"Doombuds": Selbstverständlich läuft Doom auch auf In-Ear-Kopfhörern
Ein Web-Entwickler bringt den Shooter-Klassiker Doom auf das nächste Gerät: In-Ear-Kopfhörer. Hierfür waren allerhand Hardwareoptimierungen notwendig - Interessierte können das Projekt nun nachstellen, sofern sie die notwendigen Pinebuds Pro besitzen.
Es ist eine Art Volkssport der Tech-Szene: Auf welche Geräte kann man den Shooter-Klassiker Doom aus dem Jahr 1993 bringen? Zahlreiche, teils skurrile Experimente wurden bereits durchgeführt: Von Schwangerschaftstests über Thermomixer bis ESA-Satelliten gab es schon so einige kuriose Portierungen. Nun gesellt sich ein weiteres Projekt hinzu: Arin Sarkisian, ein Web-Entwickler aus Sydney, hat Doom auf In-Ear-Kopfhörer gebracht.
Konkret läuft Doom explizit nur auf den Pinebuds Pro, die nach Angaben des Entwicklers die einzigen Kopfhörer mit Open-Source-Firmware sind. Die Ohrhörer stammen von Pine64, dem Hersteller hinter RISC-V-basierten Minilötkolben wie dem Pinecil V2.
Extreme Hardware-Optimierung für maximale Performance
Um Doom auf der minimalistischen Hardware zum Laufen zu bringen, musste Sarkisian nach eigenen Angaben zahlreiche technische Hürden überwinden. Im Inneren der Ohrhörer arbeitet ein ARM-Cortex-M4F-Chip. Der Entwickler übertaktete diesen Prozessor von ursprünglich 100 auf 300 MHz und deaktivierte den Energiesparmodus komplett, um ausreichend Rechenleistung für das Spiel bereitzustellen.
- Die Speicherbeschränkungen stellten eine weitere Herausforderung dar: Die Pinebuds Pro verfügen über weniger als 1 MiB RAM. Sarkisian optimierte den Code etwa durch Vorabgenerierung von Tabellen, direktes Auslesen konstanter Variablen aus dem Flash-Speicher oder die Deaktivierung des Doom-Caching-Systems.
- Das nächste Problem: Die originale Shareware-Version von Doom benötigt als WAD-Datei 4,2 MB Speicherplatz, was die 4 MB Flash-Speicher der Ohrhörer überschreitet. Durch die Verwendung einer vorhandenen größenoptimierten Version konnte die Datenmenge auf 1,7 MB reduziert werden.
UART-Verbindung ermöglicht 18 Fps Bildwiederholrate
Da Ohrhörer naturgemäß über keine Bildschirme verfügen, entwickelte Sarkisian eine unkonventionelle Lösung für die Bildausgabe. Der Entwickler entschied sich für die UART-Verbindung der Pinebuds Pro als beste Option für die Übertragung der Spielgrafik, da Bluetooth als einzige Alternative zu langsam gewesen wäre.
- Der Doom-Framebuffer benötigt bei einer Auflösung von 320 × 200 Pixeln 96 KB pro Frame im 8-Bit-Farbmodus. Eine einfache Berechnung zeigt: Bei der UART-Bandbreite von 2,4 Mbit/s wären nur rund 3 Fps möglich.
- Durch den Einsatz von MJPEG-Kompression erreichte das System in der Praxis immerhin rund 18 Fps. Theoretisch wären nach Angaben des Entwicklers etwa 25 Fps möglich gewesen, doch der Cortex-M4F hatte hierfür nicht genügend Rechenleistung.
Twitch-Integration inklusive
Auf der offiziellen Doombuds-Webseite findet sich für Interessierte die Möglichkeit, das Spiel über vorhandene Pinebuds Pro zu spielen. Der gesamte Quellcode mitsamt Anleitung zum Nachbauen ist indes auf Github im "Doombuds-JS"-Repository zu finden. Wer keine Pinebuds Pro sein Eigen nennt, kann sich hingegen in eine Warteschlange einreihen, um Doom über die Kopfhörer von Sarkisian per Twitch-Stream selbst auszuprobieren.
Quelle: via Tom's Hardware

Warum Leute mit sowas ihre Lebenszeit verschwenden erschließt sich mir nicht ganz. Zumal es ja nicht um mehr geht als die reine Machbarkeit. Kein Mensch wird jetzt Doom nachholen, weil es endlich auf seinen Ohrenschmalz-Auffangstöpseln läuft (In-Ear-Kopfhörer... Pfui Deibel!!!).
Und sollte ich es nochmal nachholen, dann sicher einfach am PC.