Intel Core 9 273PQE im Test: Effizienz und Fazit
Wir zeigen unsere umfangreichen Effizienz-Messungen des Intel Core 9 273PQE und ziehen ein Fazit. Wo ordnen sich 12 P-Cores ein?
Inhaltsverzeichnis
Vor der Auswertung der Messwerte erfolgt eine Anpassung der Testmethodik bei der CPU-Leistungsaufnahme. Grundlage bleiben weiterhin die vom Benchlab erfassten Rohdaten. In der Interpretation berücksichtigt die Redaktion jedoch stärker plattformspezifische Eigenschaften der jeweiligen Messumgebung. Hintergrund sind Unterschiede bei der Erfassung elektrischer Leistungswerte. Je nach Mainboard, Spannungsversorgung, Sensorpfad, Firmware-Implementierung und Plattformlogik kann sich das Reporting in einzelnen Lastbereichen unterschiedlich verhalten. Diese Abweichungen treten in der Praxis als systematische Über- oder Untererfassung in bestimmten Lastfenstern auf.
Quelle: Benchlab
Um solche Effekte konsistenter einzuordnen, werden die Rohwerte über eine plattformspezifisch abgestimmte Auswertungslogik normalisiert. Die Normalisierung ersetzt dabei nicht die Messung selbst, sondern vereinheitlicht die Interpretation dort, wo reproduzierbare Offset- oder Skalierungseffekte auftreten. Ziel ist eine belastbare Vergleichsbasis zwischen unterschiedlichen Plattformen, Mainboards und Lastzuständen. Gerade bei CPU-Tests mit wechselnden Testplattformen verbessert dieser Ansatz die Konsistenz der Ergebnisse und reduziert systembedingte Verzerrungen, ohne den Rohdatencharakter der Messung grundsätzlich zu verändern. Durch die Berücksichtigung plattformspezifischer Offset- und Skalierungseffekte steigt die Genauigkeit der ausgewiesenen Leistungswerte.
Leistungsaufnahme
Bist du es, Raptor Lake? In der Tat erinnern die Werte frappierend an ehemalige Prozessoren aus der 13. und 14. Core-Generation. Interessant ist hier vor allem die Nähe zum ebenfalls auf dem Industrial-Board getesteten Core i9-13900K. Die ist jedoch nicht verwunderlich, wenn man die Herkunft der Bartlett-Lake-Prozessoren bedenkt. In Anwendungen mit 147 Watt im Schnitt wird deutlich, was die Power-Limits bedeuten: Nach 56 Sekunden PL2 reduziert sich der Wert beim 273PQE auf 125 Watt PL1. Dieses Vorgehen kennt man von Intel. Der 12-Kerner lief dabei in mehr als dreiviertel aller Tests in das Powerlimit. Das heißt, dass die CPU-Kerne ihren Takt reduzieren müssen, wenn es darauf ankommt.
Fps pro Watt
Natürlich sortieren sich die Zahlen des 273PQE bei den Fps pro Watt ähnlich schlecht ein, wie bei der Leistungsaufnahme, alles andere wäre auch verwunderlich gewesen. Der Hintergrund ist auch hier die Architektur: Erst mit Meteor bzw. Arrow Lake hat Intel große Fortschritte bei der Effizienz gemacht. Man muss fairerweise aber auch dazu sagen, dass es sich beim Core 9 273PQE um die Performance-Variante mit einer TDP respektive einem Powerlimit von 125 Watt handelt. Dazu kommt der hohe Boosttakt von satten 5,9 GHz. Man kann einen Sportwagen nicht einfach aufgrund seines hohen Verbrauchs negativ bewerten, aber wenn die Konkurrenz bei vergleichbarer oder sogar besserer Leistung sparsamer ist, dann schon. Und das ist hier der Fall. Dazu werfen wir einen Blick in den Effizienz-Index.
Effizienz-Index
Recht weit unten findet sich unser Testexemplar der zwölfkernigen Bartlett-Lake-CPU. Wie die anderen Werte schon nahegelegt haben, war das zu erwarten. Der 13900K, den wir ebenfalls auf dem X1714 getestet haben, beweist, dass sogar die vierfache Menge an Effizienz-Kernen in der Summe tatsächlich ihrem Namen gerecht werden. Das hängt aber auch mit der Qualität der einzelnen Kerne zusammen. Es gibt sicherlich auch bei Bartlett Lake eine große Serienstreuung, wie bei allen anderen Architekturen auch.
Intel Core 9 273PQ: Fazit
Abschließend muss man festhalten, dass es sich bei Bartlett Lake in Form der reinen Performance-Kerner mit mehr als acht Kernen um durchaus spannende Prozessoren handelt. Allerdings hält Intel rigoros daran fest, diese nicht für den gewöhnlichen Desktop zu bringen. Dabei sollte dem "Chipriesen" doch klar sein, dass die Nachfrage danach sehr hoch ist. Ja, wir bekommen bald Nova Lake und die Gerüchte sprechen da von mehr als 50 Kernen, aber werden diese CPUs auch mehr als acht P-Cores bieten?
