhältnis zu, während die anderen, mit größeren Speichermengen bestückten Grafikkarten der Ampere-Generation gegenüber den neuen Radeons in höheren Auflösungen Boden wettmachen oder gar an diesen vorbeiziehen - wie wir es mittlerweile auch von anderen Spielen gewohnt sind. Einen nochmals deutlicheren Hinweis bietet die RTX 3070, die mit nur 8 GiByte bestückt in höheren Auflösungen immer weiter hinter die besser ausgestatteten Karten fällt. Wirklich heftige Leistungsprobleme müssen Sie mit nur 8 GiByte Grafikspeicher indes nicht einmal in Ultra HD befürchten.
Doom Eternal Ancient Gods 2: CPU-Performance
Um die CPU-Performance im neuen DLC zu prüfen, haben wir uns für dieselbe Szene wie bei den Grafikkarten entschieden. Doom Eternal ist dank seiner performanten Engine dazu in der Lage, nahezu jeden Kern und jeden Thread optimal auszulasten. Es ist daher gar nicht so wichtig, wo wir uns im Spiel aufhalten, solange wir eine möglichst praxisnahe Szene aussuchen. Gerne würden wir eine actionreiche Szene testen, doch aufgrund des Chaos und des sehr schnellen Gameplays von Doom Eternal ist es nicht möglich, eine reproduzierbare Szene zu entwickeln.
Da auch der zweite DLC im Kern dem Original-Spiel entspricht, nur mit anderem Anstrich, bewegen wir uns auch bei den Anforderungen auf nahezu dem gleichen Level. Aber es gibt Unterschiede in den verschiedenen Welten. Wir konnten dabei vor allem direkt zum Start der Ancient-Gods-2-Kampagne eine sehr hohe CPU-Last messen, offenbar aufgrund der hohen Sichtweite, die sonst so im Spiel nicht vorkommt. Sobald der Spieler sich aber etwas weiter weg bewegt, sinkt die Last rapide und kommt wieder in bekannte Gefilde. Da sich Doom sowohl im CPU- als auch GPU-Index befindet, haben wir uns für diesen Technik-Test etwas Besonderes einfallen lassen. Neben den bekannten CPUs im GPU-Testsystem sowie dem privat verwendeten Core i7-6900K unseres Grafikkarten-Testes finden Sie unter den Zahlen eine Kernskalierung mit einem auf fünf GHz übertakteten Core i7-10700K.
Uns hat dabei interessiert, wie gut die Engine mit steigender Kernzahl skaliert - und das Ergebnis kann sich sehen lassen. Da es technisch möglich ist, haben wir unrunde Kombinationen ebenfalls getestet. Zuletzt gab es Dreikerner, sprich Drei-Moduler, bei den FX-6000-Prozessoren von AMD, einen Fünf- oder Siebenkerner gab es gar niemals im Desktop. Die Zahlen unterstreichen das auch, sieben Kerne laufen schlechter als sechs Kerne mit SMT und am besten laufen - natürlich - acht Kerne. Der Ryzen 9 5950X markiert das obere Ende und soll abermals aufzeigen, dass Sie in Doom Eternal mit großer Wahrscheinlich zuerst in ein Grafik-Limit geraten werden. (Es sollte sich von selbst verstehen, dass der Test mit dem Core i7-10700K an dieser Stelle nicht mit der regulären Testmethodik getestet wurde. Sie finden zahlreiche Vergleichswerte in jeder PCGH-Ausgabe auf der CPU-Startseite.)
