"Doombuds": Selbstverständlich läuft Doom auch auf In-Ear-Kopfhörern

2
News Jusuf Hatic Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
"Doombuds": Selbstverständlich läuft Doom auch auf In-Ear-Kopfhörern
Quelle: arin-s via Github

Ein Web-Entwickler bringt den Shooter-Klassiker Doom auf das nächste Gerät: In-Ear-Kopfhörer. Hierfür waren allerhand Hardwareoptimierungen notwendig - Interessierte können das Projekt nun nachstellen, sofern sie die notwendigen Pinebuds Pro besitzen.

Es ist eine Art Volkssport der Tech-Szene: Auf welche Geräte kann man den Shooter-Klassiker Doom aus dem Jahr 1993 bringen? Zahlreiche, teils skurrile Experimente wurden bereits durchgeführt: Von Schwangerschaftstests über Thermomixer bis ESA-Satelliten gab es schon so einige kuriose Portierungen. Nun gesellt sich ein weiteres Projekt hinzu: Arin Sarkisian, ein Web-Entwickler aus Sydney, hat Doom auf In-Ear-Kopfhörer gebracht.

Konkret läuft Doom explizit nur auf den Pinebuds Pro, die nach Angaben des Entwicklers die einzigen Kopfhörer mit Open-Source-Firmware sind. Die Ohrhörer stammen von Pine64, dem Hersteller hinter RISC-V-basierten Minilötkolben wie dem Pinecil V2.

Extreme Hardware-Optimierung für maximale Performance

Um Doom auf der minimalistischen Hardware zum Laufen zu bringen, musste Sarkisian nach eigenen Angaben zahlreiche technische Hürden überwinden. Im Inneren der Ohrhörer arbeitet ein ARM-Cortex-M4F-Chip. Der Entwickler übertaktete diesen Prozessor von ursprünglich 100 auf 300 MHz und deaktivierte den Energiesparmodus komplett, um ausreichend Rechenleistung für das Spiel bereitzustellen.

  • Die Speicherbeschränkungen stellten eine weitere Herausforderung dar: Die Pinebuds Pro verfügen über weniger als 1 MiB RAM. Sarkisian optimierte den Code etwa durch Vorabgenerierung von Tabellen, direktes Auslesen konstanter Variablen aus dem Flash-Speicher oder die Deaktivierung des Doom-Caching-Systems.
  • Das nächste Problem: Die originale Shareware-Version von Doom benötigt als WAD-Datei 4,2 MB Speicherplatz, was die 4 MB Flash-Speicher der Ohrhörer überschreitet. Durch die Verwendung einer vorhandenen größenoptimierten Version konnte die Datenmenge auf 1,7 MB reduziert werden.
Empfohlener redaktioneller Inhalt [EMBED_URL] An dieser Stelle finden Sie externe Inhalte von [PLATTFORM]. Zum Schutz Ihrer persönlichen Daten werden externe Einbindungen erst angezeigt, wenn Sie dies durch Klick auf "Alle externen Inhalte laden" bestätigen: Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit werden personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.
Externe Inhalte Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

UART-Verbindung ermöglicht 18 Fps Bildwiederholrate

Da Ohrhörer naturgemäß über keine Bildschirme verfügen, entwickelte Sarkisian eine unkonventionelle Lösung für die Bildausgabe. Der Entwickler entschied sich für die UART-Verbindung der Pinebuds Pro als beste Option für die Übertragung der Spielgrafik, da Bluetooth als einzige Alternative zu langsam gewesen wäre.

  • Der Doom-Framebuffer benötigt bei einer Auflösung von 320 × 200 Pixeln 96 KB pro Frame im 8-Bit-Farbmodus. Eine einfache Berechnung zeigt: Bei der UART-Bandbreite von 2,4 Mbit/s wären nur rund 3 Fps möglich.
  • Durch den Einsatz von MJPEG-Kompression erreichte das System in der Praxis immerhin rund 18 Fps. Theoretisch wären nach Angaben des Entwicklers etwa 25 Fps möglich gewesen, doch der Cortex-M4F hatte hierfür nicht genügend Rechenleistung.

Twitch-Integration inklusive

Auf der offiziellen Doombuds-Webseite findet sich für Interessierte die Möglichkeit, das Spiel über vorhandene Pinebuds Pro zu spielen. Der gesamte Quellcode mitsamt Anleitung zum Nachbauen ist indes auf Github im "Doombuds-JS"-Repository zu finden. Wer keine Pinebuds Pro sein Eigen nennt, kann sich hingegen in eine Warteschlange einreihen, um Doom über die Kopfhörer von Sarkisian per Twitch-Stream selbst auszuprobieren.

Quelle: via Tom's Hardware

2
    • Kommentare (2)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Jon_Irenicus Komplett-PC-Käufer(in)
        Ich denke wir haben's dann alle verstanden: Man kann Doom auf so ziemlich jedes Gerät porten.

        Warum Leute mit sowas ihre Lebenszeit verschwenden erschließt sich mir nicht ganz. Zumal es ja nicht um mehr geht als die reine Machbarkeit. Kein Mensch wird jetzt Doom nachholen, weil es endlich auf seinen Ohrenschmalz-Auffangstöpseln läuft (In-Ear-Kopfhörer... Pfui Deibel!!!).

        Und sollte ich es nochmal nachholen, dann sicher einfach am PC.
      • Von Jon_Irenicus Komplett-PC-Käufer(in)
        Ich denke wir haben's dann alle verstanden: Man kann Doom auf so ziemlich jedes Gerät porten.

        Warum Leute mit sowas ihre Lebenszeit verschwenden erschließt sich mir nicht ganz. Zumal es ja nicht um mehr geht als die reine Machbarkeit. Kein Mensch wird jetzt Doom nachholen, weil es endlich auf seinen Ohrenschmalz-Auffangstöpseln läuft (In-Ear-Kopfhörer... Pfui Deibel!!!).

        Und sollte ich es nochmal nachholen, dann sicher einfach am PC.
      • Von MechUnit Software-Overclocker(in)
        Na dann läuft Doom auch bald noch auf der Dreamcast VM.
      Direkt zum Diskussionsende
  • Print / Abo
    Apps
    PCGH Magazin 08/2026 PC Games 08/2026 play5 08/2026 N-Zone 08/2026 Linux Magazin 08/2026 LinuxUser 08/2026 Raspberry Pi Geek 09/2026
    PC Games Hardware PC Games Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk