Washington Post zählt Doom zu den "25 einflussreichsten Werken der amerikanischen Kultur"
Große Ehre für Doom und das krisengebeutelte id Software. Die renommierte Zeitung Washington Post wählte den Shooter zu den "25 einflussreichsten Werken der amerikanischen Kultur".
Über Doom wurde schon viel geschrieben und berichtet. Erst im Februar 2026 feierte das bekannte Entwicklerstudio id Software seinen 35. Geburtstag - und Doom hat auch schon 33 Jahre auf dem Buckel. Der 3D-Shooter erschien 1993, nachdem id Software bereits Spiele wie Catacomb 3D oder Wolfenstein 3D veröffentlicht hatte. Nun wird Doom eine besondere Ehre zuteil - nur wenige Tage, nachdem id Software viele Mitarbeiter verloren hat.
Ungewöhnliche Auszeichnung für Doom
Das renommierte Magazin Washington Post kürt in einem Special zum 250. Geburtstag der Vereinigten Staaten die "25 einflussreichsten Werke der amerikanischen Kultur". Der Artikel (Log-in nötig) sieht für die Dekade zwischen 1986 und 1995 Doom ganz vorn - gefolgt von Amy Tans "The Joy Luck Club", Spike Lees "Do the Right Thing", "Die Simpsons", "Seinfeld" und die MTV-Reality-Serie "The Real World".
In der Begründung heißt es, dass id Software einen Teil von Doom kostenlos über das Internet verteilte, sodass die Netzwerke einiger Hochschulen zusammenbrachen. Das Spiel wurde "auf mehr Computern installiert als Microsoft Windows 95 zu dieser Zeit", so Gene Park, Videospielkritiker der Washington Post. Zur Doom-/Windows-95-Anekdote hat PCGH Ende Mai einen Artikel verfasst.
Laut Park war Doom "wegweisend für die digitale Unterhaltung - eine 3D-Welt aus der Ego-Perspektive, ohne Publisher und ohne Handel veröffentlicht". Doom sei auch der Vorläufer von nutzergenerierten Inhalten. John Carmack gab dem Publikum "die Werkzeuge an die Hand, um seine eigenen Ecken der Hölle zu erschaffen", so Park weiter in der Begründung.
Es gebe auch eine Schattenseite von Doom, das spätestens beim Amoklauf an der Columbine High School 1999 zum Sündenbock wurde. Ähnliches kennt man aus der deutschen Geschichte mit der Killerspiel-Diskussion, unter anderem beim Amoklauf in Erfurt. Letztlich waren es aber "Menschen mit Waffen, nicht ein Spiel, das Menschenleben auslöschte", ergänzt Park.
Wer sich fragt, wen die Washington Post noch ausgezeichnet hat, wird mit einer erstaunlichen Bandbreite konfrontiert - je nach Jahrzehnt. Levis-Jeans, Micky Maus, die Nationalhymne "Star-Spangled Banner" und Thomas Paines "Common Sense" sind dabei - aber auch die Reality-TV-Serie Kardashians, die für den Zeitgeist der Jahre 2006-2015 steht. Die Washington Post erklärt dazu, dass man eine Reihe historischer Meilensteine auszeichnet, "von denen jeder seine jeweilige Zeit prägt".
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