Quelle: PCGH
Doom Eternal Ancient Gods 2: Das zweite Addon für den Shooter-Hit im Technik-Test (1)
Die Frametimes zeigen die Kernskalierung. Bitte klicken Sie auf das Bild, damit Sie alle Details erkennen können. Hier leidet die CPU vor allem unter der Dualcore-Konfiguration, obwohl die CPU mit fünf GHz taktet und einen sehr schnellen Arbeitsspeicher zur Seite gestellt bekommen hat, fühlt sich das Spielgeschehen sehr zäh und unrund an. Das bessert sich merklich mit drei, besser vier Kernen. Der Sprung von zwei auf vier Kerne liefert noch plus 40 Prozent Leistung, von vier auf sechs sind es nur noch rund 10 Prozent. Mehr als sechs Kerne äußern sich nur noch durch glattere Frametimes, die Eingaben sind hier sehr direkt und das Spiel läuft sehr flüssig. Insgesamt ist die CPU-Last in The Ancient Gods 2 am höchsten, jedoch nicht alarmierend gestiegen, sodass die Empfehlungen für das Hauptspiel auch hier gelten.
Die PCGH CPU-Testmethodik
Jede CPU wird vor den Benchmark-Durchläufen einer Aufheizperiode unterzogen, während derer sich der Kerntakt (Boost) auf ein bestimmtes, von Modell zu Modell unterschiedliches Niveau absenkt. Im UEFI konfigurieren wir ein TDP-Limit: Jede CPU wird auf die Parameter konfiguriert, die der Hersteller für das jeweilige Modell vorsieht. Die Geschwindigkeit des verbauten Speichers wird ebenfalls auf die Herstellervorgabe forciert, die Menge mit 32 GiB und die Timings (XMP) geben wir vor. Auf diese Weise vermeiden wir unrealistisch hohe Werte und ermöglichen einen fairen Vergleich. Wir nutzen, wenn möglich, immer die neueste Version von Windows inklusive allen (Sicherheits-)Updates. Alle Messungen werden mittels CapFrameX durchgeführt. Jeder Benchmark-Durchlauf wird mindestens dreimal wiederholt. In den Index eingetragen wird der Durchschnittswert aus allen drei Durchläufen. Wir behalten uns vor, Messungen, die aus der Reihe tanzen, zu ignorieren. Die Auflösung für die Spiele beträgt in der Regel 1.280 x 720 Pixel (720p), die Details sind auf der höchsten Stufe, wir verzichten allerdings auf (MS)AA und andere rein grafische Effekte.
Doom Eternal Ancient Gods 2: Fazit
Das zweite Add-on von Doom Eternal bietet gewohnt schnelle und harte Shooter-Action samt einigen kleinen Neuerungen bei Gegnern und Level-Design sowie eine Vielzahl neu gestalteter Areale, in denen Sie sich gewohnt blutig den heranstürmenden Dämonenhorden stellen. Wer Doom Eternal mag, dem wird auch Ancient Gods Part Two zusagen, zumindest wenn der etwas hoch anmutende Preis kein Hindernis darstellt. Wer mit dem Gameplay von Doom Eternal nicht warm wird, den dürfte allerdings auch das zweite DLC kaltlassen, denn die durchaus stressigen Kämpfe wechseln sich wie gehabt mit Hüpfpassagen ab.
Angesichts der ultra-geschmeidigen Performance und gelungener optischer Präsentation gibt es von technischer Seite kaum etwas zu kritteln. Eventuell könnte id Software die Performance ganz zu Beginn des Levels "World Spear" noch einmal unter die Lupe nehmen und vielleicht das Laden des Levels noch minimal optimieren, um auch die Ruckler direkt nach dem Betreten des Areals noch zu eliminieren. Doch diese treten nur in den ersten Sekunden auf und sind damit für das restliche Spiel kaum relevant. Wenn Sie das Gameplay von Doom Eternal schätzen, so können wir Ihnen beruhigt auch das zweite DLC ans Herz legen, falls Sie sich nicht sowieso schon auf blutiger Dämonenjagd befinden.

sehr schade, dass sich diese API nicht so richtig durchsetzt
Die 40% klingen viel zu viel, aber vielleicht ist es ja auch ein Ausnahme Game, dass auf Zen überdurchschnittlich gut läuft.