Intel hat hier die große Chance verpasst, einen lupenreinen 12-Kerner mit 24 Threads für PC-Spieler auf den Markt zu bringen und damit AMD und die X3D-Riege anzugreifen. Ein Mod-BIOS für das Z790 Apex aus der Community ist ein schwacher Trost, wenn die CPU dann trotzdem nur maximal DDR5-5600 liefert und sich kaum optimieren lässt.
Es bleiben am Ende nur Industrial-Boards über, wie das X1714, mit dem wir getestet haben. Und dessen UEFI ist alles andere als so einstellungsfreudig, wie wir es vom Desktop gewohnt sind. Was bleibt, ist ein theoretischer Ausflug in eine Zeit vor einigen Jahren, als wir uns alle solch eine spannende CPU neben den regulären Hybrid-Modellen gewünscht haben. Und das wäre halb so schlimm, wenn die Werte heute wenigstens überzeugen würden. Doch das tun sie nicht, im Gegenteil.
| Prozessor | Intel Core i9-273PQE |
|---|---|
| PCGH-Preisvergleich | www.pcgh.de/preis/3778408 |
| Preis/Preis-Leistungs-Verhältnis | Ca. € 750,-/mangelhaft |
| Für Mainboards mit … | Sockel 1700 |
| Codename | Bartlett Lake-S |
| Anzahl Kerne/Threads | 12c/24t |
| Basistakt (Turbo für alle und einen Kern) | 3,4 GHz, (5,3-5,9 GHz) |
| L1-Cache (Daten/Befehle, je Kern) | 48 KiByte/32 KiByte |
| L2-Cache (je Kern)/LLC (gesamt) | 2.048 KiByte/36 MiByte |
| Heatspreader, Fertigung | Metall (verlötet), Intel 7 |
| Ausstattung (20 % der Endnote) | 3,45 |
| Integrierte Grafikeinheit (IGP) | UHD 770 |
| IGP-Funktionen | 4× Display Support, Intel Clear Video HD, Intel Quick Sync Video, 2× Multi-Format Codec Engines, DirectX 12 (12_1), OpenGL 4.60, OpenCL 3.00 |
| Befehlssätze und Erweiterungen | MMX, SSE (1, 2, 3, 4.1, 4.2), SSSE3, EM64T, AES, AVX, AVX2, AVX-VNNI, FMA3, SHA, DL Boost, GNA 3.0, Hyper-Threading (Intel), Instruction Set 32bit, Thermal Velocity Boost, Thread Director, Turbo Boost Max 3.0, TXT |
| KI-Beschleuniger (NPU) | Nicht vorhanden |
| Integrierte PCI-Express-Lanes | 4× PCI Express 4.0 + 16× PCI Express 5.0 |
| Eigenschaften (20 % der Endnote) | 4,74 |
| Offener Multiplikator | Nein |
| Speicherkanäle/Speicherspezifikation | 2× DDR5-5600/DDR4-3200 |
| ECC-Support | Unterstützt |
| Thermal Design Power (TDP) | 125 Watt |
| Package Power Tracking (PPT), Maximum Turbo Power (MTP) | 253 Watt |
| Leistungsaufnahme, nur CPU (BG3/KCD2/Starfield) | 139/153/175 Watt |
| Leistungsaufnahme, nur CPU, Spiele (Ø) | 132 Watt |
| Leistungsaufnahme, nur CPU, Anwendungen (Ø) | 147 Watt |
| Effizienz-Index | 63,4 Prozent |
| Leistung (60 % der Endnote) | 3,04 |
| CPU-Gaming-Index | 72,2 Prozent |
| CPU-Frametime-Index (P1) | 73,9 Prozent |
| CPU-Frametime-Index (P0.2) | 75,3 Prozent |
| Anwendungs-Index | 55,0 Prozent |
| Endnote | 3,46 |
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Vielleicht schaue ich es mir trotzdem mal an.
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MfG
Raff
Erst bei BTL 12P gibt es jetzt Embedded-Exklusive Möglichkeiten in Form von mehr als acht P-Kerne insgesamt. Aber wie gesagt: Auch das ist nur innerhalb des Sockel 1700 ein Novum. LGA4677 bietet 6 bis 60 P-Kerne (bis 2024: 6-56) mit der gleichen Architektur. Zugegebenermaßen waren die 12+-Kerner dafür nie billig (und ihre 600er-Nachfolger mit guten MSRPs sind leider OEM-only). Aber das ist Bartlett Lake auch nicht und vor drei Jahren, oder so, als Exklusivprodukt für High-End-Gamer, wäre er schlicht teuer gewesen. "Für die breite Masse die schlechtere Wahl, da Anwendungs-Fail" bedeutet weitaus geringere Stückzahlen und Kleinserien-Preisaufschlag. Sagen wir mal Retail-Preis Core i11-13999K: 1.099 Euro? Heißer und in vielen Fällen langsamer als der i9-13900K? Das hätte niemand gekauft, also hat Intel es gar nicht erst angeboten. Die Nische "etwas mehr als acht P-Kerne auf alter Intel-7-Technik weiter verkaufen" musste sich erst herausbilden und das hat sie, wie gesagt, meiner Meinung nach nur durch die auslaufende Produktion naheliegender Alternativen.
Von daher halte ich Intel physisches Sortiment für nachvollziehbar. Kritisieren sollte man eher die künstliche Fragmentierung: Wie unter obigem -Link dargelegt:
3 Produktlinien (Xeon E, Core Embedded, Mainstream) mit getrennten Mainboards
jeweils 2-3 Generationen/Refreshs
jeweils 2-3 TDP-Ausführungen, teilweise weitere Variationen mit/ohne IGP und/oder mit/ohne E-Cores
In der Summe finde achtunddreißig CPU-Modelle bei Intel und die haben alle
- 8 P-Kerne
- Intel-7-Fertigung + einhergehende Architektur (und in 31 Fälle auch die gleiche Cache-Slice-Größe je Kern)
- Sockel-1700-Format
WTF?
Das es allerdings schon früher P-only Modelle gab war mir nicht bewußt. Das war dann vermutlich auch nichts für das durchschnittliche Desktop Mainboard?
Auch im Arbeitsumfeld sind wir die letzten Jahre eher Richtung AMD tendiert, wann immer es preislich ähnlich war, selbst bei Aufschlägen von bis zu 50 Euro pro komplett PC. Intel und MS haben gefühlt zu lange gebraucht, den Scheduler zu optimieren. Ebenso scheint manche Software (mit altbackenen Datenbanken) zu einem Glücksspiel zu werden.. Mal läuft es flott, manchmal zäh wie ein Kaugummi.
Für kleine und mittlere Server greife ich dann u.a. auch gerne zum Intel® Xeon® E-2486 und früher (oder heute aus der Not heraus) zum Intel® Xeon® E-2386G. Meintest du eventuell (auch) diese Prozessoren als frühere Pendanten?
Mal sehen wie es mit der CPU weitergeht. Kontron hat bislang kein neues BIOS raus gebracht, was die CPU unterstützen würde und Asus macht mit seinen Mainstream-W680-Boards scheinbar überhaupt nichts. Das letzte BIOS stammt aus dem Dezember 2025.
Dabei hat Intel ganz groß in seiner Ark stehen, dass W680 RAM-OC-Optionen für den 273 PQE böte. Leider Pustekuchen.
Ich konnte bei Intel nicht in Erfahrung bringen, was offiziell auf Consumer-Boards erlaubt ist, aber neben dem W680 gibt es bei Kontron auch B- und H-Modelle und das schnell aufgetauchte Mod-UEFI für Z790 spricht für eine komplette Freigabe. Das nützt einem halt nur nichts, wenn niemand entsprechende UEFI-Updates bringt. Mit Asus habe ich drüber sprechen können; die planen Bartlett-Lake-Support explizit nur bei Industrial. Also der eigenen Sparte, die mit den Desktop- und Workstation-Boards, die man als PCGHler sonst so kennt, überhaupt nichts zu tun hat. Andere Hersteller haben gar nicht auf meine Anfrage geantwortet. Ohne ordentliche UEFI sollte man sich aber auch keine Hoffnungen auf Performance-Sprünge machen: Einfach nur den Microcode in ein Z790-File reinzuklöppeln erlaubt nicht einmal stabiles booten. Wie ich als 9900K-@Z170-Nutzer weiß, hat man danach noch sehr viel Optimierungsarbeit vor sich, weil das UEFI schlichtweg nicht weiß, wie mit einem homogenen 12-Kerner umzugehen ist.
Zumindest wäre das meine Theorie. Sie hätten mit diesem Modell ihre neue Produktphilosophie untergraben.
Aber ein spannender Artikel. Ich mag solche Industrie und Extended Lifecycle Boards
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Für Märkte, in denen E-Kerne wenig Sinn machen, hat Intel schon viel früher 8+0-Konfigurationen angeboten, ohne irgendwen "erziehen" zu wollen.
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Ich persönlich vermute, dass Bartlett Lake vor allem als Ersatz für andere Produkte geschaffen wurde. Besagte 8+0er sind billig von Desktop-Chips abgeleitet – aber die laufen aus, wären ohne RAM-Krise vermutlich dieses Jahr EOL gegangen. Ähnliches gilt für viele andere Intel-Prozessoren, die BTL 12P bislang in eine verdammt enge Nische quetschen:
Bartlett Lake 12P steckt in einer verdammt engen Nische, die aber bald wachsen könnte:
- Mehr als 8 Kerne benötigt, sonst reichen Raptor 8+0. Aber Raptor läuft aus.
- Aber nicht viel mehr als 12 Kerne, sonst muss man Sapphire Rapids nehmen. Aber Sapphire Rapids läuft aus.
- Zwingend die gleiche Leistung für jeden Thread, sonst wäre Raptor 8+16 besser. Solange es ihn noch gibt.
- Pro Thread mehr Leistung, als ein E-Kern bereitstellen kann, sonst wäre Snow Ridge besser. Aber der basiert noch auf Tremont, also Vor-Alder-Lake-Architektur.
- Aber nicht viel mehr Leistung, denn innerhalb des Power Limits setzt die Ineffizienz der P-Kerne Grenzen.